Ilsenburg in alten Ansichten

Ilsenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Riefenstahl
Gemeente
:   Ilsenburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5331-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ilsenburg in alten Ansichten'

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49. Die Nagelhûtte. Der Konkurrenzkampf in der Eisenindustrie zwang auch die gräfliche Hütte im 18. Jahrhundert den Absatz ihres Roheisens auf zusätzliche eigene Fertigungszweige auszudehnen. Dazu gchörte auch eine Nagelfabrikation. Ein 1725 errichteter Frischhammer oberhalb des Blochhauers wurde deshalb 1762 in eine Nagelhütte umgebaut. Zunächst war nur die Verarbeitung von Drahtabfällen geplant. Ein gutes Geschäft brachte unerwartet der Ausbau des Eisenbahnnetzes mit seinem hohen Bedarf an Schienennägeln, doch die spätere Urnstellung auf Schraubverbindung zwischen Schiene und Schwelle wirkte sich dann wieder so negativaus, daß die Nagelhütte 1913 schließen mußte. In den Restgebäuden ist heute der städtische Bauhof untergebracht.

50. Die Achsenschmiede. Das abgebildete Gebäude, welches seit einigen Jahrzehnten nicht mehr existiert, ist ein weiteres Beispiel für öfteren Wechsel in der Herstellung neuer Enderzeugnisse im hiesigen Eisenhüttenwesen. 1731 war es notwendig den Bedarf an härtbarem Eisen zu gewährleisten. Es entstand deshalb unterhalb des heutigen Kurparks ein Stahlharnmer. Er wurde 1766 in eine Drahthütte umgebaut. Diese Produktion gewann so an Bedeutung, daß noch zwei weitere Drahthütten errichtet werden mußten. Die westfälische Konkurrenz erwies sich jedoch als stärker. Als Ietzte Umstellung wurde 1898 die Fertigung von Wagenachsen aufgenommen. Sie hielt sich mit bescheidenern Gewinn bis zum Jahre 1925. Das Grundstück wird heute zu Wohnzwecken genutzt.

51. Die Blankschmiede. Als oberster Gewerbebetrieb im Ilsetal arbeitete ab 1801 über mehrere Jahrzehnte eine Blankschmiede. In ihr wurden Werkzeuge für die Hüttenindustrie, Forst- und Landwirtschaft wie Hämrner , Zangen, Beile, Hacken, Sensen und dergleichen hergestellt, vorgestahlt und geschärft. Ein Aquarell von Robert Riefenstahl zeigt die Rückseite des Gebäudes mit dem Wassergerinne kurz nach der im Jahre 1866 erfolgten Stillegung. An seinem Standort wurde 1897 das Hotel 'Zum I1sestein' errichtet, woraus sich dann das heutige Kurheim 'Andersen Nexö' entwickelte.

52. Die Maschinenfabrik (I). Bei der Modernisierung der gräflichen Hütte nach 1830 wurde als neue Betriebsabteilung auch eine Maschinenfabrik errichtet. Sie fand ihren Platz oberhalb des damaligen Hochofenteiches. Sie stieg zunächst ins Geschäft mit Dampfmaschinen, Pressen und Pumpen ein und ihr zu erwartender Bedarf an Gußteilen sollte gleichzeitig die ebenfalls neue Grobgußgießerei mit auslasten. In der zweiten Jahrhunderthälfte spezialisierte sie sich mehr auf Einrichtungen für Zuckerfabriken und erreichte damit für diesen in Deutschland aufblühenden Industriezweig eine herausragende Bedeutung.

53. Die Maschinenfabrik (Il). Nachdem die Ausrüstung von Zuckerfabriken ihren Höhepunkt erreicht hatte, schrumpfte die Auftragslage. Bemühungen um neue Kunden und Rationalisierungsmaßnahrncn nutzten nicht viel. Erst der Weltkrieg 1914-1918 mit Rüstungsaufträgen verschaffte der 'Fürst-Stolberg-Hütte', wie der Betrieb nunmehr hieß, wieder Gewinn, so auch seiner Maschinenfabrik in der Granatenherstellung. Die Umstellung auf Friedensproduktion, zunächst im Reparaturprogramm der Reichsbahn, gelang durch Fusion mit der Magdeburgcr Werkzeugmaschinenfabrik. 1925 wurde der Betrieb wieder selbständig und seine Maschinenfabrik nahm nunmehr eine für sie vollkommen neue Produktion von Drehkränen, Verschiebelokomotiven mit Dieselmotorenantrieb auf.

54. Die Maschinenfabrik (lIl). Trotz Erneuerung des Maschinenparks und der Errichtung einer weiteren Werkhalle auf dem Gelände des zugeschütteten Hochofenteiches konnte eine Rentabilität der Maschinenfabrik nicht erreicht werden. Die starke Konkurrenz von Ruhr und Rhein lieferte wesentlich billiger. Verhandlungen zwecks Anlehnung an maßgebende Firmen scheiterten. Die 1929 beginnende Weltwirtschaftskrise führte nun schnell das Ende herbei. Die hiesige Maschinenfabrik mußte nach nahezu 100jähriger Existenz ihre Tore schließen. Die letzte oben abgebildete Verschiebelokomotive konnte nach Entlassung der Belegschaft nur noch durch Lehrlinge unter Aufsicht eines Meisters montiert werden.

55. Der Kupferhammer. Diese landläufige Bezeichnung für den größten Industriebetrieb des Ortes traf zum abgebildeten Umfang im Jahre 1930 eigentlich nicht mehr zu. Obwohl gelegentlich ein Schwanzhammer zur Herstellung von Waschkesseln noch arbeitete , war das Unternehmen schon längst zum weithin bekarmten Kupferwerk I1senburg gewachsen. Die drei Werk hallen links im Bild enthielten die Walzenstraßen und Pressen. Es schlossen sich das Kesselhaus, der Schachtofen und die Raffinierhütte an. In den folgenden fünf Hallen waren Elektrolysebäder untergebracht. Dieses Gelände entlang der I1se und Flurteil eines ehemaligen Hüttenortes Backenrode dient nunmehr bald ein Jahrtausend als Standort einer zumeist kupferverarbeitenden Industrie.

56. Der Kurpark. Schlicht und doch romantisch im hohen Buchenwald gelegen, so bietet sich im unteren Ilsetal der Kurpark seinen Besuchern dar. Die im Harzer Fachwerkstil gehaltene Gastwirtschaft, ein Musikpavillon und mehrere borkenverkleidete Veranden umfassen einen umfangreichen Konzertgarten. Nach seiner Errichtung im Jahre 1908 wurde er bald durch regelmäßige Veranstaltungen, wie Kur- und Gesangskonzerte , Tanzabende oder Folkloreaufführungen zum Treffpunkt des Ilsenburger Kurlebens, Das Bild zeigt eincn sonntäglichen gut besuchten Kaffeenachmittag vor dem Ersten Weltkrieg.

57. Die Badeanstalt. Der Bauunternehmer Weber eröffnete im Jahre 1898 am Schickendamm eine Badeanstalt mit vier Wannenbädern und einem 15 x 25 m großen Freibad. Sie erhielt nach seinern Vornamen die Bezeichnung 'Ludwigsbad'. Im Bild ist der damalige Umfang der Einrichtung noch gut zu erkennen. Wegen der nach Geschlechtern getrennten Badezeiten ist das Becken noch mit einem hohen Bretterzaun abgeschirmt. 1922 wurde die Anstalt von der Gemeinde übernornmen, Bäder und sonstige Ausrüstungen erneuert, ein Bademeisterhaus errichtet und durch Geländekauf eine Liegewiese zugefügt.

58. Das Stephansche Sanatorium. Um 1890 entstand auf dem Eckgrundstück der Pfarrstraße mit dem Alten Fahrweg (der heutigen Dr.-Wilhelm-Külz-Straße) ein Sanatorium für Heilkuren gegen Blutarmut und Nervenleiden. Es wurde geleitet durch die Ärzte Ludwig und Pa ui Stephan , Vater und Sohn. Als Heilnuttel wurden Bäder , Massagen und Bergsreigen ernpfohlen. 1908 eröffnete ein weiterer Sohn Karl Stephan im Anwesen noch eine Bandagenfabrik. Der Erste Weltkrieg beendete die kurze Blütezeit und beanspruchte die Anstalt als Lazarett. Während das Sanatorium nicht wieder eingerichtet wurde , hielt sich die Bandagenfabrik 'Kastilba' noch bis 1939.

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