Hille in alten Ansichten

Hille in alten Ansichten

Auteur
:   Heinrich Wesemann
Gemeente
:   Hille
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2997-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hille in alten Ansichten'

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29. Hier ist die Klasse 5 der Hiller Volksschule im Jahre 1913. Sie ist kleiner als die der dritten Klasse. Der sitzende Lehrer im Bildvordergrund ist hier Klassenlehrer Rathke, hinter ihm Lehrer Altenhagen und (im dunklen Anzug und mit Schnurrbart) Hauptlehrer Meen temeier. Ein Teil jener damaligen Schülerinnen und Schüler ist heute noch am Leben. Es ist die Generation, die zwei Kriege, zwei Inflationen und zwei Währungsreformen mit erlebt hat, die jedesmal wieder neu anfangen mußte und die auch erfolgreich jedesmal wieder angetreten ist. Sicher ist, daß die Schulzeit wesentlich dazu beigetragen hat, sie für die mancherlei Belastungen des Lebens zu wappnen.

30. Nach großem Geschehen sieht das, was sich hier vollzieht, gar nicht aus und doch war es damals, vor knapp 50 Jahren ein bedeutsames Ereignis im Leben der Gemeinde, in der sich nun das vollzog, was seit Jahren schon angestrebt war und nie verwirklicht werden konnte: Der Schulneubau in Hille-Dorf, Im Bild festgehalten ist hier, allerdings nur im Ausschnitt, die Grundsteinlegung. Vom Baugerüst aus spricht Amtsbürgerrneister Heinrich Husemeyer zu den Handwerkern und den Gästen des Nachmittags, die auf dem Schulhof versammelt sind. Rechts neben Husemeyer steht Architekt Wilhelm Haake (Harturn), neben ihm, auf der Mauer sitzend ist Vorsteher Heinrich Niermeyer, von seinem Amt her der prominenteste Mann des Nachmittags.

31. Eine der Hiller Außenschulen - damals waren es drei, die neben der zentralen Dorfschule zum Hiller Schulsystem hinzugehörten - war die Schule im Ortsteil Wittloge, der Ortsteil, von dessen Schülern es hinsichtlich ihres Besuches der Dorfschule in einer alten Akte einmal hieß, daß 'die Wittelöher die Fernesten' seien, Im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts hatten diese 'Wittelöher' ihre eigene, einklassige Schule bekommen, die übrigens immer sehr erfolgreich gearbeitet hat. Vor dem Schulgebäude präsentiert sich hier Lehrer Gustav Bergrnann, der ursprünglich aus Bielefeld kam und sich hier bestens eingelebt hatte, nach dem Ersten Weltkrieg mit seiner Klasse. Das Schulgebäude steht heute noch und dient, nachdem der Schulbetrieb eingestellt ist, dem Käufer und seiner Familie als Wohnhaus.

32. Auch ein solches Bild hat die jüngere Generation nicht mehr kennen gelernt. Früher war es in der Erntezeit hier so noch gang und gäbe, auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch. Das ArbeitsDreigespann auf dem Bild war das, was man frühcr 'eine Saißen' (eine Sense) nannte: der Mäher mit der Sense vornean. Dann die (meistens war eseine 'die'), die das Gemähte zu Garben zusammenzog, 'dei teihn mösse', und schließlich die Kraft, die mit einem aus der Garbe gezogenen Seil aus Halmen die Garbe zusammenband, damit sie dann zum Hocken aufgenommen und verarbeitet werden konnte, Eine leichte Arbeit waren alle diese Vorgänge in der Erntezeit und bei sommerlichen Temperaturen nicht.

33. Es war ein Übergang, ein relativ nur kurzer vom Roggenmähen mit der Sense über den Bindernäher zum heutigen Mähdrescher. Der Bindernäher war seinerzeit schon ein großer Fortschritt. Gemähtes Getreide brauchte nicht mehr von Hand aus gezogen und dann Garbe für Garbe gebunden zu werden. Der Bindernäher mähte auf der einen und warf an seiner anderen Seite die fertig gebundenen Garben weg. Man brauchte dieses dann nur in die üblichen Hocken setzen. Der spätere und heute noch laufende Mähdrescher setzte dann den Bindernäher außer Kurs. Er mähte und ließ nur ausgedroschenes Stroh auf dem Feld zurück.

34. Als Überschrift müßte man zu diesem Bild schreiben: 'Das war einmal' und könnte gleich hinzufügen: 'Das kommt nicht wieder.' Hier werden bei der Roggenernte die gemähten Garben zu Hocken zusammengestellt, damit sie bis zum Einfahren nachtrocknen können, Die ersten beiden 'Spann' einer Hocke (je zwei Garben) sind gerade aufgestellt, weitere vier solcher Spanne kommen noch dazu, womit dann zwölf Garben stehen, An jeder Seite werden dannje vier Garben fest angedrückt, um der Hocke, die nun aus zwanzig Garben besteht, mehr Standfestigkeit zu geben. Tausende solcher Hocken standen früher in der Erntezeit hier in den Feldf1uren, immer ein schönes Bild.

35. Ein Bild aus dem früheren Arbeitsleben der Landwirtschaft: es wird gedroschen. Auf dem Hof vom Bauern von Behren 46 (Ossenfort) steht die Lokomobile, die die Dreschmaschine treibt. Davor haben sich die Helfer aufgestellt, die beim Dreschen zur Mithilfe erforderlich sind. Der Schornstein der Lokomobile wurde beim Umfahren von einem Gehöft zum anderen jeweils niedergelegt und ruhte dann während der Umfahrt in einem auf der Lokomobile aufgebauten Haltebügel, bis er auf dem nächsten Gehöft dann wieder aufgerichtet wurde. 'Dössken ess nicht watt für ein'n,' (Dreschen ist nicht etwas für einen) hieß es zur Arbeit des Dreschens. Mit dem Aufkommen der Dreschmaschine hörte der bis dahin übliche Flegeldrusch auf den Hausdeelen auf.

36. 'Saure Wochen - frohe Feste', Sauer sind sie gewesen, die zurückliegenden Wochen der Ernte. Nun ist frohes Erntefest hier im Hiller Ortsteil Wittloge. Nach dem Umzug der Erntewagen gibt es frohen Volkstanz. Der Mann auf dem Stuhl inmitten des Kreises spielt auf seiner Handharmonika die alten Weisen. Später wird es eine kräftige gemeinsame Mahlzeit geben und danach wird sich alles in frohem Tanz auf einer der Bauerndeelen drehen, bis in später Stunde zum letzten Tanz gespielt wird: 'Nach Hause, nach Hause gehn wir nicht .. .' (das tut man dann doch). Am nächsten Morgen fängt mit der neuen Woche die alte Arbeit wieder an.

37. Vor 75 Jahren war dieses Bild noch ein alltägliches. Der bäuerliche Ackerwagen in jeder Form bestimmte das Verkehrsbild auf unseren Dorfstraßen. Vor sieben Jahrzehnten konnte man auch noch ganz unbekiimmert mit Pferd und Wagen auch mitten auf einer Dorfstraße fahren. Da war alles noch geruhsam. Nirgendwo stand eine Normaluhr und wenn da jemand war, der einen mit 'Pehrd un Waogen' und hoch zu Roß 'affnierm wöhl', (fotografieren wollte), dann hielt man zu solchem Vorhaben auch ungeniert mitten auf der Straße. Aber 'Haltung' nahm man bei solchem Anlaß - das Bild beweist es - ein, dies sitzend auf dem Pferd oder erst recht stehend auf dem Wagen.

38. Nur noch lebende Angehörige der älteren Generation werden sich eines solchen Bildes erinnern können: Oma, in der Alltagstracht des Dorfes mit 'Schullerdeok' (Schultertuch), 'Schörrt'n un Müssen' (Schürze und Mütze) - so sah das einmal aus bei uns, nicht als Ausnahme sondern als Regel. Das so friedlich dahin schreitende Kuhgespann war, wie auch Pferdegespanne im Straßenbild jener Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg, eine alltägliche Erscheinung, im Sommer mehr als im Winter. Das Auto war damals hier noch eine Seltenheit. Das hatte bloß 'dei Dokter' (der Arzt). Das Bild spiegelt dörflichen Friedenjener Zeit, die für uns Heutige schon 'die gute alte Zeit' ist.

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