Ilsenburg in alten Ansichten

Ilsenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Riefenstahl
Gemeente
:   Ilsenburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5331-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ilsenburg in alten Ansichten'

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19. Ein Brandunglück. Von Flächenbränden ist Ilsenburg aufgrund seiner aufgelockerten Bauweise seit Menschengedenken verschont geblieben. So ist dieses Brandunglück vom 26. Mai 1916, bei dem gleich drei Wohnhäuser vernichtet wurden, auch nur noch wenigen betagten Einwohnern in Erinnerung geblieben. Es handelte sich um das Lebensmittelgeschäft Bretthauer , die Gärtnerei Schröder und das Haus Mahrholz. Sie bildeten zusammenhängend die Ecke Vogelgesang und Punierstraße. Kriegsbedingt verzögerte sich der Wiederaufbau bis zur Mitte der zwanziger Jahre. Während die Gärtnerei und das Wohnhaus Mahrholz von ihren Eigentürnern erneuert wurden, entstand anstelle des Lebensmittelgeschäfts eine Bankfiliale .

20. Das alte Gemeindebûreau. Errichtet ist dieses Gebäude 1739/40 nicht als Verwaltungsobjekt, sondern zu Schulzwecken. Eine damals kirchlich beeinflußte und vom Grafen geförderte Unterrichtsmethode zwang zu Änderungcn im Schulwesen. Als Hauptlehrer fungierte ein theologisch vorgcbildeter Geistlicher, Katcchet genannt. Der Neubau wurde eine 'Katechetenschule' . Die Bezeichnung änderte sich dann wieder ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in Knabenschule bis zu deren Verlegung 1908 in die Faktoreistraßc. Endlich konnte nun Ilsenburg über ein nur zur Verwaltung dienendes Gebäude verfügen. Auch das Verkehrsamt und die Kurverwaltung fanden darin ihren Platz. Als Gemeindebüreau blieb es bis 1926.

21. Das Rathaus. Es war von jeher ein heimlicher Ilsenburger Wunsch, aus einem Rathausam Markt den Ort zu verwalten. Das Bindseil'sche Anwesen war dazu am besten geeignet. Fast zweihundert Jahre war das Bauerngrundstück mit Bäckerei im Besitz dieser Familie. Ab 1821 war Meister Bindseil gleichzeitig auch Postwärter. Die Nachkommen richteten darm nach Erneuerung des Gebäudes etwa 1870 darin ein Manufakturwaren- und später ein Konfektionsgeschäft ein. Im Jahre 1926 war es endlich möglich, das Grundstück zu erwerben. I1senburg hatte ein Rathaus. Damals stand noch die nach dern Krieg 1870/71 gepflanztc Friedenseiche (rechts im Bild). Sie wurde 1936 entfernt.

22. Das Postamt. Mehrmals mußte auch die Post ihren Standort in Ilsenburg wechseln. Es begarm 1791 mit einem Postwärter als Nebenberuf für den Gastwirt Otte im Oberkrug. Nach Ablauf seiner Pachtzeit benutzte er dann sein Wohnzimmer im Hause Kastanienallee 2 als Dienstraum. Anschließend erfolgte die vorhin erwähnte Nutzung der Bindseil'schen Bäckerei am Markt als Postexpedition, wobei sie in dieser Zeit auch noch als Zwischenstation für Personenbeförderung der Linie Wernigerode-Goslar aufgewertet wurde. Ein weiterer Umzug geschah 1855 zur Marienhöferstraße 20, dem ehemaligen Steltenkrug. Erst 1889 konnte ein als 'Kaiserliches Postamt' beschilderter Neubau im Grundstück Hochofenstraße 1 (rechts im Bild) bezogen werden.

23. Der Bahnhof. Eine entscheidende Verbesserung irn Verkehrswesen brachte die Eröffnung der Bahnlinie Wernigerode-Ilsenburg im Jahre 1884. Der Bahnhof erhielt zwischen dem damaligen nördlichen Ortsrand und dem gräflichen Hüttenwerk seinen Platz. Ein Teil der Einwohner war von der Eisenbahn nicht begeistert, da die Fahrzeiten zunächst nicht gunstig lagen. Die Fuhrleute waren natürlich aus verständlichen Gründen ebenfalls dagegen. Erst allmählig änderte sich die Meinung, zumal 1894 die Fortsetzung der Strecke nach Harzburg in Betrieb genommen wurde. Ein bemerkenswerter Aufschwung im Frerndenverkehr war eine der positiven Folgen des Anschlusses an das norddeutsche Eisenbahnnetz. Natürlich profitierte auch die heimische Industrie davon.

24. Der Marienhof Innerhalb des gräflichen Vorwerks wurde 1738 für den damallgen Erbgrafen Heinrich Ernst zu Stolberg-Wernigerode ein Herrenhof gcbaut, der nach dem Vornamen seiner ersten verstorbenen Frau die Bezeichnung Marienhof erhielt. 1760 und 1778 wurden die Seitengebäude errichtet. Beibchalten bis ins vorige Jahrhundert wurde die Tradition als Sitz der jeweiligen Erbgrafen. Sie gewannen hier Einblicke in Verwaltungsangelegenheiten der Landwirtschaft, des Forstes und der Hüttenindustrie. Heute sind in den Räumen das Hüttenmuseum und die Stadtbibliothek untergebracht.

25. Fürstin Eleonore Reuß. Eine langjährige Bewohnerin des Marienholes war die Fürstin Eleonore Reuß geborene Gräfin zu Stolbcrg-Wcrnigerode. Als Schriftstellerin und Dichterin, insbesondere von Kirchenliedern, ist sie berühmt geworden. Noch heute beliebt ist ihr Silvesterlied 'Das Jahr geht still zu Ende'. Sie wurde am 20. Februar 1835 im hessischen Gedern geboren, verlebte anschließend als Tochter des Erbprinzenpaares ihre Kindheitsjahre in Ilsenburg. Mit 21 Jahren heiratete sie den Fürsten Heinrich LXXIV. zu Reuß j.L. Nach dessen Tod kehrte sie zum Marienhof zurück, gepflegt von ihrer Tochter Clementine. Sie selbst starb am 18. September 1903 und fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof der Marienkirche.

26. Die Schloßmühle. Sie kann als älteste Gewerbeeinrichtung Ilsenburgs angesehen werden. Schon bei der Umwandlung der Elysynaburg zum Kloster ist eine 'rnolendina' erwähnt. Ihre weiteren Bezeichnungen, wie Kloster-, gräfliche und zuletzt Schloßmühle entsprachen der allgemeinen politischen Entwieklung. Lange Zeit privilegiert mit dem Mahlzwang für die hiesigen Einwohner, war sie natürlich ein begehrenswertes Objekt. Zahlreiche Pächter sind noch namentlich bekannt. Ab 1929 im Privatbesitz wurden ihre drei Mahlgänge vor wenigen Jahrzehnten stillgelegt. Sie dient heute nur noch zu Wohnzwecken. Der dargestellte Massivbau aus Rogensteinen wurde bei einer vollständigen Erneuerung im Jahre 1760 errichtet.

27. Die Vogelmûhle. Das Wassergefälle dieser irn Vogelgesang gelegenen Mahlmühle diente im 16. Jahrhundert anderen Zwecken. Es setzte das Wasserrad einer Messinghütte und später eines Zainhammers in Bewegung. Etwa1615 wird sie aber zur Konkurrenz der vorhin besprochenen Klostermühle und mußte sich lange Zeit auf die Verarbeitung von Ölfrüchten beschränken. 1701 wurde sie durch Andreas Jacobs käuflich erworben, von Grund auf erneuert und mit zwei Gangen, davon einen für Brotkorn ausgerüstet. Aus dieser Zeit stammt das ansehnliche Fachwerkgebäude. Die Vogelmühle, deren technische Einrichtung noch vollständig erhalten ist, hat sich am längsten gegen die industrielle Entwicklung gewehrt und ist erst 1978 stillgelegt.

28. Die untere Sägemûhle. Wegen des Holzreichtums in ihrem Einzugsgebiet hatte die Ilse auch die Pflicht die Wasserrader von Sägemühlen anzutreiben. Von mehreren hat am längsten die dargestellte untere Sägernühle am Waldhof diese billige Energie genutzt, bis auch sie irn Jahre 1957 durch moderner eingerichtete und günstiger gelegene Sägewerke zur Aufgabe des Gewerbes gezwungen wurde. Dem Ilsetal selbst hat es nicht geschadet. Ihr Betriebslärrn gehört seitdem ebenfalls der Vergangenheit an. Das Bild zeigt die Situation von etwa J 930, Pächter war seinerzeit Franz Etterwindt.

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