Holzminden in alten Ansichten Band 1

Holzminden in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Kretschmer
Gemeente
:   Holzminden
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2279-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Holzminden in alten Ansichten Band 1'

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39. Holzminden hatte in alter Zeit nur spärliche Wehranlagen und keine wehrhaften Türme. Um das Stadtbild zu verschönen, errichtete die Stadt, als die Siedlungen die Grenzen der Altstadt überschritten und Straßendurchbrüche nötig wurden, zwei Torhäuser. Dieses am Katzensprung nahm das Heimatmuseum auf, in dem seit 1926 wertvolle Erinnerungsstücke aufbewahrt werden. Unter dem Bogen haben zahlreiche Grabsteine und Hausbalken einen Platz gefunden. Dort ist auch ein Stein aus der 1938 zerstörten Synagoge als Mahnung an Lebende und Kommende angebracht.

40. Diese alte niedersächsische Bauernstube findet sich heute im Heimatmuseum. Zwischen den Kriegen waren solche Möbel und irdene Geschirre noch in manchem bäuerlichen Haushalt zu finden. Übrigens, die hiesigen Bewohner waren zu allen Zeiten nicht etwa Kostverächter. 'Freten macht Spoaß!' lautet ein alter Wahlspruch. Das Heimatmuseum bewahrt auch zahlreiche gußeiscrne Ofenplatten auf, wie sie vor zweihundert Jahren die Stubenöfen verzierten. Biblische Szenen und braunschweigische Herrschaftssymbole zieren die Vorderseiten.

41. Am 20. Juli 1928 erging ein Aufruf an die Burgerschaft, in dem die städtischen Körperschaften und Verbände zum Bau eines Jugendheimes aufriefen, das zu Ehren des Repräsentanten der Deutschen Republik errichtet werden sollte. 'Von dem Wunsche beseelt, jenseits aller trennenden weltanschaulichen, politischen und wirtschaftlichen Schranken den Gedanken der Einigung aller Volksgenossen zu einer großen Volksgemeinschaft zu fördern,' wurde dann dieser Torbau erstellt und erhielt die Inschrift 'Einigkeit und Recht und Freiheit'. Vier Jahrzehnte hat es der Jugend gedient. Heute freilich erfüllt es nicht mehr die an ein solches Haus gestellten Anforderungen.

42. Die Stadt konnte sich niernals große Sprünge leisten. Die finanzielle Decke war stets knapp. Als nach dem Ersten Weltkrieg der Ruf nach einer Jugendherberge laut wurde, baute man 1926 eine damals freiwerdende Umspannstelle für diesen Zweck aus. Unmittelbar neben dem neuen Krankenhaus fand damals die wandernde Jugend eine Bleibe. Das Haus trug die Inschrift: 'elektrischer funke sprang einstmals hier aus, / nun weihet die Stadt der Jugend dies Haus I sie hüte den funken der reinheit und treu, / dann bauet das Reich sie uns kraftvoll und neu.'

43. Die reifere Jugend schloß sich zwischen den Kriegen in Turnvereinen zusammen, um durch ständiges Üben den Körper zu stählen. Hier sieht man eine Gruppe aus Altendorf am Barren vor Schoppes Saalbau im Jahre 1928. Inzwischen hat die Stadt natürlicb moderne Turnhallen und Sportplätze geschaffen. so daß sowohl die Schulen als auch die zahlreichen Sportvereine ihre Kräfte messen können.

Hclzrninden EJrste und älteste Bangewerk

44. Dem Ortsfremden wird es vielleicht nicht recht verständlich sein, welche Bedeutung die Holzmindenet der 'Bauschule' beimessen. Und doch ist sie eine Einrichtung, die aus der Entwicklung der Stadt einfach nicht wegzudenken ist. Seit 1830/1831 der Kreisbaumeister Friedrich Ludwig Haarmann hier mit dem Unterricht für Baubeflissene begann, entwickelte sich die Baugewerkschule über die höhere Landesbauschule, die Banakademie für das Ingenieurwesen zur heutigen Fachhochschule. Dieses Haus wurde erst 1838 als Unterrichtsgebäude aufgegeben und später abgerissen, Das gleioho Schicksal erlitt übrigens das schon weit repräsentativere Haus im Hintergrund.

45. Auch dieses Gebäude aus der Zeit der Jahrhundertwende ist längst Historie. In den letzten Kriegstagen 1945 explodierte in seiner Nähe ein Lastwagen mit Panzerfäusten und setzte das Haus in Brand. Da die Löscharbeiten nicht planmäßig durchgeführt werden konnten, brannte das Dach völlig aus und fiel in sich zusammen. Auch die Unterrichtsräume fielen dem Feuer zum Opfer. Für den Unterricht standen nach Wiederaufnahme des Schulbetriebes nur einige Kellerräume zur Verfügung, Beim Wiederaufbau wurde auf die Pseudo-Renaissance-Giebel verzichtet. Nur durch eine vorbildliche Opferbereitschaft der Eltern und alten Herren gelang es, Baustoffe und Ausstattungsgegenstände für die Wiederöffnung und den weiteren Ausbau des Hauses zu beschaffen.

46. Der Lichthof der Bauschule wird noch heute gern für Ausstellungen und Feiern der Stadt benützt. Zur Zeit seiner Erstellung im Jahre 1900 war er für die Kleinstadt eine architektonische Glanzleistung, Die Stadt scheute damals keine Kosten, um das neue Schulgebäude nach modernsten Gesichtspunkten zu gestalten. Für 'ihre Bauschule' brachte sie finanzielle Opfer, denn sie hob das Wirtschaftsleben der Stadt, Viele Bauschüler heirateten Ho1zmindener Bürgertöchter. Dieses Bild zeigt eine Schulfeier am 12. Februar 1928.

47. Bauschuljubiläen waren für die Stadt Holzminden immer zugleich wahre Volksfeste. Aus solchem Anlaß legten die Maurer und Zimmerleute gern Proben ihres handwerklichen Könnens ab und erstellten Modellbauten. Dieses phantastische Stadttor mit Mauerattrappe entstand bei einern Fest anläßlieh des lOOjährigen Geburtstages des Gründers und der Grundsteinlegung für die neue Bauschule im April 1898. Aus diesem Anlaß erhielten der Direktor der Schule ein schmeichelndes Anerkennungsschreiben des Staatsministeriums, zwei ältere Lehrer das braunschweigische Verdienstkreuz und der drittälteste den Titel 'Baurneister', was ihr Glücksgefühl merklich erhöhte.

48. Aus Anlaß des 100. Geburtstages von Friedrich Ludwig Haarmann wurde ihm in Dankbarkeit ein Denkmal errichtet, das auf einem Platz zwischen der alten und der neuen Bauschule seinen Standort fand, inzwischen aber aus städtebaulichen Gründen mehrfach 'umziehen' mußte. Übermütige Studenten 'verzieren' und bemalen es gelegentlich zum Unmut seriöser Bürger, die für einen derartigen Ulk wenig Verständnis zeigen. Dem Platz vor der Fachhochschule ist übrigens zwischen den Kriegen die Bezeichnung 'Haarmannplatz' beigelegt worden. Er ist ein Verkehrsknotenpunkt erster Ordnung. Bis vor wenigen Jahren lag an diesem Platz das bekannte Hotel 'Buntrock', von dem die Bauschüler reimten: 'Buntrock liegt gleich nebenan, wo man einen heben kann.'

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