Hohenwestedt in alten Ansichten Band 1

Hohenwestedt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Harald Jockenhövel
Gemeente
:   Hohenwestedt
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2963-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hohenwestedt in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

'Viele Grüße aus Westedt' heißt es auf einer in diesem Band veröffentlichten Postkarte. Diese alte Form des Ortsnamens erinnert, deutlicher noch als der heutige Name, an die erste schrif'tliche Erwähnung Hohenwestedts in einer Urkunde des Erzbischofs Gerhard von Bremen aus dem Jahre 1217 unter dem Namen 'Wetstede'. Aus der Ortsnamenforschung läßt sich vermuten, daß Hohenwestedt damit in alter Zeit eine 'Siedlung im Walde' gewesen sein könnte. Aber auch andere Deutungen wie 'Wodanstätte', die dem gerrnanischen Gott geweihte Kultstätte oder die 'hohe im Westen gelegene Stätte' sind denkbar.

Bereits aus der jüngeren Steinzeit konnten Siedlungsspuren nachgewiesen und Kultgegenstände wie der Schalenstein vor dem Muschelhaus in der Lindenstraße geborgen werden. Sie bezeugen, daß Hohenwestedt ein alter Siedlungsplatz im mittleren Holstein ist.

Der Bau der Kirche und die Stellung als Kirchspielort bestimmten schon im Mittelalter 'Wetstedes' Bedeutung als Mittelpunkt seiner Umgebung. Die wenigen Häuser werden sich damals um den Dorfplatz - die heutige Lindenstraße - und die Kirche gruppiert haben. Handwerker versorgten die Umgebung mit Grundprodukten. Ihnen kam die günstige Lage des Ortes am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Handelswege zugute. Vom Norden kommend erreichte die alte Völkerstraße, der östliche Heerweg, über Rendsburg Hohenwestedt und führte weiter nach Itzehoe, dem damaligen Endpunkt dieser Straße, In der Nähe des Ortes querte er die Lübsche Trade, die die Hauptverbindung zwischen Nord- und Ostsee bildete. Sie verband Meldorf, die alte Hauptstadt Dithmarschens,

mit Lübeck, der bedeutenden Hansestadt an der Ostsee. Die Kreuzung dieser Straße war der Mittelpunkt Holsteins. Hier lag der Hauptthingplatz, der Göding. An diesem Platz wurde bis 1560 öffentlich Gericht gehalten.

Die Entwicklung Hohenwestedts wurde bis in das 15. Jahrhundert durch den zunehmenden Einfluß von Krone, Kirche und Adel bestimmt. Die Bewohner unterschieden sich in königliche, klösterliche und gräfliche Untertanen. Die drei Obrigkeiten übernahmen jeweils für ihren Bereich die Verwaltung und die Rechtssprechung. Sie erhoben Steuern, Abgaben und verlangten Hand- und Spanndienste, Diese Gerichtsbarkeiten bestanden bis 1869. Sie haben die Entwicklung Hohenwestedts über lange Zeit gehemmt.

Hohenwestedt wird um die Mitte des 16. J ahrhunderts ein wohlhabender Ort gewesen sein. Es entwickelte sich ein Warenaustausch, außerdem machten Verkehrslage und reg er Kirchenbesuch das Dorf zu einem bevorzugten Gewerbestandort, da hier eine zentralisierte Nachfrage nach bestimmten Gütern und Dienstleistungen bestand. Aus dieser Zeit mag der Volksreim stammen 'Kellinghusen, die Rieken, Hohenwestede eresglieken'.

Doch auf die Zeiten des Reichtums folgten Not und Elend. Der Dreißigjährige Krieg griff 1628 auf Schleswig-Holstein über, In den folgenden Jahrzehnten kam es immer wieder zu Durchzügen und Einquartierungen von Soldaten. Somit ist Hohenwestedt vom Kriegsgeschehen nicht verschont geblieben, Lebensmittel, Heu und Stroh mußten geliefert und zahlreiche Spanndienste geleistet werden. Plünde-

rungen ließen Hohenwestedt und die umliegenden Dörfer verarmen. Bauernstellen wurden wüst, das Land verödete, Erst um die Mitte des 18. J ahrhunderts waren diese Kriegs- und Notzeiten beendet. Doch am 14. März 1768 folgte eine weitere Katastrophe. Der 'Große Brand' legte Hohenwestedt innerhalb von wenigen Stunden in Schutt und Asche. Die Kirche und 67 Wohnhäuser wurden ein Raub der Flammen, nur 45 Gebäude blieben erhalten. Doch Hohenwestedt wurde großzügig wieder aufgebaut. In einem Bericht aus dem Jahre 1808 heißt es: 'An Krämern, Handwerkern und anderen Gewerbetreibenden fehlt's hier nicht. Das Dorf steekt voll davon, und es ist viel Verkehr, Leben und Thätigkeit, wie Wohlstand darin.'

Im Jahre 1813 hatte Hohenwestedt dann 108 bewohnte Häuser und etwa 700 Einwohner. Nur der kleinste Teil trieb Landwirtschaft, die meisten waren Handwerker, Krämer und Krüger. In diese Zeit fielen die Anfänge der 1848 gescheiterten schleswigholsteinischen Erhebung gegen den dänischen Gesamtstaat. Der Widerstand bildete sich in den Schützengilden, in Gesaug- und Turnvereinen. Die Hohenwestedter Schützengilde wurde 1836, der Männergesangverein 1843 und der Männer-Turn- und Sportverein 1860 gegründet.

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 erfolgte die Loslösung Senleswig-Holsteins von Dänemark. Mit der 1867 vollzogenen Eingliederung in das Königreich Preußen erhielt Hohenwestedt die kommunale Selbstverwaltung. Diese Eigenverantwortung gab den Bürgern des Ortes die Möglichkeit, die Entwicklung ihrer Gemeinde gemeinsam zu gestalten.

Die Einwohnerzahl stieg, Handel und Gewerbe dehnten sich aus. 1878 erfolgte die Anbindung an das Schienennetz der Eisenbahnstrecke NeumünsterHeide und 1901 die Inbetriebnahrne der Kleinbahnstrecke in die Kreisstadt Rendsburg. Ein weiterer Grund für den Aufschwung Hohenwestedts war die Einrichtung der 'Landwirtschaftlichen Lehranstalt' im Jahre 1870, an der Schüler aus dem nahen und weiten Umland, aus ganz Europa und sogar aus Übersee unterrichtet wurden.

Hohenwestedt konnte bis heute seine Stellung als Mittelpunkts- und ländlicher Zentralort für die Umgebung halten und ausbauen. Die Gemeinde hat das Leben im ländlichen Raum im kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bereich entwicklungsfördernd beeinflußt. Die alljährlich stattfindende 'Hohenwestedt-Woche' mit Teilnehmern aus allen urnliegenden Gemeinden ist ein deutlicher Beweis dafür.

Die Ortsgeschichte läßt erkennen, daß die Hohenwestedter stets ihre Planungen auf die Zukunft ausgerichtet haben. Ihre Eigenständigkeit und der Rückgriff auf gute Traditionen gingen dabei nie verloren. Dieser Band mit alten Bildern und Postkarten, die meisten aus den Jahren 1880 bis 1930, soll helfen, sich einen Eindruck von Hohenwestedt um die Jahrhundertwende zu machen. Er soll aber auch den Bliek schärfen für den Erhalt historischer Gebäude, denn nicht immer fügen sich Neubauten oder Modernisierungen harmonisch in das gewachsene Ortsbild ein. Allen, die bei der Zusammenstellung dieses Bildbandes geholfen haben, sei hier dafür gedankt.

1. Das Zentrum Hohenwestedts liegt auf einer leichten Anhöhe, den Ausläufern des Nindorfer Höhenzuges. Gleich aus welcher Himmelsrichtung man sich dem Ort nähert, immer ist der Turm der Peter-Pauls-Kirche schon von weitem zu erkennen. Dieses Foto, 1880 aus Richtung Glüsing aufgenommen, zeigt den damals noch weitgehend unbebauten Bereich an der Bahnhofstraße, Am Matthof und an der Güterstraße. Felder mit landwirtschaftlicher Nutzung bestimmten das Gelände. Die Trasse der Bahnlinie wird verdeckt von Scheunen und Knicks. Die Häuser im Hintergrund kennzeichnen den Verlauf der Lindenstraße. Es wird deutlich, daß Hohenwestedt damals mit seinen 1 500 Einwohnern in der bebauten Fläche sehr viel kleiner war als heute.

Linden trassc

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2. Dieses Bild führt uns in das Jahr 1903. Das Gebäude rechts an der Einmündung der Lindenstraße in die Itzehoer Straße, halb verdeckt durch die Bäume, ist das Hotel 'Stadt Hamburg'. Es ist eng mit der Geschichte Hohenwestedts verbunden, denn das Gaststättengewerbe hat hier am Kreuzungspunkt zweier alter Handelsstrafsen von eh und je große Bedeutung gehabt. Bereits am Beginn des 19. Jahrhunderts stand an dieser Stelle ein Bauernhof mit Ausschank, der unter dem Namen 'Hopfenkrug' von der Familie Delfs geführt wurde. Aber schon 1811 übernahm die Familie Wesselmann das Anwesen und die Gaststatte. Sie erhielt nach einem Neubau des Wohnhauses, das 1856 einem Brand zum Opfer gefallen war, den Namen 'Stadt Hamburg'.

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3. Die Hohenwestedter Spar- und Leihkasse hatte früher ihre Geschäftsräume in der Lindenstraße 16. Die Sparkasse, 1840 gegründet, bezog dieses Haus im Jahre 1895. Im Eingang des Hauses steht der damalige Sparkassenleiter Herr Melz, neben ihm sein Stellvertreter Herr Jargstorff. Zahlreiche Urn- und Anbauten sowie Modemisierungen der Fassade haben das Bild des Gebäudes bis heute völlig verändert. Rechts sehen wir das Geschäftshaus von Otto Fick. Er versorgte die Landwirte in Hohenwestedt und den umliegenden Gemeinden mit landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen und betrieb daneben ein umfangreiches Haushaltswarengeschäft, das auch heute noch, allerdings unter anderer Geschäftsleitung, besteht.

4. Diese Ansicht aus der Lindenstraße werden wohl nur die älteren Hohenwestedter noch kennen. Sie zeigt eine der typisohen alten Hohenwestedter Bauernkaten aus dem Beginn des letzten Jahrhunderts. Es ist der ehemalige Hökerladen der 'Tante Wieb'. So wurde Wiebke Jargstorff liebevoll von ihren Kunden genannt. Ihr Kolonialwarengeschäft war ein beliebter Treffpunkt, um den neuesten Dorfklatsch zu hören. Gerne kamen auch die Kinder zu ihr, um sich von ihrem bescheidenen Taschengeld für wenige Pfennige Süßigkeiten zu kaufen. Das Haus wurde schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg abgebrochen und durch ein zweistöckiges Gebäude ersetzt, in dem sich heute ein Friseursalon befmdet.

Hohenw-estedt, Linden-tra se

5. Diese Postkarte gibt eine Ansicht der Lindenstraße um die Jahrhundertwende wieder. An der linken Straßenseite ist wieder das alte Gebäude der Spar- und Leihkasse mit der charakteristischen Veranda im Eingangsbereich zu erkennen. Schräge gegenüber im Haus Lindenstraße 7 unterhielt Heinrich Hartnack eine Buchbinderei, ehe die Volksbank dieses Gebäude erwarb und bis zum Umzug in ihr neues Haus im Jahre 1978 nutzte, In jenen Jahren beherrschten neugierige Schulkinder die Straße. Für sie war das Auftreten eines Fotografen etwas Besonderes, das ihre Beachtung fand und für das sie sich gerne auf der ansonsten verkehrsleeren Hauptstraße des Ortes in Positur stellten.

6. Dieses Haus in der Lindenstraße steht schon lange nicht mehr, Es ist das alte Uhrmacherhaus kurz vor seinem Abbruch in den zwanziger Jahren, dort wo heute ein Supermarkt seine Waren verkauft, Die Uhrmachermeister Fritz Meyer und Eggert Möller bewohnten dieses Haus, Es diente ihnen auch als Werkstart. In den Fenstern rechts von der Tür hingen auf Drahtstangen die Taschenuhren zum Verkauf. Abends wurden sie abgenommen und in einer Kiste verschlossen, Links im Haus befand sich das Wohnzimmer und unter dem Dach die Schlafstube und der Bodenraum. Das rechts angrenzende Haus, dessen Seitenwand mit der Reklamefläche wir noch erkennen können, war zu jener Zeit Sitz des Auto-, Fahrrad- und Waffengeschäftes Friedrich Begler, der auch eine Autovermietung betrieb, Zwischen beiden Gebäuden führte der Nickelsteig als schmaler Durchgang zur Friedrichstraße.

7. Dieses Foto mit der Hohenwestedter Pcter-Pauls-Kirche stammt aus der Zeit um 1860. Es ist damit eine der ältesten Aufnahmen des Ortes. Diese Kirche ist bereits das dritte Hohenwestedter Gotteshaus an diesem Platz. 1616 und 1768 sind zwei ältere Kirchengebäude zusammen mit großen Teilen des Ortes ein Raub der Flammen geworden. Alten Urkunden nach bestand die erste Hohenwestedter Kirche bereits um 1217. Alle diese Kirchen waren und sind Mittelpunkt einer großen Pfarrgemeinde, zu der außer Hohenwestedt heute noch zwölf weitere politische Gemeinden gehören. Auch die Lindenstraße ist auf diesern Foto kaum wiederzuerkennen. Dort, wo heute Geschäftshäuser stehen, sehen wir die reetgedeckten Scheunen des Kirchspielhauses, Die Lindenallee ist gerade bepflanzt worden. Ein alter Straßenbrunnen versorgte die Bevölkerung mit Wasser.

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8. Die Allee in der Vorderstraße, der heutigen Lindenstraße, ist 1860 angelegt worden. Die Linden waren der typische Hohenwestedter Straßenbaum. Durch gut gepflasterte, mit Lindenbäumen bepflanzte, breite Strassen und Klinkersteige sind innerhalb des Ortes reinliche, schattige Spazierwege geschaffen. Aus der Ferne erscheint der Ort wie ein Lindenwald, aus dessen Grün die roten Dächer hervorlugen, heißt es dazu in einer Broschüre aus dem Jahre 1908. Die Lindenstraße wird auf diesem Foto durch die Peter-Pauls-Kirche und das Gebäude des Mode- und Manufakturengeschäftes Strootmann begrenzt, das bis 1971 dort bestand und heute unter einem neuen Besitzer fortgeführt wird.

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