Holzminden in alten Ansichten Band 1

Holzminden in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Kretschmer
Gemeente
:   Holzminden
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2279-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Holzminden in alten Ansichten Band 1'

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29. Der Wilhelmsgarten, ein beliebtes Vergnügungsetablissement am Rande der Stadt, war im alten Holzminden eine Stätte der Begegnung. Hier saß man unter schattigen Bäumen im weiten Garten auf eisernen Stühlen und probierte den Zichorienkaffee, den die Frau Majorin Heine einst auf der Durchreise entdeckte, als sie 1757 von heftigen GalJenschmerzen befallen wurde und vom Medikus einen Sud verordnet bekam, der aus der Wurzel der 'Wegwarte' gebraut war. Ihr behagte der Trunk nicht. Sie röstete die Wurzel, und das entstehende Gebräu mundete ihr so, daß sie es weiterernpfahl und so die Grundlage einer bedeutenden Industrie schuf.

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30. Das ist eine typische Straßenszene aus der alten Ackerbürgerstadt. Die Leiterwagen, mit denen Heu und Getreide vom Feld in die Stadt geholt wurden, sind am Straßenrand abgestellt. Das Geschäft zur Rechten bietet 'Materialwaaren' an. Links ein paar Bürgerhäuser von vornehmerem Charakter, ohne das sonst übliche Dälentor. Von dem hohen Severin'schen Fachwerkhaus wird noch zu reden sein. Das hochgiebelige Haus dahinter trägt ebenfalls Fachwerk unter den Sandsteinplatten. Vielleicht findet sich gelegentlich jemand, der es wieder freilegt. Das würde dem Stadtbild guttun. Der 'halbe Mond', nach dem die Straße benannt ist, war übrigens früher einmal ein Gasthaus.

31. Hier ist es in Großformat, das Severin'sche Haus, eine Zierde des Stadtbildes. 1683 erbaut, stand es jahrhundertelang im Eigentum der Familie Severin, bis es vor wenigen Jahren die Stadt erwarb, um es zu erhalten. Den bisherigen Eigentümern waren die hohen Instandsetzungskosten nicht mehr zuzumuten. Pferdegespanne sind in unseren Tagen leider aus dem Stadtbild völlig verschwunden. Auch so schöne handgeschmiedete Wetterfahnen sind leider selten geworden in der Stadt. Nach einer geeigneten dauernden Verwendungsmöglichkeit für das schönste Haus der Stadt wird noch gesucht.

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32. Rathaus, Kreisdirektion, Postamt, Forstamt, Clubhaus, alle diese repräsentativen Gebäude liegen in der Neuen Straße, der früheren 'Twetjc' am Rande der Altstadt, Ihren Abschluß bildet - hier im Hintergrund - das Gerichtsgebäude. Man nennt die Straße noch heute gern 'das Regierungsviertel', Übrigens, das Rathaus wurde einst als Schule gebaut und erst später umfunktioniert. Ein neues Rathaus zu bauen, das hatten die Stadtväter zwar einmal erwogen, den Plan aber wegen der hohen Kosten dann wieder fallengelassen.

33. Wenn es wieder schneit, wirken die alten Straßen und Gassen besonders anheimelnd. Die Menschen ziehen sich in ihre Behausungen zurück. Hier in der Niederen Straße, die zur Weser führt, sieht man zwei einsame Passanten. Das Haus in der Mitte des Bildes wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und abgetragen, Gegenwärtig wird die Baulücke durch einen Erweiterungsbau der benachbarten Sonderschule ausgefüllt,

34. Holzminden ist einerseits reich an alten Gassen dieser Art und auf der anderen Seite Standort bedeutender chemiseher Industriebetriebe, die Riech- und Geschmackstoffe herstellen. Beides verbindet eine Anekdote: In einer benachbarten Gasse war ein Schulmädchen wohnhaft, das nach Meinung der Lehrerin mit einem nicht ganz sauberen Hals zur Schule gekommen war. Als sie dies der Mutter dadurch verdeutlichen wollte, daß sie die Nackenhaut des Kindes mit einem alkoholgetränkten Wattebausch abtupfte, erklärte die Mutter empört: 'Joa, wenn Sie ihr chemisch reinigen!'

35. Dieses vertraute Bild, da ein Ackerbürger im Morgennebel den Naturdünger auf schwerem Wagen hinaus in die Feldmark fuhr, stammt aus früheren Tagen. Heute sind unsere Bauern natürlich mit Traktoren ausgestattet und wohnen - von wenigen Ausnahmen abgesehen - in neuen Höfen draußen vor der Stadt. Ein letzter Vetreter seines Berufsstandes kann sich noch nicht zur 'Aussiedlung' entschließen, auch wenn er damit die Stadtsanierung, die bereits angelaufen ist, behindert. Wer hätte kein Verständnis dafür! Aber die Zeit geht weiter.

36. Man sollte nicht glauben, daß sich dieser malerische Hofeingang heute noch mitten in der Stadt in der Halbmondstraße befindet. Hier wurde Jahrzehnte hindurch eine Essigfabrik betrieben und ein sehr begehrter Kornschnaps hergestellt. Hinter der Tür liegen die hölzernen Fässer. Kühn konstruierte Dachrinnen leiten das hier immer reichlich fließende Regenwasser ab. Hinter den stilechten Fenstern lagern manche wertvollen Altertümer aus Großvaters Zeiten.

37. Um 1880 hatte Otto Bornemann in der unteren Böntalstraße einen Restaurationsbetrieb eingerichtet. Daran anschließend legte er einen Garten an, in dem während der Sommermonate regelmäßig Konzerte durchgeführt wurden. Dort hörten die Holzmindener gern die Weisen, die der frühere Stabstrompeter und spätere Musikdirektor Gotthold Peter dirigierte. Ein Brunnenbecken aus Tuffstein bildete den Mittelpunkt der gärtnerischen Anlage, in der man sich auch gern zu einem Schoppen traf. Dort sah man damals, als Holzminden ein Landgericht beherbergte, Richter und Anwälte friedlich miteinander zechen.

38. Zahlreiche Aufnahmen aus alten Zeiten stammen vom 'Fotohaus Liebert", das über einhundert Jahre lang hier seßhaft ist und das Stadtgeschehen im Bilde festgehalten hat. Hier hat Otto Liebert im Jahre 1888 seinen Sohn Albrecht dargestellt, wie er in Opas Sessel mit Hausmütze und Tabakspfeife posiert. Er folgte dem Vater später im Atelier. Die alten Kameras haben Museumswert. Das Bildarchiv birgt viele Kostbarkeiten. Vielleicht reizt dieses Bild dazu an, noch mehr davon der Öffentlichkeit zu übergeben.

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