Hochspeyer in alten Ansichten

Hochspeyer in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Neumer
Gemeente
:   Hochspeyer
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6254-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hochspeyer in alten Ansichten'

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Einleitung

Im [ahre 1995 feierte Hochspeyer sein 800jähriges [ubiläurn, In der Bestätigungsurkunde Kaiser HeinrichsVI. für das Zisterzienserkloster Otterberg vom 28. November 1195 wurde der Ort erstmals erwähnt. Wann er gegründet wurde, ist nicht auszumachen, doch zählt Hochspeyer gewiß nicht zu den Orten der fränkischen Landnahme- oder einer ersten innerenAusbauzeit. Dafür liegt es zu sehr in einer siedlungsfeindlichen Region, nämlich im Hauptbuntsandsteingebiet des pfálzerwaldes, mit seinen sandigen und felsigen Böden.

Die Siedlung war während der ersten [ahrhunderte bestimmt nicht sehr groß, obwohl sich ab 1416 vier Herren darin teilten. Über die Einwohner vor dem Dreißigjährigen Krieg ist nur wenig bekannt. Die meisten bebauten einige sandige Äcker, andere verdienten ihren Unterhalt durch die Herstellung von Faßdauben und -böden für die Herrschaften, oder sie fertigten Wingertspfáhle und andere Gebrauchshölzer.

Mit dem Dreißigjährigen Krieg brach eine schwere Zeit an, die durch das ganze Iahrhundert hin dauerte, von einigen kurzen Phasen des Friedens abgesehen. Von 1635 bis 1651 stand Hochspeyer leer, die Bewohner waren geflüchtet, alle Häuser verfallen. 1648, nach dem Friedensschluß von Münster und Osnabrück, war der Krieg hierzulande noch nicht zu Ende, der sogenannte Lothringische Krieg hielt das Land noch einige jahre in Atem. Doch kaum daß sich die Menschen an den Wiederaufbau

wagten, drangen die Armeen Ludwigs XIV im Niederländischen Eroberungskrieg 1672-1679 in pfälzische Gebiete ein und verheerten sie. Dann wurde die Pfalz von den sogenannten Reunionen 1679-1684 getroffen, wieder marschierten Soldaten des Sonnenkönigs durch linksrheinische deutsche Gebiete. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688-1697 wurde die Pfalz von französischen Truppen verwüstet. Kein Wunder, daß hier kein Haus zu finden ist, das vor 1700 gebaut wurde.

Nach 1700 begann der Ort aufzuleben, es waren aber keineswegs nur friedliche Zeiten. Im Spanischen Erbfolgekrieg war die Pfalz wieder einer der Kriegsschauplätze. Ganz schlimm wurde es zu Ende des 18. jahrhunderts, als unsere Gegend über Iahre hinweg zum Schlachtfeld geworden war. Der französische Genera! Custine eroberte mit seinen Revolutionstruppen 1792 von Landau aus Frankenthal, Warms und Mainz und trug damit den Krieg ins linksrheinische Deutschland. Die Kämpfe im Pfälzerwald, die Hochspeyer und die nähere Umgebung in Mitleidenschaft zogen, haben tiefe Spuren hinterlassen.

Einige Häuser des 18. Iahrhunderts sind noch erhalten, aber die meisten stammen aus dem 19. Iahrhundert und waren ursprünglich die Behausungen armer Tage!öhner. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war kaum ein Zehnte! der ursprünglichen Bevölkerung zurückgekehrt. Was kam, waren Neubürger aus der näheren und weiteren Umgebung, aus Ländern, die der lange

Krieg nicht so sehr heimgesucht hatte, so aus der Schweiz und aus TiroL Sie waren zum Siedeln errnuntert worden durch die Landesherren. Oft waren es Menschen, die zuerst mit Harzbrennen, Holzkohleherstellung und anderen Waldgewerben ihr Auskommen suchen mußten, ehe ein Teil von ihnen seßhaft wurde und sich landwirtschaftlich betätigte.

Das kontinuierliche Wachstum des Dorfes, wohl ab der Gründung, ist für die meisten Straßenzüge nachvollziehbar. Die Ansiedlung vollzog sich.im Tal, nahe an einer Quelle. Die Siedlung blieb lange auf diese Tallage beschränkt. Erst im frühen 18. [ahrhundert dehnte sich der Ort der Straße entlang nach Osten und Westen aus. Die Wege, die zu den Hängen hinaufführten, wurden allrnählich zu Dorfstraßen. Zu den Siedlungsplätzen, die bis vor den Dreißigjährigen Krieg nachgewiesen werden können, zählt die mittlere Hauptstraße, etwa vom heutigen Hotel 'Zum Löwen' bis zur Schreinerei Egelhof. Die Bergstraße dürfte ebenso Häuser getragen haben, wie der untereTeil des Geiersberges, heute die Enkenbacher Straße. Die Trippstadter Straße war etwa bis zurWiesenstraße auf der östlichen Seite mit Häusern bestanden. Besiedelt war auch der Bereich der unteren Kirchstraße und der Mühlhof. Dieser war herrschaftlich, er gehörte bis

1801 den Fürsten zu Leiningen-Hardenburg. Wo die 'Hausplätze' zu suchen sind, konnte nicht eindeutig geklärt werden. Das Wort drückt aber aus, daß dort einmal, wahrscheinlich vor dem Dreißigjährigen Krieg, Häuser standen.

Das sumpfige Tal des Hochspeyerbaches bildete eine Scheide zwischen zwei Ortsteilen. Der soeben beschriebene nördliche Teil war der größere, was ein Hinweis auf die Siedlungsgenese

sein dürfte. Der kleinere Teil lag südlich des sumpfigen Talgeländes und hatte nur wenige Häuser, die zuerst im Bereich Trippstadter Straße, Abzweigung Münchhofstraße errichtet wurden. Eine störende Veränderung erfuhr das einheitliche Dorfbild mit dem Bau des Balmdammes für die Ludwigsbahn ab 1843. Heute stellen drei Straßenunterführungen - bis 1942 waren es vier - die Verbindung zwischen den nördlichen und südlichen Dorfteilen her. Weitaus die belastendsten Verkehrsträger arn Ende des 20. Iahrhunderts sind jedoch die durch den Ort führenden stark befahrenen Bundesstraßen 37 und 48.

Im Zweiten Weltkrieg mußte Hochspeyer viel unter den Bomben und dem Beschuß der sogenanntenJagdbomber leiden. Einige Häuser wurden vollständig zerstört, viele beschädigt. Mehr alte Häuser fielen aber dem 'Wirtschaftswunder' zum Opfer, das ab Anfang der fünfziger [ahre einsetzte. Straßenzüge, die früher von meist einstöckigen Häusern gesäumt worden, haben ihr ursprüngliches Aussehen vollkommen geändert. In fast allen Fällen handelte es sich jedoch nicht um Erhaltenswertes. Bei diesem Bauboom ging aber doch manches liebenswerte Einzelteil unter, so zum Beispiel Türstürze aus dem 1 8. und 19. Iahrhundert, in denen die Namen oder Initialen ihrer Erbauer eingemeißelt waren, profilierte Türgewände, alte eichene Türen, Dachgauben mit hölzernen Verzierungen, usw. Wer heute in Hochspeyer das Alte sucht, muß schon genau hinsehen. Die Neubaugebiete, die sich fast rings um den alten Ort ziehen, haben ein anderes Hochspeyer geschaffen.

Hochspeyer, zweimal von Osten her aufgenommen. Das obere Bild gibt den Bliek frei bis zum Gasthaus 'Zur Herberge', das an der Westseite der Wiesenstraße stand. Etwa 80 Meter östlich im sumpfigen Gelände stand die erste Kirche von Hochspeyer, die aus vorreformatorischer Zeit stammte und 1 770 wegen Baufálligkeit abgerissen wurde. Das untere Bild zeigt zwei kleine Häuser, die Ende des 19" Iahrhunderts an der östliehen Hauptstraße erbaut wurden. In der Bildmitte ragt das Anwesen Häberle - [etzt Brück - auf, mit seinem nach Osten reichenden Park.

Hochspeyer

Totatanslcnt

2 Der Bau des Rathauses 1908/09. Bereits 1905 wurde die Gemeinde vom Bezirksamt Kaiserslautern aufgefordert, ein neues Gemeindehaus zu bauen. Nach rnehrmaligem Drängen entschieden sich Bürgermeister und Gemeinderäte im [ahre 1908 mit dem Neubau zu beginnen. Die Pläne stammten von Bezirksbaumeister Ritter, der auch die Bauleitung hatte. Die Gesamtkosten beliefen sich auf27 500 Mark und konnten ohne Darlehen gedeckt werden. Alle Arbeiten wurden von Hochspeyerer Handwerkern ausgeführt. 1909 wurde das Dachgeschoß zu einer Wohnung ausgebaut, die dem Einnehmer gegen Mietzins zugesprochen wurde.

3 Die protestantische Kirche wurde 1 77 0 erbaut. Es ist eine nach Süden gerichtete Saalkirche mit drei Fensterachsen und dreiseitigern Schluß. Die Kirche trug bis 1869 einen hölzernen Dachreiter. Das nördliche Hauptportal in spätbarockem Stil wurde 1870 demAnbau des Turmes auf der Nordseite geopfert. DerTurm mußte auf Regierungsbefehl dem der katholischen Kirche angepaßt werden, um ein unschönes Bild zu vermeiden. Bei der Kirche sind die Häuser der Kirchstraße zu sehen, in der Mitte des Bildes die Häuser der westlichen Hauptstraße, und im oberen Bildteil ziehen sich die Häuser der Enkenbacher Straße nach Westen.

?

4 Die dem heiligen Laurentius geweihte katholische Kirche steht zwischen Hauptund Heidestraße. Deutlich erkennbar sind die Bauphasen von 1859/60 und 1912. Die nord-süd ausgerichtete Kirche von 1859/60 hat den Eingang durch den Turm im Süden, es schlossen sich Schiff und Chor mit dreiseitigem Abschluß an. Der Erweiterungsbau von 1912 ist nach Osten ausgerichtet und wurde dem alten Kirchenschiff 'übergestülpr' , so daß die Kirche heute Kreuzform hat. Der Haupteingang befindet sich jetzt im westlichen Teil des Längsschiffes. Die Kirche erhielt in neuerer Zeit eine Turmuhr.

5 Inneres der katholischen pfarrkirche. So sah die ursprüngliche Inneneinrichtung noch bis nach dem Ersten Weltkrieg aus, Die hölzerne Tonnendecke wurde durch eine seitlich abgestufte gerade Holzdecke ersetzt, die beiden Fenster im Chorraum zugemauert. Außerdem wurde ein neuer Altar aufgestellt, die Kommunionbank abgebrochen und der erhöhte Fußboden des Chorraumes zum Kirchenschiffhin ausgedehnt. Die Empore der rechten Seite wurde in das Westende des Kirchenschiffes verlegt. Die Kanzel mußte einem Ambo weichen, neue Kreuzwegstationen wurden angeschafft. Der Raum zwischen der Empore rechts und dem Bogen

links zeigt das ursprüngliche Schiff der um 1 859; 60 erbauten Kirche.

6 Das Anroniushaus kurz nach der Einweihung 192 9. Der Gedanke eine eigene Schwesternstation zu haben, stammt von Pfarrer August Kaufhold, dem es auch zu verdanken ist, daß Orderisfrauen nach Hochspeyer kamen. Die Schwesternstation wurde im Oktober 1923 eröffnet, doch 1925 war die von den Schwestern betriebene Kinder- und Nähschule dem Andrang nicht mehr gewachsen. Deswegen faßte man den Entschluß, ein eigenes Haus zu banen, das allen Anforderungen entsprechen würde. Die Planung lag in den Händen von Architekt Paul Klostermann, Kaiserslautern, der ein großzügig gestaltetes Haus entwarf Wie auf dem

Bild zu sehen, ist die Hofund Gartenanlage noch nicht fertiggestellt.

7 Einweihung des Schwesternhauses, wie es irn Volksmund immer noch genannt wird. Am 1. September 192 9 weihte BischofLudwig Sebastian das Antoniushaus ein, benannt nach dem heiligen Antonius von Padua, Das

Haus wurde mit den Dillinger Franziskanerinnen besetzt,

die schon seit 1923 in einem Haus an der Hauptstraße segensreich wirkten. Die Räume für Kindergarten und Nähschule hatten jetzt die entsprechende Größe, um allen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Nähschule wurde erst 1964 aufgelöst. Der Kindergarten besteht heute noch, eine Krankenschwester ist ebenfalls noch tätig. Träger des Hauses ist der bereits

1914 von Pfarrer August Kaufhold gegründete St.-Elisabethen- Verein.

8 Ein Bild von Seltenheitswert: Pfarrer Jakob Peter inmirten einiger seiner Gläubigen um 1899.Am 3. September 1899 wurde im Gedenken an die Volksmission von

1 898 ein von Franz Weilacher gestiftetes Missionskreuz in der Ecke zwischen Turm und Langhans eingeweiht. Den Corpus schufBildhauer Ronn aus Speyer. Leider sind die Personen nicht mehr zu Identifizieren. Möglicherweise sind die Frauen auf dem Bild links Angehörige des Pfarrers. Das Kreuz befindet sich heute an der Einfriedungsmauer von pfarrhaus und Kirche, das Schutzdach wurde entfernt.

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