Homberg in alten Ansichten

Homberg in alten Ansichten

Auteur
:   E. Kaiser
Gemeente
:   Homberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3265-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Homberg in alten Ansichten'

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29. Mit den festlichen Veranstaltungen zur vierhundertjährigen Wiederkehr der Synode von 1526 war auch die feierliche Einholung und Einweihung der Reformationsglocke verbunden, die von den evangelischen Gemeinden Hessens gestiftet worden war. Im Geleit der Bürgerschaft wurde die Glocke an der Stadtgrenze abgeholt. Der vierspännige Glockenwagen, von Ludwig Zinn geleitet, fuhr über den Marktplatz zum Hauptportal der Kirche. Von dort wurde die schwere Glocke in den Kirchturm hinaufgezogen. Unter der großen Festgemeinde erkennt man unter anderem Seminardirektor Koch, Seminaroberlehrer Georg Heinrichs, Taubstummenlehrer Berge, Sattlermeister Paulstlch, die Kaufleute Christian Wiskemann und Jacob Wenzel, Bürgerrneister Wilhelm Mohrmann, Altbürgermeister Louis Löber, Kreisausschußinspektor August Breul, Rektor Ernst Haas, Metzgermeister Wilhelm Ande und Studienrat Dr. Ferdinand Kersting.

30. Die Bürger Hombergs sind in vergangenen Jahrzehnten immer sehr theaterfreudig gewesen und schätzten es, bei ihren Festen historische Spiele darzustellen. Es boten sich immer wieder Stücke an, aus denen sich Bezüge zu Hombergs Tradition als Reformationsstadt herstellen ließen. 1921 wurden die Lutherfestspiele des Evangelischen Bundes in Homberg veranstaltet, wobei sich Bürger der Stadt aus allen Berufen zu gemeinsamem Spiel zusammenfanden. In der auf dem Bild dargestellten Szene verbrennt Martin Luther die Bannbulle. Martin Luther wurde von Uhrmacher Ado1f Bode dargestellt. Weitere Darsteller waren Kurt Eysel, die Seminaristen Georg Steckel, Willi Griesel, Fritz Volze, Ernst Schinze und Max Böhrn, ferner Lehrer Christel und Sattlermeister Wilhelm Sippe!.

31. Im Jahre 1926 wurde als Festspiel zur vierhundertsten Wiederkehr der Synode zu Homberg vom Jahre 1526 das Spiel des Hornberger Pfarrers Wilhelm Sto!zenbach 'Dern Evangelium Bahn' aufgeführt, Auch diesmal wieder standen Hombergs Bürger mit Begeisterung auf den Brettern. Wieder wie im Jahre 1921 verkörperte Adolf Bode die Gestalt des Reformators. Im Garten vor dem Saal des Hotels 'Deutscher Kaiser' hat sich in einer Probenpause eine Gruppe, zum Teil noch sehr junger Homberger Bürger, um Adolf Bode geschart. Von links nach rechts: Lehrer Weiße, Hermann Jäger, Adolf Bode, AdoIf Matzel, Karl Diele und Otto Vesper. Das Spiel wurde nicht nur im Homberg, sondern auch in Melsungen aufgeführt.

32. An einem strahlenden Herbsttag des Jahres 1895 wurde vor dem geschindelten Hornberger Rathaus der Grundstein zum Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1870/71 gelegt. Die steinerne Rampe vor dem Rathaus, in deren Wandung damals noch die Stationsbilder eingelassen waren, die heute die Nordwand der Stadtkirche zieren, trägt im Volksmund die Bezeichnung 'Simpelschanze'. So versammelten sich vor der Simpelschanze die Spitzen der Behörden, der Kriegerverein, die Geistlichkeit, Bürger und Bürgerinnen, Seminaristen und Schüler, um teilzuhaben an dem Ereignis. Rechter Hand ist die Bäckerei Wilhelm Susmann irn Bild, daneben liegt in der Obertorstraße die 'Stadt Frankfurt', ein früherer von Baumbachscher Burgsitz. Die Gäste des Hauses konnten dort sommertags auf einem iiberdachten Freisitz ihr Gläschen Bier trinken,

33. Das Bild zeigt das Rathaus im Jahre 1920. Vor der 'Simpelschanze' stand die 'Gerrnania', die der Homberger Bildhauer Hermann Schade geschaffen hatte. Das Denkmal hat diesen Platz rund fünfzig Jahre lang eingenommen, ehe es von seinem Standort entfernt wurde. Heute thront es in den Grünflächen vor dem Altenheim am Schloßberghang. Die Aufnahme gewährt einen Bliek in die Obertorstraße, an deren Ende noch das alte Gerichtsgebäude stand. Das Rathaus wurde 1704 in Fachwerk auf den steinernen Fundamenten seines 1636 abgebrannten Vorgängers wiederaufgebaut. Das Glockentürmchen kam erst 1767 hinzu und wurde von der Bürgerschaft aus französischen Einquartierungsgeldem des Siebenjährigen Krieges gespendet.

Homberg Bez, Calfel

Rethaus und Kriegerdenkm.l

34. Im Jahre 1918 erschien im Verlag Julius Zischka in Homberg eine Ansichtskartenserie nach Zeichnungen von WiJhelm Zischka. Dazu gehörte auch dieser anheimelnde Bliek durch 'Dithmars Gäßchen', heute Enge Gasse genannt. Von der Kreuzgasse her schaut man zum Marktplatz mit der Stadtkirche im Hintergrund. Das malerische Fachwerkhaus zur Linken mit dem vorkragenden Obergeschoß und den Kopfbändern wurde 1780 von dern Hornberger Ratsverwandten Stephanus Neuber gebaut. Dort betrieb der Seilermeister im Obergeschoß seine Werkstatt. Zwischen diesem und dem am Markt gelegenen Fachwerkhaus lag ein ummauertes Gärtchen. Werkstatthaus und Gärtchen sind inzwischen dem Neubau eines Großmarktes gewichen.

35. Dies ist eine sehr reizvolle Partie hinter der Kirche in der Pfarrstraße, die Otto Vesper im Bild festhielt und die auch Maler unseres heimisehen Raumes, wie Heinrich OHo, zur Darstellung angeregt haben. Der Bliek geht zum Rathaus hinunter, das sich in diesen zwanziger Jahren noch im Schindelkleid offenbart. Einige der Häuser zur Linken zählen mit zu den kleinsten der Stadt. Sie wurden nach dem Dreifsigjährigen Krieg auf den Grundmauern zerstörter Häuser aufgebaut. Von den anderen, rechts neben der Treppe, die den Krieg überdauerten, führt eines, mit gotischen Knaggen ausgestattet, zeitlich weit zurück. Es ist erst in jüngster Zeit wieder in seiner früheren Gestalt hergestellt worden. 1735 wurde es von dem späteren Homberger Bürgermeister Johann Philipp Dithrnar bewohnt.

36. Nicht weniger interessant ist auch diese Aufnahme vom Kirchturrn herab auf den nordwestlichen Teil von Pfarrstraße und Bergstraße bis hin zum Dörnbergtempelchen. Das Bild stammt aus dem Jahre 1927. In der Pfarrstraße wird der Bliek zunächst auf das großflächige Dach des Wiederholdschen Hauses gelenkt. Daneben, auf der rechten Seite der Kurzen Gasse, erwarb Christoph Schröder aus Berge das Eckhäuschen. Auf der linken Seite der Kurzen Gasse hat es eine bauliche Veränderung gegeben. Dort steht nur noch das ehedem Preißsche Haus an der Ecke. Die nachfolgenden beiden Häuser sind in der alten Gestalt verschwunden. In der Reihe der Giebelhäuser hat das hochaufgereckte Albert Preißsche Haus eine herrschaftliche Vergangenheit. Bis auf drei Traufhäuser im westliche Ende der Pfarrstraße sind alle Bauten Giebelhäuser. Von der Bergstraße grüßt das Kirchlein der selbständigen evangelisch-lutherischen Gemeinde, das 1882 geweiht wurde.

37. Wer heute durch die Bergstraße geht, wird vergeblich nach dem Motiv suchen müssen, das hier im Bild gezeigt wird: Bergstraße 21 1/2; das kleinste Häuschen der Stadt. Die Aufnahrne erfaßte um das Jahr 1925 nur einen Teil des Häuschens zur Rechten mit einem Fenster. Stellt man sich noch ein zweites Fenster daneben vor und eine kleine Haustür, so war damit der Wohnbezirk erfaßt, den um diesc Zeit die 'Kirschenmarie' bewohnte, die in der Kirschenzeit ihre lockenden Früchte aus Hombergs Gärten vor dem Westheimer Tor anbot. Und wenn sie zuhause war, mußte sie benachbart die steile, holprige Steintreppe hinaufklettern, um sich hinter der windschiefen Brettertür ihres Holzschuppens ein paar Scheite Holz zu holen. Und das ganze bescheidene Glück sarnt Treppe und Holzschuppen mag eine Breite von fünf Metern kaum überschritten haben.

38. Kaum an anderer Stelle zeigt sich der mittelalterliche Charakter des Städtchens deutlicher als bei diesem Bild, das im Jahre 1919 entstand und bei Julius Zischka verlegt wurde. Vom Pförtchen herab schaut man durch die Hochzeitsgasse zum Marktplatz hinunter. Noch sind alle Häuser frei von Modernisierungserscheinungen. Unterhalb der Bergstraße, die die Hochzeitsgasse durchschneidet, schließt rechter Hand nach einem Gärtchen der niedrigere Küchenbau des Hochzeitshauses von 1582 an, Die ihm gegenüberliegende Fachwerkscheune wurde in den letzten Jahren als Werkstattbetrieb der Schreinerei Braune genutzt. Das Bild zeigt noch die eiserne Falltür, die in die Kellerräume führte. Am Ausgang der Gasse liegt rechts das Hochzeitshaus, das dem Gäßchen den Namen gegeben hat. Hochzeitshaus und Küchenbau beherbergen heute das Heimatmuseum. Die Engelapotheke, das höchste Hornberger Fachwerkhaus, bildet die abschließende Kulisse am Marktplatz.

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