Hünxe in alten Ansichten

Hünxe in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Kohler-Svendsen und Gisela Helmich
Gemeente
:   Hünxe
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2024-1
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hünxe in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Als uns die Aufgabe angetragen wurde unser schnell wachsendes und sich veränderndes Dorf in Fotos aus den Jahre 1880 bis 1940 festzuhalten, dachten wir sowohl an die 'alten' Hünxer Bürger, deren Familien oft seit Jahrhunderten hier leben, wie auch an die Hünxer Neubürger, die nach dem Zweiten Weltkrieg bei uns freundliche Aufnahme fanden.

Ihnen allen wollten wir ein Gefühl vermitteln für das Leben, Arbeiten und Feiern in dieser alten bäuerlichen Ansiedlung.

Jahrhunderte hindurch hatte sich in unserem Dorf wenig verändert. Alte Bräuche und die Lebensgewohnheiten unserer Vorfahren wurden von den Vätern an die Söhne weitergegeben. Doch in den letzten 20 Jahren verwischten sich alte Traditionen so stark mit neuen Einflüssen, daß Spuren aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg kaum noch aufzufinden sind. Nur einige alte Leute können noch vom Ablauf und Sinn der Feiern erzählen, die den Jahreslauf bestimrnten, und oft heidnischen Ursprungs waren. Böllerschüsse sollten zu Silverster die bösen Einflüsse auf Land und Vieh austreiben. Zu Anfang der Fastenzeit wurden in den verschiedenen Bauernschaften von jun-

gen Leuten Eier und Würste gesammelt und anschließend beim gemeinsamen Tanz verzehrt. Man rief der Bauersfrau zu:

Frau, geeft ons die Langen und loot die Korten hangen, wenn die Langen gegeten sind,

dann söllt die Korten well beter sin.

Abends vor Palmsonntag schnitt man Palmzweige (Buchsbaum), band sie an einen Stock und verziehrte alles mit Gebäck in Form von 'Palmvögeln'. Man freute sich auf das Osterfest und das Ende der Fastenzeit und sang:

Palm, Palm, Possen, Palm, Palm, Possen, Heiku re i, Heikurei,

wen 't noch enmol Sundag is, dann kregen wej en Possei [Osterei},

Am Ostersonntagabend loderten die Osterfeuer von allen Hügeln. Die jungen Leute waren auf jeden Hof

gezogen um Holz für ihr Osterfeuer zu erbetteln. Das Heischelied lautete:

Onse Possen is sa kolt,

geft ons doch en Büschken Holt, een Biischken minder ader mehr, t' wört verbrannt to Gottes Ehr.

Der Frühling wurde mit den Maitanz begrüßt. In allen Dörfern stand der Maibaum, festlich mit bunten Bändern geschmückt. Und unsere Dorfkirmes war noch ein richtiges Familienfest, alle Verwandten. die sich im Laufe des Jahres kaum sahen, gaben sich ein Stelldichein. Im Herbst, wenn die Hauptarbeit der Bauersfamilien getan war, wurde Erntedank gefeiert. Die schönsten Früchte des Feldes, Obst und Getreide schmückten den Altar der Kirche, und man dankte Gott für die Ernte. Dann kamen die besinnlichen Monate der Vorweihnachtszeit und wurden bald abgelöst durch Weihnachten und die Feiern zur Jahreswende.

Unsere Fotos dokumentieren noch etwas von dieser für unsere Vorfahren oft beschwerlichen, aber auch beschaulichen Lebensweise. Aber nicht nur diese ist uns heute sehr fremd geworden, auch die Gesichter der Häuser, Straßenzüge, Gärten und Höfe mußten sich der neuen Zeit anpassen. Gehen wir heute beim Spaziergang durch unser Dorf, so weisen noch einige der alten Gebiets- und Straßenbezeichnungen in die alte Zeit zurück. Zum Beispiel 'Zur Langen Brücke'. Der Weg führte zur Lippe hin, wo man über eine lange Brücke das nördliche Ufer erreichen konnte. Zuerst mußte man an der Burgwacht vorbei, der Vorfeste des Hauses Krudenburg. Die eichengekrönte Brückenanhöhe ist heute noch im Aap zu sehen. Es ranken sich viele Erzählungen darum. Oder die Donnersbergstege, in Richtung Norden. Der Weg geht in den 'Sand', und das Gebiet war dem Germanengort Donar geweiht. Einige sagen, daß dort früher ein Galgen stand - ob sie wohl recht haben? Vor der Gaststätte 'Zur Post' biegt rechts der alte Schulweg ab. Er überquert den Dorfbach und führte über dreiquer gesägte Baumstämme als Brücke, daher der Name Drijschämm.

Neben dem Rathaus geht die Minnekenstege in Richtung Lickenberg, dessen Name auf das Jahr 1339

zurückweist. Der Klever Herzog schickte damals seine Truppen, um den Herrn von dem Berge zu Steuerzahlungen zu veranlassen. Sie gerieten in einen Hinterhalt und wurden am Lickenberg begraben. Weiter oben am Sportplatz zweigt der 'Kost im Busch-Weg' ab. Hier mag der Holzrichter Kost gewohnt haben, der sich weigerte das gute Holz nach Kleve abzugeben. Er ließ es den Bauern am Ort zukommen, bis er dafür in Kleve ins Verließ geworfen wurde und nach langen Jahren als gebrochener Mann wieder freikam.

Wohl die älteste Wallanlage am Niederrhein ist der Ringwall. Er war von ungefähr 700 nach Christus bis ins Mittelalter eine von Wassergräben urngebene Palisadenburg, auf die bei Gefahr die Bauern ihr Hab und Gut in Sichterheit brachten. Nördlich davon ist noch die alte Landwehr zu sehen, die mit dem Erlaß des Grafen von Kleve und der Gründung unseres Junggesellenschützenvereins im Jahre 1422 wieder neu erstand. In Kriegszeiten sägte man die Bäume auf dem Wall bis auf eineinhalb Meter ab, damit feindliche Reiter nicht über die Verteidigungsanlage gelangen konnten. Im Frieden war der Lantermann für die Pflege der Wälle verantwortlich. Hoch oben im

Hünxer Wald liegen die Teufelssteine, nah dabei stand die Küreiche. Unsere germanischen Ahnen haben hier ihre Ting- und Richtstätte gehabt, außerdem wählte man hier die Adligen und brachte den Göttern Opfer dar. Die Teufelssteine sind Überbleibsel aus der Eiszeit, und die Legende um den Bau der Hünxer Kirche und den Teufel soll nicht vergessen werden. Daß die Hünxer ihrem Gott eine Kirche bauten soll den Teufel so erzürnt haben, daß er versuchte den Neubau mit den gewaltigen Steinen einzuwerfen. Doch er traf nur schlecht, viele Steine fand man auf der Heide nördlich der Lippe, nur einer ist heute noch neben der Kirchentür im Fundament zu sehen.

Soweit unser kleiner Spaziergang in die Vergangenheit unseres Dorfes, wobei die nahe gelegenen Orte Kruden burg, Gartrop, Bucholtwelmen und Bruckhausen nicht vergessen werden.

Wir wünschen allen Lesern viel Freude beim Betrachten der alten Fotos.

Gisela Helmich Horst Kohler-Svendsen

1. Die Hünxer Kirche scheint auf den ersten Bliek unverändert. Doch die Aufnahme aus dem Jahre 1928 zeigt noch das alte, viel gedrungenere Dach des Glockenturms, und die Kirchturmuhr an der für Reparaturen günstiger gelegenen Stelle in Höhe des kleinen Fensters. Die Kirche war im Mittelalter häufig Fluchtplatz für die Bürger in Kriegszeiten. Davon zeugt noch der Eisenzaun, der auf der geschleiften Mauer den Kirchp1atz abschließt.

2. Ein Bliek die alte Dorfstraße hinauf beweist uns einmal mehr, wie sehr sich unser kleines Dorf im Laufe der letzten 80 Jahre verändert hat. Rechts vorn steht Sirnsons Haus, auch 'Aans' genannt, daneben Wefelnberg, Spickermann und die Gaststätte 'Meierswirt', wo später der 'Rheinische Hof' errichtet wurde. Links Dames Haus, und dahinter geht das alte 'Gängsken' zum Bach hinunter. Die Straße besteht noch aus Kopfsteinpflaster, auch waren Bürgersteige noch nicht üblich. Das Foto wurde 1905 aufgenommen.

3. An der Dinslakener Straße in Hünxe, gegenüber der Bäckerei Nuyken, war um 1900 die Post. Die 'Kaiserlich Preussische Post', wie sie offiziell genannt wurde, bewohnte der damalige Posthalter Lohmann.

4. 'Altes Pastorat' wird heute das Gebäude für Altenpflege an der Dorstener Straße genannt. In der Zeit um 1900 hieß allerdings dieses Gebäude 'Altes Pastorat'. Es wurde vor langer Zeit abgerissen und stand auf dem Grundstück unseres heutigen Pastorat, an der Dinslakener Straße, direkt gegenüber dem auch abgerissenen Stallberg-Stratenwerts Hof.

5. Im Jahre 1910 erscheint die Hauptstraße durch unser altes Dorf Hünxe schon großzügiger. Links, die alte Dorfschule ist unverändert, jedoch ist in der Bildmitte schon das neue Rathaus zu sehen, und rechts, hinter Spickermanns Haus, das große Gebäude des 'Rheinischen Hofes', der auch die Viehwaage beherbergte.

6. Die 'Kaiserlich Preussische Poststation Hünxe' zog noch vor 1910 in die neuerbaute Villa Duderstädt-Lohmann um. Das Haus lag an der Weseler Straße und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die uniformierten Herren vor dem Haus sind die Postbeamten Gebrüder Schanzmann und der Postillion Hesse mit der gelben Kutsche und eigenem Pferd.

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7. Die Dinslakener Straße in Hünxe im Jahre 1914. Der Bliek fällt auf Hesselmanns Haus, das den Bomben des Zweiten Weltkrieges zum Opfer fiel. Auch Sattler Dames Haus (vorn rechts) steht nicht mehr; es wurde in den sechziger Jahren abgerissen.

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