Hille in alten Ansichten

Hille in alten Ansichten

Auteur
:   Heinrich Wesemann
Gemeente
:   Hille
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2997-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hille in alten Ansichten'

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49. Das Hiller Bahnhofsgebäude um 1910 mit dem links angebauten Güterschuppen, vor dem auch der Ladegleisstrang endet. Rechts im Bild in Dienstkleidung der damalige Stationsvorsteher Christian Brandhorst. Unter dem Vordach des Bahnhofes sind die Windfänge der beiden Warteräume zu erkennen. Obwohl nur Schmalspurbahn, hatte die MKB auch 2.-Klasse-Abteile, vorwiegend allerdings solche dritter Klasse. Sie hatte zumindest auch einen Wagen mit einem größeren l.-Klasse-Abteil mit rundem Tisch und roten Plüschsesseln, in denen es sich ganz behaglich saß. Einen Warteraum erster Klasse gab es allerdings im Bahnhofsgebäude nicht und das Vorhandensein einer ersten Klasse im Zug war weitgehend unbekannt. Dieser Wagen wurde nur in Ausnahmefàllen eingesetzt,

50. Käme alles das, was in früheren Jahrzehnten mit Schiebkarren im innerdörflichen Verkehr schon befördert worden ist, mit einem Mal auf einer Stelle zusammen, man würde Lastwagen damit füllen können. Was wurde in diesem Ortsverkehr nicht alles auf und mit Schiebkarren befördert? Stückgut, das zur Bahn gebracht werden sollte oder anderes, das mit der Bahn gekommen und hier zum eigentlichen Ernpfänger gebracht werden sollte. Die Schiebkarre war in jedem Fall richtig, wie hier bei dieser Kistensendung für 'Hattmanns Fehrber' und seinen Färbereibetrieb. Man konnte damals mit solcher Schiebkarre mitten auf der Straße schieben, ohne sich oder andere zu gefährden, Kuh- und Pferdegespanne waren keine Gefahr und Autos waren noch 'Fehlanzeige'.

51. So war das einmal, der Ortseingang von Hille um 1910 und auch später noch. Im Vordergrund das Bahnhofsgebäude der Mindener Kreisbahn, Nach Einstellung des Personenverkehrs von der Bahn auf Busse ist es verkauft worden. Hinter dem Bahnhof die frühere, 1891 errichtete Molkerei. Das Gebäude steht noch, aber ohne Molkerei. Der ragende Schornstein, einst eine Art Wahrzeichen am Dorfeingang, ist lange nicht mehr da. 1946 begann hier nach entsprechender baulicher Umgestaltung die Lippische Celluloidwaren-Fabrik, die in Schötmar zu Hause ist, mit der Herstellung von Brillengestellen. Inzwischen baute diese Firma ein eigenes Betriebsgebäude. Heute steht das einstige Molkereigebäude schon seit Jahren leer, auch in seinem WohnteiL

52. So sah es hinterher dann aus, als am 6. Juni 1911 zwei Züge der Mindener Kreisbahn - sie war am 1. September 1903 in Betrieb genommen - in der Kurve beim Friedhof zusammengestoßen waren. Die beiden Züge, einer aus Richtung Lübbecke, der andere aus Richtung Minden kommend, sollten planmäßig in Hille kreuzen. Die Verspätung des einen Zuges und das pünktlichere Fahren des anderen führte dann zum Zusammenstoß in der an sich schon unübersichtlichen und durch den langen Roggen an beiden Seiten der Bahnstrecke noch unübersichtlicheren Kurve, wobei das abnehmende Fahrtempo des einen Zuges vor dem Bahnhof und das noch nicht voll erreichte Fahrtempo des anderen den ZusammenpralI erheblich gemildert hatten. Es hatte fünf Verletzte, aber keine Toten gegeben,

53. Das waren noch Zeiten, damals 1924, als der junge Kaufmann Kurt Hartmann, wenn nicht als erster, so doch als einer der ersten mit seiner 'Mars 500 cbm' mit Maybach-Motor über die Hiller Dorfstraßen brauste. Das erregte nicht gerade Aufsehen, interessierte aber allgemein. Hartmann hält hier vor 'Schliemes Schürn' (Drosten-Scheune), die damals noch stand. Weiter links und etwas zurück ist das Drostensche Stallgebäude, inzwischen völlig umgebaut. An der Drostenschen Scheune war die zur Straße gehende Seitenklappe - hier im Bild nicht mehr erfaßt - so etwas wie eine 'Anschlagtafel'. Gemeindliche Bekanntmachungen, Versteigerungen und Steuer-, Versammlungs- und andere Termine waren hier laufend bekanntgegeben. 'Ett stönd an Schliemes Schürn,' das war ein Begriff.

54. Wenn ich dieses Bild sehe, erinnert es mich an den Werbeslogan der Jahre nach der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg: 'Drum hören Sie, was ich jetzt sag: Sie brauchen einen Hanomag.' Hanomag das war jenes in jenen Jahren herausgebrachte Kleinauto, von dem der Volksmund spöttelte: "en bißchen Blech und Lack und fertig ist der Hanomag.' Das änderte nichts daran, daß dieses Kleinfahrzeug in ziemlichem Umfang verbreitet war. Auf dem Bild steht ein solcher Hanomag eines nach Braunschweig gezogenen Hillers vor dem HillerGeschäftshaus Eduard Hartmann. Bei aller Kleinheit der ganzen Konstruktion, es war immerhin ein 'fahrbarer Untersatz' und damit war manchem ja gedient.

55. Als in den Jahren von 1911 bis 1915 hier im Bereich der Mittellandkanal gebaut wurde - am 16. Februar 1915 wurde er eröffnet - kamen beim Baggern ein Damhirschgeweih, faustgroße Backenzähne, und Gliedmaßen vorzeitlicher Tiere zutage. Das Bild des Kanals, wie es sich uns hier darstellt als grün umsäumte Wasserstraße, die am Rande beziehungsweise im Randgebiet des Moores verläuft, ist heute weniger schön, als es auf dieser vor der Verbreiterung gemachten Aufnahme erscheint. Als in den Jahren 1976/77 hier die Kanalverbreiterung, vorzugsweise an dessen Nordseite vorgenommen wurde, mußte die schöne Baumreihe, die sich vor allem an diesem Ufer besonders schon entwiekelt hatte, urngelegt werden.

56. Es war früher in den ersten Maitaigen in jedem Jahr dasselbe: 'Wie gaoht int' Meo'er' (wir gehen ins Moor), dies nicht spazierengehender Weise, sondern zum alljährlichen Torfstechen. Auf unserem Bild ist es 1912 Fritz Pohlmann (am Bahnhof), der hier den Torf aus dem feuchten Moorboden holt und Sophie Grannemann ist dabei, den gestochenen Torf auf die Schiebkarre zu legen, um ihn dann zum Trockenplatz zu bringen, auf dem er in den nächsten Wochen dann trocknen soll. Der kleine Junge (hinter seiner großen Kanne) ist der kleine Kloberg, ein Verwandter Kurt Hartmanns. Das Bild läßt mit seinem weiteren Hintergrund die Größe und die Weite des Moores erkennen, eines Moores, in dem damals noch vordergründig das leuchtende Wollgras das Bild mit bestimmte.

57. Hier ist sie noch einmal: die alle Jahre wiederkehrende Torfstichzeit im Hiller Moor, die heute ein für allemal vorbei ist. Im Vordergrund 'dei Kiuln', wie die jeweilige Torfstichgrube genannt wurde. Interessant ist aber die weite Fläche hinter der Torfstichgrube und hinter den Schiebkarren. Tausende von 'Pottsteuhlen' Torf stehen hier bis in den Bildhintergrund hinein auf den Torfplätzen. Zu hunderten standen früher die weißen Matten der Torfstecher im Moor, von denen hier zwei zu sehen sind. Die 'Aktivisten' in der Torfstichgrube sind Christian Brandhorst, Marie Horstmann geborene Struck, Wilhelm Tiemann und Sophie Struck. Von ihnen lebt heute noch Marie Horstmann.

58. Die Aufnahme ist interessant, zumal heute, wo es so etwas in der Weite des Hiller Moores nicht mehr gibt. Hier wird kein Torf mehr gestochen, hier ist er schon gestochen. Hinter der im Vordergrund stehenden Kuh beginnt die Fläche, aus der Torf geholt wurde, Oben aber, links neben dem dort arbeitenden Mann, ist gestochener Torf, hier schon in Haufen zusammengelegt, deren Reihe sich dann allmählich verliert. Der Trocknungsprozeß beim Torf beginnt mit dem 'Pottsteohl', einem Gebilde aus sechs Törfen von denen zwei lang, zwei quer und zwei wieder lang aufeinander gelegt werden. Später werden vier solcher 'Pottsteohle' zu einem 'Ring' zusammengelegt, in dem damit 24 Törfe zusammengelegt sind. Der Haufen, wie wir sie hier im Bild sehen, umfaßt entweder 25 oder 50 'Ringe'.

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