Holzwickede in alten Ansichten

Holzwickede in alten Ansichten

Auteur
:   Herbert Wilhelmy
Gemeente
:   Holzwickede
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6649-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Holzwickede in alten Ansichten'

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Einleitung

Die Gemeinde Holzwickede, wie sie sich jetzt darstellt, ist nur etwas mehr als dreißig Iahre alt. Im Iahre 1968 wurden die (Alt-)Gemeinde Holzwickede mit ihren früheren Bauerschaften Holzwickede, Natorp, Dudenroth und Rausingen und die Gemeinden Hengsen und Opherdicke durch ein Landesgesetz zu der heutigen Gemeinde Holzwickede zusammengeschlossen. Die einzelnen Glieder dieser neuen Gemeinde hatten aber eine jahrhundertelange gemeinsame Vergangenheit, da sie bis zum Beginn des 20. Iahrhunderts alle zum Kirchspiel Opherdicke gehörten. In Opherdicke waren die Kirchen, die Schulen und der Friedhof und hier steht auch das wohl älteste Bauwerk der Gemeinde: derTurm der heutigen evangelischen Kirche, der aus dem 11. Jahrhundert stammt und vermutlich schon einen Vorgänger aus der Karolingerzeit hatte. Wenn es auch Beurkundungen über Güter und Höfe im Raum Holzwickede erst relativ spät ab dem 11. Jahrhundert gibt, so kann doch davon ausgegangen werden, dass der Ortsteil Opherdicke zu Recht im Iahre 1950 sein 1 OOO-jähriges Bestehen gefeiert hat.

Der frühere Ortsteil Holzwickede, im Tal an der Emscherquelle gelegen, und Opherdicke und Hengsen auf dem Haarstrang waren viele hundert Iahre rein dörflich. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde dann im Süden

und Südosten der Gemeinde erstmals Steinkohle gefunden und abgebaut. Sie lag hier unter einem nur sehr dünnen Deckgebirge und trat stellenweise sogar zutage, so dass sie in 'Pingen' (Schürflöchern) gewonnen werden konnte. Anfangs förderten die Bauern mit ihrem Gesinde nach Feierabend und im Winter noch selbst die Kohle, aber allmählich veränderte sich das Bild. Schon 1598 wurde ein Bernhardt von dem Rombergh mit einem Erbstollen belehnt und um 1600 belieferten die Holzwickeder Kohlengruben bereits die Salzwerke in Unna. Bald wanderten auch berufsmäßige Bergleute, vor allem aus dem Harz, zu. Der Wandel zur Industriegemeinde beschleunigte sich dann rasant mit dem Beginn des Tiefbaues am Brauck (1846 zwei schräge Stollen) und der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Dortmund-Soest (1855). Schon ein Jahrzehnt später wurde in Rausingen nahe der Eisenbahnlinie der erste senkrechte Schacht der Zeche Caroline auf eine Teufe von etwa 350 Metern niedergebracht. 1867 durch die Eisenbahnstrecke Hagen - Holzwickede- U nna - Hamm nun auch zum Eisenbahnknotenpunkt geworden, stieg die Einwohnerzahl stark an (1818: 887 Einwohner, 1900: 6 050).Vor allem wuchs die (Alt-)Gemeinde Holzwickede, die im Iahre 1950 schon 8 983 Einwohner hatte, während in Hengsen 1 230 und in Opherdicke 832 Menschen

wohnten. Der Schwerpunkt des Gemeinde- und Wirtschaftslebens hatte sich eindeutig ins Tal nach Holzwickede verlagert.

Die Auswahl der Bilder ist - von wenigen Ausnahmen abgesehen - auf die Zeit von etwa 1920 bis 1960 beschränkt. Das sind Jahrzehnte großer Not: Die Inflationszeit nach dem Ersten Weltkrieg, die Zeit der NS-Herrschaft mit dem Zweiten Weltkrieg und die schlimmen Zeiten danach, als in Holzwickede durch die Stilllegung der Zeche Caroline, die Schließung des Bahnbetriebswerkes und der Stückgut-Umladehalle weit mehr als 1 000 Arbeitsplätze verloren gingen. Von 'Goldenen Zeiten' ist also wenig zu sehen.

An die gezeigten Straßenzüge, Bauwerke, Betriebe, Schulen und natürlich die Einrichtungen der Eisenbahn und der Zeche, die für Holzwickede damals eine so große Bedeutung hatten, werden sich viele ältere Mitbürger noch gern erinnern, auch wenn manche Häuserzeile jetzt längst abgebrochen oder den Bomben des Zweiten Weltkrieges zum Opfer gefallen ist. Die Jüngeren wird es interessieren, wie es in ihrem Heimatort vor fünfzig oder mehr Iahren einmal ausgesehen hat. Und selbstverständlich dürfen auch die Menschen nicht fehlen, die in dieser Gemeinde gelebt haben.

Da sowohl der dargestellte Zeitraum als auch der Umfang des Bildbandes begrenzt ist, wird nicht jeder alles finden, was er erwartet hat. Der Bearbeiter war aber bemüht, einen möglichst repräsentativen Querschnitt des Bildes, das die Gemeinde Holzwickede von der 'Weirnarer Zeit' bis in die Zeit des 'Wirtschaftswunders' geboten hat, vorzustellen. Das Bildmaterial verdanke ich zum großen Teil dem Archiv der Gemeinde Holzwickede, aber auch viele Bürger der Gemeinde haben mit ihren Fotos dazu beigetragen, dass dieses Büchlein entstehen konnte. Dafür sage ich herzlichen Dank.

1 Einen 'Cruß aus Holzwickede' stellte diese Ansichtspostkarte aus dem Iahre 1890 dar und ein Gruß aus Holzwickede möchte dieser kleine Bildband für alle Freunde der Emschergemeinde sein. Bei diesen frühen Postkarten war die ganze Rückseite der Empfängeranschrift vorbehalten; für Mitteilungen an den Adressaten stand nur ein kleines Eckchen zur Verfügung. Die Karte zeigt in Miniaturen im Uhrzeigersinn, beginnend unten links, die Zeche Caroline mit den Eisenbahnanlagen davor, dann oben die Gastwirtschaft C. Luicke an der heutigen Hauptstraße (später Poth, heute

REWE), dann den Bahnhofsbereich (hinter der Drehscheibe ist die frühere Fußgängerbrücke über die Bahngleise deutlich zu erkennen) und schließlich oben rechts die Steh-

feri'schen Anstalten mit dem Hellweger Erziehungshaus (bis 1943) und der Präparandenanstalt (bis 192 2). Die Gebäude fielen 1945 den Bomben zumOpfer.

2 Das Haus Dudenroth, hier ein Bild von 1950, war ein alter Adelssitz, der bereits 1246 urkundlich erwähnt wird (Henrich von Duddenrode) . Im 15. Jahrhundert ging das Gut auf die Freiherren von Hövel über, die es vierhundert Iahre besaßen. 1839 wurde es an eine Familie Ebbinghaus verkauft. Schließlich, im Iahre

1897, übernahm die Zeche Caroline - im Zusammenhang mit der Entschädigung aufgetretener Bergschäden - den Gutshof. Zusammen mit der Zeche Caroline und dem Schulzenhof erwarb 1927 die VEW (Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen)

das Haus Dudenroth, die es weiterhin landwirtschaftlich nutzte. Gegen starke Bürgerproteste wurde der Hof 1 976 abgebrochen.

3 Blick nach Süden auf Holzwickede im Iahre 1942. Rechts ist die Zeche Caroline mit dem 1 930 in Betrieb genommenen neuen Schacht, der Kohlenwäsche, der Brikettfabrik und der Waschkaue zu sehen. Das Verwaltungsgebäude in der Bildmitte dient heute als Jugendzentrum 'Villa pfiffikus'. Jeweils ganz vorn sieht man rechts das Dach der Gaststätte Schopp und links das der Gaststätte Eickelberg. Beide wurden bei dem Bombenangriff vom 23. März 1945 zerstört. Links im Bild findet man die Unterführungen, deren nördliche (vordere) ebenfalls durch Bomben zerstört wurde, sowie ein

Stellwerk und den Wasserturm. Rechts neben der südlichen Ausfahrt aus der Unterführung sind die 'Kleine' und die 'Große Feme', Wohnhäuser für die Eisenbahnbediensteten, zu

sehen. Erstere wurde im Krieg total zerstört, letztere schwer beschädigt. Im Hintergrund erkennt man links die evangelische und rechts daneben die katholische Kirche.

4 Holzwickede wurde im Dezember 1860 Bahnstation, das Bahnhofsgebäude von 1873 wiederholt erweitert. Das Bild zeigt den Bahnhof nach der Erweiterung von 1899. Auf der südlichen Seite (im Vordergrund) liefhauptsächlieh der Durchgangsverkehr von und nach Hagen, auf der nördlichen Seite (hinter dem Bahnhofsgebäude) der Verkehr von und nach Dortmund sowie der Güterverkehr (zur Stückgut-Umladehalle und der Rangierverkehr). Zwischen den Strecken war die Zufahrt von der Unterführung (erbaut 1 9 11 ) zum Bahnhofsgebäude. Auf dem kleinen Bild links

ist am Wasserturm vorbei in Hintergrund die Zeche zu erkennen. An der Bahnhofstraße (unten rechts) die 'Große Feme', ein Wohnhaus für Eisenbahnbedienstete.

HOLZWICHEDE. Bahnhof

5 Die wiederholte Erweiterung des Rangierbahnhofs und die Anlage mehrerer Ablaufberge für die Zusammenstellung der Güterzüge in alle Richtungen machten auch eine Verbreiterung des Bahndammes und eine Verlängerung der Eisenbahnunterführung an der Wasserstraße erforderlich. In der Röhre ist noch die frühere kleinere Durchfahrt zu erkennen. Vorn rechts steht der Bauunternehmer August Garre aus Holzwickede, der die Arbeiten durchführte, mit einem Vertreter des Auftraggebers, der Eisenbahndirektion Elberfeld. Vor der Tunnelröhre ist das erste Auto von

Holzwickede und sein Besitzer Dr. med. Carl Voigt (mit seiner Gattin) zu sehen.

6 Das Betriebswerk Holzwickede hatte in den guten Zeiten der Eisenbahn siebzig bis achtzig Lokomotiven, die in Holzwickede stationiert waren und das Schild 'Bw Holzwickede' trugen, zu betreuen. Das Bild vom

14. September 1 92 0 zeigt einen Teil der Belegschaft, die die Lokomotiven nicht nur wartete, sondern auch kleinere Reparaturen vornehmen konnte. Die Lokomotiven wurden hier auch mit Kohle und Wasser versorgt. Das Betriebswerk wurde nach den Zerstörungen durch den Bombenangriff vom 23. März 1945 nur behelfsmäßig wieder in Betrieb genommen und 1 974 ganz geschlossen.

7 Ein Ereignis von besonderer Bedeutung war die Durchfahrt des 'Schienenzeppelins' , der auf seiner Probefahrt von Berlin nach Düsseldorf am 26. Juni 1931 um 12.23 Uhr den Holzwickeder Bahnhof passierte. Nicht nur die Leute auf den Bahnsteigen sahen interessiert zu, sondern auch entlang der Strecke hatten sich viele Erwachsene, ganze Schulklassen und Kinder postiert, um dieses Wunderding zu bestaunen. Das Versuchsmodell der Deutschen Reichsbahn, von Ingenieur Kruckenberg konstruiert, wurde von einem Propeller angetrieben.

Der stromlinienförmige

Leichtmetallzug durchfuhr den Bahnhof mit Personenzug -Geschwindi gkei t, erreichte aber auf freier Strecke 230 km/ho Der Kruckenberg- Triebwagen ist nie in Serie gebaut wor-

den, ist aber bis heute als etwas Außergewöhnliches in Erinnerung geblieben.

8 Die Stückgut-Umladehalle des Holzwickeder Bahnhofs hatte nach der Flaute Ende der zwanziger Iahre bis gegen Ende des Krieges wieder einen gewaltigen Aufschwung genommen, wozu nicht zuletzt auch der 1934 aufgenommene ergänzende Güterverkehr mit Lastkraftwagen beigetragen hatte. Hunderte von 'Gûterbodenarbeitern' waren hier beschäftigt, bis die Hallen und viele hundert Güterwagen am 23. März 1945 vor allem den Brandbomben zum Opfer fielen. Nur langsam ging es wieder aufwärts. Noch im Iahre 1953 (unserBild) hatten die Ladebühnen

keine Überdachung. Hier die sogenannte Feuerbühne, auf der brennbare Güter verladen wurden. Die Umladehallen wurden im Mai 1963 geschlossen.

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