Hofgeismar in alten Ansichten

Hofgeismar in alten Ansichten

Auteur
:   Helmut Burmeister
Gemeente
:   Hofgeismar
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2473-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hofgeismar in alten Ansichten'

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29. Die Gegenüberstellung zeigt die Veränderungen, die der Marktplatz in wenig mehr als vier Jahrzehnten erfahren hat. Sauber verlegtes Kleinpflaster hat die groben Bruchsteine ersetzt; die Anwohner pflegen ihren Straßenabschnitt gemäß Verordnung jeweils bis zur Straßenmitte. Die Bürgersteige vor den gepflegten, inzwischen teilweise freigelegten Fachwerkhäusern verweisen auf ein gestiegenes Verkehrsaufkommen. Bei manchen Gebäuden hat sich die Eindeckung mit Wesersandsteinplatten erhalten, andere sind mit den praktischeren Ziegeln eingedeckt worden. Das Nachbarhaus der Apotheke ist verschwunden, Tölles haben am Ende des Marktplatzes einen Ersatzbau errichtet, und die großen Schaufenster im alten Weidnerschen Haus an der Altstädter Kirchgasse haben das reich geschmückte Fachwerkgefüge des Untergeschosses zerstört,

30. Dieses Foto mit dem Bliek über den Marktplatz auf das Rathaus entstand am 30. Juni 1895; anläßlich des Verbandstages der hessischen Feuerwehren hielt die freiwillige Turner-Feuerwehr eine übung am Haus des Uhrmachers C. Kratzenberg ab. Unter den Augen ihrer Kollegen von der anderen Hofgeismarer Wehr, der des Gesangvereins 'Liederkranz", und aus dem gesamten Hessenland demonstrieren die Wehrrnänner die Personenrettung mit einer Rutsche und die Brandbekämpfung von Leitern aus. Erst 1934 schlossen sich die beiden Hofgeismarer Wehren zusammen.

31. Eine Erinnerung wert ist der Bliek in die von Osten auf das Rathaus zulaufende Farbestraße. Wo einst die Enge der Bebauung den Eindruck eines Hinterhofes entstehen ließ, hat die Herausbildung eines modernen Stadtkerns um das sanierte Rathaus in den Jahren 1975-1977 besonders umfassend in den Baubestand eingegriffen. Jahrzehntelang hatte das 1871 erbaute Nachbargebäude des Rathauses die Bäckerei Bäcker, später Born, beherbergt; in der Beletage hatte die vornehme 'Kasinogesellschaft' für 150 Taler jährlich acht Räume angernietet. Dieses Haus wie auch die Nachbargebäude, mußte dem großzügigen Bau der Stadthalle und ihren Parkplätzen weichen.

32. Festliche Höhepunkte des Jahres 1913 waren für die eher verschlafene Landstadt Hofgeisrnar die Gedenkfeier zum hundertsten Jahrestag der Befreiungskriege und das SOjährige Stiftungsfest der Tumgemeinde vom 31. Mai bis zum 2. Juni. Von weither strömten die Besucher zusarnrnen, als sich auf dem Höhepunkt des Festgeschehens ein historischer Festzug durch die Straßen bewegte und die Kapelle der Ser Dragoner Marschmusik erklingen ließ. Unser Foto zeigt Soldaten in historischen Uniformen inmitten dichtgedrangter. festlich gekleideter Besucher vor dem Rathaus, dessen Fenster manchem Bürger der Stadt ein Logenplatz waren. In Ansprachen gedachten Bürgermeister Hottejan. Landrat von Riedesei und Superintendent Wissemann im letzten Friedensjahr der vaterländischen Bedeutung der Ereignisse.

33. Derselbe Bürgermeister Hottejan war knapp sechs Jahre später gezwungen, an gleicher Stelle Worte der Trauer, aber auch des Dankes, des Trostes und der Zuversicht zu finden, als er am 24. Februar 1919 die aus dem Krieg heimkehrenden Soldaten der Hofgeismarer Garnison vor dem Rathaus empfing. Ernst sind die Gesichter der Angesprochenen und der Zuschauer am Ende des mörderischen Krieges. Vieles hat die Stadt in den vergangenen Monaten während des Durchzugs aufgelöster Heerhaufen erlitten. Wenige Wochen nach dieser Aufnahme wurde das traditionsreiche 5. Dragoner-Regiment 'Freiherr von Manteuffel' aufgelöst. Alte Hofgeismaraner erkennen auf dem Foto links im Vordergrund, im hellen Mantel, den aus Oberschlesien stammenden Obermusikmeister Paletta, seit dem 1. März 1898 Musikmeister des Dragoner-Regiments und einer der bedeutenden Köpfe des kulturellen Lebens der Stadt.

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.?. / fi{~ ", '/ 34. Werfen wir vom Ende des Marktplatzes einen nostalgischen Bliek zurück auf das alte Stadtzentrum. Die von dem Galanteriewarenhändler August Hüther verlegte, mit blindgeprägten kolorierten Ornamenten und Wappen verzierte Postkarte verrät Einflüsse des Jugendstils. Als sie 1904 verschickt wurde, erinnerte sie an Vergangenes, Das alte Haus der Familie Heilbrunn neben der Apotheke war bereits verschwunden, und vor dem Rathaus erhob sich der von Steinmetzmeister Israel gestaltete Denkmalbrunnen. Die Pflasterung war erneuert worden, und Gaskandelaber hatten die Petroleumlampen ersetzt, nachdem die Stadt 1901 ihr eigenes Gaswerk errichtet hatte.

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35. Noch heute wird die Petristraße dominiert von dem im Jahre 1684 erbauten Diernelsachsenhaus der Familie Malzfeldt, die noch in der Tradition der Ackerbiirger einen landwirtschaftlichen Betrieb innerhalb der Grenzen der Stadtmauern besitzt. Nach einem Brand 1955 wurde der mit Karnies, Laubranken und Inschriften geschmückte Giebeloriginalgetreu wiederhergestellt. Vierzehn Tage zuvor war das Haus des Ökonomen und Geschäftsmannes H. Kohlhepp (rechts daneben) abgerissen worden. Der Name des Metzgermeisters Pairan erinnert an die zahireichen hugenottischen Familien, die in Hofgeismar und seiner Nachbarschaft nach 1686 eine neue Heimat fanden.

36. Am 14. Januar 1915 brach am Schöneberger Tor ein Brand aus, dem die Häuser des Schreiners KümpeI, des Proviantamtsdieners Müller und des Nachtwächters Karl Eichenberg zum Opfer fielen. Der 'Herzliche Gruß der Heimatstadt Hofgeismar an ihre tapferen Söhne im Felde", eine Beilage zur Hofgeismarer Zeitung, ergänzte diese Mitteilung mit der Bemerkung: 'Somit entbehren wir wieder eines der alten niederdeutschen Häuser. Es ist viel Frucht bei dem Brand zugrunde gegangen, der Schaden groß.'

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Obere fOlens.sse

37. Auf unserer Postkarte, die 1914 verschickt wurde, wird die heutige Apothekenstraße noch als Obere Entengasse bezeichnet. Ein breites Sortiment bot das Geschäft von Hermann Larnpe: Cement, Cigarren, Maggi, Kolonial- und Eisenwaren, Porzellan, Glas und vieles andere. Mit diesem breiten Angebot war der Gemischtwarenhandel Lampes ein Vorläufer heutiger Großmärkte und eine Konkurrenz von zum Beispiel August Hüther in der Marktstraße 14, der unter anderem Delikatessen und Strohhüte, Spirituosen und Wolle, Südfrüchte und Galanteriewaren anbot. Es war vor dem Ersten Weltkrieg die Aufgabe insbesondere jüdischer Geschäftsleute, die Bürger der Kreisstadt und der Gemeinden des Umlandes mit Stoffen, Konfektion und Modewaren zu versorgen. Marcus, Kleefeld, Rothschild, Heilbrunn und Weinberg sind Namen, die in Hofgeismar noch heute bekannt sind.

38. Unmittelbar neben dem Bekleidungshaus Weinberg liegt als einziges erhaltenes Gebäude des Synagogenbereichs das Haus des Synagogendieners am Petriplatz. Die Synagoge und das Badehaus dahinter wurden in der sogenannten Reichskristallnacht 1938 zerstört und später abgebrochen. Als im Ersten Weltkrieg die Stadtschule für die Einrichtung eines Lazarettes geräumt wurde, unterrichtete man die Hofgeismarer Kinder vorübergehend in der Synagoge.

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