Hohenwestedt in alten Ansichten Band 2

Hohenwestedt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Michael Junge
Gemeente
:   Hohenwestedt
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5295-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hohenwestedt in alten Ansichten Band 2'

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59. Die Familie Ihle hatte eines der ersten Autos in Hohenwestedt. Herr Ihle gehörte zu den Honoratioren des Ortes. Er war Autohändler und Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Hohenwestedts. Das Auto hält an einer Benzin- und Ölstation. So ändern sich die Zeiten. In seinen Jugenderinnerungen um 1850 weiß H.C. Dencker zu berichten: 'An der Rendsburger Landstraße wohnte allein Schlossermeister Ihle.' Später hatten hier viele Geschäfte ihren Sitz: das Textilgeschäft von Früchtenicht, der Landmaschinenhandel von Griese und die Hamburger Tabakwarcn-Nicderlassung, um nur einige zu nennen.

60. Die Parkwirtschaft Rohwedder erhält Nachschub. Man sieht , Bier wurde immer getrunken. Das Bild mag etwa um 1930 entstanden sein. Der Junge auf dem Bierwagen ist Otto Gieseler. Otto war der Sohn des damaligen Gasmeisters. Spater wurde er Klempnermeister in Hohenwestedt. Zu der Zeit ließ die Brauerei 'Zur Eiche aus Kiel schon ihren Gerstensaft mil einem Lastkraftwagen transporneren. Der Fahrer mil Mütze und Lederschürze hatte sicherlich vor noch gar nicht so langer Zeit bei Wind und WetIer auf dem Kutschbock eines Pferdefuhrwerks gesessen. Jetzt mußte er zwar vor jedern Start noch die Kurbel anschmeißen, aber ein sehr viel größerer Kundenkreis konnte in sehr viel kürzerer Zeit beliefert werden.

til. Nun mußten auch die Straßen gepflastert werden. Für einen aufstrebenden Ort wie Hohenwestedt war immer schon die Verkehrslage von größter Wichtigkeit. Schon im Mittelalter lag der Ort am Schnittpunkt zweier Hauptverkehrswege, nämlich der Lübschen Trade und des Ochsenwegs. Das war eine der Haupthandelsstraßen von Nord nach Süd. Die B 77 hat heute die gleiche Bedeutung. Wenn also Straßen neu gepflastert wurden, wie auf unserem Bild die Rendsburger Straße , war es für die Bevölkerung immer ein großes Ereignis. Wenn der Fotograf kam, machten die Arbeiter eine kurze Verschnaufspause. Es waren schon harte Burschen, die den Beruf eines Straßenbauers ausübten, denn es wurde alles noch mit der Hand gemacht. Der Pflasterhammer war ein Vorläufer des Preßlufthammers.

62. Die Wasserbeschaffung machte der Gemeinde oft Sorgen, denn die ungenügende Kapazität der beiden Tiefbrunnen in Glüsing und Vaasbüttel konnten gerade in Treekenperioden den Wasserbedarf nicht decken. So gründete man am 17. Dezember 1906 eine Wasserleitungsgenossenschaft. Im Juni 1907 konnte der Betrieb aufgenommen werden. Die Gesamtkosten für den Bau der Wasserversorgungsanlage betrugen 9 000 000 Mark. Das Geld wurde von der Sparkasse in Hohenwestedt bereitgestellt. Auf unserem Foto stellt sich der Bohrunternehmer mit Initiatoren und seinen Arbeitern dern Fotografen. Die Maschine wird über Keilriemen angetrieben.

63. Am Jahrmarktstage im Oktober 1905, so wird berichtet, leuchteten zum ersten Mal in vielen Hanshalten Gaslampen. Das bedeutete einen großen Fortschritt für Hohenwestedt und besonders für jene Bürger, die sich diesen Luxus leisten konnten. So hat nach und nach die alte Petroleumlampe mit ihrern Funzellicht ausgedient. Auch die Straßenbeleuchtung konrite jetzt auf Gas umgestellt werden. Das Gaswerk kostete seinerzeit bereits 100 000 Goldmark. Zur Gaserzeugung wurden zwei Öfen mit drei Retorten aufgestellt. Ein Gasbehälter rnit 400 cbm Fassungsvermögen diente zur Speicherung. Bereits 1912 wurde der Bau eines zweiten Gasbehälters mit 600 cbm Fassungsvermögen erforderlich. Während des Ersten Weltkrieges gab es große Schwierigkeiten. die erforderliche Kohle zu beschaffen.

64. Im Hintergrund sieht man das Wohnhaus des Gasrneisters und die beiden großen Gasometer. die Hohenwestedt mit Gas versorgen. Im Vordergrund stehen Meister und Arbeiter. In ihrer Mitte der Lehrer Hans Wilhelm Sierck , bekleidet mit hohen Schaftstiefeln und einern eleganten Jacket. Er Icgte immer sehr viel Wert auf sein Äußeres. Deutlich ist zu sehen, daß er kein Mann der Handarbeit ist. Er harte einen steinernen Saurier entworfen. der als Springbrunnen im Barmer Teich aufgestellt wurde. Es sollte ein Anziehungspunkt für den Frerndenverkehr werden, den Hohenwestedt sich erhoffte , denn Hohenwestedt führte die Bezeichnung Luftkurort. Lehrer Sierck war selbstverständlich bei der Aufstellung der Brunnenplastik persönlich dabei.

65. Erntezeit: 'De Döschdarnper is dor!' Jeder Tag muß ausgenutzt werden. Es ist ein harte Arbeit, die meist von Wanderarbeitern (oftmals Polen) verrichtet wurde. Hier scheinen es aber Kriegsgefangene zu sein, die die Arbeit machen, denn es sind uniformierte Aufseher dabei, Gearbeitet wurde vom frühen Morgen bis in die späte Nacht. Über dern Arbeitsplatz lag eine ständige Staubwolke. Die Maschine mußte genutzt werden, denn der Mietpreis war hoch. Sie wurde durch den Dampf einer Lokomobile angetricben. Das Korn wurde gleich in Säcken abtransportiert und das Stroh zu Ballen gebündelt. Trotz aller Mühsal ging es aber rneist sehr fröhlich unter den Leuten zu.

66. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1925. Besitzer und Erbauer der Holstenmühle war Hans Werner Steffens aus Remmels. Die Mühle wurde mit einer Dampfmaschine betrieben, mit deren Arbeitsleistung gleichzeitig Elektrizität für den Betrieb produziert wurde. Die Holstenrnühle war weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus ein Begriff. Die Lage der Mühle an der Eisenbahn war für den Betrieb von großem Vorteil. Verkauft wurde die Mühle später an die Mühlenbetriebe Paul Kock aus Meldorf, in deren Besitz sie sich noch bis heute befinden. Heute wird die Mühle selbstverständlich mit Elektromotoren betrieben. Durch einen Brand vor einigen Jahren wurde der Betrieb auf seine heutige Größe reduziert.

67. Die westholsteinische Eisenbahn wurde 1875176 gebaut und in Hohenwestedt wurde eine der Hauptstationen errichtet. Die Anbindung an das Schienennetz brachte der Wirtschaft Aufschwung. So wurde bald die Genossenschaftsmeierei an der Barmstraße und am Barmer Teich in Betrieb genommen. Aber auch für die Landwirtschaft war sie von großem Vorteil. Das Foto zeigt das erste Bahnhofsgebäude in Hohenwestedt. Es ist lichtdurchlässig mit vielen Fenstern. In der Bahnhofshalle kann man den ankommenden Zug erwarten. Ein zweirädriger Karren ist vor dem Güterschuppen geparkt. Ein Postkasten ist direkt am Bahnhofsgebäude angebracht. Am 22. August 1878 fuhr die erste Eisenbahn auf der Strecke Neumünster- Heide- Tönning.

68. Der erste Bauabschnitt der Kleinbahn bei Remmels wird erprobt. Arbeiter und Honoratioren haben sich hier zu einem Gruppenfoto aufgestellt. Hinter ihnen der Bauzug. Die Kleinbahn sollte das Kreisgebiet mit der durch den Bau des Kanals abgetrennten Kreisstadt Rendsburg verbinden. Die Bahnstrecke war 30,7 km lang und schloß in Rendsburg und in Hohenwcstedt an die Staatsbahn an zum Umladen der Güter. Irn Jahre 1916 konnte die Verlängerungsstrecke Hohenwestedt-Schenefeld in Betrieb genommen werden. Irn Betriebsjahr 1902-1903 wurden schon 149 000 Personen befördert.

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