Hille in alten Ansichten

Hille in alten Ansichten

Auteur
:   Heinrich Wesemann
Gemeente
:   Hille
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2997-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Hille in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

59. Nicht eine - hunderte solcher Strohmatten standen früher im großen Hiller Torfmoor. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war das noch lange so. Der Torf war früher nicht nur hier, sondern in der ganzen Gegend überhaupt das wesentlichste Heizmaterial in allen Häusern oder Wohnungen. Viele Millionen Törfe, jetzt vom Einzelstück aus gesehen, kamen alljährlich, in mühevoller Handarbeit zutage gefördert und gingen von hier aus in die verschiedensten Orte dieser Gegend. Die weißen Strohmatten waren Eigenanfertigung. Holzlatten und fest eingelegtes Stroh wurden jene Matten, hinter denen die Torfstecher bei Regen oder Gewitter Schutz suchten und hinter denen sie die Ruhepausen des Tages verbrachten.

60. Sie gehörten einst zum Moor dazu: die Schafe. In Hille gab es früher mehrere und große Schäfereien, deren Schafe auf dem 'Schaopspeckendamm' (dem Schafspeckendamm) immer neu ins Moor getrieben wurden, wo sie dann auf den dafür geeigneten Flächen weideten. Sie waren so etwas wie 'Polizisten des Moores', die kaum irgendwo eine Birke hochkommen ließen. Moorbilder aus früherer Zeit zeigen alle ein fast baumloses Moor, in dem dafür aber im Sommer die blühende Heide leuchtete. Wenn heute angesichts der Überfülle an Birken vom 'Wald' gesproehen wird, ist das nicht ganz unzutreffend. Auf unserem Bild: einer der letzten Schäfer mit seinem 'Kumpel', zwei alte 'Moorstrategen', Sie gehörten lange Zeit zum Bild des Moores dazu.

61. Eine Hiller Frauen- und Mädchengruppe in der schönen alten Sonntagstracht unseres Heirnatraumes, 1910, als diese Aufnahme entstand, wurde sie noch allgemein so getragen, Sie war schmuck, weniger bunt als das, was junge Mädchen heute tragen, aber in ihrer Art schön. Im übrigen war sie jeweils landschaftszugehörig, spiegelte dörfliche Eigenart und erfuhr mit gutem und schönen Halsschmuck eine wesentliche Bereicherung. Sie gehörte hier einfach dazu. Es gab Besonderheiten in dieser Tracht, zum Beispiel 'dei Aobendmaohlstracht' (die Abendmahlstracht) ZUI Abendmahlsfeier in der Kirche und zu anderen Anlässen. Besonders nach dem Ersten Weltkrieg begann der allmähliche Wandel von der alten Tracht zum 'Modernen'.

62. Das Bild eines Hiller Ehepaares in der alten Tracht, wie sie zwischen den beiden Weltkriegen von den Älteren noch getragen wurde. Dies ist das alte Ehepaar Brandhorst (Jaspers) auf der Glinst, aufgenommen am Tag der goldenen Hochzeit, die beide im Ersten Weltkrieg feiern konnten. Brandhorst war Teilnehmer der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71. Die Orden und Auszeichnungen auf der Brust beziehungsweise dem Trachtenrock sind noch Zeichen solcher Teilnahme. Das Gesicht der damaligen Jubelbraut strahlt noch frohen Optimismus aus, der beherrschender Grundzug ihres ganzen Wesens war und es bis zum Tod der über 90 Jahre alten Einwohnerin auch blieb.

63. 'Ein schlichter Sang, der Treue Klang. Mit Kraft gepaart, Westfalenart. ' Das Sängerbundsabzeichen und die Fahrzielangabe am Wagen Hille-Wien machen es allen, die den Zug sehen, deutlich, wer hier fährt, woher diese kommen und wohin sie wollen: Hiller Sänger 1928 auf der Fahrt zum Deutschen Sängerbundsfest in Wien. Fünfzehn Jahre alt ist damals der Hiller Verein, der sich recht erfolgreich der Pflege des deutschen Liedgutes verschrieben hat und der sich in seinem Können immerhin so sicher fühlt, daß er sich auch ein Auftreten in Wien mit zutraut. Zu jener Zeit ist diese Teilnahme ein Höhepunkt im bisherigen Vereinsleben.

64. Mit seiner Aufgabe nahm es der 1913 gegründete Männergesangverein ernst. Wer bei den Gesangsabenden vor der Pause rauchte, mußte 10 Pfennig - das war damals ja noch Geld, wenn auch nicht viel - als Strafe in die Kasse zahlen, wer zu spät kam, wurde auch zur Kasse gebeten. Später, nach dem Ersten Weltkrieg, war man im Verein nicht immer einer Meinung und dann wurden aus dem einen Verein deren zwei. 'Einigkeit' nannte sich der neu entstandene zweite Hiller Gesangverein. An das Sängerfest dieses Vereins im Jahre 1932 erinnert dieses Bild. Die Zweisamkeit war nur ein Zwischenabschnitt, Man fand längst wieder zu einem Verein zusammen und in der heutigen Chorgemeinschaft sind auch Frauen als eifrige Sängerinnen mit dabei.

65. Man sang nicht nur im Männergesangverein von 1913, man 'flog' auch mal aus, so wie hier am 31. Mai 1931. Wohin man damals geflogen ist, ist auf der Rückseite des Fotos leider nicht vermerkt worden. Ein fröhlicher Kreis an einem offensichtlich schön verlaufenen Tage ist es jedenfalls, der sich dann dem Fotografen gestellt hat, Vielleicht erkennt sich der eine oder andere der Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf dem Bild noch wieder. Vorn rechts am Tisch sitzen Vereinsvorsitzender Kurt Hartmann (mit Mütze) und der damalige Dirigent Hermann Kurlbaum.

66. 'In München steht ein Hofbräuhaus .. .' Es stand auch schon da, als diese Aufnahme gemacht wurde. Das war 1928, als die Hiller Sänger vom Deutschen Sängerbundsfest in Wien zurückkamen und dabei in München Station machten. Für alle, die damals dabei waren, sind die Wienet Tage ein beeindruckendes Erlebnis gewesen. Daß es allen gefallen hat; zeigen die fröhlichen Gesichter auf diesem Bild und sicher ist von dieser Fahrt noch lange gesproehen. Man hatte mit dieser Fahrt nicht nur ein schönes Reiseerlebnis gehabt, man hatte in Wien auch einen Eindruck von der weiten Verbreitung erhalten, die das Singen in Vereinen und Chören damals schon gefunden hatte. Von daher waren diese Wiener Tage sicher auch Ansporn für die eigene weitere Arbeit gewesen,

67. 'Viktoria' von 1911 - das ist der zweit-älteste der Hiller Schützenvereine. Im Schützenjahr 1924 war Kaufmann Kurt Hartmann Schützenkönig geworden und als solcher vor seinem Hauseingang dann auch 'gekrönt'. Die Schützenscheibe ist an der Wand des Hartmannschen Gebäudezwischenbaues schon angebracht. Nun stellten sich alter und neuer König zum Erinnerungsfoto. Von Schärpe und Zylinder abgesehen war man sonst damals noch 'zivil'. Schneidige Schützenuniformen waren noch nicht üblich, Links im Bild Kaufmann Kurt Hartmann mit seiner Frau als Königin, Rechts neben ihnen der alte König Friedrich Schlensker von der Glinst, der kurz nach dem Fest nach Amerika auswanderte.

68. Es war ein strahlend schöner Sonntag der 18. August im Jahre 1912, als die Gemeinde Hille das erste Kriegerdenkmal einweihte. Es sollte die Namen jener einstigen Männer festhalten, die als Kriegsteilnehmer von 1864, 1866 und 1870/71 als Soldaten hinausgezogen waren und die dann nicht alle wieder zurückkehrten. Zu dem Einweihungs-Festakt hatten sich sehr viele Teilnehmer auch aus den Nachbarorten eingefunden. Hilles Gemeindeseelsorger Pfarrer Schmidt hielt die Festpredigt. Am Rednerpult stand im Augenblick der Aufnahme der damalige Kreis Mindener Landrat Cornelsen. Im Zuge der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt mußte das Denkmal abgerissen werden; es wurde auf einem Gemeindeplatz nahe der Schule wieder aufgestellt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek