Ilsenburg in alten Ansichten

Ilsenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Riefenstahl
Gemeente
:   Ilsenburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5331-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ilsenburg in alten Ansichten'

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39. Der Hochofen. Die ehemals wichtigste Einrichtung beim hiesigen Eisenhüttenwerk war über drei Jahrhunderte sein Hocheten. Ein zweiter kam 1708 noch hinzu. In ihnen wurde der Eisenstein des Erzreviers BüchenberglHartenberg zwischen Elbingerode und Wernigerode zu Roheisen verhüttet. Die zum Schmelzen notwendige Holzkohle konnte in näherer Umgebung durch Köhler , einem inzwischen ausgestorbenen Beruf, auf ihren laufend wechselnden Arbeitsstätten, den Meilerplätzen, gewonnen werden. Allein der Transport dieser Rohstoffe verteuerte den Verhüttungsprozeß so, daß 1886 der letzte Hochofen hier ausgeblasen werden mußte. Elise Crola hat ihn noch 1854 in einer Skizze der Nachwelt überliefert.

40. Die Gießerei. Eine gründliche Modernisierung der gräflichen Eisenhütte wurde im vierten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts vorgenommen. Maßgebend daran beteiligt war der damalige Erbgraf Hermann. Seine Initialen HGZS, das Stolberger Wappen und die Jahreszahl der Einweihung (1840) schmücken noch heute den Risalitgiebel der großen Gießereihalle. Der Graf überlebte die Feier nur ein Jahr. Ein ihm gewidmetes Denkmal aus Kunstguß, das inzwischen leider der Rosteinwirkung zum Opfer gefallen ist , zierte die Einfahrt zum Hüttehof. Die Aufnahme zeigt den Zustand der Hüttengebäude vonetwa 1925.

41. Eduard Schon. Im vorigen Jahrhundert wurde die gräfliche Hütte durch ihren Kunst- und Feinguß weltweit berühmt. Der Vater dieser Entwicklung war Eduard Schott, der 1835 als Hüttenschreiber seinen Dienst in I1senburg antrat und ihn als Oberhütteninspektor in hohem Alter beendete. In seiner Person vereinigte sich Fachkenntnis im Gießereiwesen mit dem Talent künstlerischer Gestaltung. Seinem Verdienst ist es zuzuschreiben, daB auf den Industrieausstellungen seinerzeit von Paris 1855 bis Chicago 1893 der Ilsenburger Eisenhütte wertvolle Preise zuerkannt wurden. Eduard Schott starb 1895. Sein Sohn, der Bildhauer Professor Walter Schort, hat ihm auf dem Marienfriedhof ein würdiges Denkmal gesetzt.

42. Ferdinand Schneevoigt. Die Keimzelle für den Kunstguß einer Gießerei ist deren ModelIierwerkstatt, in der die späteren Abgüsse erdacht, in Ton bzw. Gips geformt oder in Holz geschnitzt werden. Ein Meister seines Fachs war für die hiesige Gießerei ab 1925 über einige Jahrzehnte der in Ilsenburg geborene Ferdinand Schneevoigt. Seine Ausbildung erhielt er auswärts, als Ziseleur in Schwäbisch Gmünd und als Bildhauer in Düsseldorf. Weitere Stationen als Lehrer waren Idar-Oberstein und die Kunstgewerbeschule Magdeburg. Von seinem umfangreichen Schaffen als Modellmeister , später als freischaffender Künstler bis zu seinem Tod 1962, seien hier nur das 1954 erneuerte Goetherelief am Wolkenhäuschen auf dem Broeken und die Heineplakette bei den Ilsefällen erwähnt.

HEIMATMUSEUM

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OFENPLATTE N.O FREIHEITSKR/EGE(1815!

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43. Kunstguß (/). Der älteste und für lange Zeit der beständigste Zweig der Eisenproduktion war der Ofenguß. In Ilsenburg ist er von der Mitte des 16. bis in unser Jahrhundert hinein hergestellt worden. Als Schmuck der Platten dienten vorwiegend Darstellungen biblischer Sceneu, von Jagdrnotiven mit heraldischen Symbolen und besonders nach Kriegen die von Friedensallegorien. Ab 1820 kam der Feinguß in Form von Medaillen, Schmucktellern, Tierplastiken, Grabkreuzen, auch von Gebrauchsgcgenständen hinzu. Natürlich wurden auch Büsten von Persönlichkeiten und letzlich komplette Monurnente als Kriegerdenkrnale oder solche mit zivilem Charakter geliefert.

44. Kunstguß (1I). Mit Beginn des Maschinenzeitalters drang der Kunstguß zum Teil auch in technische Gebiete ein. Verzierungen an Gußstücken von alten Pumpen, Gebläsen und den ersten Dampfmaschinen erinnern noch heute stark daran. Etwas länger erhielt sich die Kunstgußtradition im Baugewerbe. Gegossene Träger, Säulen und Geländer von Brücken, Pfosten und Ziergitter für Parkanlagen. Kandelaber, Masten und Konsolen zur Einführung von Straßenbeleuchtungen waren um die Jahrhundertwende für die Fürst-Stolberg-Hütte ein lohnender Absatzmarkt. Ein typisches Beispiel für den technischen Kunstguß ist der im Bild dargestellte gußeiserne Treppenaufgang im Marienhof zum heutigen Hüttenmuseum.

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45. Die Faktorei. Dieser in der heutigen August-Bebel-Straße im Viereek angeordnete Gebäudekomplex war noch 1920 der Verwaltungsmittelpunkt der hiesigen Eisenindustrie. Es begann nach dem Dreißigjährigen Krieg mit der Errichtung eines Wohn- und Dienstgebäudes des damaligen Faktors, zu dem im Laufe der Zeit noch Wagenführerhäuser mit Pferdeställen hinzukamen. Die heutige Bausubstanz aus Rogensteinen stammt aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und enthielt außer Wohnungen für leitende Hüttenbeamte auch eine Niederlage von Mustern der Gießereierzeugnisse. Der Bliek auf den Innenhof zeigt noch den von einem Ziergitter umgebenen Springbrunnen und den gußeisernen 'Piepenpaal' , eine durch Holzröhren gespeiste Wasserzapfstelle.

46. Der Unterhammer. Das der Faktorei gegenüber liegende und ihr jetzt im Baustil ähnliche Gebäude kann auf einen noch älteren Vorgänger zurückblicken. An seiner Stelle befand sich 1584 als einer von drei gleichen Werkstätten der sogenannte Mittelhammer. Sie dienten einer derzeit blühenden Messingindustrie. Nach deren Eingehen blieb diese Bezeichnung, seine Einrichtungen wurden jedoch zur Eisenverarbeitung verwendet. Erst 1834 erscheint er infolge veränderter Fabrikationsstandorte als Unterhammer. Sein Aussehen zwanzig Jahre später zeigt eine Skizze Robert Rietenstahls. Ein zugehöriger, jetzt verlandeter Teiçh befand sich oberhalb und die inzwischen abgebrochene Radstube hinter dem Gebäude. Die schräge Rampe im Vordergrund diente zum Antransport der Holzkohle für den Frischherd.

47. Das alte Walzwerk. Am Ausfluß des Forellenteichs befand sich ein dem vorigen Objekt entsprechender Oberhammer. Er wurde 1828 stillgelegt und durch ein damals modemes Knuppel- und Stangenwalzwerk ersetzt. Es verfügte zuletzt über 2 Puddelöfen, 2 Schweißöfen, je 1 Grob- und Feinwalzenstraße, Dampfhammer, Scheren und Kreissägen. Das Wasserrad hatte einen Durchrnesser von 8 m. 1907 war auch dieses 'Fürstl. Stolb. Walzwerk', wie es eine Tafel des Bildes bezeichnet, veraltet. Einige Jahre später wurde es abgerissen. Die sich heute auf dem Gelände befindliche Parkanlage enthält als letzten Zeugen noch die ehemalige Radstube ,

48. Die Zainhütte. Das irn Hochofen gewonnene Roheisen wurde zur Weiterverarbeitung in einern Frischherd entkohlt und unter einern Hammer zu Stäben (Zainen) ausgeschmiedet. Eine solche Zainhütte lag im Wohngebiet 'Auf der See' und nutzte zum Antrieb von Gebläse und Hammer das Wasser des nach ihr benarmten Zainhüttenteichs. In seinem Gebäude, um die Jahrhundertwende hüttentechnisch nicht mehr verwender, wurde 1907 die 'Zentrale' eingerichtet, die mittels Turbine, zwei Dampfrnaschinen und Generatoren Ilsenburg mit elektrischem Strom versorgte. Nach Anschluß ans Überlandnetz wurde das ortseigene E-Werk überflüssig. Das veränderte Gebäude enthält heute Büroräume und Werkstatt derstädtischen Wohnungswirtschaft.

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