Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten

Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Riefenstahl
Gemeente
:   Ilsenburg und seine Umgebung
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5846-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die nachfolgende Arbeit ist als eine Fortsetzung des Bildbandes 'Ilsenburg in alten Ansichten' gedacht und möchte dem Betrachter neben einer Anzahl weiterer historischer Aufnahmen vom inneren Stadtbereich daran anschließend solche aus der weiteren Umgebung vorstellen. Diese umfaßt das von jeher stark besuchte Wandergebiet beiderseits der I1se vom Gebirgsrand bis hinauf zum Broeken, Seine Oberflächengestalt wird geprägt einmal durch den größten Höhenunterschied des Harzes von 900 m auf die kurze Entfernung von 9 km zwischen seinem Gipfel und dem Vorland, zum andern durch die tiefen Taleinschnitte der I1se und Ecker bis zum Verlassen des Gebirges.

Es war vor mehr als 250 Millionen Jahren am Ende des Karbonzeitalters, als die oberen Schichten der Erde Mitteleuropas durch einen Schub aus Südosten durchgeknetet und zu einem varistischen Gebirge gefaltet wurden. In dabei sich bildende Hohlräume drangen aus dem Erdinnern glutflüssige Massen nach, füllten sie aus und erkalteten zu einem 'Pluton' aus Granit. Es war das heutige Brockenmassiv .jedoch noch verborgen in einem Deckgebirge, das nun im Laufe von Jahrmillionen eingeebnet wurde. Mehrmals überflutete dann auch das Meer wieder die Erdoberfläche und setzte darüber neue Sedimentschichten ab.

Im Zeitalter der Oberen Kreide, also vor etwa 65 Millionen Jahren, kam es erneut zu einer rnächtigen Bewegung der Erdkruste. Diesmal wurde eine große Scholle durch den Schub aus Südwesten schräg aufsteigend angehoben. Sie stauchte die Reste des varistischen Gebirges zu breiten Quarzitbänken zusammen und brachte sogar die darüber lagernden Schichten zum Überkippen. Doch alles geschah noch unter der Erdoberfläche. Wiederum setzte eine verstärkte Erosion ein, schwemmte die Deckschichten hinweg und legte den Granitpluton endlich frei. Damit war der Harz mit dem Broeken als Gipfel geboren. Ilse, Ecker und die anderen Harzflüsse hatten das Erdmaterial weit ins Vorland verfrachtet, dabei die überkippten und steilstehenden Schichten des Buntsandsteins freigewaschen und

die der Kreide und des Mergels mit Geröll bedeckt. Härtere Gesteinsmassen im Granit setzten der Abtragung mehr Widerstand entgegen und bildeten die noch heute herausragenden Felsengebilde, so unter vielen z.B. die Zeterklippen, den Plasterstoß und auch den Ilsestein.

Vor einer Million Jahren, im sogenannten Diluvium, begann der Wechsel zwischen Eiszeiten und wärmeren Epochen. Mächtige Gletscher bedeekten von Skandinavien kommend das norddeutsche Flachland. Mindestens einmal wurde der Nordharzrand erreicht. Zwangsläufig wird dann auch das Brockenmassiv eine Firnkappe getragen haben, die sich durch Herabgleiten in die Täler zu Eis verdichtete. Einer dieser Broekengletscher hat auch im Ilsetal seine Spuren binterlassen. Die Blockhalden im I1sebett am Gelben Brink und die wallartigen Ablagerungen unterhalb der I1sefälle sind Zeugen dafür.

Nach dem endgültigen Rückzug des Skandinavieneises konnte sich nun eine Vegetation entwickeln, die zunächst aus Birken, Haselsträuchern und Kiefern bestand. Mit zunehmender Erwärmung wurden Eiche und Buche vorherrschend, die dann wieder durch die Fichte abgelöst wurden. Nur die Gebirgsheide der Brockenkuppe mit Anemone, Myrte, Schlangenmoos und die Hochmoore unter ihr mit Zwergbirke, Zwergweide, Wollgras sind noch Überbleibsel der Eis- und Zwischeneiszeiten.

Mit der Verdichtung der Vegetation eroberte auch die Tierwelt die nordharzer Landschaft, wovon allerdings das Raubwild, wie Bär, Wolfund Luchs, durch den Menschen bereits ausgerottet ist. Wann dieser nun erstmalig die Bergwelt unter dem Broeken betrat, liegt im Dunkel der Vergangenheit. Die Jagd nach fleischlicher Nahrung wird wohl der älteste Beweggrund gewesen sein. Zur Besiedlung waren keine Voraussetzungen gegeben. Die Wogen der Völkerwanderung gingen jedenfalls am Gebirgsrand vorbei. Noch im frühen Mittelalter wurde der Harz von niemandem als Besitz beansprucht, so daß Karl der Große ihn nach der Niederwerfung der Sachsen zum Reichs-

bannwald erklärte, in dem nur der Kaiser selbst das Jagdrecht ausüben konnte. Als größerer Verwaltungsbezirk entstand zwischen Oker und Bode bzw. dem Großen Bruch und dern Gebirgskamm der Harzgau. Er blieb auch unter den Herrschern aus sächsischem Stamm erhalten. Lediglich am Harzrand wurde der Wald durch Rodung für Dortgründungen zurückgedrängt und ein westlicher Teil 990 dem Nachbargau zugeteilt. Es entstand damals die noch heute zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bestebende Eekergrenze. Die Aufsicht über das Reichsgut oblag den Pfalzgrafen. Als Sitz eines solchen wird unter ariderem die Ilsenburg und nach deren Urnwandlung in ein Kloster ab 1003 der Ilsinestein, also die Burg auf dem Ilsestein, angesehen.

Der Investiturstreit und die nachfolgenden Machtkämpfe zwischen Kirche und Reich unter den salischen Kaisern berührten auch das hiesige Gebiet, wodurch der Ilsinestein auf Betreiben des Klosters mit Hilfe romfreundlicher Vasallen etwa 1107 zerstört wurde. Als mündliche Überlieferung dieses Ereignisses wird noch heute die bekannte Sage vom Ilsestein und der Prinzessin Ilse erzählt, worin ein Königsschloß auf einem das Tal sperrenden Felsen im Kampf zwischen Gut und Böse ein gewaltsames Ende findet.

Mit der Schwächung der kaiserlichen Macht in Norddeutschland schufen sich Bischöfe, Herzöge und Grafen kleinere Territorialherrschaften, hier im Bereich zwischen Holtemme und Ecker etwa 1120 die Grafen von Wernigerode. Ihre Nachfolger wurden 1429 durch Erbverbrüderung die Grafen zu Stolberg. Sie fühlten sich wie ihre Vorgänger zunächst zum Reich im Lehensverhältnis, waren auch weltliche Vögte des Klosters Ilsenburg. Solange dieses sich einer wirtschaftlichen Selbständigkeit erfreute, gehörten ihm auch die Randberge vom Halberstädter Berg im Osten bis zum Schorrberg im Westen. Die Reformation und der Bauernkrieg beendeten aber die Vormacht des Klosters. Die Grafen zu Stolberg traten auch hier die Nachfolge an, in weit bescheidenerem Umfang das bisher vom Kloster abhängige Dorf Ilsenburg.

Dessen weitere politische Entwicklung ist bereits im vorigen Bildband näher behandelt worden, so daß hier nur noch das Schicksal der Umgebung beschrieben werden soll. In ihr behaupteten uneingeschränkt die Stolberger Grafen, später die sich abzweigende Linie Stolberg-Wernigerode ihren Besitzanspruch. Als zu Anfang des 16. Jahrhunderts ein großes 'Berggeschrei' einsetzte und im Broekengebiet reiche Erze mit Edelmetall vermutet wurden, ließ sich Graf Botho 1518 vorsichtshalber nochmals mit ihm belehnen. Ein finanzieller Erfolg blieb aber aus. Wirtschaftlich interessant wurden jedoch die Wälder, abgesehen vom Handel mit Schnittholz, insbesondere für die gräfliche Hüttenindustrie als Lieferant der notwendigen Holzkohle. Sie war bis ins vorige Jahrhundert ein wichtiger Grundstoff für Hochöfen, Zainhütten und Schmiedehämmer.

Zur Führung einer geordneten Forstwirtschaft wurden im Gebiet die Reviere Ilsenburg I (später Öhrenfeld genannt) östlich der Ilse, und Ilsenburg II, zeitweise noch Stapelburg zwischen Ilse und Ecker, eingerichtet. Weitere Unterteilungen entstanden nach 1876 durch die Försterbezirke , wobei die Forsthäuser Eckerkrug, Scharfenstein, PIessenburg und Öhrenfeld gegründet wurden. 1930 wurde das Revier Öhrenfeld Staatsforst, im übrigen blieb die Verwaltungsstruktur bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges erhalten.

Die anschließend vorgestellten Ansichten und begleitenden Erläuterungen verteilen sich auf folgende Abschnitte:

I. 11.

III. IV.

V.

VI.

Stadtbummel in Ilsenburg Rundgang um Ilsenburg Aufwärts im Ilsetal Bergwelt östlich der IIse Zwischen Ilse und Ecker Rund um den Broeken

Nrn. 1-16 Nrn.17-29 Nm.30-45 Nm.46-54 Nm.55-66 Nm.67-76

1. Die Pfarrbrücke. Die Brücke in der Pfarrstraße kann als die zweitälteste im Ortskern angesehen werden. Allerdings ist sie in der Ausführung, wie sie der Heimatmaler Robert Riefenstahl noch kannte und gemalt hat, heute nicht mehr vorhanden. Am 31. Juli 1858 wurde sie durch ein Hochwasser zerstört, wobei sechs Personen in den reißenden Fluten ertranken. Eine Erinnerungstafel am jetzigen Geländer erinnert an dieses tragische Ereignis mit folgenden Worten: Einst in meiner letzten Noth / laß mich nicht versinken. / Sollt ich auch den bitt'ren Tod / Weil' aufWelle trinken, / reiche mir dann liebentbrannt / Jesu Deine starke Hand.

2. Der Leininger Hof Im Jahre 1717 erwarb Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode ein Hille'sches Anwesen östlich der Marienkirche und baute es zum Wohnsitz seiner Schwiegereltern aus. Es waren der spätere Bergrat Joharm Jacob Bierbrauer und seine Frau Christiane Louise, eine verwitwete Gräfin zu Leiningen-Westerburg. Nach ihr erhielt der Hof seinen Namen. Ein Enkel der Bierbrauers, der seinerzeit bekannte Literaturkritiker Ludwig August U nzer, starb hier am 13. Januar 1774 im jugendlichen Alter von 25 Jahren. Die Abbildung zeigt den Leininger Hof im Abriß nach 1864. Seitdem ist auch sein Name fast vergessen. Erst um 1930 entstand an seiner Stelle wieder eine Bauernsiedlung.

3. Der Schloßmühlenteich. Jahrhundertelang diente der Teich der Schloßmühle zur gleichmäßigen Wasserbevorratung. Der Bliek über ihn hinweg zur Mühle und dem bereits abgerissenen Glöcknerhaus, dazu das Schloß im Hintergrund, zählte zu den beliebtesten Foto-Objekten Ilsenburgs. Mit dem Eingehen der Mühle um 1960 war auch ein wirtschaftliches Interesse an der Erhaltung des Teiches nicht mehr vorhanden. Er wurde zugeschüttet und seine Fläche als Garten für die Jugend zur Erlernung der Verkehrsregeln genutzt.

4. Die Kantor-Schule. 'Straße in Ilsenburg' wird eine Tuschezeichnung benannt, die ein unbekannter Maler um 1850 geschaffen hat. Sie zeigt ein zweistöckiges Haus mit Anbau, im Harz 'Hamme' genannt, aufgenommen aus einem Nachbargrundstück, in dem sich eine Kindergruppe im Schnee tummelt. Die Lokalisierung des Gebäudes bereitete einige Mühe und gelang nur durch Vergleich seiner Lage und Entfernung zum Schloß. Es ist die ehemalige Kantor-Schule (1767), später Dienstwohnung des Rektors (Vogelgesang 11), betrachtet von der Gartenseite. Die Hamme wurde 1908 durch den Neubau des evangelischen Gemeindehauses ersetzt. Der Spielplatz der Kinder ist heute der Vorgarten der alten Hofprädikatur, die ab 1848 als Kinderbewahranstalt genutzt wurde.

5. Villa 'Ottilienruh', Im Jahre 1861 erbaute sich der Rentier Heinrich Hodler auf einem 6 112 Morgen großen Grundstück der Punierwiesen ein damals recht ansehnliches Haus. Das Geld dazu kam von seiner Frau, einer verwitweten Maria Louise Stumm, woran noch das 'S' in der Giebelverzierung erinnert. Durch Verkauf gelangte das Anwesen dann 1888 in den Besitz des Fabrikanten Rudolf Wolf aus Magdeburg-Buckau, der das Grundstück durch weiteren beträchtlichen Landerwerb zu einem Freizeitpark gestaltete. Er nutzte es in jedem Sommer als Landsitz für seine Familie. Der Vorname seiner Frau Ottilie diente zur Bezeichnung der Villa. Noch heute ist der Wolfspark im Besitz der leiblichen Erben.

6. Der Buchberggarten. Anstelle der abgebildeten Villen an der oberen Buchbergstraße, die etwa um 1900 errichtet wurden, befand sich im vorigen Jahrhundert ein gräfliches Grundstück, das als Obst- und Gemüsegarten genutzt wurde. Ein hoher wirtschaftlicher Ertrag war den oft wechselnden Pächtern wegen des unfruchtbaren Berghanges jedoch nicht beschieden. Deshalb wurde der sogenannte Buchberggarten in einen Wa1dpark umgewandelt undschließlich in mehreren Parzellen veräußert. Wegen der günstigen Lage entstanden auf dem Gelände Fremdenpensionen und Einfamilienhäuser mit Sommerwohnungen. Dem Zeitgeist entsprechend erhielten sie Namen wie Pension Annemarie oder Edith bzw. Haus Bertha oder Alma.

7. Die Nachthaube. Diese eigenartige Bezeichnung hat ein Wiesengelände, das einstmals von der Buchbergstraße, dem Schickendamm und der Punierstraße begrenzt wurde. Es diente dem Hausvieh zur nächtlichen Hutweide und erhielt dadurch den Namen 'nachthude' . Unwissenheit über diese ehemalige Nutzung führte im Volksmund zur Angleichung an die in späteren Zeiten übliche nächtliche Kopfbedeckung der Großmütter. Inzwischen ist die Wiese von allen Straßen ausgehend durch Bebauung eingeengt und der Rest zu Gemüsegärten verwandelt worden. Fünf gleichartige Doppelhäuser für gräfliche Waldarbeiter entlang der Buchbergstraße entstanden im vorigen Jahrhundert.

8. Werbeobjekt 'Kuhherde', Zu einern echten Kurort gehörte bereits vor einhundert Jahren eine reichhaltige Auswahl von Ansichtspostkarten, und speziell im Harz zählten solche mit einer Kuhherde im Vordergrund zu den beliebtesten Urlaubsgrüßen an Verwandte und Bekannte zu Hause. Jedenfalls behauptet es oben eine namhafte Wernigeröder Verlagsdruckerei in ihrem Angebot vom 14. Juni 1898 an eine hiesige Buchhandlung Bartels. Hinter der grasenden Herde im Junkergarten zeigt das Bild noch den Abhang des Kalkberges zur Grünen Straße mit den damals wenigen Gehöften, darüber thronend das Hotel Waldhöhe.

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