Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten

Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Riefenstahl
Gemeente
:   Ilsenburg und seine Umgebung
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5846-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten'

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29. Öhrenfeld. 'Öhrenfeld vom Karrberg' nannte ein unbekannter Künstler sein Aquarell. Es zeigt den Ausgang des Tänntals etwa in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Historisch beachtenswert ist das noch heute bestehende Zeughaus, ein massives Bauwerk zur Aufbewahrung der Jagdgeräte. Von der zu ihm hinführenden Allee sind nur noch wenige alte Linden vorhanden. Die Häuser in Bildmitte gehörten zur ehemaligen Revierförsterei. Dagegen sind von der am rechten Bildrand zu erkennenden Ziegelei keine Reste mehr zu finden. Lediglich der von ihr verdeckte Tonmühlenteich erinnert heute noch an ihre Existenz.

30. Die Obere Sägemühle. Eine Lithographie des Malers Wilhelm Paetz (1808-1858) ist wohl die einzige Darstellung der 1694 gegründeten (alten) Oberen Sägemühle undihrer Lage im I1setal. In Bildmitte ist auch noch eine Drahthütte, die jüngste von drei gleichen Betriebsstätten, zu erkennen. Sowohl diese als auch die Sägemühle wurden 1847 bzw. 1848 stillgelegt. Beide Gebäude dienten dann einem modernen Sägewerk, das zwischen ihnen in diesen Jahren errichtet wurde, als Wohnungen. Der Platzmeister bezog die Drahthütte, weitere Arbeiter die alte Mühle. Diese erhielt nunmehr die Bezeichnung 'Schildwache', weil ihre Bewohner auch den Nachtdienst verrichten mußten. Trotzdem brannte sie aber in der Neujahrsnacht 1898/99 vollständigab.

31. Die 'Prinzeß-Ilse-Quelle', Jenseits der nächsten I1sebrücke fällt dem Wanderer ein turmähnliches, aus Granitquadem gefügtes und mit einem Zinnenkranz geschmücktes Bauwerk auf. Wie die oben genannte und über dem schmalen Eingang eingelassene Inschrift besagt, handelt es sich um ein Brunnenhaus. Das in ihm sprudelnde Mineralwasser wurde durch eine Rohrleitung einem Sauerbrunnenwerk zugeleitet, das 1904 ein Chemiker Oskar Schulz oberhalb des Kurparks gründete. Der Versand wurde zunächst in Fässern durch die Reichsbahn zu benachbanen Großstädten vorgenommen. Ein neuer Inhaber, Hermann Hoffmann, modernisierte nach dem Ersten Weltkrieg den Betrieb und verkaufte das Wasser nun direkt in Originalflaschen.

32. Der Ilsestein. Er ist ohne Zweifel das Wahrzeichen Ilsenburgs, und trotzdem er bereits als Abschluß des vorigen Bildbandes kurz vorgestellt wurde, sollen ihm hier nochmals einige Zeilen gewidmet sein. Schon lange vor dem Einsetzen eines regelrechten Fremdenverkehrs im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts haben zahlreiche Wissenschaftler, MaIer, Schriftsteller und Dichter dazu beigetragen, den Ilsestein neben dem Broeken und der Baumannshöhle zu einem der beliebtesten Reiseziele des Harzes bekannt zu machen. Das schroffe Hervortreten aus einer Bergschulter heraus und den steil abfallenden Westgrat aus einer Höhe von 475 m direkt zum Ufer der Ilse hat am eindruckvollsten der Harzmaler Ernst Carl Ludwig Helbig (1838) vom Zanthierplatz in Öl festgehalten.

33. Das Kreuz auf dem Ilsestein. Nachdem die Feldzüge der Befreiungskriege von der Napoleonischen Fremdherrschaft 1813/14 für Preußen und seine Verbündeten glücklich beendet waren, ließ Graf Anton zu Stolberg-Wetnigerode zur Erinnerung an seine fünf gefallenen Kameraden auf dem Ilsestein ein gußeisernes, 13 Fuß hohes Kreuz errichten. Für die schwierigen Aufstellungsarbeiten war der einheimische Schmied Manegold verantwortlich. Die Einweihung fand am 16. Oktober 1914, dem Jahrestag der Schlacht bei Leipzig, statt. Eine weitere Gedenkplatte wurde anläßlich der lOD·Jahrfeier zum gleichen Ereignis am 18. Oktober 1913 an der Felswand darunter angebracht.

34. Die Burg 'Ilsinestein'. Viel Aufsehen erregte eine Nachricht im Jahre 1955, als eine Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte auf dem schmalen Grat des lIsesteins die Grundmauern einer schon lange gesuchten Burg I1sinestein entdeckte. Sie wurde durch eine königliche Mannschaft nach 1003 errichtet, nachdem die im Talausgang gelegene Elisynaburg, ihre bisherige Pfalz, in ein Kloster umgewandelt wurde. Nach nur einem Jahrhundert ging auch der Ilsinestein in den Kämpfen zwischen Kaiser und Papst unter. Die Grabungen führten zum Ergebnis, daß die Felsenfeste die volle Gratlänge von 100 m ab der heutigen Zugangstreppe bis zum Kreuzkegel nutzte. Ein Ölgemälde des Harzmalers Wilhelm Pramme vermittelt eine Vorstellung, wie die Bauten der Burg Ilsinestein etwa ausgesehen haben könnten.

35. Die Westerklippen. Nicht ganz so berühmt wie der Ilsestein ist die gegenüberliegende Westerklippe. Sie wurde wohl erst richtig durch die Sage von der Prinzeß Ilse (s. Einleitung) bekannt. Eigentlich bilden rnehrere Klippen unter dem gleichen Namen eine ganze Kette an der südlichen Flanke des Westerberges. Eine von ihnen ist durch ein Geländer gesichert. Doch die schönste ist die östlichste, da sie einen umfassenden Rundbliek ins Ilsetal und zum Broekengebiet gewährleistet. Der an den Westerklippen fast geschlossen auftretende Kiefembestand wird noch auf die Erstaussaat des Forstmeisters von Zanthier zurückgeführt. Das Auerwild ist aber seit hundert Jahren hier nicht mehr vertreten.

36. Der Froschfelsen. Zahlreiche Klippengruppen mit und ohne besonderen Namen liegen zerstreut auf der Hochfläche des Westerberges. Eine von ihnen verdient wegen ihrer Gestalt besonders hervorgehoben zu werden. Sie befindet sich direkt am beschilderten Wanderweg, kommt jedoch durch einen mittleren Fichtenbestand heute nicht recht zur Geltung. Es ist der Froschfelsen. Vor fünfzig Jahren noch konnte ein Betrachter aus entsprechender Entfernung sich von der Richtigkeit seiner Bezeichnung überzeugen. Eine Bank unter dem Leib des vorsintflutlichen Ungeheuers gewährte dem Wanderer eine ungestörte Rast, auch bei stärkstem Regenwetter.

37. Der Mönch an der Paternosterklippe. Halbwegs zwischen dem Ilsestein und der PIessenburg ragt eine Klippe aus dem Berg heraus. Beide enthalten in ihren N amen das Bestimmungswort 'Paternoster'. Schon 1593 erscheint in einem Jagdvertrag diese vom christlichen Hauptgebet entlehnte Bezeichnung in 'Patternosterkleeff", etwas ungewöhnlich für eine weitab von einer kirchlichen Einrichtung gelegene Klippe. Auch unter den Liegenschaften des Klosters Ilsenburg erscheint niemals ein Paternosterberg. Vermutlich hat jedoch die abgebildete Felsnadel vor der Westwand der Klippe zur Namensgebung beigetragen. Sie ähnelt einem betenden Mönch vor dem Altar. Die Zunft der Bergsteiger schätzt am Mönch seine hohen Schwierigkeitsgrade.

38. Das Spukeloch. Eine kesselförmige Erweiterung des Ilsetals hinter der Einmündung der Loddenke heißt das Spukeloch. Wann und wodurch dieser Name gebräuchlich wurde, ist nicht mehr festzustellen. Vielleicht sollte die Örtlichkeit mit dem Hinweis auf dort umgehende Gespenster gemieden werden. Tatsache ist, daß 1584 und nochmals 1652 in dieser Gegend nach Gold- und Silbererzen gemutet wurde. Das Bild zeigt einen hinterlassenen 3 m tiefen und 200 m langen Schürfgraben. Angehender Bergbau wurde wegen des erhofften Gewinnes immer mit einem Schleier des Geheimnisses umgeben. Aber trotz dieser Verteufelungsmethode spendete der Spukelochsbach später das beste Trinkwasser für Ilsenburg.

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