Holzminden in alten Ansichten Band 1

Holzminden in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Kretschmer
Gemeente
:   Holzminden
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2279-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Holzminden in alten Ansichten Band 1'

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9. Als die Industrialisierung einsetzte, entschloß man sich, eine Hafenbahn anzulegen, die die Güter von den Industriebetrieben am Lüchtringer Weg und aus der Fürstenberger Straße zur Weser transportieren sollte, wo sie die Bockschiffe aufnahmen. Die Bahn ist noch heute in Betrieb, wenn auch Lokomotiven der Art, wie im Bilde zu sehen, nicht mehr verkehren. Das 'Hotel Reichskrone' übrigens, das hier noch wirbt, hat seine Pforten langst geschlossen, Der hohe Schornstein raucht nicht mehr. Die Kaimauer ist heute so gefährlich wie einst. Immer wieder fordert die Weser ihre Opfer an Menschenleben. Neuerdings trägt sie zur Nachtzeit auch gelegentlich Autos hinweg, deren Lenker die Entfernung nicht richtig einschätzen.

ID. Hier werden wohl Kartoffeln umgeschlagen. Das Schiff mit dem überdimensionalen Schornstein ist inzwischen längst aus der Mode, ebenso wie der noch hartgummibereifte Lastwagen! Nur das Pflaster ist erhalten geblieben, heute hier und da etwas mit Bitumen vergossen, damit ihm das Hochwasser nichts anhaben kann. Im Hintergrund erhebt sich über dem westfälischen Ort Stahle - der heute zur Stadt Höxter gehört - der bewaldete Kiekenstein.

11. Auch dieses einst so vertraute Bild ist nun langst Vergangenheit. Solche gewaltigen Stamme wurden aus Gabun eingeftihrt und von hier zu den Wesersperrholzwerken transportiert, wo sie zu Furnierholz verarbeitet wurden. Die Werke mußten vor Jahren schon den Betrieb einstellen, da sie nicht mehr konkurrenzfähig waren. Eine weitere Sperrholzfabrik erfuhr inzwischen das gleiche Schicksal. Der letzte große Holzabtransport fand in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg statt, als die britische "Timber-Control' für Reparationszwecke große Teile des Sollings kahl schlug. Inzwischen sind die Lücken gortlob wieder aufgefüllt.

12. Am alten Floßbindeplatz sucht man heute vergebens nach den Arbeitsmännern, die einst die gewaltigen Stämme aus dem Solling kunstfertig zu Flößen zusammenbanden und auf den Wasserweg nach Bremen brachten. Vor einigen Jahren schwamm ein letztes, aus besonderem Anlaß gefertigtes Floß am Holzmindener Kai vorüber. Das Fernsehen hatte es in Auftrag gegeben, um wenigstens die Erinnerung an dieses alte Gewerbe festzuhalten. Heute rollen die langen Stämme unmittelbar von den Schlägen auf Lastwagen an ihre Bestirnmungsorte.

13. Die Weser loekt zu allen Jahreszeiten die Angler an, die mit ihrer 'Hungerpeitsche' - wie die Spötter sagen - geduldig auf der Kaimauer stehen und auf Beute hoffen. Während, wenn man ihren Erzählungen Glauben schenken darf, früher der Tisch der Familie von den Fängen immer gedeckt werden konnte, ist die Aussicht darauf heute leider sehr gering. Verschmutzung und Versalzung der Weser wirken sich hier sehr nachteilig aus. Aber die Angler halten aus, auch bei Wind und Wetter. Angeln soll sehr beruhigen!

14. Diese Idylle zwischen Hafen und Weserbrückenrampe ist leider verschwunden. Hier, wo einst die Burg der Eversteiner Grafen stand, ist inzwischen eine moderne Jugendherberge gebaut worden. Ihr mußten diese alten traulichen Fachwerkbauten weichen. An ihrer Stelle erhebt sich in Erinnerung an die längst dem Erdboden gleichgemachten Burg ein dem alten nachempfundener runder Turm. Auch er hat seine Geschichte: Als er halb fertig war, stellte man fest, daß er aus dem Lot geriet. Hätte man ihn se fortgeführt, hätte er dem 'schiefem Turm ' von Pisa geähnelt. Eine solche 'Attraktion' wollte die Stadt nicht. Der Meister mußte einem anderen weichen!

15. Dieses stattliche Haus an der Weser, dessen Fachwerkfassade heute freigelegt und erneuert ist, zählt zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Hier zog einst gegen Ende des 17. Jahrhunderts der Abt Toppius ein, was dem Haus die Bezeichnung 'altes Abtshaus' einbrachte. Wegen seiner Lage am Strom vermuteten viele darin eine Wirtschaft. Die Bewohner beklagten, daß man 'hier bald Bier und Brandwein, bald Toback kaufen' wollte. Andere glaubten, hier wohne der Zolleinnehmer. So enstand wohl auch die unzutreffende Bezeichnung 'altes Zollhaus', die noch heute oft verwendet wird. Inzwischen ist dem Haus eine 'neue Schürze vorgebunden' worden. Der hier noch mit Platten behängte Giebel ist neu in Fachwerk aufgeflihrt worden, was dem Ansehen des Gebäudes sehr zugute kommt.

16. Hier am alten 'Steinhof" erzählt der Großvater dem Enkel von Holzmindens großer Vergangenheit. Einst war hier die 'Burgfreiheit ', Gleich links erhob sich die wehrhafte Burg der Grafen von Everstein. Das stolze Fachwerkhaus bewohnte im 17. Jahrhundert der Generalsuperintendent und Abt von Amelungsborn. Hinter den Gleisen der Hafenbahn, wo heute das 'Strandhotel' seine oben gerundete etwas deplacierte Fassade zeigt, wurde bei der Verlegung der Klosterschule in die Stadt 1760 vorübergehend das Gymnasium angesiedelt. Der freie Platz - heute ein begehrter Parkplatz - diente, wenn der alte Marktplatz nicht ausreichte, als Nebenmarkt und führt daher noch heute die Bezeichnung 'Johannesmarkt' .

17. Das 'Tillyhaus' von 1609 ist eins der wenigen Häuser, die den großen Brand von 1620 überstanden haben, Eine Inschrift in lateinischen Distichen bezeugt, daß Nikolaus Thesmar dieses Haus errichtete und von Herzog Julius zinsfrei den Platz hierfür erhielt. In diesern Haus soll der große Feldherr Tilly, als er in der Stadt war, sein Quartier aufgeschlagen haben. Spater war es längere Zeit hindurch die Wohnung des Bürgermeisters. Man sieht, wie der Zahn dieser Zeit ständig daran genagt hat. Es wäre schade, wenn dieses ehrwürdige Bauwerk eines Tages den Weg alles Irdischen gehen müßte.

18. Hier sieht man den großen Marktplatz um die Jahrhundertwende. Das alte Rathaus und das Brauhaus, die einst beide hier ihren Standort hatten, sind längst abgerissen, Die damals jungen Linden sind inzwischen zu ansehnlichen Schattenspendern herangewachsen. Den bekiesten Platz ziert damals bereits der Brunnen, um den sich heute während des gut beschickten Wochenmarktes Händler und Käufer scharen. Das hohe Gebäude im Hintergrund ist das einst renommierte 'Hotel Reichskrone'. Die Architekten wollten 'hoch hinaus', als sie solche Gebäude konzipierten! Obwohl Sitz einer Bauschule, hat sich Holzrninden auch seine 'Bausünden' geleistet.

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