Homberg in alten Ansichten

Homberg in alten Ansichten

Auteur
:   E. Kaiser
Gemeente
:   Homberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3265-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Homberg in alten Ansichten'

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Homberg.

19. Diese Partie an der großen Kirchtreppe zeigt die Nordseite des Marktplatzes um das Jahr 1920. Der schlechte Zustand des Mauerwerks der Treppe erklärt sich daraus, daß zu dieser Zeit der Raum unter der Treppe gewerblich nicht genutzt wurde, wie das heute wieder der Fall ist. Das benachbarte 'Haus unter der Kirchhoflinde' gehörte zu Beginn des Jahrhunderts dem Schuhmacher Johannes Roßbach. Heute ist es im Besitz von Adolf Zielke und zeigt wieder sein schönes Fachwerk. Im Mittelalter stand an dieser Stelle die sogenannte 'Garküche', Alle Häuser des Marktplatzes, die auf dem Bild in Erscheinung treten, haben ihr Fachwerk noch unter Verputz und Brettern versteekt, Die beiden Häuser neben der Engelapotheke von Carl Fischer, dem mächtigsten Fachwerkhaus der Stadt, trugen noch die Firmenbezeichnung Eduard Dithmar; man nannte ihn den 'Kaffee-Dithmar',

20. Unser Bliek geht auf das neben dem Hause des Schuhmachers Roßbach gelegene bescheidene Häuschen, das im Volksmund wegen seiner langgestreckten Gestalt der 'Möbelwagen' genannt wird. An der gleichen Stelle stand im Mittelalter die 'Bäckerschirne' , in der die Zunftgenossen der Bäckerzunft ihre Erzeugnisse zu verkaufen hatten. Als diese Schirn nach dem Verbot der Zünfte unter König Jerome verkauft und schließlich abgebrochen wurde, erwarb die Witwe des Müllers Gottfried Wiederhold 1820 den Bauplatz und ließ auf den alten Grundmauern ein Haus in ähnlicher Weise wiederaufbauen. Heute ist es in städtischern Besitz und das städtische Verkehrsbüro hat dort Einzug gehalten. Das Haus zur Rechten, neben der Treppe, wurde 1736 von dem Krärner Bernhardus Hoppach gebaut und gehört heute Frau Else Wicke. Das Vorgängerhaus war dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer gefallen. Darin wohnte 1295 der Pfarrer Reinhardus, einer der ersten Geistlichen der romanischen Kirche. Der Bau der spätgotischen Kirche begarm erst um 1340.

21. Bei diesern Bild der kirchlichen Jubiläumsfeiern aus dem Jahre 1926, denen wir an anderer Stelle unsere Aufmerksamkeit schenken, möge der Betrachter seinen Bliek auf die Häuserkulisse lenken. Auf der Ostseite des Marktplatzes ist die Löwenapotheke von Carl Exter baulich noch in ihrer ursprünglich klassizistischen Form erhalten. Das gleiche gilt auch im wesentlichen für das Liesesehe Eckhaus auf der Südseite. Das Nachbarhaus der Färberei Georg Hufschmidt, heute Wagnerseher Besitz, ist das Geburtshaus des hessischen Volksdichters Ludwig Mohr, 1722 wurde die Textilfirma Julius Rohde gegründet, die Ende des 19. Jahrhunderts Hartmannseher Besitz war und danach in die Hände von Jacob Wenzel überging.

22. Dieses Bildnis des in Homberg geborenen hessischen Volksdichters Ludwig Mohr wurde von Johannes Kleinschmidt nach dem Leben gemalt. Das Original hängt heute im Hornberger Heimatmuseum. Kleinschmidt wurde in einem Knülldorf geboren, erlernte in Homberg das Maler- und Anstreicherhandwerk und erhielt wegen seiner zeichnerischen Fähigkeiten das Stipendium zu einer akademischen Ausbildung in Dresden. Ludwig Mohr war eine Zeitlang in Homberg als Lehrer in der Schule am Marktplatz tätig. Dort, am Ausgangspunkt des Dörnbergschen Aufstandes von 1809, dürfte er die Konzeption zu seiner Erzählung 'Rot-Weiß' erarbeitet haben, deren Handlung in vielen Kapiteln in Homberg während der Franzosenzeit spielt,

23. Das Deutsche Haus am Marktplatz, ein Fünffensterhaus aus klassizistischer Zeit, wurde um 1903 als Restauratien von Christian Bock betrieben. Das Haus hatte, wie das Bild zeigt, noch eine breite Treppe, wie auch das Nachbarhaus. Beide Treppen sind dem Verkehr zum Opfer gefallen. Die Homberger Gaststätten verfügten zu jener Zeit nicht nur häufig über Billards und Kegelbahnen, sondern einige hatten auch ihre Sommerwirtschaft. Christian Bock betrieb sie unterhalb des Rundweges am Schloßberg unter der Bezeichnung 'Zur schönen Aussicht'; und in der Tat schaute man von dort weithin in die 'hessische Schrnalzgrube' hinein. Hier konnten die Hornberger Bürger ihren sonntäglichen Schloßberg-Spaziergang mit einem Umtrunk in den Terrassen oder in der überdachten Sommerhalle beenden. Die Gaststatte am Markt ist heute Eigentum der Binding Brauerei.

24. Ein wenig müde und verdrossen schaute um das Jahr 1930 der Weiße Hof in der Bildmitte mit schrägem Dach von Westen her auf den Marktplatz. Das alte, von den Bischefs herkommende Haus war Burgsitz und 1607 im Besitz des landgräf1ichen Rentschreibers Catharinus. Um 1720 kam es an den Kaufmann Johann Philipp Dithmar. Danach war es zweihundert Jahre lang eine namhafte Gaststätte am Markt. Heute gehört es dem Installateur Paul Breiding. Die beiden Häuser zur Linken wurden nach dem Dreißigjährigen Krieg wiederaufgebaut. Das rechte Haus, mit eindrucksvollen, viel älteren Kellergewölben, war 1721 Eigentum des Bürgermeisters Schönemann, das linke gehörte den Erben der Majorin Eckhardt. Der Eisenhandelskaufmann Carl Steinhardt kaufte im 19. Jahrhundert das linke Haus und erwarb 1877 das benachbarte hinzu. Seit 1955 sind beide Häuser in Fortsetzung der überkommenen Geschäftstradition Eigentum des Kaufmanns Georg Fey. Aufnahme: Denkmalarchiv Marburg.

25. Im Jahre 1911 hielt der zweite Löschzug der Freiwilligen Homberger Feuerwehr auf dem Marktplatz am festlich geschmückten Haus von Eduard Dithmar eine Übung ab, um der Bevölkerung den Stand der Ausbildung vor Augen zu führen. Der Inhaber des Hauses, Hermann Dithmar, präsentierte sich als Privatmann am Fenster im ersten Stock. Unter den Feuerwehrleuten sind auszumachen: Auf der Leiter Jacob Braun, auf der langen Leiter Georg Rothauge, ferner um das Gerät gruppiert Hermann Spieß, Jacob Henkel und Feuerwehrhauptmann 'Dickhauts Velten', der als Homberger Original noch heute in zahlreichen heiteren Begebenheiten weiterlebt. Ferner sind die beiden Homberger Polizisten Grede und Hagemann dienstlich vertreten.

26. Was der Photograph 1927 aus einem Fenster der Engelapotheke noch erfassen konnte, ist heute nicht mehr möglich. Der Bliek geht zwischen dem Haus Haase und dem geschindelten Haus Asbrand auf die Kirche von Osten her. Diese Lücke zwischen den Häusern ist heute durch den Bährschen Neubau ausgefüllt, Der in Fachwerk ausgeführte Schuppen, der hinter dem Asbrandschen Hause herausragt, steht an der Stelle, wo die Metzger im Mittelalter ihre Metzgerschirne unterhielten und dort ihre Erzeugnisse an die Bürger der Stadt verkauften. Das Asbrandsche Haus hat unter seinem neuen Besitzer eine gründliche Veränderung erfahren. Die Fenster, die hier noch zum Marktplatz schauen, sind heute nicht mehr vorhanden. Die alte Eingangstür zur ehemaligen Asbrandschen Gastwirtschaft wird im Heimatmuseum aufbewahrt.

27. Wir werfen vom Chor aus einen Bliek in das Innere der Stadtkirche, wie sie sich das 19. Jahrhundert hindurch darbot. 1832 war hinter dem Altarraum ein aufsteigendes Chorgestühl eingebaut worden. Älter als dies Gestühl dürften die seitlich im Altarraum angebrachten Kirchenstände sein: Zur Linken befand sich der von außen zugängliche Stand der Wallensteinschen Stiftsdamen. Ein gleichartiger Stand bot sich zur Rechten für Pfarrer und Kirchenälteste, geschmückt mit einem Vierpaßfries bis hin zur Kanzel. Später wurden diese Stände durch eine leichtere neugotische Anlage ersetzt. Über dem steinernen Altar, der jahrzehntelang mit einer schwarzen Decke abgedeckt war, hing an einer langen Stahitrosse ein mächtiger Petroleumleuchter von der Gewölbedecke herab. Aufnahme: Denkmalarchiv Marburg.

28. Ein einmaliges Ereignis und ein niemals wiederkehrendes Bild bot sich am 25. Oktober 1926. Im gernessenen Zug zog die Pfarrerschaft Hessens im Ornat mit dem Rektor und zahlreichen Professoren der Universitäten Marburg und Gießen durch die Stadt zur Reformationskirche, um am Festgottesdienst zur Erinnerung an die Synode von 1526 teilzunehmen. Die Aufnahme vermittelt ein Bild vom belebten, geschmückten Marktplatz, wo sich von der Treppe des Deutschen Hauses an bis hinunter zum Weißen Hof an der Einmündung der Westheimer Straße rechts und links die Hornberger Bürgerschaft drängte, um Zeuge dieses bedeutsamen Ereignisses zu werden.

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