Hofgeismar in alten Ansichten

Hofgeismar in alten Ansichten

Auteur
:   Helmut Burmeister
Gemeente
:   Hofgeismar
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2473-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hofgeismar in alten Ansichten'

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39. Ein Dokument des kulturellen Lebens der israelitischen Gemeinde in Hofgeismar ist dieser Bliek in den Innenraum der Synagoge. Als kleiner Hinweis auf die nationale Gesinnung der jüdischen Mitbürger hangt links die ordensgeschmückte Erinnerungstafel an Louis Eisenberg, geboren 1846, der als Vicewachtmeister im 1. Hessischen Husarenregiment NI. 13 im Deutsch-Französischen Krieg im Jahre 1870 sein Leben 'für König und Vaterland' ließ. Als während der NS-Zeit sowohl die Synagoge wie andere Hinweise auf ehemalige jüdische Mitbürger getilgt wurden, blieben allein der jüdische Friedhof an den Schanzen und selbst die Tafel am Kriegerdenkmal vor dem Rathaus verschont, die den Namen eben dieses Louis Eisenberg als eines der vier Gefallenen des Krieges 1870/71 verzeichnet.

40. Auch das Kinderfoto des letzten überlebenden Mitglieds der Hofgeismarer jüdischen Gemeinde, Alfred Heilbrunn, läßt uns die Begeisterung für das 'Ehrenkleid des Vaterlandes' klar erkennen. H. Wachenfeld fotografierte den 6jährigen Jungen in einer Kinderuniform, die von der Pickelhaube über den Sabel bis zur Ordensschnalle das Vorbild der Erwachsenen nachahmt. 1914, zum Zeitpunkt der Aufnahme, war ja das Soldatsein noch eines der erstrebenswerten Ziele fast aller deutschen Jungen, auch wenn sie jüdischen Glaubens waren.

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Hofgeismar

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41. Die seit 1900 bestenende Molkereigenossenschaft erbaute 1912 die Molkerei an der den Pf1anzenhagen im Osten begrenzenden Schirmerstraße, benannt nach dem beliebten Bürgermeister der Jahre 1884-1899. Links erhebt sich der massive Backsteinbau der Stadtschule. Sie wurde im Jahre 1891 größtenteils von den 73000 Mark erbaut, die die Stadt aus der Ablösung der Hutegerechtsame erhielt. Der beliebte und als Chorleiter, Komponist und Heimatschriftsteller tätige Kantor Heinrich Rohde hatte im obersten Geschoß seine Dienstwohnung.

Hofqeisrnar.

42. Um die Jahrhundertwende entstanden außerhalb der Stadtmauern, vor dem Mühlentor und dem Kasseler Tor in Hofgeismar sogenannte 'Villen'. Vielfältig umgebaut und ebenso vielfältig genutzt wurde das Eckhaus Bahnhofstraße/Fürstenweg, im Volksmund 'Fürsteneck' genannt. 1903 von der Familie des Ziegeleibesitzers Gerecht errichtet, war es in seiner mehrfarbigen Klinkerbauweise eher ein Protz- als ein Prunkstück. Die Schildwachen vor dem Gebäude erinnern daran, daß dieses damals mit hohem Wohnkomfort ausgestattete Haus Wohnsitz des die Hofgeismarer Garnison befehligenden Obersten war.

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43. Offiziere, der Landrat und wohlhabende Bürger waren die Bauherren dieser 'Landhäuser'. Bei dem abgebildeten Gebäude handelt es sich um die sogenannte Eichenbergsche Villa, die der Metzgermeister Eichenberg am Fürstenweg errichten ließ. Dieser Abschnitt wurde in jüngster Zeit umbenannt in Nataly-von-Eschstruth-Platz, in Erinnerung an die in Hofgeismar geborene Schriftstellerin.

44. Acht Jahre vor dem 1856 in Betrieb genommenen Kasseler Hauptbahnhofwurde für die Bade- und Garnisonstadt Hofgeismar das bedeutendste unter den Empfangsgebäuden der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn eröffnet. Unsere Postkarte aus dem Jahre 1899 ordnet den eineinhalb Kilometer vom Stadtkern entfernten Bahnhof den städtebaulich interessanten Gebäuden des Rathauses und der neuerrichteten Post zu. Die Anlage wurde bestimmt durch den Wach- und Signalturm, der zugleich Zielpunkt der den Bahnhof anlaufenden Züge war. Von der landschaftsfremden Ziegelbauweise des von dem Kasseler Oberbaudirektor Julius Eugen Ruhl geplanten Bauwerks gingen in den folgenden Jahren wesentliche Impulse bei der Neuerrichtung städtischer und privater Gebäude aus.

HOFGEISMAR

Bahnhof

45. Noch heute fragt sich mancher Reisende, der Hofgeismar mit der Bahn erreicht, warum das Bahnhofsgelände von der Stadt weg orientiert zu sein scheint. Zweifellos haben landschaftliche Gesichtspunkte (zum Beispiel der nahe Lauf des Flüßchens Esse und die Feuchtigkeit der Flußaue) eine Rolle gespielt. Ebenso sicher istjedoch, daß für den fürstlichen Baumeister der damaligen Zeit das kurhessische Staatsbad Gesundbrunnen einen höheren Stellenwert besaïs als die kleine Landstadt Hofgeismar. Der in unserer Zeit entstehende Brückenbau zum Bahnhof mit seinen vielfältigen Konsequenzen für Landschaft und Wohnwert des Bahnhofviertels wäre in dieser Dimensionierung sicher überflüssig gewesen, hätte der damalige Baumeister der Stadt größere Bedeutung zugebilligt.

46. Die Bahnhofstraße und in ihrer Verlängerung die Brunnenstraße verbinden die alten Stadtteile im Westen mit dem Bad Gesundbrunnen. Durch die Bepflanzung im Jahre 1732 erhielt dieser Verbindungsweg seinen Alleecharakter. Am 3. Januar 1916 tobte ein Jahrhundertunwetter über der Stadt; der 'mit heftiger Gewalt einsetzende Sturm ... raste ... und trieb vor allen Dingen sein tolles Spiel mit den alten Hainbuchen und Kastanien in der Brunnenstraße', vermeldet der 'Heimatgruß' den Hofgeismarer Soldaten des Ersten Weltkrieges. Die durch das Gewitter offenbar gewordene Gefahr des Urn- und Ausbrechens der alten Bäume führte in der Folgezeit zur Ersatzbepflanzung.

47. Nach der Einnahme Kurhessens durch Preußen im Jahre 1866 und der Angliederung der Verwaltung des Bades an die der nahegelegenen Domäne ging die lange Tradition des Bades Gesundbrunnen zu Ende. Im 16. Jahrhundert war ein Badebrunnen im flachen Tal der Lempe kurz vor deren Einmündung in die Esse entdeckt worden. Die Heilwirkung des Trinkbrunnens wurde ab 1639 genutzt. Zahlreiche Schriften beschäftigen sich während der nächsten Jahrhunderte mit dem Leben in dem Bad, dessen Bestand Landgraf Karl um 1700 durch großzügige Anlagen und Neubauten gesichert hatte. Unsere Postkarte beansprucht noch um 1900 den Titel eines 'Bades' für die gesamte Stadt und zeigt neben dem Schlößchen Schönburg, das 1790 von Landgraf Wilhelm IX. errichtet wurde, den 1792 errichteten Brunnentempel der Hessenquelle und den 'Wilhelmsbad' genarmten Gebäudekomplex.

HOFGEISMAR

Badehaus am Gesundbrunnen

48. Der hugenottische Badearzt de Beaumont, 1710 vom Landgrafen zum Bürgermeister Hofgeismars ernannt, erzählt, die Stadt sei nach Entdeckung der Heilkräfte der Quelle von weiteren Opfern während des Dreißigjährigen Krieges verschont geblieben, wohingegen die umliegenden Orte geplündert und teilweise vernichtet worden seien. Immerhin hatte der kaiserliche General Peter Melander die Wiederherstellung seiner Gesundheit durch das rötlich gefärbte, sauer schmeckende Heilwasser öffentlich gerühmt und seinen Dank durch eine tägliche Spende von 6-7 Talern bekundet, einer außerordentlich hohen Summe. Unser Bild zeigt das sogenannte Alte Brunnenhaus, das älteste der erhaltenen Gebäude, für das bereits Abbruchpläne bereitliegen. Seit einigen Jahren dient es als Wohnheim für Indochinaflüchtlinge.

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