Hofgeismar in alten Ansichten

Hofgeismar in alten Ansichten

Auteur
:   Helmut Burmeister
Gemeente
:   Hofgeismar
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2473-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hofgeismar in alten Ansichten'

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49. Im Jahre 1887 begann eine Nutzungsänderung im gesamten Bereich des alten Bades. Der 1770 errichtete Friedrichsbau stand völlig leer; die anderen Baulichkeiten waren durch den Generalpächter Blankenhagen nur teilweise genutzt. 1886 hatte man einen Vorschlag des bedeutenden hessisohen Theologen August Vilmar aus 1831 wieder aufgegriffen, ein protestantisch-theologisches Seminar zu gründen. Die idyllisch in dem weitläufigen Parkgelande gelegenen Gebäude versprachen ungestörte und konzentrierte Arbeitsmöglichkeiten. Das Friedrichsbad wurde vom preußischen Staat zum Predigerseminar umgebaut, dessen Einweihung am 5. Oktober 1891 stattfand. Erster Studiendirektor war Albert Klingender, auf dessen Betreiben am 1. Oktober 1892 ein Kirchspiel Gesundbrunnen eingerichtet wurde, zu dem auch die Dörfer Carlsdorf und Schöneberg sowie zahlreiche Mühlen und Einzelhöfe gehörten. Am 4. November 1897 wurde der Sandsteinbau der Gesundbrunnenkirche eingeweiht,

Domäne Gesundbrunnen, Hofgeismar (Besit zer Se/hausen)

50. Am 4. Juni 1889 beschloß der Kreisausschuß, am Gesundbrunnen eine landwirtschaftliche Winterschule mit angeschlossenem Internat einzurichten. Für diese nach Marburg zweite hessisehe Berufsbildungseinrichtung wurde das Wilhelmsbad gepachtet. Bis 1902 war die Schule Kreisanstalt; später wurde sie von der Landesbauernschaft übernommen. Erster Direktor war von 1889 bis 1891 Julius Recknagel, der Bodenkunde und Tierzucht lehrte. Unter den nebenamtlichen Lehrkräften war neben Bürgerrneister Hottejan und den stadtbekannten Pädagogen Kuntze und Niemeyer der Domänenpächter Sellhausen. Dieser bewirtschaftete die im Gesundbrunnenbereich gelegene, noch immer in staatlichem Besitz befindliche Dornäne, deren große Viehherden unter anderem dort weideten, wo sich heute die Gebäude der geriatrischen Klinik am Krähenberg befinden.

51. Den heute lebenden Bürgern unserer Stadt ist der alte Kantor Rohde in dem kleinen Park an den Schanzen lebendig geblieben, der seinen Namen trägt. Im öden Bereich eines stillgelegten Kalksteinbruchs wollte Rohde eine Stätte des Gedenkens an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges schaffen. Dort, wo man einen 'wunderbaren Bliek auf unsere Heimatstadt' werfen konnte, sollte der 'Heldenhain' entstehen: 'Stille, verschwiegene Wege milssen ihn durchziehen, einfache Bänke laden zur Ruhe und zu stillem Gedenken ein, während ein Felsblock von des Westbergs hohlen Steinen die Namen der Gefallenen tragen muß. 1916 nahm Rohde getreu dieser Planung die Arbeit auf. In unseren Tagen mußten die stolzen Bäume der Birkenallee gefällt werden, deren Pflanzung ebenfalls eine Initiative Rohdes gewesen war.

52. LandgrafWilhelm VI. schenkte 1652 den Hofgeismarer Schützen einen silbernen Hirsch an silberner Kette, ein Ehrenschrnuckstück, das sich seit 1859 im Eigentum der Stadt befmdet. 1862 wurde von Friedrich Heistermann die Neugründung eines Schützenvereins angeregt. Als am 2. Juni 1863 die Gründungsgenehmigung unter vielen Auflagen erteilt wurde, konnten die Mitglieder daran gehen, auf dem Löffelburger Anger, dem heutigen Gelände der Hofgeismarer Wohnstätten, mit der Errichtung der vorbildlichen Schießanlagen zu beginnen. Die jährlichen Schützenfeste waren das beliebteste Volksfest der 'Stadt, Die Baumreihen im Bildhintergrund markieren den Verlauf des Zw erger Wegs und der Liebenauer Straße.

53. Im Jahre 1955 erlosch das seit dem Mittelalter belegte, wahrscheinlich älteste Brauchtum aus dem Umkreis der bäuerlichen Lebenswelt in Hofgeismar. Jahrhundertelang waren am Dreikönigstag (6. Januar) die Schäfer der 'Schäpergille' mit ihrer 'Schüttegabel' singend und gabenheischend durch die Stadt gezogen:

So gah wi disse Berg erup, Sied froh, sied heil!

Vör eines rieken Herren Hus, Datt freuen sich also, also!

Gott gebe diesem Wirte viel Glück und Heil!

Und wenn der Wirt herunter kommt Mit seinen Junggesellerchen

Die freuen sten also, also!

Sied froh, sied heil!

Gott gebe diesem Wirte viel Glück und Heil!

Unser Text des vielfach umgesungenen Liedes stammt aus 1916, unser Bild der Schäferfamilien Kranz und Kampe aus 1928.

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54. Zu den bekarmtesten und hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungen bedeutendsten Männern der Stadt ist der vielseitig engagierte Kantor Rohde zu zählen, 1889 übernahm er als Dirigent den Gesangverein 'Liederkranz' und führte ihn bis 1939 in dieser Eigenschaft. Im Winter 1891/92 gründete er den Kirchenchor der Altstädter Gemeinde. Unter Rohdes erfolgreicher Leitung wurden zahlreiche Wohltätigkeitskonzerte zur Ausgestaltung der Hofgeismarer Kirchen veranstaltet. So verdankt die Altstadter Kirche Rohde und seinen Sängern die Verglasung dreier Fenster mit Kathedralglas und die Neustädter Kirche die Altarbekleidung. Ihm gelang 1904 die Gründung des Nordhessischen Sängerbundes, der die konkurrierenden Hofgeismarer Gesangvereine zur Zusammenarbeit brachte. Weitere Leistungen Rohdes sind seine zahlreichen Kornpositionen, besonders Volksliedbearbeitungen, und seine heimatgeschichtlichen Forschungen, die unter anderem in der Beilage 'Diemelgrand und Weserwellen' zur Hofgeismarer Zeitung ihren Niederschlag fanden.

55. Ein reges Vereinsleben entfaltete sich nach der 1898 erfolgten Gründung eines Radfahrvereins. Pioniere des Radsports wie die Brüder Erdmann und der zum ersten Vorsitzenden gewählte Ferdinand Bächstädt hatten sich zusammengeschlossen; neben ihren sportlichen Aktivitäten feierten sie Sommer- und Winterfeste, zeigten die Erfolge der Kunstfahrschule, brachten kulturelle Darbietungen und erradelten sich ihre Heimat. Unser Foto, wohl kurz nach der Gründung entstanden, zeigt einige Mitglieder des Vereins bei einem sommerlichen Ausflug in den Reinhardswald.

56. In einer Zeit ohne Radio oder Fernsehen boten die Vereine den Menschen der Stadt jene Abwechslung, deren sie nach anstrengendem Arbeitsalltag bedurften. So gab es um die Jahrhundertwende - bei häufiger Mehrfachmitgliedschaft der einzelnen - die Gesangvereine 'Concordia' und 'Llederkranz', einen sehr aktiven Schützenverein, einen mitgliederstarken Kriegerverein, die seit 1863 bestehende Turn- und Sportgemeinde, den heute noch aktiven Gesellenverein der Handwerker, den Fortbildungsverein der Handwerker und Kaufleute, den oben erwähnten Radfahrverein und natürlich auch mehrere Kegelclubs.

57. Im Stil feucht-fröhlicher Vatertagspartien oder auch studentischer Bierseligkeit präsentieren sich die stolzen Spieler und Betreuer des 1906 gegründeten Fußballvereins mit ihren Damen bei einem Maiausflug. Unser Foto, wohl des Jahres 1908, zeigt unter anderen Hugo Roßmann (unten, zweiter von links) sowie die Herren Herbold (oben links) und Davin (oben rechts).

58. Als bedeutender Hofgeismarer Arbeitgeber mit vielen Verflechtungen im städtischen Wirtschaftsleben war der Drucker, Verleger und Händler L. Keseberg bemüht, ein gutes Verhaltnis zu den Repräsentanten von Kultur und Wirtsohaft zu pflegen. Eine Waldpartie auf Einladung seiner Firma vereinigte unter anderen die Herren Reitz, Wahrer, Fülling, Feuering (fünfter von rechts), Stolze, Wiegand, Bering und Emde. Bei gesellschaftlichen Ereignissen wie diesem durfte auch Kantor Heinrich Rohde (dritter von rechts) nicht fehlen, hier wieder in der für ihn typischen, vom Lichtbildner abgewandten Fotografierpose.

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