Idar-Oberstein in alten Ansichten

Idar-Oberstein in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. phil. Klaus Piepenstock
Gemeente
:   Idar-Oberstein
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2737-0
Pagina's
:   72
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Idar-Oberstein in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Schon die Römer zählten den oberen Naheraum zu ihrem Reich, obschon sie nur eine kleine Oberschicht im Vergleich zur Urbevölkerung darstellten, deren vorgeschichtliche Siedlungen an verschiedenen Stellen des heutigen Stadtgebietes lagen. Bedeutung für diese Bevölkerung der vorrömischen Zeit hatten die von den Kelten angelegten Fliehburgen am Rand des Hochwaldes. Zeugnisse der Urbevölkerung sind erhalten, so eine Badeanlage unter der Kirche in Heiligenbösch. Im 8. Jahrhundert sind mit dem Christentum die ersten, wohl hölzernen Kirchen in unserer Gegend gebaut worden.

Der erste Ritter von (Ober)Stein wird 1075 erwähnt. Doch wohnte er noch am Fuße des Felsens, denn das Alte und Neue Schloß errichtete sein Geschlecht erst 100 beziehungsweise 250 Jahre später und beherrschte von dort die kleine reichsfreie Herrschaft Oberstein. Bis 1418 erwarben die Grafen den Idarbann, das Bollenbachtal und die südlich gelegenen Winterhauchwaldungen hinzu. Schon 1277 wird erstmals das

'Dorf unter Stein' genannt und 1346 wurde ihm sogar Frankfurter Stadtrecht verliehen. In einem Sammelprivileg, das Karl IV. für das Bistum Trier erteilte, war auch Oberstein aufgeführt. Später erscheint es zweifelhaft, ob das alte Stadtrecht aufrechterhalten geblieben ist.

Idar wird auch in alten Urkunden als Flecken bezeichnet. Obwohl ein Jahrhundert später als Oberstein erstmals erwähnt, wird es von Gelehrten für die ältere Siedlung gehalten. Dort war auch die Kirche, wohin die gesamte Umgebung mit Oberstein eingepfarrt war. In den folgenden Jahrhunderten lösten sich die Herrschaften in bunter Erbfolge ab. Es wurde viel gestritten und oft mit Waffen gedroht. Wichtigere Erscheinung war aber das im 16. Jahrhundert aufkommende Schleifen von Edelsteinen und 1609 wurde sogar eine erste Zunftordnung für Achatschleifer erlassen, womit Graf Philipp Franz von Daun-Oberstein eine Verschleppung des Gewerbes in andere Gegenden verhinderte. Ende des 18. Jahrhunderts löste sich nach dem

Tod des Grafen Christian Carl Reinhard die Herrschaft Oberstein in verschiedene Teile auf. Der Idarbach wurde Staatsgrenze zwischen kurtrierischem Gebiet östlich und dem westlich angrenzenden badischen Land. 1796 wurde das linke Rheinufer Frankreich zugesprochen und damit war auch das Schicksal Obersteins vom westlichen Nachbarn abhängig. Es kam zum Saardepartement.

Im Zusammenhang mit dem Wiener Kongreß gelangte das Birkenfelder Gebiet an das Herzogtum Oldenburg. Es entstand das Fürstentum Birkenfeld mit der Amtsstadt Oberstein, deren Bezirk die Bürgermeistereien Oberstein, Fischbach und Herrstein bildeten. 1937 kam dieser Landesteil zu Preußen und bildete zusammen mit dem Restkreis St. Wendel-Baumholder den Landkreis Birkenfeld. Noch unter oldenburgischer Herrschaft wurden Oberstein und Idar durch Gesetz vom 22. September 1933 zur Stadtgemeinde IdarOberstein vereinigt, zu der 1969 neun Gemeinden (Enzweiler, Hammerstein, Göttschied, Regulshausen,

Nahbollenbach, Mittelbollenbach, Kirchenbollenbach, Weierbach und Georgweierbach) im Rahmen der großen Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz hinzugeschlagen wurden.

Die damit eingeläutete 'Neue Zeit' ist auch den Jüngeren unter uns bekannt. Nicht aber das Stadtbild, das sich den alteingesessenen Bürgern Idar-Obersteins in den Jahren vor und nach der Jahrhundertwende bis hin zu den dreißiger Jahren bot.

Die Erinnerung hieran soll mit diesem Büchlein wachgerufen und in die kommenden Jahrzehnte hinein erhalten werden. Viele Ereignisse längst vergangener Generationen werden im Zusammenhang mit den fotografischen Reminiszenzen wieder wach und veranlassen vielleicht den einen oder anderen jungen Idar-Obersteiner sich einmaß mit der Geschichte seiner eigenen Familie zu befassen.

1. Beginnen wir mit drei historischen Bilddokumenten unserer Stadt. Hier sind der bekannte Stich des Matthaeus Merian aus seiner 'Topographia Palatinatus Rheni' aus der Zeit um 1645 'Schloß und Stätt1ein Oberstein' sowie eine Zeichnung des bekarmten Zeichenlehrers Wiesner 'Idar um 1860' zu nennen. Die dritte Zeichnung läßt viel 'malerische Freiheit' erkennen, gibt aber dennoch einen Eindruck über die ungefährte Lage des Stadtteils Oberstein. Die drei Dokumente lassen den fast kaum noch vorstellbaren Weg deutlich werden, den unsere Stadt in rund dreieinhalb Jahrhunderten zurückgelegt hat.

2. Von historischem Wert ist auch der gotische Flügelaltar der Felsenkirche. Er wurde von einern als 'Meister des Obersteiner Altars' bekarmten Künstler um 1410 am Mittelrhein geschaffen.

3. Der Marktplatz Oberstein um 1890 mit Bliek auf die alte Gasse und die Felsenkirche in ihrer ursprünglichen Form. Sie wurde Ende der zwanziger Jahre renoviert und erhielt einen abgeänderten Turrn.

4. Ein Bliek auf Idar vor 1890 in westlicher Richtung. Das Hotel 'Schützenhof" steht schon. Abgesehen vom Altstadtkern um Buregaß und Heldersgäßchen rechts des Idarbachs ist noch keine Bebauung zu sehen. Auch die Bismarckstraße ist nur in ihren ersten Anfängen ab Hauptstraße (Haus Görlitz) und ab Marktschule sichtbar.

5. Ohne den heutigen Obersteiner 'Klein-Stadtteil' HohljFinsterheck sah es auf den Höhen rechts der Nahe in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch recht dünn besiedelt aus.

6. Im Jahre 1898 wurde die 'Alte Mühle von Idar' stillgelegt, die 1755 Joh. Carl Purper als erster Idarer Einwohner in Betrieb nahm. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Bau verkauft und 1920 abgerissen. Heute steht auf ihrem Platz der Neubau der AOK.

7. Diese Aufnahme von der Nahe über die Marktbrücke hinweg auf die beiden Schlösser dürfte in den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts gemacht worden sein. Die nach zwei vorangegangenen Holzbrücken über die Nahe führende erste Steinbrücke hatte damals noch viele Jahre vor sich, bis sie in den letzten Kriegstagen 1945 gesprengt wurde.

8. So bot sich dem Betrachter um 1900 das Idarer 'Überdorf' mit Kirche, Turnhalle und ehemaligem Krankenhaus vom Rödgesberg aus.

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