Hohenwestedt in alten Ansichten Band 1

Hohenwestedt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Harald Jockenhövel
Gemeente
:   Hohenwestedt
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2963-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hohenwestedt in alten Ansichten Band 1'

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19. Die 'Landwirtschaftliche Lehranstalt' erreichte in wenigen Jahren einen Ruf, der sie weit über die Grenzen Deutschlands bekannt werden ließ. Die 'Ackerstudenten' mit ihren grünen Schülermützen gehörten zum Ortsbild. Die auswärtigen Schüler bezogen Privatquartiere. Für Hohenwestedt bedeutete dieses eine wesentliche Belebung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens, Die großzügige Erweiterung der Schule im Jahre 1912 gab dem Gebäude das heutige Aussehen. Insgesamt neunzig Jahre hat es als Schule gedient. Nach dem Umzug der Landwirtschaftsschule im Jahre 1960 in ein neues Gebäude wird das Haus seit 1964 als Zentrum für die Gemeindearbeit der Evangelischen Kirche unter dem Namen 'Thomashaus' genutzt.

20. Die Landwirtschaftsschüler führten auf eigenen Versuchsfeldern der Schule am Glüsinger Kamp ihre praktische Ausbildung durch. Sie konzentrierte sich auf folgende Bereiche: Landwirtschaftliche Pflanzen- und Tierkunde, Ackerbaulehre, Boden- und Gerätekunde, Feldmessen, Dränage und Wiesenbaulehre, Düngerlehre, Fütterungslehre sowie Pflanzenbau und Tierzucht. Die jungen Landwirte sollten so die in der Wissenschaft gewonnenen Kenntnisse praktisch umsetzen und lernen, die Landwirtschaft rationen zu betreiben. Die Schließung der Schule im Jahre 1972 im Zuge einer Konzentration und Neugliederung der Landwirtschaftsschulen in Schleswig-Holstein bedeutete für Hohenwestedt einen herben Verlust, denn über hundert Jahre lang waren von dieser Einrichtung wichtige Impulse für den Ort ausgegangen.

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21. Der Hohenwestedter Schalen- oder Opferstein ist das älteste Denkmal der Ortsgeschichte. Er wurde 1892 von Detlef Hauschildt vor seinem Haus in der Lindenstraße aufgestellt. Hauschildt ließ den Stein auf einem Schlitten von acht Pferden in fünf Tagen über die schneebedeckten Straßen vor sein Haus ziehen. In einem Bericht über den Transport schreibt er: 'Ich dachte, der Stein würde den Platz vor meinem Haus besser ausnutzen als dort in der Wildnis. leh kaufte ihn für 6 Mark. Der ganze Transport hat gekostet 330 Mark.' Der Fundort des Steines in der Vaasbütteler Feldmark am Böternhöfer Weg nahe dem Ziegelwerk Vaasbüttel ist wahrscheinlich ein alter Kult- und Siedlungsplatz aus der jüngeren Stein- oder älteren Bronzezeit. Es wird vermutet, daß die flachen Bohrlöcher oder Schalen, die noch heute deutlich im Stein zu sehen sind, eine rituelle Bedeutung zum Sammeln und Darbieten von Opfergaben hatten.

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22. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Hohenwestedt unter Claus und Detlef Hausehildt eine Muschelindustrie. Sie verzierten Schnecken und Muscheln, die sie zum Teil aus südlichen Ländern importierten und versahen sie mit Inschriften. Diese wurden in die Kalkkörper der Tiere eingeätzt. Die fertigen Produkte vertrieb man in ganz Deutschland, Beim Bau seines Hauses in der Lindenstraße ließ Detlef Hauschildt einige Muster seiner Kollektion an der Fassade seines Gebäudes anbringen, Claus Hauschildt stellte auch die ersten schleswig-holsteinischen Zündhölzer her und ließ Ockererden in einer Schlemmanlage in Vaasbüttel zu Erdfarben verarbeiten.

Lindenstraße. Hohenwestedt. (ff 'ltfl.

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23. Die Häuser der Lindenstraße 23 bis 31 haben im Laufe der Jahrzehnte ihren charakteristischen Grundzug erhalten können, Nur eines der Gebäude hat einem Neubau weichen müssen, alle anderen sind auch heute nach gut achtzig Jahren trotz geringer Veränderungen wiederzuerkennen, Die Häuserreihe beginnt rechts mit dem ehemaligen Amtssitz des Kirchspielvogts an der Ecke zur Bahnhofstraße, dort wo heute eine Fleischerei und ein Obstgeschäft ihre Läden unterhalten. Am Giebel des Hauses ist das Wappen des dänischen Königs zu erkennen, in dessen Auftrag der Kirchspielvogt in seinern Bezirk bis 1864 polizeiliche und steuerliche Aufgaben zu erfüllen hatte. Das folgende Gebäude, das Pastorat, ist nach dem grofsen Brand von 1768 entstanden und hat seine schlichte klassizistische Fassade über die wechselvolle Geschichte des Ortes bis in unsere Tage bewahren können.

24. Die Gastwirtschaft 'Zur Gartenlaube' war unter ihrem Wirt Carsten Burfeind um die Jahrhundertwende ein beliebtes und solide geführtes, gutbürgerliches Lokal. Sie stand an der Lindenstra:ße 27, dort wo 1978 die Volksbank ihren Neubau errichtet hat. Dieses Foto entstand 1908 aus Anlaß der sechzigjährigen Erhebungsfeier Schleswig-Holsteins gegen Dänernark, Es zeigt vermutlich die Mitglieder des 'Vereins zur Pflege und Hebung der patriotischen Gesinnung', die an Festtagen wie diesem, an Kaisers Geburtstag und weiteren kaiserlich-national gestimmten Festtagen mit Versammlungen und Aufrnärschen in Erscheinung traten.

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25. Der Gasthof 'Zur neuen Börse' von Heinrich Tappenbeek in der Lindenstraße 33 war eine von zeitweise über zwanzig in Hohenwestedt bestehenden Gastwirtschaften, und das bei einer Ortsgröße von damals etwa 2 000 Einwohnern. Auch dieses Gebäude ist in seiner Grundform fast unverändert geblieben. Die Fenster wurden erneuert, die Fassade erhielt einen neuen Verblendstein und der Laden - heute ein Funk- und Fernsehgeschäft - eine neue Schaufensterfront. Leider haben diese äußeren 'Modernisierungen', die bei vielen Häusern einem neuen Zeitgeist entsprechend vorgenommen wurden, so manche alte und schöne Fassade verunstaltet. Es bleibt zu hoffen, daß bei einer Rückbesinnung der Architektur auf alte Formen und Qualitäten diese Bausünden in Zukunft nicht wieder auftreten,

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26. Die Lindenstraße ist von alters her die Hauptstraße des Ortes. Die Kirche und das Pastorat sind hier Anlieger, ebenso viele wichtige Geschäfte, Gaststätten und Geldinstitute. Der Straßenraum ist irn oberen Teil so verbreitert, daß er als Markt und Platz für Veranstaltungen aller Art genutzt werden kann. Die Straße erhielt erst Ende des letzten Jahrhunderts ihren heutigen Namen. Zuvor hieß sie 'Vorstraat' oder 'Vorderstraße' bis die Linden, hier auf diesem Bild von 1891 sind sie etwa dreißig Jahre alt, übermächtig wurden. Als sie 1961 wegen der Verbreiterung der Lindenstraße gefällt wurden, hatten sie sich zu einer großen und prächtigen Allee entwickelt, die unlösbar rnit dem Ortsbild Hohenwestedts verbunden war und für die bis heute leider kein gleichwertiger Ersatz geschaffen worden ist,

Linderistrasse

27. Diese Postkarte wurde 1907 mit herzlichem Gruß nach Itzehoe geschickt. Das 'Hotel Erholung' von Friedrich Boie war ein beliebter Treffpunkt der Hohenwestedter Bevölkerung bei gesellschaftlichen Ereignissen, Tanzveranstaltungen fanden hier statt, das erste Kino im Ort zeigte Filme. Das Gebäude mußte inzwischen einem neuen Geschäftshaus weichen. Links neben dem Hotel stehen die Häuser des Malergeschäftes Meyer, der Getreide- und Mehlhandlung Voss und die Werkstatt von Schuhmacher Hans Hartmann. Die Karte zeigt noch eine weitere interessante Einzelheit: Einen alten, von einem Pferd gezogenen Milchwagen.

28. Diese Badeanstalt wurde 1902 im Park des Herrn Oder eingerichtet. Oder stellte Grund und Boden bereit und übernahm auch einen beträchtlichen Teil der Einrichtungskosten, wie den Bau eines Badehauses. Oder erhoffte sich mit den Mitgliedern des Verkehrsvereins des Ortes durch den Betrieb der Badeanstalt eine Stärkung Hohenwestedts als Sommerfrische und für sich eine Steigerung des Umsatzes in seinem 'Theater-Lokal Zur Fernsicht'. Der Badebetrieb wurde aber schon Anfang der dreißiger Jahre eingestellt. Auf dem ehemaligen Parkgelände der Gastwirtschaft steht heute die Eckhof-Siedlung. Von dem ehemals 3000 Quadratmeter großen Badesee ist nur ein kleiner Teich geblieben.

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