Holzminden in alten Ansichten Band 1

Holzminden in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Kretschmer
Gemeente
:   Holzminden
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2279-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Holzminden in alten Ansichten Band 1'

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49. Immer wieder findet sich ein Anlaß zum 'Jubeln'. Auch das 75jährige Bestehen der 'Herzoglichen Baugewerkschule" war Grund für eine Feier. Die Leitung der Schule blieb - wie zu sehen - in der Familie. Auch Gustav Haarmann war ihr Direktor (1864-1891). Die 'zweite' Schule, die durch Aufstockung um ein Geschoß 1871 zur 'dritten' wurdc, steht heute noch am Haarmannplatz und wird als Behördenhaus weiter genutzt. Wenn man bedenkt, daß diese Lehranstalt einmal mehr als tausend Besucher aufwies, so daß jeder siebente Bürger ein Bauschüler war, kann man ihre Bedeutung ermessen. Es gab einmal kaum eine Bauamtsstube in Westdeutschland, in der nicht ein 'Ehemaliger' Holzmindener amtiert hätte.

HUNDERT JAHRE BAUSCHULE HOLZMINDEN

Reihenfolge der Bilder im Filmstreifen von unten nach ebea: F.L.H ?? rmanD., Gründer der Scbule, Direktcr VOD 1&31-1864. Ältestes Schulbaus benutzt VOD 1831-1838. G. H ?? rm~ Dieektor VOD 1864-1891. Schulhaus VOD 1838-1902 L. HaarmaD.D, Direktor VOD 1891-1922- Da, neue Scbulgebäude VOD 1902 eb. Prof. Dr.-1D.J!. P. Klopfer, Direktor VOD 1922 ab. 1m Kreis: Die BauschuJe (Luftbild).

50. Natürlich wurde der 100. Geburtstag der Bauschule besonders festlich begangen. Inzwischen hatte 1922 die Leitung Professor DI. Ing. Paul Klopfer übernommen. Man sieht ihn oben, darunter seine drei Vorgänger aus der Familie Haarmann. Zur Erinnerung an den Gründer der Bauschule stiftete die Stadt Holzminden den 'Haarmannpreis' für den jeweils besten Absolventen. Die damit verbundene Bronze-Plakette trägt neben dem Bilde Haarmanns die Inschrift: 'Der Du nun 'Meister' bist, nimm Dir zum Vorbild den großen Menschen und Lehrer der Baukunst!' Verdienten Mitbürgern verleiht die Stadt als Anerkennung ebenfalls eine Plakette. Sie trägt unter einer Darstellung des Bauschulgründers den Vers: 'Viele Bürger bauen die Stadt, wenige prägen ihr Antlitz und mehren Ansehn und Wohlstand.'

51. Hier sieht man ganze Scharen von alten Herren der Bauschule vor dem Hotel 'Reichskrone' am Markt. Dort hatten die Ortsgruppen Hannover und Dortmund 1931 ihr Standquartier. Aber auch aus Amerika waren Ehemalige angereist, um in der alten Schulstadt ein Wiedersehn zu feiern. Auf einem Festwagen wurden Modelle der alten Bauschule und der Westfalenhalle mit durch die Stadt geführt. Die alten Herren sangen das schöne Kommerslied: 'Viele Wege führn nach Rorn, einer nach Holzminden .. .' Noch heute gibt es in der Stadt mehrere farbentragende Verbindungen, die zum Teil hier eigene Heime unterhalten und sich mit den 'alten Herren' zu geselligen Veranstaltungen zusammenfinden.

52. Nach Aufgabe des alten Schulgebäudes an der Weser hat das Gymnasium 1896 ein neues Haus in der Wilhelmstraße bezogen und den alten Wahlspruch 'Deo et litteris' um 'patriae' (dem Vaterland) erweitert. Hinter der Eingangstür liegt der 'Remter', und in der Aula hängt ein riesiges Ölgemälde von Professor Büttger, auf dem das Kloster Amelungsborn dargestellt ist. Dort hatte die Vorläuferin des Gymnasiums ihren Ursprung. Die Klosterschule war beim Herzog in Verruf geraten, weil sich ihre Zöglinge anstatt den Studien 'der Wilddieberei' hingegeben haben sollen. So wurde sie mit der Holzmindener Stadtschule vereinigt und hierher verlegt. Vom Land ging das Gymnasium vor Jahren an die Stadt über, die es inzwischen dem Landkreis als neuem Schulträger übergeben hat, da mehr als die Hälfte der Schüler aus der Umgebung der Stadt stamrnt.

53. Auf diesem Gruppenbild, das um die Jahrhundertwende entstand, findet sich eine Reihe ehemaliger Lehrer des Gymnasiums, die für 'alte Holzmindener' heute noch ein Begriff sind. Fünf Jahre davor war das neue Gebäude, vor dessen Portal die Aufnahme entstand, feierlich seiner Bestimmung übergeben worden. Büttger war Zeichenlehrer und Kunstmaler. Er hatte als solcher hohen Ruf. Heusinger war der Vater zweier bedeutender Persönlichkeiten unserer Zeit. Der eine war erster Generalinspekteur der Bundeswehr, der andere Präsident des Bundesgerichtshofes. Der Bürgerrneister reimte dazu: 'Allerdings gibt's solche Brüder auch bei uns so schnell nicht wieder.'

54. Als 1874 die Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde, mußte natürlich auch eine Blaskapelle her. Hier sieht man sie, acht Mann stark. Es ist heute schwer, die wackeren Bläser zu identifizieren. Drei von ihnen sind namentlich bekannt: der Gastwirt Helmholtz, der Schneidermeister Rosenke und der Maurer Schwabe. Sie fanden sich in guter Gesellschaft, denn es ist überliefert, daß der Bürgermeister Cruse selbst das Amt des Kreisbranddirektors übernahm und sich damals sogar die Gymnasiasten nicht zu fein zum Löschen dünkten. Sie stellten einen eigenen Zug. Die Firma C.A. Brandt erfand übrigens für ermattete Feuerwehrmänner damals einen besonders schmackhaften Likör, den 'Feuerwehrbitteren'.

SS. Inzwischen sind zweiunddreißig Jahre ins Land gegangen seit der Gründung der Wehr. Die technische Ausrüstung ist zeitgemäïs verbessert. An der Steinbreite wird am Gasthof 'Tivoli' geübt, einer Gaststatte mit Tradition, die Carl Fohrbeck dort betrieb. Fachwerkhäuser dieser Art fingen leicht Feuer. Im Restaurant konnte man hinterher gleich auch den Durst löschen, der sich bei der Übung einstellte. Die Freiwillige Feuerwehr hat sich fort und fort entwickelt, ist modern ausgerüstet und fand dadurch höchste Anerkennung, daß der Niedersächsische Landesfeuerwehrtag in der Nachkriegszeit bereits zweimal in den Mauern der Stadt durchgeführt wurde. Heute unterhält sie zwar keine vollständige Musikkapelle, aber ein ansehnliches Trommlerkorps.

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? 56. Man sollte es nicht glauben, aber das neugotische katholische Kirchlein rnit dern zierlichen Dachreiter ist nicht mehr. Hinter dem abgetreppten Backsteingiebel des Pfarrhauses steht heute ein modernes Gotteshaus, das 1972 geweiht wurde. Durch die Bevölkerungsvermehrung nach dem Zweiten Weltkrieg war auch die Zahl der Katholiken in der Stadt so angestiegen, daß sie in der alten Kirche keinon Platz mehr fanden. Da sic ohnehin reparaturbedürftig war, wurde sic abgerissen. So spiegelt sich heute nur noch das Pfarrhaus rnalerisch im Mittleren Teich.

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e 57. Am Mittleren Teich liegt auch die repräsentative Kauffmann'sche Villa, um die sich die umfangreichen Parkanlagen ausdehnen. 'Kauffrnanns Garten' nennt man sie noch, denn ein wesentlicher Teil davon gehörte früher dem Eigentümer der Villa, der zugleich amerikanischer Konsul war. Selbstbewußt läßt er im Bild seine Fahne flattern. Dieser Teich sowie zwei weitere bereichern das Stadtbild. Hervorgegangen sind sie aus Wasserspeichern der ersten Holzmindener Industrien. Am Unteren Teich wurde einst eine 'Eisen-Fabrique' betrieben. Die Insel inmitten des Teiches wurde erhalten und wird heute, wie ehedern , von Schwänen umzogen.

58. Im Jahre 1865 wurde die Eisenbahnlinie Kreiensen-Holzrninden in Betrieb genommen, 1868 die Verbindung nach Köln hergestellt. Der Bahnhof Holzminden nahm damals auch die Post mit auf. Der hier amtierende 'Stationsvorsteher 1. Klasse' und seine Mitarbeiter trugen Uniformen nach österreichischem Schnitt in hellblau mit gelber Ausstaffierung und ein hohes Käppi, Holzminden war von Kreiensen her mit der Bahn nur durch einen langen Tunnel zu erreichen, was dem Weserdistrikt die etwas wegwerfend klingende Bezeichnung 'Land hinter dem Tunnel' einbrachte. Auf einen braunschweigischen Beamten, der damals nach Holzminden versetzt wurde, reimte ein Sonntagsdichter den Vers ' ... und zur Verbüßung seiner Sünden schickte man ihn nach Holzminden'.

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