Holzminden in alten Ansichten Band 1

Holzminden in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Kretschmer
Gemeente
:   Holzminden
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2279-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Holzminden in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

59. Im Jahre 1910 wurde das ein Jahr zuvor in Hohegeiß im Harz gegründete, auf den Ideen von Hermann Lietz fußende Landschulheim nach Holzminden verlegt. Am Rande des Sollings entstanden die Baulichkeiten, als 'Oberhaus' und 'Unterhaus' bezeichnet. Seit 1924 wird die Schule als 'gemeinnützige Stiftung' betrieben. Die Stadt bemüht sich, ihr trotz Ausweitung des bebauten Stadtgebietes in Richtung Solling den notwendigen Lebensraum zu erhalten. Das Heim führt zum Abitur und wird von zahlreichen Schülern aus dem Ausland besucht.

60. Die Schüler, Lehrer und sonstigen Mitarbeiter des Landschulheimes verstehen sich als eine große Familie. Die Bezeichnungen 'Muhmc' und 'Ohm' für alte, um das Heim verdiente Menschen drückte dies aus. Festliche Stunden begeht man in der 'Hohen Halle' oder, wie hier, im grofsen Freigelände unter dem Heim. Die Schüler finden ausnahmslos im Internat Unterkunft. Während bis vor einigen Jahren Einheimische hier kaum Aufnahme fanden, wird dieser Grundsatz inzwischen nicht mehr so streng beachtet.

61. Dies ist die Familie des um die Mirte des 19. Jahrhunderts hier amtierenden Advokaten und Notars Adolf Bach, der die Tochter des Holzmindener Generalsuperintendenten Rägner geehelicht hatte. Wer sollte damals, als das Bild entstand, ahnen, was aus den beiden Töchtern und den drei Söhnen einmal werden würde? Vnter dem Bild ist es jeweils vermerkt.

62. Im Juni 1909 hatte die Stadt Holzminden hohen Staatsbesuch. Der Herzogsverweser aus Braunschweig, Prinz Johann Albrecht zu Mecklenburg, war da. Hier durchfährt er in der schweren Staatskarosse eben die Neue Straße und passiert dort das Hampc'sche Haus mit dem altrnodischen Balkon. Winkende Schulmädchen und zylinderschwenkende Bürger säumen seinen Weg. Überall waren Bilder des hohen Besuchers angenagelt. Der Festabend fand irn Clubhans statt. Alle die daran teilnehmen durften waren hochbeglückt,

63. Von der Residenz in Braunschweig war der hohe Gast zum Besuch in Holzrninden in einem modernen Kraftwagen angereist. Noch vollgurnmibereif't, war das Reisen darin - wie der Prinz Vertrauten verriet - wahrlich kein Vergnügen. Aber es ging eben schneller. Die Hofkutsche war vorausgeschickt worden, daruit die Holzmindener ihrern Herrscher offen ins Auge blieken konnten. Die örtliche Zeitung, der 'Tägliche Anzeiger", wollte nicht zurückstehen und hatte sich, wie man sieht und arn Kühler liest, ebenfalls motcrisiert. Eine Nummer kleiner, versteht sich, aber ebenfalls 'über die Toppen geflaggt ' 1

64. Die Zeit drängte an jenem Junitage 1909, wie immer bei protokollarisch vorbereiteten Staatsbesuchen. Hier schreiter der Herzogsverweser an der Seite des Bürgermeisters an der Bauschule vorbei. Der Besuch des Gymnasiums mußte verkürzt werden. Der Gymnasiast Adolf Hesinger - später erster Generalinspekteur der Bundeswehr - konnte eben das eingelernte Gedieht vortragen, dann 'dampfte' der hohe Besucher davon. Ein mannhafter Schüler schrieb in den Belicht, der erhalten ist: 'Rcisende soll man nicht aufhalteri!' Er hatte beobachtet, daß der Minister dem Herzog mit der Uhr in der Hand das 'Consilium abeundi' erteilte.

65. Während des Ersten Weltkrieges befand sich am Rande des Sollings ein großes Gefangenenlager, in dem Soldaten und Zivilpersonen interniert wurden. Ein damals von französischen Gefangenen angelegter Feldweg führt noch heute die Bezeichnung 'Franzosenweg', Ein ehemaliger Internierter lobt die 'kleine Stadt Holzminden - trotz teutonischer Maßnahmen - als eine der angenehmsten Gegenden und Panoramen von bemerkenswerter Schönheit', Hier sieht man das Kommando und Wachpersonal zwischen den Baracken.

66. Wie ein Pfahl ragte das alte Dorf in den Korper der sich immer mehr zum Solling hin ausdehnenden Stadt. So entstand in den Jahren nach dem Ende des Ersten Weltkrieges der Wunsch, die Gemeinde in die Stadt cinzugliedem. Das Parlament in Braunschweig entsprach diesem Verlangen. Die Altendorter aber ergaben sich nicht kampflos. Sie gingen bis vor den Staatsgerichtshof in Leipzig. Dort wurde im Januar 1922 entschieden, daß die Eingemeindung rechtrnäßig erfolgt war. So ergab man sich in sein Schicksal. Dieses Bild stammt aus jener Zeit,

67. Ein stiller Winkel in Altendorf. Das alte Fachwerkhaus im Vordergrund ist als Verkehrshindernis längst der Spitzhacke zum Opfer getallen. 'Hellers Krug' hingegen, das benachbarte Haus, ist ein renommiertes Lokal. Im Jahre 1756 erbaut, hat es durch die Jahrhunderte als gastliche Stätte gedient. Das schwere Dach aus Sollingstein hat den Charakter des 'alten Dorfes' bewahrt. An dem Fachwerkhaus fließt im steingefaßten Bett die 'diirre Holzrninde' vorbei, die vom Solling her kommt und einst der Stadt zu ihrem Namen verholfen hat. An der alten Burg, wo die 'Herren' saßen, hieß sie denn auch 'Herrenbach '.

" ?.. ~ .

. \":':' .

'~':f .. )

-,

~ ..

68. So präsentierte sich früher das kleine Türmchen der St.-Paulikirche im Ort steil Altendorf. Als das Gotteshaus in den fünfziger Jahren einen gründlichen Umbau erfuhr und erweitert wurde, ersetzte man den Dachreiter durch einen repräsentativeren Turm. Das glaubten sich die Altendorfer schuldig zu sein, gilt doch ihre Kirche als die älteste der Stadt und stammt in ihren Grundfesten noch aus der Zeit, da es 'duo Holtesminne' gab. Um die Kirche breitete sich früher der Friedhof aus, von dessen Existenz noch einige steinerne Monumente Zeugnis ablegen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek