Hofgeismar in alten Ansichten

Hofgeismar in alten Ansichten

Auteur
:   Helmut Burmeister
Gemeente
:   Hofgeismar
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2473-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hofgeismar in alten Ansichten'

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19. 'Steinweg' heißen in vielen Ortschaften die Straßen, die durch ihre Pflasterung von den anderen, nicht befestigten Straßen abstachen. Hier steht auch heute noch eines der schönsten diemelsächsischen Fachwerkhäuser der Stadt, der Hof Scheffer (links). Die Jahreszahl 1684 auf dem Torsturz, das auffallend reich geschrnückte, gut restaurierte Fachwerk, sie lassen manchen Spaziergänger bewundernd stehenbleiben. Gerade hier am Steinweg hat vor einigen Jahren ein regelrechter Kahlschlag stattgefunden. Fast alles, was rechts auf unserer Postkarte zu sehen ist, fiel einer falsch verstandenen 'Sanierung' zum Opfer.

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20. Als ein 'Haus ersten Ranges' galt zu seiner Zeit das Hotel 'Hessischer Hof' am Steinweg. Es war jahrzehntelang Zentrum des geselligen Lebens der Stadt. Hier feierte das Offizierskorps der Garnison mit seinen Damen, die Tanzschulen waren hier mit ihren Festlichkeiten zu Hause, und der große Konzert- und Gesellschaftssaal bot Platz für die Empfänge der Stadt und ihrer bedeurenden Vereine. 2,50 Mark forderte Franz Wilm 1913 für eine Übernachtung mit Frühstück. Heute duckt sich an dieser Stelle der unproportionierte Flachbau des COOP, dessen Aufstockung in der Absicht sinnvoller städtebaulicher Gliederung erfreulicherweise beabsichtigt ist.

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? 21. Für die Hofgeismarer Garnison hatte der Steinweg besondere Bedeutung. In den Ställen des 'Hessischen Hofes' war ein Teil der Pferde untergebracht. Täglich in den frühen Morgenstunden ritt die in der Nordkaserne untergebrachte 5. Eskadron durch die stillen Straßen zum Dienst. Mit klingendem Spiel nahm 1926 eine Kolonne von Kavalleristen des seit 1919 in Hofgeismar stationierten Reiter-Regiments 16 bei einem Traditionstreffen ihren Weg durch die Stadt. Einige der Soldaten trugen die alten Uniformen des Dragoner-Regiments Nr. 5, das von 1875 bis 1919 in unserer Stadt lag. Verbesserte Pflasterung, breite Zementbürgersteige, das Mietangebot für Autogaragen am 'Hessischen Hof' bezeugen eine Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt.

22. Auf unserem Weg vom Kasseler Tor zum Töpfermarkt begrüßt uns an der Ecke Elisabethstraße einer der malerischten Brunnen der Stadt, Treffpunkt und Ort des Erzählens und Klatschens seit vielen Generationen. Für alte Hofgeismaraner ist er heute wehmütig erinnertes Syrnbol einer falsch verstandenen Stadtsanierung in den sechziger Jahren, der er sinnlos zum Opfer fiel. Nostalgische Sehnsucht nach der 'guten alten Zeit' hat inzwischen an etwa gleicher Stelle einen modernen Brunnen mit Umwälzanlage entstehen lassen.

23. Ihr Gesicht völlig verändert hat noch während der Entstehungszeit dieses Bandes die Elisabethstraße, in die wir vom Steinweg aus hineinblicken. Gewiß, dem Verkehrsaufkommen einer expandierenden Stadt mußte das ehrwürdige Henrichvarksche Haus (rechts) mit seinen Nebengebäuden im Weg stehen ebenso wie die Eckhäuser der links abzweigenden Johannesstraße. Eines der schönsten Bilder des Malers Adolf Faust, das sich in Hofgeismarer Museurnsbesitz befindet, erfaßt die beschauliche Ruhe dieses malerischen Winkels. Als letztes der alten Gebäude wurden 1982 das Eckhaus zum Steinweg und mit ihm das unter Denkmalschutz stehende Haus Steinweg 3 für den Neubau eines Wohnund Geschäftshauses beseitigt,

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~ '< 24. Die Märkte der Neustadt fanden in alter Zeit auf dem Töpfermarkt statt, der seinen Namen von den dort angebotenen keramischen Produkten erhielt, die die Töpfer in Hofgeismar und im Stadtumland, besonders in Schöneberg, hersteilten. Schon im frühen 19. Jahrhundert ging das Wissen um dieses traditionelle Warenangebot verloren; stattdessen übernahm der 'Brückenmüller' den Vertrieb einheimischer Töpfereiprodukte in einem kleinen Verkaufsraum. Die Restaurierung hat unter dem Putz ein reich mit Tauwerkmotiven und Hohlkehlen geschrnücktes Fachwerkgiebelhaus hervortreten lassen. Das Gebäude gegenüber hat auch in jüngerer Zeit wieder erhebliche Eingriffe in seine Substanz erfahren. Unsere Postkarte zeigt es als Gastwirtschaft Christoph Ludwigs, die auf Grund größerer Stallungen über Land fahrende Gespannführer und Postillione beherbergen konnte. Der Name des Bekleidungsgeschäftes M. Rothschild erinnert an die zahlreichen jüdischen Geschäftsleute in Hofgeismar.

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25. Das vorausgehende Bild gab den Bliek frei in die Marktstraße, die zusammen mit dem Steinweg die Stadt als Nord-Süd-Achse durchschneidet. Unser Bild folgt dem Straßenverlauf vom Marktplatz aus; unter den abgebildeten Gebäuden ist die quer zur Straße stehende alte 'Taverne' ebenso verschwunden wie das mit Renaissancefiguren geschmückte alte Gilde- oder 'Hochzeits-Haus von 1621 und seine beiden südlichen Nachbarhäuser, Hier erheben sich heute die den historischen Fachwerkcharakter der Stadt betonenden neuen Giebelhäuser mit vorgeblendeten Fachwerkkonstruktionen. Die Fassade des Hochzeitshauses wurde im Rahmen der Stadtsanierung transloziert; sie verdeckt heute einen Garagenbau im Rathausbereich.

26. Zu den Kennzeichen der historischen Bauweise der Diernelgegend gehört die große Deele der Diemelsachsenhäuser. Die reich verzierte offene Treppe des ehemaligen Hauses Müller, Marktstraße 15, weist auf eine Erbauung noch im 16. Jahrhundert hin. Leider mußte diese letzte in Hofgeismar erhaltene Treppe der Sanierung des Gebäudes ebenso weichen wie die an der Westseite angelehnte Steinkamrner mit ihren beiden Geseliossen in Bruchsteinmauerwerk und aufgesetztem, 1554 datiertem Fachwerkgeschoß.

27. Nur noch eine fotografische Reminiszenz ist dieser Bliek über das Kriegerdenkmal hinweg auf das sogenannte Konsum und das Haus des Schuhmachers Fricke. Letzteres war das einzige traufenständige Haus am Markt; diese Besonderheit des in seinem Kern aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gebäudes ist wahrscheinlich auf einen Umbau nach einem Brand zurückzuführen. Beim Abriß des 'Konsum' erlitt das teilweise auf Trieblehm errichtete Haus irreparable Schäden und mußte leider abgerissen werden. Eine große Zahl von Ansichtskarten der Jahrhundertwende zeigt das Frickesche Haus; immer steht die von Bürgerstolz und Schönheitssinn, auch für das Detail, zeugende Haustür einladend offen. Wir zeigen daher das in einer Privatsammlung von Fotos schöner alter Haustüren zufällig angetroffene Bild des barocken Eingangsportals, das jetzt im Regionalmuseum Hofgeismar seine Wiederverwendung gefunden hat.

28. Um 1880 datiert wird das obenstehende Bild des Marktplatzes. Wir bemerken die alte grobe Sandsteinpflasterung und den Springbrunnen, der vor 1902 einziger Schmuck der großen Freifläche vor dem Rathaus war. Mit einer Ausnahme sind die den Marktplatz im Westen (links) begrenzenden Gebäude erhalten geblieben. Nur das zuletzt städtische Haus an der Ecke zur Pfarrgasse, das die Bäckerei Kohlus und die Bierhandlung Rüppel beherbergte, ist vor dem Beginn einer historisch verantwortungsvollen Sanierung durch ein modemes Wohn- und Geschäftsgebäude der Familie Tölle ersetzt worden. Die östliche Häuserzeile verlor bereits vor 1900 das dritte Haus von rechts. 1982 entstand an der Stelle des mächtigen Fachwerkhauses der Kohlhepps, das in den sechziger Jahren abgebrochen worden war, ein den Marktplatz dominierender Neubau, den der Eigentümer FriedrichSander mit reichem Schnitzwerk und zahlreichen Inschriften verzieren ließ. Das den Markt im Norden begrenzende Fachwerkhaus der Familie Tölle brannte im September 1914 ab.

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