Hohenwestedt in alten Ansichten Band 1

Hohenwestedt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Harald Jockenhövel
Gemeente
:   Hohenwestedt
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2963-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hohenwestedt in alten Ansichten Band 1'

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59. In Hohenwestedt ließ sich 1820 der erste Arzt nieder. Dr. Zielsterf war Schwiegersohn von Pastor Mieden und besorgte in seinem Haus an der Itzehoer Straße zugleich Apothekergeschafte. bevor durch Heinrich Hartwig Kirchhoff aus Altona 1836 in der Lindenstraße eine eigene Apotheke gegründet wurde. Auf diesent Foto sehen wir Dr. Zielstorf vor seinem Anwesen, dem 'Efeuhaus' Ecke Itzehoer Straße/Wapelfelder Weg. Das Haus wurde 1936 beim Ausbau der Chaussee abgebrochen.

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60. Im 'Efeuhaus' praktizierte bis 1906 der Nervenarzt Dr. Krogh, der Patienten auch zu stationärer Behandlung in sein Haus aufnahm. Hohenwestedt konnte damit, wie die Bildunterschrift ausweist, für einige Jahre eine Nervenheilanstalt vorweisen. Mit dem zunehmenden Verkehr hat sich auch dieser Straßenbereich völlig verändert. Vor dem Abbruch des 'Efeuhauses' fiel auch das alte Haus von Kaufmann Fülscher mit seinen Manufakturwaren am rechten Bildrand. Es mußte einem neuen, mehrstöckigen Gebäude weichen. Für den Autoverkehr wurde mehr Raum geschaffen. Damals konnten die Hohenwestedter Kinder noch ungehindert die Straße zum Spielen benutzen.

61. Die Itzehoer Straße ist bereits 1844 gepflastert worden. Sie erhielt die amtliche Bezeichnung 'Kunststraße', Dennoch, der Verkehr auf dieser Straße ist bis weit in unser Jahrhundert nur gering geblieben. So konnte man es sich wie hier im Jahre 1907 leisten, mit der Hauptverkehrsstraße der Gemeinde für den 'Luftkurort Hohenwestedt' zu werben. Als Ausflugsort konnte Hohenwestedt zwar in den folgenden Jahren an Bedeutung gewinnen, doch wurde das hochgesteckte Ziel, Luftkurort und Sommerfrische mit Dauergästen zu werden, nicht erreicht, auch wenn es in einem Heft von 1908 heißt: Hohenwestedt ist ein aufbliihender Ort. Er hat stattliche, sehr gut eingerichtete Gasthäuser, teilweise mit schonen parkähnlichen Gartenanlagen. Eine große Zahl im Villenstil erbauter Privathäuser geben dem Ort ein vomehmes Aussehen. Viele pensionierte Beamte verbringen hier ihren Lebensabend.

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62. Wir sehen hier eine Postkarte aus dem Kriegsjahr 1915. Der Absender der Karte schreibt an seine Mutter in Kiel, er habe mit seinen Kameraden diese Mühle in Hohenwestedt zu bewachen. Die zur Wache abkommandierten Soldaten kamen im täglichen Wechsel aus der Kaserne in Rendsburg mit der Kleinbahn nach Hohenwestedt. Erbauer und Besitzer der Holstenmühle war Hans Steffens aus Remrnels, Er ließ die Mühle mit einer Dampfmaschine antreiben, mit deren Arbeitsleistung er gleichzeitig Elektrizität für seinen Betrieb erzeugte. Steffens hatte den Standort für seine Mühle eigens in die Nähe des Bahnhofs gelegt, um seine Produkte mit der Eisenbahn kostengünstig verschicken zu können.

63. Der technische Fortschritt hat auch in den Hohenwestedter Betrieben frühzeitig Einzug gehalten. Die Aufnahme dieses Lastwagens entstand 1920 auf dem Hof Thun-Lutze in Glüsing. Zu diesem Besitz gehörte damals auch eine Dampfkornbrennerei, die später auf Kartoffeln umgestellt wurde. Glüsing war bis 1938 selbständige Gemeinde. Es unterschied sich wie Vaasbüttel von Hohenwestedt durch seine landwirtschaftliche Struktur, ist aber in den Jahren nach dem Krieg eng mit Hohenwestedt zusammengewachsen. Heute weist dieser Ortsteil mit dem Butterwerk am Glüsinger Berg und mit einer Armaturenfabrik zwei der größten Hohenwestedter Gewerbebetriebe auf.

64. Vor dem Anschluß Hohenwestedts an die Westbahn von Neumünster nach Heide im Jahre 1877 war die Bahnhofstraße, die seitdem den direkten Weg vorn Ortszentrum zu den Bahnhofsanlagen bildet, eine verträumte Nebenstraße, An der linken Bildseite ist das 1859 erbaute ehemalige Küster- und Organistenhaus zu erkennen, in dem sich bis 1907, zuletzt unter Rektor Bevensee, auch ein Klassenraum der Hohenwestedter Schule befand. An der rechten Straßenseite fällt besonders das weiße mit Stukkaturen versehene Wohnhaus auf. Es ist 1900 erbaut worden und beherbergte von 1911 bis 1964 die Geschäftsräume der Kirchspielsparkasse, bevor diese in das neue Haus an der Ecke Lindenstraße/Wilhelmstraße zog.

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65. Zwischen 1868 und 1921 gab es in Hohenwestedt zahlreiche Privatschulen. Auf dieser Karte aus dem Jahre 1904 sehen wir das Bruhnsche Knabeninstitut im heute stark veränderten Gebäude Bahnhofstraße 7. Dieses 'Institut' bestand von 1893 bis 1911 und weiter bis 1921 als 'Höhere Schule'. Es hatte sich die Aufgabe gestellt, über die Volksschulbildung hinaus ein Bildungsangebot bis zum 'Einjährigen', dem heutigen Realschulabschluß vergleichbar, anzubieten. Ein Teil der Schüler - ab 1906 auch Mädchenkam aus dem Ort und der näheren Umgebung, andere von weit her und aus dem Ausland, Sie fanden, wie auch die Schüler der Landwirtschaftsschule, Kost und Logis bei zahlreichen Hohenwestedter Familien oder im Internat der Schule.

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66. Hohenwestedt ist ein altes und großes Kirchspiel, zu dem außer dem Ort selbst zahlreiche politische Nachbargemeinden in einem Umkreis bis zu zehn Kilometern gehören. Die Kirchengemeinde hat daher seit Jahrhunderten schon zwei Pfarrstellen mit je einem Geistlichen. Das hier abgebildete Pastorat in der Bahnhofstraße 10 wurde 1895 im wilhelminischen Stil errichtet und mit Türmchen versehen, wie die neugotische Geschmacksrichtung um die Jahrhundertwende es verlangte. Heute ist dieses Gebäude von allem architektonischen Zierat in den Dachaufbauten befreit und steht als prachtige Villa am Rand des alten Friedhofs in der Bahnhofstraße inmitten eines großen parkähnlichen Gartens.

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Hohenwestedt

Bahnhofstrasse

67. Diese beiden Häuser in der 1900 neu angelegten Bahnhofstraße sind um 1910 von Rechtsanwalt Boysen und Tierarzt Lucht erbaut worden. Sie gehören zu der Reihe von villenartigen Bürgerhäusern, die in der Kaiserzeit in Hohenwestedt entstanden sind und den wirtschaftlichen Aufschwung des Ortes und die rege Bautätigkeit seiner Einwohner dokumentieren. Auch die Straße 'Am Matthof', die hinter diesen beiden Villen in westlicher Richtung abzweigt, ist in dieser Zeit ausgebaut worden. 1880 gab es in Hohenwestedt 197 Wohnhäuser. Diese Zahl stieg 1905 auf 320 und 1910 auf 337 Häuser an. Entsprechend nahm auch die Bevölkerung des Ortes zu. 1910 hatte Hohenwestedt 2 400 Einwohner.

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Bahnhof

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68. Hohenwestedt erhielt 1878 seinen Anschluß an das Eisenbahnnetz auf der Linie Tönning-Heide-Neumünster. Die Strecke gehörte der Westholsteinischen Eisenbahngesellschaft und wurde 1890 vom Preußischen Staat übernornrnen. Die Eisenbahn war damals das wichtigste Personen- und Güterbeförderungsmittel und brachte auch für Hohenwestedt bedeutende wirtschaftliche Impulse. Das Bahnhofsgebäude ist 1905 erbaut worden. Nach geringen baulichen Veränderungen in den vergangenen Jahren wird auch heute noch der Stationsdienst von diesem Gebäude aus versehen. Im Zuge des Streckenabbaus der Deutschen Bundesbahn bestehen allerdings Überlegungen, den Betrieb auf der Strecke Neurnünster-Heide und damit auch den Bahnhof Hohenwestedt stillzulegen.

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