Holzminden in alten Ansichten Band 1

Holzminden in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Kretschmer
Gemeente
:   Holzminden
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2279-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Holzminden in alten Ansichten Band 1'

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19. Hier zeigt sich der Markt von der anderen Seite. Die Häuser um ihn herum sind fast durchweg in Fachwerk errichtet. Die Besitzer haben sie jedoch teils verputzt, teils mit Sandsteinplatten behängt. Fachwerk galt in jener Zeit als 'bäuerlich' und damit nicht vornehm, Dem Marktplatz benachbart liegt der Kirchplatz. Aus .ihm ragt der Turm der Lutherkirche heraus. Übrigens heute sind rund um den Marktplatz Fachwerkhäuser wieder im alten Glanz zu bewundern, darunter auch das 'Haus des Handwerks'.

20. Zu zahlreichen Schützenvereinigungen haben sich Bürger der Stadt zusammengeschlossen, um den Schießsport und Geselligkeit zu pflegen. Die älteste ist die Bürgerschützengesellschaft von 1668. Dieses Gruppenbild entstand im Jahre 1926. Eine Besonderheit der Holzmindener Schützen ist das 'Fahnenschwenken' das beim Schützenfest auf dem Marktplatz und vor dem Rathaus dargeboren wird, Das Schützenfest erinnert an den alten 'Schüttenhoff" , der früher oft so ausgiebig gefeiert wurde, daß sich der Herzog wiederholt veranlaßt sah, ihn zu verbieten, weil 'die gemeine Wohlfahrt des Ortes dadurch merklich gehindert worden.'

21. Am 23. August 1898 brachte ein orkanartiger Sturrn, der mit Wolkenbrüchen verbunden war, den '180 Fuß hohen' Turm der Lutherkirche zum Einsturz. Wie durch ein Wunder hatte sich der Turmhelm, ohne daß es bei dem Tosen des Wetters in der Nachbarschaft bemerkt worden war, der Lange nach über den Kirchplatz und die Kirchstraße gelegt, so daß er mit Spitze und Knauf vor die Gartentür des Büttner'schen Hauses geschleudert wurde, Da liegt er nun, von neugierigen Bürgern bestaunt. Von diesem einmaligen Unwetter erzählten die Holzmindener noch viele Jahrzehnte hindurch. Sie waren noch fast so beeindruckt wie ihre Eltern, die man im Bilde sieht.

22. Ohne Turmspitze zeigte sich die Kirche einige Jahre dem Beschauer. Man überlegte, ob es nicht sinnvoll sei, auf den Wiederaufbau zu verzichten und die Kirche von Grund auf neu zu bauen. Zum Glück fand sich jemand, der bezeugte, daß der Turm noch im Fallen von einem Blitz getroffen worden war. So konnte die Versicherung bei der Wiederherstellung zur Kasse gebeten werden. Am 29. August 1899 wurde der neue Turm gerichtet und am 2. Dezember 1900 die Kirche wieder geweiht. Daneben sieht man ein Spritzenhaus im klassizistischen Baustil. Heute ist dieses und das alte Wohnhaus im Vordergrund abgerissen und der Kirchplatz so freigelegt.

23. In Holzminden war man immer gut lutherisch, beging das Reformationsfest und feierte auch sonst den Reformator bei manchem Anlaß. Diese Bilder stammen von einem Lutherfest im Jahre 1901. Da jenseits der Weser im Corveyischen fromme Katholiken wohnten, trugen die Jugendlichen über den Strom hinweg kleine konfessionelle Streitigkeiten rnit Verbalinjurien aus. 'Luthersche Sweine!' tönte es dem Vernehmen nach herüber. 'Katholische Böcke!' wurde zurückgegeben, vielleicht auch manchmal in umgekehrter Reihenfolge. Heute arbeitet man ökumenisch zusammen. Die Zahl der Katholiken ist durch den Zuzug Vertriebener erheblich gestiegen.

24. Dies ist das ehemals Büttner'sche Patrizierhaus Kirchstraße 4. 'Enim non habernus hic manentem civitatern, sed futurum inquirirnus' steht seit alten Tagen geschnitzt in einern Hausbalken. Aber der Abt Toppius nahm dies gegen Ende des 17. Jahrhunderts nicht so genau. Er brachte das Haus, das bisher als Pfarrhaus gedient harte, durch Kauf an sich und entfremdete es so seinem ursprünglichen Zweck. Von ihrn erwarb es 1682 der herzogliche Steuererheber Knorr.

25. Da die Stadt in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges total zerstört wurde, sind viele wertvolle Baudenkmäler mit zugrundegegangen. Aus der Renaissancezeit stammt dieser Epitaph der Familie Wulbrand aus dem Inneren der Lutherkirche (St. Marien), für dessen Erneuerung die hier ansässige Familie Leusmann um die Jahrhundertwende Sorge trug. Er ziert die sonst an Schmuck nicht gerade reiche evangelisch-lutherische Kirche.

26. Dies ist ein malerischer Winkel in der Altstadt, der Lutherkirche unmittelbar benachbart. Die Häuser, mit schweren Sollinger Sandsteinplatten eingedeckt, stehen eng beieinander. Auch die Hausgiebel wurden in früheren Zeit gern mit Sandsteinplatten behängt, um das Lehmfachwerk vor dem Wetter zu schutzen. Das holprige Straßenpflaster ist hier bis in unsere Tage erhalten. Darüber sind sicher im vorigen Jahrhundert schon die Gymnasiasten geeilt, wenn sie am frühen Morgen dem nahen Gymnasium im klassizistischen Bau zustrebten.

27. Hier, im 'Goldenen Winkel', wo auch damals schon kein Gold zu finden war, wuchs der am 8. September 1831 in dem kleinen Nachbarstädtchen Eschershausen geborene Dichter Wilhelm Raabe auf, der später stolz verkündete, daß er 'urn das Jahr 1840 unter dem alten wackeren Schulrat Kokenius' in dem alten klassizistischen Schulgebäude an der Weser 'mal eine Schulbank abgerieben' habe. Seine Kinderstube hier in der alten Gasse hat er immer in liebender Erinnerung behalten und die Stadt Holzminden in vielen seiner Werke verewigt.

28. Die Stadt hat ihrem Dichter, dem sie soviel verdankt, sogar ein Denkmal gesetzt. Hier sieht man den 'Raabe-Brunneri' an einer Straßenecke der Altstadt. Auf schlanker Sandsteinsäule sitzt Klaus Eckenbrecher, der nichtsnutzige Sohn des Holzmindener Stadttrompeters aus Raabes Roman 'Der heilige Bom' und ruft dem Beschauer das Raabewort zu: 'Bleib in den Stiefeln, Mensch, solange als möglich!', das die Holzmindener gern beherzigen. Ein altes Bürgerhaus mit traditionellem Fachwerk bietet den passenden Hintergrund für die Statue. Das Wasser tröpfelt nur. Die Holzmindener sind sparsam, auch wenn sie einmal großzügig waren.

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