Ilsenburg in alten Ansichten

Ilsenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Riefenstahl
Gemeente
:   Ilsenburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5331-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ilsenburg in alten Ansichten'

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69. Miinnergesangverein Concordia. Ilsenburg war früher mehr als heute ein sangesfreudiges Städtchen. Es bestanden zeitweise bis zu sechs Gesangvereinen, sonderbarerweise bis auf den Kirchenchor nur für das männliche Geschlecht. Einer von ihnen war der im Jahre 1878 gegründete MGV Concordia. Er gelangte unter tüchtigen Chorleitern zu hohem Ansehen, auch über die Grenzen des Ortes hinaus. Viele Ehrcnpreise wurden auf Sängerwettstreiten sowohl der engeren Umgebung als auch der nahen Großstädte errungen. Natürlich waren die Heirnatfeste und örtlichen Gedenkfeiern, ob nun ernster oder fröhlicher Art. ohne Mitwirkung der 'Concordia-Sängcr' nicht denkbar. Das Bild zeigt einen Teil des Vereins bei einer Kaffeepartie 1927.

70. Chor/eiter Karl Eßmann. Die künstlerisch fruchtbarste Epoche erlebte der MGV Concordia wohl unter seinem Chorleiter Karl Eßmann. 1879 in Gatersleben geboren, kam er als junger Lehrer 1807 zur hiesigen Volksschule, übernahm auch nebenberuflich den Dirigentenstab des genarmten Vereins und führte ihn mit großem Erfolg bis zu seinem Tod 1936. Auf dem Bild trägt er stellvertretend für seine Sangesbrüder eine 1927 verliehene silberne Ehrenkette. Aus seinem reichen Schaffen sei hier nur eine Strophe des von ihm verfaßten und komponierten Harzer Sängerspruchs wiedergegeben:

Soweit der Vater Broeken winkt,

das Echo von der Felswand klingt, der stolze Hirsch die Fährte zieht, kling' [rei im Harz du deutsches Lied.

71. Männerturnverein 'Friscn Au]', Am 29. März 1878 gründeten 17 Ilsenburger Männer einen Turnverein, den MTV 'Frisch Auf. Als Hauptzweck galt in der ganzen Zeit seines Bestehens die Körperertüchtigung der Mitglieder , verbunden mil kultureller und gesellschaftlicher Betätigung. In Wettkämpfen stand mehr die Viellalt der Leibesübungen im Vordergrund, was ein Strehen nach hohen Leisrungen nicht ausschloß. Die Blütezeit des Vereins begann nach dern Ersten Weltkrieg. Eine starke Jugendabteilung entstand. Das Frauen- und Kinderturnen. ncue Spertarten. wie Schwimmen, Skilaufen und das Handballspiel, wurden eingeführt. Ein eigener Turnplatz am Ziegelhüttenteich konnte eingerichtet und eine Skihürte am Broeken gepachtet werden. Das 50jährige Bestehen war Veranlassung zu obiger Aufnahrne. 1945 mußte sich der Verein auflösen.

72. Der Brockenlauf. Ein sportliches Großereignis für I1senburg wurde der ab 1927 alljährlich durchgeführte Brockenlauf, veranstaltet von der 'Sportvereinigung 1924'. Ein Höhenunterschied von ca. 900 m vom Marktplatz bis zur Brockenkuppe mußte hinauf und anschließcnd wieder hinunter bei einer Gesamtlänge von 20 km überwunden werden. Die Strecke verlief im I1setal bis über die Ilsefälle. Als schwierigstes Stück folgte steil bergan der alpine Schneelochstieg bis zum Broekenturm. Der Lauf bergab über den Hirtenstieg wieder zurück ins Ilsetal war nicht minder anstrengcnd. Über 100 Teilnehmcr konnten mitunter am Ziel auf dem Marktplatz begrüßt werden. Duren den Krieg und die spateren Sperrzonenmaßnahmen wurde leider die Tradition unterbrochen.

73. Das Kohlergewerbe. Unzählige verlassene Kohlstätten irn Gebirge sind noch stumme Zeugen eines einhcirnischen nunmehr aber ausgestorbenen Berufes. Die Köhler waren es, die fern von Haus und Hof ab Mai bis Michaelis in Meilern Buchen- und Tannenscheite zu der von der Hütteniudustrie benötigten Holzkohle verarbeiteten. Als Unterkunft diente ihnen die anspruchslose aus Holzstämmen gerichtete und mit Borke belegte Köte. Der Heimatmaler Robert Riefenstahl hat dieses schwarze aber rnit viel Romantik umwobene Handwerk in zahlreichen Skizzen und Ölgernälden festgehalten. Durch den Anschluß ans Eisenbahnnetz 1884 konrite die Holzkohle durch günstigere Brennstoffe wie Koks und Steinkohle abgelöst werden.

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74. Langhoiztransport. Länger als die Köhlerei har sich der Beruf des Fuhrrnanns mit der Haltung eines Pferdegespanns in Ilsenburg erhalten, bis auch sie durch den Lastkraftwagen oder Spezialtransporter ersetzt wurden. Ganz ohne Pferde kommt der Forstbetrieb auch heute noch nicht aus, denn an manchen klippenreichen Hängen des Brockengebietes sind sie zum 'Rücken' der geschlagcncn Baurnstärnme an feste Abfuhrwege unentbehrlich. Nach dem Beladen des Fuhrwerks war dann früher der weitere Transport für Pterde weniger anstrengend, da nahezu alle Wege zu den Sägewerken oder zum Güterbahnhof bergab verlieten. Die Aufnahme etwa aus dern Jahre 1925 zeigt ein fachgerecht beladénes Langholzfuhrwerk im unteren Ilsetal am sogenannten Blochhauer .

75. Findlingstransport. So gut wie ausgestorben ist im I1senburger Gebiet auch die Tätigkeit eines Steinhauers. Noch bis zum lctzten Krieg wurde sowohl der Quarzit zwischen Ilse und Ecker als auch der Brokkengranit in einigen Steinbrüchen abgebaut, der Quarzit zu Straßenschotter, der Granit zu Pfosten, Bordsteinen und beide Arten zu Pflastersteinen verarbeitet. Nicht behauenes Material gelangte sogar zu den deutschen Küsten zu deren Hochwasserschutz. Die an der Erdoberfläche zu findenden Granitsteine wurden, wenn sie nach Form und Abmessungen den Wünschen entsprachen, gern zu Denkmalen ausersehen. Der sechsspännige Transport eines solchen 'Findlings' durch die Böttcherstraße etwa 1920 ist im obigen Bild testgehalten.

Der Jlsenstein bei Jisenburg (Harz) im Jahre 1838

liach einem Stahlstich von L. Richter

76. Der Ilsestein. Das beliebteste Ausflugsziel des Ortes, der sagenumrangte Ilsestein, möge der Abschluß dieser Bildserie sein. Schroff aus dem Berghang hervorspringend und 150 m das Tal überragend war er schon immer eine der bekarmtesten Sehenswürdigkeiten des Harzes. Als 'Ilsinestein' um 1105 urkundlich erwähnt , trug sein Felsgrat bis dahin etwa 100 Jahre ein 'castrum' , die Nachfolgeburg für die Königsrnannschaft nach ihrer Entfernung aus der 'Elysynaburg". Es war gleichzeitig das Jahr ihrer Zerstörung. Ein gußeisernes Kreuz auf dern Gipfelließ Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode 1814 errichten zur Erinnerung an seine gefallenen Kameraden der Befreiungskriege. Unter den vielen Künstlern, die den Ilsestein besangen und zeichneten, fehlte auch Ludwig Richter nicht.

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