Hitzacker in alten Ansichten Band 1

Hitzacker in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Adalbert Kreitlow
Gemeente
:   Hitzacker
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2183-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hitzacker in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Das Städtchen Hitzacker liegt mit seinem historischen Ortskern, der Stadtinsel, am Fuß des 52 Meter über Normalnull aufragenden Weinbergs im Mündungswinkel zwischen Elbe und Jeetzel an idyllischem Platz auf der Scheidelinie von hügeliger, mischwaldreicher Geest und flacher, wiesen-, weiden- und ackergesprenkelter Flußniederung. Die jüngeren Ortsteile breiten sich auf den Terrassen von Jeetzel und Mühlbach, eines schmalen Jeetzelzuflusses, aus und ziehen sich die Hügel der Geest hinauf.

Die Oberflächenformen der Landschaft, denen sich das Städtchen anschmiegt, wurden durch die Eiszeiten geschaffen. Die gurgelnden und schäumenden Schme1zwässer der letzten Kaltzeit, die das Elbeurstromtal ausbildeten, schnitten die Moränen der vorletzten Kaltzeit an und formten den imposanten Elbufersteilrand bei Hitzacker.

DerWeinberg hat eine lange Geschichte. Die Ausgrabungen durch Dr. Berndt Wachter 1970-1975 ergaben, daß vom 7. bis 12. Jahrhundert dieser Eekpfeiler des Geesthöhenzuges verschiedene slawische Burgen trug. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts besaß der Welfenherzog Heinrich der Löwe eine Burg auf dem Berg, die 1229 den Askaniern zufiel. Der Askanierherzog Albrecht 1. gründete um 1258 den Ortsteil auf der Stadtinsel und versah ihn mit Stadtrechten. Noch in diese mittelalterliche Zeit reicht die Gründung der Schützengilde zurück, die noch immer auf ihren jährlichen Schützenfesten den König ausschießt.

Die weitere Geschichte des kleinen Städtchens trägt

keine spektakulären Züge; sie rinnt sanft dahin, ohne besondere Ereignisse für die großen Geschichtsbücher zu verzeichnen. Aber Höhen und Tiefen, Lust- und Leidvolles, Angenehmes und Schweres hielt sie für die Kaufleute, Handwerker und Ackerbürger in den Gäßchen doch bereit. 1604 kamen Amt und Stadt Hitzacker in den Besitz desjungen Herzogs August d. Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg. Er erbaute während seiner dreißigjährigen Residenzzeit ein Schloß auf der Stadtinsel, von dem ein Rest den Schwedenbrand von 1642 bis heute überdauert hat. In diesern Schloß war auch der Grundstock jener berühmten Bibliothek untergebracht, die der Herzog nach Wo1fenbüttel mitnahm, als er dort durch Erbschaft die Residenz antrat. Dieser für die Wissenschaft so aufgeschlossene Herzog war aber auch für Hexenprozesse in Hitzacker verantwortlich, wovon Urkunden und die Sage von der Riesenkastanie Zeugnis ablegen.

1548 und 1668 wurden die Bürger von vernichtenden Flächenbränden heirngesucht. Der zweite dieser Brände verschonte wie durch ein Wunder das 1589 erbaute herzogliche Zollhaus, wodurch dieses respektable Gebäude heute das Haus mit der ältesten Bausubstanz in Hitzacker ist.

Das beginnende 19. Jahrhundert bescherte den Bäckern, Schustern, Schneidern, Leinewebern, Färbern, Schmieden, Schlossern, Tischlern, Zirnmerleuten, Maurern, Böttchern, Barbieren, Sattlern, Seilern und Rademachern der damals wohl kaum 1 000 Einwohner zählenden Stadt zunächst schlimme

Zeiten. Die Truppen Napoleons hielten sich nämlich einige Jahre im Ort auf und bezeugten dem Besitz der Bürger und ihrer behäbigen Ruhe wenig Respekt. Sogar die Kirche wurde damals zum französischen Verteidigungsbollwerk gegen die 1813 heraufziehenden Befreiungsstürme umfunktioniert. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand am Jeetzelhafen ein neuer handwerklicher Produktionsbetrieb, eine Werft, auf welcher die damals auf dem kleinen Fluß zwischen Salzwedel und Hitzacker verkehrenden Jeetzelkähne gebaut wurden, mit denen man bäuerliche und handwerkliche Produkte transportierte, bis diese kleine Flußschiffahrt der Konkurrenz der in den siebziger Jahren erbauten Eisenbahnlinie zum Opfer fiel.

Im Jahre 1883 entdeckte man bei Bohrungen stahlhaltiges Quellwasser, dem chemische Analysen gesundheitsdienliche Wirkung zuschrieben. Nun versuchte recht kühnes Unternehmertum die bis dahin sich bescheiden gebende Entwicklung des Städtchens einem jähen Aufschwung zuzuführen. Vor der Jeetzelbrücke wurde ein Badehaus eingerichtet, auf den Höhen entstand ein Kurpark, in welchem begüterte und Erholung suchende Feriengäste im Trinkpavillon ihr Wässerchen genießen konnten, und oben auf dem Weinbergplateau baute man sogar ein Theater. Bauliche Zeugnisse dieser kurzen, bis zur J ahrhundertwende anhaltenden Prosperitätsperiode sind die mehrstöckigen Fachwerkhäuser am Weinberg und in der Drawehnertorstraße, damals Hotels und Villen, heute Geschäftshäuser und Pensionen. Um den Gästen mit schwerem Gepäck nicht den anstrengenden Fußweg

vom Bahnhof zur Stadt zuzumuten, hielt ein Transportunternehmer sogar eine geschlossene Kutsche bereit. Wo heute der Hiddosteg seinen kühnen Bogen über den Hafen schlägt, um den Fußgängern den Weg von der Stadtinsel zum Weinberg abzukürzen, verkehrte damals eine kleine Kahnfähre, die bis in die fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts zu Diensten stand. Bis 1945 erhielt ein Fährmann mit seiner Bootsfähre auch den Personen- und Fahrzeugverkehr zum jenseitigen Ufer der Elbe aufrecht. Die Errichtung der Dernarkationsgrenze zwischen den beiden deutschen Teilen nach dem Zweiten Weltkrieg machte diesern für lange Jahrhunderte von der Bevölkerung in Anspruch genommenem Kommunikationsweg ein Ende. Während der Zeit der Dampfer verkehrte diese Fähre mit hohem, rauchendem Schornstein. Auch die Eisbrecher, die in kalten Wintern dem zugefrorenem Fluß zu Leibe rückten, vollbrachten dies unter schwarzwallendem Banner einer dieken Rauchwolke. Durch Bauschübe und Eingemeindungen wuchs der Ort seit den zwanziger Jahren sehr rasch. 1928 wurden das Dorf Marwedel und der Herrensitz Dötzingen eingemeindet. Die einst zu letzterem Besitz gehörende Junkerrnühle ist heute ein Tischlereibetrieb.

Dem Betrachter des Bildbandes mag diese Einleitung sowohl kurzer Exkurs durch die Geschichte Hitzackers als auch Erläuterung zu den Bildern sein.

Adalbert Kreitlow

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1. Die Panoramaaufnahme gibt das Bild Hitzackers wieder, wie es ein Beschauer vom Weinberg aus in jenen Jahren zwischen 1883 und 1905 sah, als es in dem kleinen Städtchen einen Bade-Kurbetrieb gab. Im Vordergrund sieht man den damals etwa zehn Jahre alten Fachwerkbau der Juventa-Fabrik, wo das Wasser einer Sauerbrunnenquelle auf Flaschen gezogen und versandtfertig gemacht wurde. Das weiße Haus am rechten Bildrand war das Badehaus der Kuranstalt 'Weinberg'.

2. So sahen die Bewohner Hitzackers und seiner Umgebung in den Jahren zwischen 1880 und 1930, wie die Phalanx der Eisbrecher in breitem Angriff die zugefrorene Elbe von ihrem Eispanzer befreite. In dieken Wolken stand schwarzer Rauch über den hohen Schornsteinen, und beim Ertönen der Signalsirene schoß weißer Dampf in die kalte Winterluft, so daß dunkle und helle Schwaden durcheinander waberten und den granen Winterhimmel strukturierten.

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3. Dies ist die bisher älteste Darstellung Hitzackers. Es handelt sich um einen Stich von Merian, welcher um 1654 veröffentlicht wurde. Ein Stromarm der Elbe floß unmittelbar hinter der Stadtinsel entlang. so daß der rechte Flußarm der Jeetzel gleich hinter der Kirche in den Strom mündete. Der jetzige Werder hat sich durch die Stromverlagerung erst später gebildet, Heute fließt die Elbe gut 200 Meter entfernt an der Stadt vorbei. Der linke Jeetzelarm, der unterhalb des Weinbergs fließt, war in jener Zeit noch nicht zum Hafen ausgebaut. Von dem hier hoch über die Dächer der Stadt ragenden Schloßturm gibt es heute keine Reste mehr. Der damalige Schloßbezirk lag in dem Sektor zwischen Drawehnertorstraße und Marschtorstraße.

4. Anläßlich eines Preisausschreibens, das die Jeetzel-Zeitung um die Mitte des 19. Jahrhunderts ausführte, wurde als Gewinnprämie dieser Steindruck vergeben. Links im Bild ist die bisher einzige Darstellung des Marsentors. Es war ein kleines Fachwerkhaus mit einer einem Scheunentor ähnlichen Durchfahrt.

5. So zeigten sich in den zwanziger Jahren die Hansgiebel der Ostseite der Drawehnertorstraße vom Markt aus gesehen. Es sind die Hausnummern 1, 3, 5 und 7. In sonniger Eintracht lagen ein Uhren- und Goldwarengeschäft, eine Schusterei, eine Bäckerei und eine Schlachterei nebeneinander. In den siebziger Jahren unseres Jahrhunderts wurden die meisten der runzligen Fassadengesichter im Zuge einer Stadtsanierung einer wirkungsvollen Verjüngerungskur unterzogen. Die Bausubstanz wurde an den Hausfassaden nur erneuert, nicht verändert, und es wurde farblich etwas 'Rouge' aufgelegt.

6. Dies ist ein Häuserausschnitt der Westseite der Drawehnertorstraße. Das erste Haus im Vordergrund ist das Hotel 'Zur Linde', wie man es in den zwanziger und dreißiger Jahren kannte. Es hatte noch nicht den festen Balkonvorbau erhalten, dem die Holzveranda von damals 1955/56 weichen mußte, weil sie etwas zu nahe an die Straße gebaut war. Am Bürgersteig, der sich noch nicht an der ganzen Straßenlänge durchgängig hinzog, standen damals Telegrafenmasten, die heute längst aus dem Straßenbild verbannt sind,

7. Im vorigen Jahrhundert war das Hotel 'Zum Deutschen Hause' am Markt 1 eine renommierte Unterkunft. Namhafte Gaste, wie der Afrika-Forscher Carl Peters aus Neuhaus an der Elbe, dort 1856 geboren, stiegen hier ab. 1897 brannte das Hotel nieder. Zehn Jahre blieb die Brandstätte unbebaut, bis 1907 an dieser Stelle das jetzige Rathaus entstand.

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8. Dieser idyllische Winkel mit dem Straßennamen 'Auf dem Brink' konnte in seiner Abgeschiedenheit von den belebteren Straßen des Städtchens Ruhebedürftige leicht an schattigem Platz zu einer kleinen Pause einladen. Im Volksmund bezeichnete man dieses Vorhaus als 'Knusperhäuschen'. Der Giebelbalken trug den sinnigen Spruch: Laß Neider neiden, laß Hasser bassen. Was Gott mir gibt, das mussen sie mir lassen.

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