Hockenheim in alten Ansichten

Hockenheim in alten Ansichten

Auteur
:   G. Schrank
Gemeente
:   Hockenheim
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2045-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hockenheim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Hockenheim, im Jahre 1895 zur Stadt erhoben, wurde im Jahre 769 im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt. Zu diesen verbürgten Jahren kann man aber ruhig noch einige hundert unverbürgte hinzurechnen, denn es ist durch zahlreiche Funde erwiesen, daß auf dem Boden Hockenheims seit der Jungsteinzeit in allen Siedlungsepochen Menschen ansässig waren. In den Jahren 1951 und 1956 entdeckte man im Westteil der Gemarkung in Hockergräbern 4 000 Jahre alte Tongefäße der Glockenbecherkultur. Aber auch in jüngster Vergangenheit machten Funde auf die lange Besiedlungsgeschichte unseres Gebiets aufmerksam. Günstige Naturverhältnisse - fruchtbarer Boden, fischreiche Gewässer, ausgedehnte Waldungen - boten gute Lebensmöglichkeiten. Auch die Tatsache, daß sich bei Hockenheim uralte Völkerwege von Westen nach Osten und Süden nach Norden kreuzten, wirkte sich zu allen Zeiten aus und führte Menschen herbei. Es wird angenommen, daß die Römer bei Hockenheim ein Kastell zum Schutz des Rheinübergangs bei Speyer errichteten. Zahlreiche Funde auf Hockenheimer Gemarkung beweisen die Anwesenheit der Römer.

Das Bauern- und Fischerdorf Hockenheim hat in den Kriegen des 17. und 18 . Jahrhunderts schwer gelitten. Es wurde wiederholt bis auf die Grundmauern abgebrannt. Viele Einwohner wanderten aus. Aus der Schweiz, Frankreich und Belgien ins Land gerufene Ansiedler einer merkantilistischen Wirtschaftspolitik in der Pfalz haben ihren Platz eingenommen.

Die Franzosen brachten im 17. Jahrhundert den Tabak und den Spargelbau ins Lande. Beide faßten in Hockenheim so Fuß, daß sie lange Zeit als Aushängeschild der Stadt galten. Hockenheimer Tabakpflanzer, so vor allem Philipp David Schwab, der am kaiserlichen Hof in Wien Vorträge über Wiesen- und Tabakbau hielt, verschafften Hockenheim einen guten Ruf. Der Tabakanbau führte dazu, daß sich hier eine blühende Zigarrenindustrie entwickelte. Durch die Mechanisierung der Zigarrenindustrie, das Aufkommen des Zigarettenrauchens und die geringere Nachfrage durch den Verlust der Absatzmärkte im Osten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zahl der in dieser Sparte Beschäftigten immer geringer. Bis zur Jahrhundertwende war Hockenheim auch internationaler Sammelplatz von Aufkäufern des auf den Fluren der Rhein- und Kraichbachniederung gewachsenen Hopfens. Von hier gingen in große Blechbüchsen verpackte Hopfenballen nach England und Frankreich.

Hockenheim hat sich erst in neuerer Zeit zu einern blühenden Gemeinwesen mit einern Bekanntheitsgrad entwickelt, der mit dem der meisten deutschen Großstädte durchaus konkurrieren kann. Schließlich werden vorn Hoekenheimring in alle Welt Rennveranstaltungen, darunter auch der Große Preis von Deutschland für Formell, übertragen. Diese Strecke zählt in punkto Sicherheit und Zuschauerattraktivität zu den führenden Rennstrecken der Welt.

Dieses Prädikat bestreitet dem Hoekenheimring nie-

mand mehr, seitdem der alte Hoekenheimring in den Jahren 1964-1966 im Zuge des Nord-Süd-Autobahnbaues durchgeschnitten und völlig umgebaut wurde. Auf dieser Anlage mit einem Fassungsvermögen von über 100000 Zuschauer finden alljährlich nicht nur sechs Großveranstaltungen start, sondern auch zahlreiche kleinere Veranstaltungen von deutschen und ausländischen Motorsportclubs, vor allem aber Testund Versuchsfahrten der Kraftfahrzeugindustrie. Seit Jahren ist das Motodrom Hockenheim so gut wie ausgebucht. Was einige wenige begeisterte Hockenheimer Buben im Jahre 1932 zuwege brachten, nämlich den Bau einer bescheidenen Rennstrecke im Hockenheim er Wald im Rahmen der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge, erweist sich heute als geschichtliche Pioniertat.

In der weiten Umgebung ist Hockenheim jedoch durch seine erfolgreiche Wirtschaftspolitik bekanntgeworden, die seit 1958 mehr als 70 Industriebetriebe in Hockenheim ansiedelte und die dabei eine glückliche Hand bewies. Die industrielle Entwicklung brachte den wirtschaftlichen Aufschwung und erhöhte die Einwohnerzahl von 12200 auf 16300. Mehr als 6 000 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen, so daß sich die Zahl der am Ort Beschäftigten auf über 8000 erhöhte. Mehr als 3 500 Einpendler kommen täglich in unsere Stadt zur Arbeit.

Hat sich Hockenheim so zu einem wirtschaftlichen Schwerpunkt am Rande des Rhein-Neckar-Kreises entwiekelt. so kam der Stadt nach dem Bau einer

Realschule, eines Gymnasiums sowie einer Senderschule mit allen erforderlichen Fachräumen auch die Rolle eines Schu1zentrums für die Gemeinden um Hockenheim zu. Als Hockenheim im Landesentwieklungsplan als Unterzentrum ausgewiesen wurde und im Zuge der Gemeindereform mit Altlußheim, Neulußheim und Reilingen eine Verwaltungsgemeinschaft begründete, war ein leistungsfähiger Zentralort entstanden, der auf den Rang eines Mitte1zentrums zustrebt.

An Bedeutung gewonnen hat Hockenheim durch die Tatsache, daß es im Landesentwicklungsplan als Unterzentrum und regional bedeutsamer Industriestandort ausgewiesen wurde. Für einen Einzugsbereich von ungefähr 32 000 Menschen erfüllt unsere Stadt zentralörtliche Funktionen auf dem Schul-, Verwaltungs-, Kultur- und Arbeitsmarktsektor.

Dieser Bildband vermittelt einen interessanten Einbliek in das Leben und die Entwicklung unserer Stadt von der Verleihung des Stadtreehts im Jahre 1895 bis zum Anfang der dreißiger Jahre.

Die meisten Aufnahmen wurden von Bürgern unserer Stadt zur Verfügung gestellt. Ihnen sei für dieses Entgegenkommen auf diesem Wege sehr herzlich gedankt.

1. Hockenheims Ortsmitte vor dem Jahre 1894. Links steht das Gasthaus 'Fortuna', das zur Brauerei von Dietrich Kreh gehörte. Das dort gebraute Bier wurde im Sommer mit Gletschereis gekühlt. Auf dem Platz des ersten Gebäudes der Oberen Hauptstraße steht seit 1894 das katholische Pfarrhaus. Rechts daneben wurde 1910/11 die katholische Kirche Sankt Georg erbaut. Auf dern Bild ist gut zu erkennen, daß Hockenheim bereits über Kanalisation verfügte, in die sowohl das Abwasser, als auch das Regenwasser geleitet wurde. Die Kleidung der Passanten vermittelt einen Eindruck davon, wie unsere 'Altvorderen' im 'Sonntagsstaat' aussahen.

2. Anläßlich der Enthüllung des Denkmals für die Gefallenen des Krieges 1870/71 weilte Großherzog Friedrich I. von Baden am Sonntag, den 21. Juni 1896, in Hockenheim. Um 8.30 Uhr war der Großherzog am Hockenheimer Bahnhof eingetroffen; von dort fuhr er auf der Karlsruher Straße durch die mit rot-welß-roten Fahnen geschmückte Stadt zu den Gottesdiensten zunächst in die evangelische und anschließend in die katholische Kirche. In der offenen Kutsche am unteren Bildrand sitzt der Großherzog, zu erkennen an der hellen Uniformjacke (links).

3. Die Einladung zur Feier der Enthüllung des Denkmals für die Gefallenen des Krieges 1870/71 war Großherzog Friedrich I. von Baden am 11. März 1896 von dem damaligen Bürgermeister Ludwig Zahn, dem Arzt Dr. Erckenbrecht (Vorsitzender des Kriegerdenkmalkomitees) und Fabrikant Ickrath (Vertreter der Bürgerschaft) anläßlich einer Audienz überbracht worden. 'Auf das huldvollste' hatte der Großherzog die Einladung angenommen und den Hockenheimern für die Feier 'Einfachheit' empfohlen. Vor dem Gasthaus 'Fortuna' war das Festpodium aufgebaut worden. Großherzog Friedrich I. von Baden steht auf dem Podium ganz rechts, halb abgewandt. Um 15.30 Uhr verließ Friedrich I. Hoekenheim.

Gruß aus Hoekenheim

Kriegerd.enkmal

4. Das Denkmal wurde von dem Bildhauer Binz aus Karlsruhe geschaffen. Es besteht aus einer auf einem Granitblock ruhenden Marmorsäule, auf der ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen thront. In der Mitte des Denkmals ist die lebensgroße Figur eines sterbenden Soldaten angebracht, der mit der linken Hand die Fahne hält. Am Sockel sind die Namen der im 1870j71er Krieg gefallenen Hockenheimer verzeichnet. Das an der Ecke Obere HauptstraßejHeidelberger Straße aufgestellte Denkmal wurde nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt und inzwischen im Friedhof wieder aufgestellt.

5. Vor 1900 wurde diese Postkarte hergestellt. Das 1896 eingeweihte Kriegerdenkmal wurde vor dem Garten des katholischen Pfarrhauses errichtet. Neben diesem steht noch das Gasthaus 'Schwarzes Lamm', auf dessen Grund und Boden die katholische Kirche gebaut wurde, dahinter das Anwesen des Uhrmachers Ho sp ach. Das heutige, nach Martin Luther benannte Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde war früher deren Kirche, Der 1757 erbaute Turm war eine genaue Kopie des Turmes der alten katholischen Kirche, der heutigen Festhalle (unten im Hintergrund zu erkennen). 1490 wurde das Vorbild, der heute unter Denkmalschutz stehende, gotische Turm erbaut.

Hoekenheim.

6. Gemeinsam mit Lehrer Martin ließen sich die nicht besonders fröhlich schauenden Erstkläßler im Jahre 1898 ablichten. Das Schulhaus in der Ottostraße - dort entstand das Bild - befindet sich heute im Privatbesitz und dient als Wohngebäude. Festes Schuhwerk, robuste Kleidung und kurzer Haarschnitt bestimmten zu jener Zeit das Erscheinungsbild der Kinder. Der erste sitzende Junge, von rechts gesehen, hat verschiedene Schuhe an: links einen Stiefel und am rechten Fuß einen Pantoffel.

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7. Die gesamte Belegschaft der Hockenheimer Niederlassung der Zigarrenfabrik Rieger & Co, Karlsruhe, stellte sich um 1900 vor dem Fabrikgebäude in der Karlsruher Straße dem Fotografen. Als der Rückgang der Tabakindustrie zur Schließung dieser Fabrik führte, kaufte die Stadt das Anwesen, Nach einem Umbau wurde es in den dreißiger Jahren als Landwirtschaftsschule genutzt. Später, als diese Schule aufgelöst wurde, wurden in dem Gebäude das Landwirtschaftsamt und wegen Schulraummangels auch Schulklassen untergebracht. Anschließend, bis 1981, nutzte die hiesige Bezirkssparkasse das Anwesen als zentrale Geschäftsstelle.

8. Die Obere Hauptstraße war um die Jahrhundertwende noch nicht gepflastert, aber bereits durch Gaslaternen beleuchtet. Das Gas lieferte das städtische Gaswerk seit seiner Inbetriebnahme im Jahre 1902. Auch heute noch wohnt der katholische Pfarrer im 1894 erbauten, als erstes Gebäude der Oberen Hauptstraße zu sehenden Pfarrhaus. Den beiden Arbeitern diente der einachsige Karren zur Beförderung von Materialien. Die Fahrräder waren einfachster Bauart, ohne Beleuchtung, Schutzbleche oder Kettenschutz.

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