Hille in alten Ansichten

Hille in alten Ansichten

Auteur
:   Heinrich Wesemann
Gemeente
:   Hille
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2997-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hille in alten Ansichten'

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HILLE I. W.

39. 'Die Mühle, welche einsam steht ... ? Einsam stand diese alte Bockwindmühle einst inmitten des Glinster Feldes in der Hiller Feldflur. Dahin hatte sie 1867 der Müller Karl Storck aus Eickhorst bauen lassen. Sie wurde die Existenzgrundlage des jungen Müllers. Bis dahin hatte diese Mühle in Isenstedt im Nachbarkreis Lübbecke gestanden. 1686 - das war die älteste der in einen Mühlenbalken geschnitzten Jahreszahlen. Der Wind war alleinige Antriebkraft für diese Mühle und seine Unbeständigkeit bestätigte das Wort: 'Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach ...? Diese Mühlen waren ein bemerkenswertes Beispiel für das hohe fachliche Können der Mühlenbauer früherer Jahrhunderte, denen die technischen Hilfsmittel unserer Tage nicht zur Verftigung standen und die keine besonderen Ausbildungsstätten besucht hatten.

40. Dieses Bild ist besonders interessant. Es ist dieselbe Mühle, die wir eben im Bild der Landschaft sahen, aus der sie nun verschwindet, um in Bielefeld auf dem Johannisberge bei den Bauernhausmuseumsanlagen neu wieder aufgebaut zu werden. Noch steht das Gerippe in Hille, wenige Tage später begann der Abtransport nach Bielefeld. inmitten des Bauwerkes ist der dicke Holzpfeiler zu sehen, der den ganzen Bau trägt. Der im Vordergrund lang herausragende Baum ist der 'Sterrt', an dem die Mühle insgesamt nach dem jeweiligen Winde gedreht wurde. Die Flügel sind schon abgenommen und liegen vor und neben der Mühle. Unter der Mühlentreppe steht einer der Mahlsteine, dessen Neugewicht 54 Zentner betrug.

41. Das, was in diesem einfachen Handwerkerraum in sorgfältigster und gewissenhafter handwerklicher Arbeit hergestellt wurde, waren jene Stühle, die früher in den Stuben aller unserer Häuser standen, die auch zur Brautaussteuer dazu gehörten: jene Stühle, von denen wir zwei verschiedene Ausführungen im Bildvordergrund hier sehen. Der alte Stuhlmacher Dröge (Generns) in Hille hat, in späteren Jahren unter Mithilfe seines Sohnes, unzähliche solcher Stühle in Handarbeit hergestellt. Als 1911 der Strom ins Dorf kam, trieb dann ein Elektromotor die Bandsäge und Drehbank, sonst blieb es bei der Handarbeit. Die Stuhlsitze waren handgeflochten, Arbeit von Ehefrau, Töchtern und später auch Schwiegertochter. Stühle werden keine mehr angefertigt. Sie sind heute begehrter als je zuvor.

42. Es war nicht gerade Regel, daß Schneider ihre handwerkliche Arbeit auf einem Hof ausführten. Hier ist man wohl deshalb nach draußen gegangen, weil man 'sick affnierm laot'n wöhl' (sich fotografieren lassen wollte). Vor dem früheren Gerlingschen Haus (Bollacks) an der heutigen Mindenet Straße präsentieren sich hier hinter dem Tisch stehend Meister Wilhelm Schwentker, links an der Maschine August Thielking, rechts an der anderen Maschine Lehrling Danneberg und mit am Tisch stehend Geselle Ottling. Das kleine Mädchen im Vordergrund im kleinen Handwagen ist Mariechen, Meister Schwentkers kleines Töchterlein. Die Nähmaschinen mußten noch mit dem Fuß getreten werden, wenn man nähen wollte. Elektrisch ging es noch nicht.

43. 'Hattrnans Fehrber' - das war früher hier im Dorf und in der Umgebung ein Begriff schlechthin. Die Färberei war ein Zweig des Hartmannsehen Manufakturwarengeschäfts. Gefärbt wurde vor allem das von den Dorfbewohnern und auch von anderen gebrachte, selbst gewebte Leinen, das nun in blau und anderen gewünschten Farben zu Stoff für Schürzen und anderes verarbeitet wurde, wobei auch Blümchen und bunte Muster mit eingedruckt wurden. Die Färberei lag zwischen dem Geschäftshaus und einer Scheune am anderen Gebäudeende, Das Bild zeigt im Vordergrund in dem überdachten offenen Raum zwei der Farbbottiche mit Otto Hartmann, dem Sohn des Inhabers, am Bottich und Färber Heinrich Rahmöller an der Schwengelpurnpe,

44. Das ist das ehemals Hartmannsche Haus (Hattmanns Fehrber). Mit seiner Südfront grenzt es an den Kirchhof. In dem Haus wurde früher das Manufakturwarengeschäft Eduard Hartmann betrieben. Von daher hatte es so etwas wie 'gewerblichen' Charakter, hatte andererseits aber auch einen 'amtlichen', Im Südteil dieses Hauses war früher die Postagentur eingerichtet, bis 1913 mitten im Dorf an der heutigen Mindener Straße ein (inzwischen wieder aufgegebener) Neubau für die Post errichtet wurde. Der Eingang zur Post im Hartmannschen Haus lag im linken Gebäudeteil. Unter der Linde links im Bild sind die Stufen des Posteinganges zu erkennen. Vor dem Haus stehen ganz rechts mit Fahrrädern die Postboten Heinrich Brinkmann und Wilhelm Bruneforth,

45. Im Jahre 1888 war sie als zunächst kleiner Betrieb von J.Fr. Brüggemann gegründet worden, die Ziegelei in Hille-Mindenerwald, 1910 wird davon berichtet, daß hier jährlich 800000 bis 900000 Steine produziert werden. 1960 wird von einer Jahresproduktion von über fünf Millionen Steinen berichtet. Verschiedene Gründe führten dann dazu, daß das Betriebsgelände mit der schon Jahre vorher still gelegten Ziegelei von den damaligen Besitzern an den Kreis Minden verkauft wurde, der dann die Ziegeleigebäude abbrechen ließ. Der verbliebene Trümmerhaufen wurde mit Boden überdeckt und dann bepflanzt. Als die Gemeinde 1966 Straßennamen einführte, erhielt die hier vorbeigehende Straße den Namen 'Ziegeleistraße'.

46. So weit festzustellen war, ist dies wohl das erste Foto der Hiller 'Zigarrenfabrick' Brune. Es stammt von 1894 und zeigt im Vordergrund (mit Bart und Tafel in der Hand) den damaligen ersten Werkmeister Brune, rechts daneben mit dem Kind auf dem Schoß seine Frau, Die Tracht, die alle tragen, kommt besonders auch bei den Frauen und Mädchen gut zur Geltung. Das im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts hier aufgenommene Zigarrenmachen spielte in jener Zeit im Leben unserer Heimat eine große Rolle, Es brachte, wenn auch in bescheidenem Maße, das in die Häuser, was hier durchweg fehlte: Geld! 'Dei Z'gahnmaokers (Zigarrenmacher) hebb jümmer Geld' war zu jener Zeit ein geflügeltes Wort und auch ein zutreffendes.

47. In den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts gab es hier so etwas noch: die Arbeitsgruppe einer dörflichen Zigarrenfabrik, in diesem Falle hier von 'Schütten Fabrik'. Handarbeit war damals in der Zigarrenanfertigung noch absolut beherrschend. Es gab nicht nur die Arbeit in den verschiedenen dörflichen Fertigungsstätten, es gab daneben eine umfangreiche und durchaus geschätzte 'Heimarbeit'. Es gab früher in Hille fünf Fertigungsstätten, in denen Tag für Tag Zigarren hergestellt wurden, heute geschieht das hier in keiner mehr. Bemerkenswert ist auf diesem Bild der Wandel, der sich hier gegenüber der früheren Aufnahme von 1894 in der Kleidung, insbesondere der der Frauen und Mädchen, vollzogen hat.

48. Als dieses leider nicht sehr scharf gezeichnete Bild 1903 entstand, ging damit für unseren engeren Heimatraum eine Zeit zu Ende: die Postkutschenzeit. Vor der Hartmannsehen Scheune inmitten des Dorfes hält abfahrbereit die Postkutsche, die damals täglich zweimal zwischen Hille und Minden verkehrte, 'dei grauten' (die große) und 'dei lüttken' Post. Hier hält sie jetzt zum letzten Mal zu einer solchen Fahrt. Ihre Beförderungsaufgabe übemalun nun die am 1. September 1903 in Betrieb genommenen Mindener Kreisbahn. Zur 'lüttken Post' wäre zu sagen, daß sie vorzugsweise für Postbeförderung (einschließlich Pakete) berechnet war. Einer Zusammenstellung vom Jahre 1867 ist zu entnehmen, daß damals 5 343 'Briefpostgegenstände' aus dem Inland und weitere 780 aus dem Ausland nach hier gekommen sind.

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