Hohenwestedt in alten Ansichten Band 2

Hohenwestedt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Michael Junge
Gemeente
:   Hohenwestedt
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5295-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hohenwestedt in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

775 Jahre Hohenwestedt!

Zu diesem Jubiläumsjahr liegt nun der zweite Band 'Hohenwestedt in alten Ansichten' vor, um Bürgern und Gästen unserer Gemeinde weitere Streifzüge durch unsere Vergangenheit zu ermöglichen. Hohenwestedt, im Herzen Holsteins. auf dem mittelholsteinischen Geestrücken gelegen, wird 1217 zum ersten Mal urkundlich genannt, also genau vor 775 Jahren. Es ist jedoch mit Sicherheit um einiges älter. Darauf deutet der Name hin, der sich aus dem altniedersächsischen 'Widustede', die Stätte im Wald, entwiekelt hat. Bei der genarmten Urkunde handelt es sich um eine Schuldverschreibung des Bremer Erzbischofs, der sich beim Kloster Neumünster Geld leiht und als Sicherheit Kornerträge aus Hohenwestedt und einigen anderen Ortschaften anbietet.

Der Ort, am Kreuzungspunkt zweier, schon im Mittelalter wichtiger Handelsstraßen gelegen, entwiekelt sich bald zu einern Zentrum für die umliegenden Dörfer des Kirchspiels. Hier waren die Kirche, der Markt, die Verwaltung und zeitweilig die Gerichtsbarkeit. Und diese zentrale Bedeutung hat Hohenwestedt bis heute. 'Verwaltungsuntcrzentrum' nennt es die Amtssprache.

Doch ist hier nicht der Platz, die historische Entwicklung Hohenwestedts ausführlich zu betrachten. Das soll einer in Arbeit befindlichen Ortschronik vorbehalten sein. Mit diesem Fotobändchen springen wir vielmehr in die

Zeit um 1900 und danach. Gründerzeit und Industrialisierung haben den Ort nachhaltig verändert. Aus einem Dorf mit Bauernhöfen und typischen Landhandwerken ist eine fast städtisch anmutende Gemeinde geworden, mit zahlreichen Dienstleistungsgewerben, Spezialgeschäften und Betrieben, wie sie vorher nur in Städten zu finden waren. Auch die Architektur hat sich den umliegenden Städten angepaßt. Straßen und Häuser sind bald nach 1900 von Gaslampen hell erleuchtet. Die Fahrbahnen der Hauptstraßen sind gepflastert. In vielen Betrieben arbeiten durch Dampf angetriebene Maschinen. Überhaupt erleichtern zahlreiche technische Errungenschaften die Arbeit der Menschen. Die Zeit wird auch in Hohenwestedt hektischer und lauter, nicht zuletzt wegen des anwachsenden Verkehrs. Das Auto kommt. Und doch gibt es daneben noch dörfliche Beschaulichkeit sowie eine landschaftlich reizvolle Umgebung.

Dies alles will dieser Fotoband zeigen. Zeigen will er aber auch die Menschen, sowohl bei der Arbeit als auch in ihrer Freizeit, und die verbringt der Hohenwestedter bis heute häufig in seinem Verein. Der Band schließt mit einem Bliek in die reizvolle Umgebung, aus der man immer wieder gern nach Hause , nach Hohenwestedt zurückkehrt.

Dr. MichaelJunge

1. Die hier gczeigte Lithographie ist von P.J. Carstensen aus Rendsburg. Sie stammt von 1858 und ist dem königlichen Kirchspielvogt Völckers gewidrner. Auf dem Kopfsteinpflaster des Marktplatzes haben sich sonntäglich gekleidete Menschen zu einern damals sehr beliebten Reifenspiel vor dem Haus des Kirchspielvogtes eingefunden. Irn Giebel des Hauses sieht man das Wappen des dänischen Königs Frederik VI. Daneben befindet sich das Diakonat , das im klassizistischen Stil erbaut wurde. Heute ist hier das Pastorat. Rechts im Bild die Peter-Pauls-Kirche , eingerahmt von einem Kranz von Bäumcn. der den Gräbern des alten Kirehbofes Schatten spendet. Die Kirene verleiht Hohenwestedt schon im Mirtelalter als Kirchspielort große Bedeutung.

2. Die Peter-Pauls-Kirche ist seit jeher der Mittelpunkt Hohenwestedts. Sie wurde 1769-1770 von Johann Gottfried Rosenberg dem Jüngeren erbaut , ist aber bereits der dritte Kirchenbau an diesem Platz. 1616 und 1768 fielen die damaligen Gotteshäuser zwei verheerenden Bränden zum Opfer. Es gibt einen Augenzeugenbericht des letzten Brandes von dem damaligen Hohenwestedter Pastor Georg Friedrich Bluhme , der sich in einem der Hohcnwestedter Kirchenbücher befindet. Der Schriftsteller Heinrich Eckmann nimmt den letzten Kirchenbrand von 1768 für sein Buch 'Die rote Katze' zur Vorlage. Die rote Katze tanzt wie besessen mit dem Sturm. Die Kirthengloeken rufen noch immer um Hilfe.

3. Das Portal der Peter-Pauls-Kirche ist aus bremisehen Sandsteinen und das Werk des Eutiner Hofbildhauers Joharm Georg Moser. Die Bauinsehrift ist in die Portalumrahmung einbezogen und durch ein klassizistisches Gesims von der Kartusche getrennt. Das Monogramm und die Königskrone weisen auf den dänischen König Christian VII. (17491808) hin. Dieser erlangte traurige Berühmtheit dureh die Struensee-Affäre.

4. Die Peter-Pauls-Kirche ist ein Saalbau. 1770 wurde die Innenausstattung dem Bildhauer Moser aus Eutin übertragen. Er war ein Freund des Baumeisters Joharm Gottfried Rosenberg. Leider hat man Kanzel und Altar nicht mehr in ihrem ursprünglichen Zustand belassen. Der Bliek wird beim Betreten der Kirche magisch angezogen von der überlebensgroßen Figur des gekreuzigten Christus im Mittelpunkt des Altars. Der Gekreuzigte wird eingerahmt von zwei Doppelsäulen mit korinthischen Kapitellen, gekrönt von einem flachen Giebeldreieck. 1854 hat man große Veränderungen im klassizistischen Innenraum vorgenommen, die leider nicht sehr glücklich verlaufen sind. So fällt auf, daß der Altar in seinen Ausmaßen nicht zur übrigen Gestaltung des Chores paßt. Der schönste Schmuck des Kircheninneren war die zart gegliederte Stuckdecke .

5. Neben der Peter-Pauls-Kirche liegt der ehemalige Sitz des Kirchspielvogts direkt an der Ecke zur Bahnhofstraße. Am Giebel des Hauses ist das Wappen des dänischen Königs zu sehen, Der Kirchspielvogt hatte in seinem Auftrag polizeiliche und steuerliche Aufgaben zu erfüllen. Der Platz vor dem Kirchspielvogthaus war früher einmal der Marktplatz. Hier fanden zweimal jährlich die großen Jahrmärkte statt. Auf diesem Foto sind im Erdgeschoß des Hauses schon rnehrere Läden cingebaut.

6. Die Allee in der ehemaligen Vorderstraße ist 1860 angelegt worden und heißt dann später nach den dort angepflanzten Bäumen 'Lindenstraße . Die Lindenstraße war in früheren Zeiten Dorfanger und Marktplatz. Später entwickelte sie sich dann zur Hauptwohn- und Geschäftsstraße. Handwerker arbeiteten in ihren Betrieben und wohnten auch gleichzeitig hier. Die wunderbaren großen Bäurne der Linden allee fielen 1961 der Verbreiterung der Straße zum Opfer. Heute hat man nach ihrer Neugestaltung wieder junge Linden angepflanzt. Links sieht man den Gasthof und Ausspann von Heinrich Tappenbeek in der Lindenstraße 33. Heute ist es teilweise Geschäftshaus, aber immer wird hier noch eine der wentgen landwirtschaftlichen Betriebe mitten im Ortskern geführt.

7. Der Kirchspielkrug an der Ecke Lindenstraße-Wilhelrnstraße. Er wurde von Adolf Boye um die Jahrhundertwende erbaut. Neben der Gaststätte betrieb Boye noch einen Ausspann und ein Kolonialwarengeschäft. An so einern sonnendurchfluteten Tag ruhte man vielleicht gerne einrnal in der schatrigen Veranda aus, hatte man doch von hier aus den interessantesten Bliek auf das rege Leben und Treiben, das hier tast immer herrschte. Denn an der dieken Linde direkt vor dem Haus hing der Bekanntmachungskasten und später der Schaukasten des Fotoateliers Gock. Neuigkeiten zogen die Leute zu allen Zeiten magisch an. Im Vordergrund das Kopfsteinpflaster der damals schon ausgebauten Wilhelmstraße. An dieser Stelle stand früher das alte Pastorat.

8. Der Neubau des kaiserlichen Postamtes mit den prächtigen Giebeln, von denen heute leider nichts mehr zu sehen ist, wurde 1907 errichtet und lag an der Ecke Wilhelmstraße-Lindenstraße. Von 1897 bis 1907 war die Post im Nachbargebäude in der Wilhelmstraße untergebracht. Erst 1959 baute die Post ein eigenes Haus in der Itzehoer Straße. Bis dahin hatten Geschäftsleute die Häuser erbaut und sie der Post dann zur Miete überlassen. So heißt noch heute der neben der alten Post gelegene Gasthof 'Zur Post'. Auf unserem Foto aus den zwanziger Jahren parken die ersten Postautos, vor denen sich stolz die ganze Belegschaft präsentiert. Neben der Beschriftung 'Reichspost' ist auch noch der deutsche Reichsadler zu sehen.

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