Homberg in alten Ansichten

Homberg in alten Ansichten

Auteur
:   E. Kaiser
Gemeente
:   Homberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3265-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Homberg in alten Ansichten'

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39. Ein idyllisches Bild vermittelt dieset Bliek aus der Webergasse hinauf zur Obertorstraße. An den alten Häusern zur Rechten hat sich über Jahrzehnte kaum etwas geändert, Und auch an der Freilegung des alten Fachwerks und Gebälks der vorkragenden Geseliosse ist die Zeit spurlos vorübergegangen. Vor dem dritten Haus steht unter der Akazie noch ein alter Handwagen, wie ihn vor einem halben Jahrhundert noch jeder Gartenbesitzer besaß. Das Haus mit dem dunklen geschindelten Giebel birgt noch an seiner Haustür einen handgearbeiteten alten Türklopfer aus Messing. Hinter der hohen Mauer straßenaufwärts verbergen sich die 'Bohlen', Hombergs früheres Gefängnis. Das Haus wurde vor Jahrzehnten zu Wohnungen umgebaut. Das letzte Gebäude rechts war das frühere Amtsgericht.

Homberg. Bez. Cassel

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40. Ende der zwanziger Jahre konnte sich der Beschauer in der Untergasse noch an diesem Straßenbild erfreuen. Das Bodesche Hinterhaus zur Linken wurde noch durch eine Mauer nach der Straße abgeschirmt; darauf saß eine Gartenlaube zum geruhsamen Verweilen. Daß der Handwagen zu jener Zeit noch eine bedeutende Rolle spielte, zeigt sich nicht nur vor dem Ehrhardtschen Hause, sondern auch im hinteren Teil der Straße. Im übrigen ging es noch sehr gemütlich zu. Frauen trugen die Kinder auf dem Arm und konnten mit dem Kinderwagen promenieren. Die Häuser zur Linken hatten noch keine Schaufenster und ließen nicht den Charakter von Geschäftshäusern erkennen. Fast alle waren ursprünglich Scheunen, die man inzwischen zu Wohnungen umgestaltet hatte.

41. In der Untergasse, an der Ecke des Brandsgäßchens, das vom Marktplatz zur Untergasse herunterkommt, sah es um 1930 noch so aus, wie es das Bild wiedergibt. Man schaute auf die ehemalige Breidingsche Scheune und auf den am Eingang der Entengasse stehenden Schuppen. Die Scheune gehörte ehedem zum Gut des Christian Stolzenbach, der zugleich im heutigen Höseschen Haus in der Untergasse die Posthalterei innehatte und diese Tätigkeit bis 1879 ausübte. Im Jahre 1937/38 wurden die Stolzenbachsche Scheuer und der Schuppen abgerissen und durch einen neuzeitlichen Fachwerkbau ersetzt: das Ausstellungsgebäude des Möbelhauses Höse.

42. Eines der ältesten Bilder dieser Sammlung geht auf das Jahr 1874 zurück, Es handelt sich um einen Bliek auf das Wiskemannsche Haus und den weiteren Verlauf der östlichen Untergasse. In der Untergasse lagen im 19. Jahrhundert noch zahlreiche Scheunen, die im Laufe der Zeit zu Wohn- und Geschäftshäusern umgebaut wurden. Das Wiskemannsche Haus stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, es befand sich um 1850 im Besitz des Kaufmanns Justus Geisse, der es 1852 an Christian Wiskemann aus Wernswig verkaufte. Die benachbarte Scheune wurde umgebaut und mit dem Stammhaus vereinigt, das sich auch heute noch im Familienbesitz befindet. Rechts des Hauses liegt der Kellereingang eines abgebrochenen Gebäudes, an den sich das Stammhaus des Chaisenbauers Wilhelm Ulrich anschloß, das heutige Kochsche Haus. Dem Haus Wiskemann links benachbart stand das Gutshaus des Posthalters Christian StoIzenbach, zu dem ringsum zahlreiche Scheunen gehörten. Den Bildhintergrund schloß das ehemalige städtische Brauhaus ab, das 1874 von Bernhard Zickendraht als Brauerei betrieben wurde.

43. Am Fußweg vom Neuen Tor zur Entengasse lag um das Jahr 1880 in der Untergasse noch dieses reizvolle gotische Haus, Es gehörte 1721 dem arntsführenden Bürgermeister und Lohgerber Wilhelm Schade, der auch die dahinter gelegene Scheuer besaß. Hundertfünfzig Jahre später war das anheimelnde Haus mit den vorkragenden Geschossen, den Knaggen und seiner Auszier mit Andreaskreuzen im Besitz des Backers Andrich aus Holzhausen. Er betrieb dort hinter der gotischen Tür sein Handwerk. Aber bald danach fiel das Haus der Spitzhacke zum Opfer. Andrich errichtete dort ein massives Haus als Getreidesilo. Als Bäckermeister Heinrich Weber 1902 im gegenüberliegenden Haus sein Geschaft begründete, kaufte er den Quadersteinbau hinzu. Um 1924 verlegte er seine Backstube dorthin. Aufnahme: Denkmalarchiv Marburg.

44. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hielt der damalige Bezirkskonservator Ludwig BickeIl diesen Blick durch die Entengasse im Bild fest. Das Auge betrachtet zuerst das im Mittelpunkt stehende Doppelhaus mit den zwei Eingängen. Die rechte Hälfte trug noch ihren gotischen Fachwerkschmuck mit Andreaskreuzen unter den Fenstern des zweiten Geschosses und den Knaggen, die den vorkragenden Geschossen ihre Stütze gaben. Die linke Hälfte des Hauses, wo der Schuhmacher H. Preiß mit einem Paar Stiefel seine Handfertigkeit anpries, hatte über das Fachwerk einen deckenden Mantel gezogen. Dieses Haus und seinen beiden rechten Nachbarn sind heute nicht mehr erhalten. Vor dem Haus Nummer 48 standen noch die beiden flankierenden Steinbänke, die früher auch manchen anderen Hauseingang . so anheimelnd machten. Die 'Krone' am Ende der Gasse befand sich in einem erbarmungswürdigen Zustand. Aufnahme:

Denkmalarchiv Marburg.

45. Hombergs ältestes spätgotisches Haus, das heutige 'Gasthaus zur Krone' an der Ecke der Holzhäuser Straße am Markt wurde 1480 von dem wohlhabenden Wollhandelskaufmann Albert Rückersfeld gebaut. 1593 war es im Besitz des landgräflichen Amtmannes Henrich Hesperg und kam 1650 in die Hände des Apothekers Johannes Stirn. Über dessen Sohn, den Wundarzt Wilhelm Stirn, vererbte es sich an Valentin Stirn, der dort 1721 die 'Reichserone' begründete. Seitdem blieb es Gaststatte. Um 1904 ließ der Eigentümer Eekhard Stolzenbach das Haus wieder neu herrichten, nachdem es so lange Jahre verwahrloste. 1919 kam die 'Krone' in den Besitz des Gastwirts Jacob Braun. In jüngster Zeit wurde das Haus von der Binding Brauerei erworben, die es mit hohem Kostenaufwand wieder in seinem mittelalterlichen Fachwerkkleid herrichten ließ. Das Bild geht auf die Zeit vor der Jahrhundertwende zurück. Aufnahme: Denkmalarchiv Marburg.

46. So sah es im Jahre 1912 in der Holzhäuser Straße aus: Unterhalb der Krone lag das Haus des Bäckermeisters August Stübing. Wie vielfach in Homberg führte der Weg in den Keller über die eiserne Falltür, die vor dem Haus angebracht war. Neben dem kleinen Sprossenschaufenster des Bäckerladens schaut Frau Stübing auf die Gasse hinaus. Auch in den Nachbarhäusern sind noch die Sprossenfenster rnit Oberlichtern vorhanden. Leider hatte die Zeit noch kein Verstandnis für das unter den Brettern versteekte Fachwerk. Von der 'Krone' ist nur ein kleiner Ansatz sichtbar. Im Oberstock dieses Hausteiles befand sich der 'Kronensaal' , im Erdgeschoß unterhielt der Metzgermeister Heinrich Diele sein Schlachthaus.

47. Dieses um 1905 entstandene Bild zeigt eine schulische und eine wirtschaftliche Einrichtung in der Stadt. Das langgestreckte Gebäude zur Rechten war die erste ständische Taubstummenanstalt. Der ihr benachbarte Komplex zur Linken umfaßte mit dern hohen Schornstein die Ulrichsche Bierbrauerei, die im Jahre 1875 von Konrad Ulrich ins Leben gerufen wurde. Späterübernahmen die beiden Söhne des Gründers das Unternehmen. Der Betrieb stellte 1906 nach Aufkauf durch die Herkulesbrauerei in Kassel seine Tätigkeit ein, 1m Vordergrund verläuft vor dem ehemals von Bardelebenschen Hause nach rechts aufsteigend die Bischofstraße,

Hornberç, Bez. Cassel.

Ständische TauPstummen-Anstalt ? ?

48. Ein Jahr nach dem Bau der neuen Taubstummenanstalt außerhalb des Stadtmauerrings am Schloßberghang wurde diese Aufnahme im Jahre 1912 gemacht. Das für die damalige Zeit moderne Gebäude besaß außer Klassen- und Verwaltungsräurnen auch eine Aula. Dazu erhielt die Schule benachbart noch eine Turnhalle. Wohnräume für die Kinder gab es nicht. Die Taubstummen waren bei Hornberger Familien untergebracht. Erst in jüngster Zeit sind Wohnheime für die Schüler in der nahen Umgebung errichtet worden. Das Bild zeigt, daß der neue Schulbau 1912 fast noch ohne Nachbarschaft war. Vor der großen Treppe wurde Jahre später ein ummauerter Schulhof angelegt. Rings um das neue Haus hatten die Hornberger Bürger am Hainweg ihre Gärten. Rechts im Bild erscheint der Bau der alten Taubstummenanstalt.

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