Ilsenburg in alten Ansichten

Ilsenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Riefenstahl
Gemeente
:   Ilsenburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5331-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ilsenburg in alten Ansichten'

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29. Die Papiermûhle. Im Jahre 16811ieß der Graf Ernst zu Stolberg-Wernigerodc oberhalb seines Eisenhüttenwerkes eine Papierrnühle errichten und sie zunächst von einem Pächter betreiben. Doch schon ab 1691 und bis zu ihrer Stillegung 1850 war sie im Privatbesitz. Der letzte Inhaber, Joh. Friedr. Kitzsteiner, war auch ihr erfolgreichster Papiermacher. Der zugehörige und noch vorhandene Teich ist nach ihm benannt. Manches Aktenpapier im Landesarchiv aus dieser Zeit enthält sein Wasserzeichen. Das langgestreckte, zweistöckige Gebäude war das Wohnhaus mit dem Trockenboden. Zwischen ihm und dem Lumpenschneiderhaus befand sich die Radstube mil zwei Wasserrädern. Das eigentliche Fabrikgebäude schloß sich nach Osten an, ist aber im Bild nicht sichtbar.

30. Die Pulvermühle. Der abgebildete Abschnitt eines Innenhofes ist Teil eines karreeförmigen Gebäudekornplexcs, der eigentlich die Bezeichnung Pulverrnühle nicht verdient. Er enthielt nur Wohnhaus, Kontor und Lagerräume für die Pulverherstellung. Die eigentlichen Pulverstampfmühlen lagen aus Sicherheitsgründen entfernt und in größeren Abstanden am Mühlengraben. Nach mehreren Explosionsunglücken wurde die Fabrikation eingestellt. Im Jahre 1898 erwarb Dr. Hermann Lietz die Gebäude und richtete in ihnen ein Landerziehungsheim ein, in dem Internatsschüler nach seinen eigenen reformpädagogischen Vorstellungcn unterrichtet wurden. Leider mußte die Schule durch die Vergrößerung des Kupferwerkes 1923 nach Gebesee verlegt werden. Die Gebäude wurden Werkswohnungen.

31. Das Zanthierhaus. Im Jahre 1748 bezog der Forstmeister Hans Dietrich von Zanthier, Begrunder einer neuen ertragsorientierten Forstwirtschaft in der Grafschaft Wernigerode , dieses Haus als seine Dienststelle. Drei Jahrzehnte wirkte er hier und wurde durch die Einrichtung einer Forstschule , seinerzeit auch Forstakademie genannt, sowie durch zahlreiche Veröffentlichungen fachlicher Art weithin bckannt. Mit seinem Tod 1778 ging die Schule leider ein. In einern benachbarten Park, seiner ehemaligen Plantage, erinnern noch heute einige von ihm selbst gepflanzte nichtheimische Baumarten und ein 1955 errichteter Gedenkstein an den großen Forstmann. Das Haus bewahrte unter seinen Nachfolgern die Tradition als Forstamt bzw. Oberförsterei bis 1930.

32. Das Crolahaus. Ein historisch wertvolles Gebäude ist das gegenüber der Schloßmühle gelegene Crolahaus. Errichtet ist es im Jahre 1687 durch den Hofrat Joharm Tobias Haberstroh, einen hohen Beamten des Grafen Ernst, der ihm dazu ein ansehnliches Grundstück schenkte. Das Anwesen blieb unverändert bis ins vorige Jahrhundert im Besitz der Erben. Im Jahre 1840 bezog das jungverheiratete Ehepaar Crola das Haus und gestaltete es, nachdem das Grundstück erworben war, zu einer von Kunstschaffenden gern aufgesuchten Begegnungsstätte aus. Nach dem Tod der Crolas wurde das Anwesen veräußert an den Amtsrat Hinke aus ZiIly. Von ihrn erbte es seine Tochter Luise, verheiratet mit dem Ilsenburger Pastor Bartsch. Nach dessen Pensionierung 1933 wurde es deren Ruhesitz.

33. Das Malerehepaar Crola. Der Name Crola ist berelts rnehrfach erwähnt worden. Es ist nun angebracht das hicsige Wirken des Ehepaars kurz zu erläutern. Beide lernten Ilscnburg unabhängig voneinander kennen, Georg Heinrich Crola 1828/29 als Zwischenaufenthalt seiner Wanderjahre, und Elise geborene Fränkel, 1838 zur Erholung nach gescheiterter Ehe. Sie begegneten sich in ihrern elterlichen Haus zu Berlin. heirateten hier und führten noch Iast vier Jahrzehnte in ihrer neuen Wahlheimat ein glückliches Familienleben. Zahlreiche Skizzcn, Gernälde , auch Tonplastiken, schufen beider Hände in der Urngebung, auf Reisen oder im Atelier. Dem ererbten Vermögen aus Elises Elternhaus verdanken mehrere hiesige wohltätige Stiftungen ihre finanzielle Grundlage.

34. Das Altenstûbchen. Eine besonders segensreiche Stiftung der Elise Crola war das sogenannte Altenstübchen. Sie erwarb 1860 in der Punierstraße gegenüber ihrem Park ein Grundstück und ließ das darauf stehende Mahrholz'sche Haus zu einer Bleibe für hilfsbedürftige Frauen umbauen. Bis zum Tod der Stifterin im Jahre 1878 blieb sie alleinige Eigentümerin des Heims. Danach wurde die Leitung einem dreiköpfigen Verwaltungsvorstand übertragen. Für weitere Geldspenden befand sich noch vor einigen Jahren am Gebäude ein Opferstock. Als dessen Oberteil diente eine Figurengruppe 'Frau Schleemilch mit Enkelin'. die noch von Elise Crola in Ton modelliert war.

35. Das Emmastift. Einige Schritte abwärts in der Punierstraße befindet sich ein weiteres Altersheim. Errichtet wurde es allerdings 1868 als Krankenhaus für die Belegschaft des Hüttenwerkes. Mehrere Kapitalien aus gräflichen Legaten, auch Privatspenden, errnöglichten die Finanzierung. Das Grundstück stellte Georg Heinrich Crola zur Verfügung. Die Bezeichnung erhielt die Stiftung nach dem Vornamen der Witwe des Grafen Hermann. Da aber die Belegung sich durch die Eröffnung eines Kreiskrankenhauses in Wernigerode rückläufig entwickelte, wurde das Emmastift 1912 in ein Siechenhaus für beide Geschlechter umgeändert. Im Ersten Weltkrieg ist es nochmals als Lazarett genutzt worden.

36. Eduard und Karl. Es waren zwei Insassen des Emmastiftes, Brüder und Junggesellen, etwas einfältig, aber arbeitssam bis ins hohe Alter. Wer erinnert sich ihrer nicht als I1senburger Originale um 1920! Tag für Tag gingen sie gemeinsam zu ihrer Arbeitsstätte an den Chausseen. Sie waren Steineklopfer und zerkleinerten mit ihrem Schwunghammer die angehäuften Feldsteine zu geeigneter Korngröße. Auch die Schuljugend nahm sich ihrer an. 'Kar! in'n Pott, Eduard oben dropp', rief sie ihnen nach. Eine Schimpfkanonade war die Antwort: 'Hurenpack , Düvelsbrut' waren die stärksten Ausdrücke. Resignierend folgte gewöhnlich noch: 'Dä ganze Welt mößte undergahn, von hier bet Warnijerohe.' Feldblumen in den Knopflöchern waren wohl ihre einzige Freude.

37. Robert Riefenstahl. Junggeselle und ein Original war er auch, der in Ilsenburg 1823 geborene und Zeit seines Lebens hier wirkende Landschaftsmaler Robert Riefenstahl. Als Sohn eines Fleischermeisters und Gastwirts zeigte er keine Neigung den Beruf seines Vaters fortzusetzen. Zeichnen und Malen waren seine Lieblingsbeschäftigung. Die Crolas waren seine Vorbilder und Lehrmeister. Eine begonnene Ausbildung an der Akademie Düsseldorf brach er trotz Talent und Fleiß ab und ist deshalb auch als überregional bekarmter Maler nicht berühmt geworden. Aber zahlreiche Motive der Heimat hat er mit Stift und Pinsel festgehalten und damit wertvolle Zeugen der Vergangenheit der Nachwelt überliefert. Ein Darmleiden beendete 1903 sein sonst mit Gesundheit gesegnetes Leben.

38. Villa Riefenstahl. Trotzdem Robert Riefenstahl die Gastwirtschaft seines verstorbenen Vaters hätte weiterführen können, blieb er doch seiner Malkunst treu und verkaufte Haus und Hof 1866 sarnt allen Ländereien. Mit dern Erlös ließ er sich in der oberen Punierstraße nach seinen Vorstellungen ein Künstlerheim errichten. Seine Schwester Emma, ebenfalls ledig, führte ihm den Haushalt und war den Besuchern, meist von der Zunft der Landschaftsmaler. eine aufmerksame Gastgeberin. Das Bild zeigt die Villa von einem Hügel aus, auf dem sich früher der Kohlenschuppen der Nagelhütte befand. Ein Arbeiter fährt gerade eine Hohlkarre voll Holzkohle zum Schmiedefeuer.

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