Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten

Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Riefenstahl
Gemeente
:   Ilsenburg und seine Umgebung
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5846-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten'

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39. Die Ilsefälle. Zweifellos sind die Ilsefälle der landschaftlich schönste Abschnitt im Lauf der Ilse. Mit einem Gefälle von 120 m auf einer Länge von 1,2 km springt sie kaskadenhaft über zahlreiche Felsstufen hinunter. Manche bemooste Klippe muß sie dabei umspülen, viele Kessel im Grund zwingt sie zum kreisenden Strudel, ehe sie sich unten mit schaumbedecktem Wasser durch die Endmoräne eines ehemaligen Brockengletschers hindurcharbeitet. Richtig erschlossen wurden die Ilsefälle erst durch die Anlage des begleitenden Bremer Weges im Jahre 1904. Mit der Finanzierung dieses Wanderweges hat sich seinerzeit der Harzklub-Zweigverein Bremen für immer selbst ein Denkmal gesetzt.

ILSENBURG AM HARZ.

ILSEFALLE AM BREMERWEG

40. Das Heinedenkmal. Die Lage der Ilsefälle halbwegs am einst meist benutzten Aufstieg zum Broeken trug natürlich wesentlich dazu bei, daß sie schon sehr früh von Schriftstellern und Dichtern bekannt gemacht wurde. Für Zeichner, Maler und Fotografen bot sie zu jeder Jahreszeit Motive in reichlicher Zahl. Aber keiner hat sie so treffend geschildert wie der Göttinger Student Heinrich Heine bei seinem Abstieg vom Broeken am 21. September 1824. In seiner 'Harzreise' heißt es:

Ja, die Sage ist wahr, die Ilse ist eine Prinzessin, die lachend und blühend den Berg hinabläuft.

Wie blinkt im Sonnenschein ihr weißes Schaumgewand, wie flattern im Winde ihre silbernen Busenbänder!

Das Relief des Dichters schmückt einen Granitbloek am Bremer Weg.

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41. Die Ilsemühle. Um den zunehmenden Bedarf an Schnittholz zu Ende des 16. Jahrhunderts zu decken, kam es 1594 zur Gründung einer weiteren Sägemühle durch einen braunschweigischen Förster Wolf Harde. Sie fand ihren Platz etwa 100 m unter der Einmündung des Sch1üsiebaches und war mit 540 m die höchstgelegene Gewerbestätte im Verlauf der Ilse. Nach dem Geldgeber, einem Goslarer Holzhändler, wurde sie zunächst Meineckens Sägemühle genannt. Später hieß sie allgemein die I1semüh1e. Gern wurde sie für Brokkenbesucher als Raststätte, auch zur Übernachtung, genutzt. Nach Besserung der Wegeverhältnisse für den Transport der Bloche ging ihre Bedeutung zurück, 1785 existierte sie bereits nicht mehr. Die Reste ihrer Anlage, insbesondere eine 2 m tiefe Grube der Radstube, sind aber nach obigem Lageplan noch zu finden.

42. Die Skihütte 'Gelber Brink'. Der im Jahre 1922 gegründete Skiklub I1senburg stellte sich die Aufgabe, Freunde des Skilaufens, dieser nunmehr volkstümlich gewordenen Wintersportart, zu gemeinsamer Betätigung zusammenzufassen. Einer seiner Ziele war, sich dafür in höherer und schneesicherer Lage eine Skihütte zu schaffen. Nachdem zunächst einige Winter eine Schutzhütte am Renneckenberg gepachtet wurde, konnte dann am Gelben Brink auf den Grundmauern eines ehemaligen Logierhauses für Waldarbeiter eine eigenen Skihütte errichtet werden. Am 27. November 1927 wurde sie eingeweiht. Das Bild zeigt die Hütte im Bau und davor einige der damaligen aktiven Mitglieder.

43. Der Namenstein. Ein mächtiger Granitstein lag einst an der Broekenstraße des Gelben Brinks. Die eingemeißelte Inschrift an ihm H G z S W 1837 erinnerte daran, daß Henrich, Graf zu Stolberg-Wernigerode 1837 diesen Weg zu einer zweispurigen Chaussee ausbauen ließ. Obwohl der Gedenkstein die Fahrbahn einengte, ist es doch unverständlich, daß er 1966 gesprengt wurde. Seine Trümmer liegen im benachbarten trocknen Flußbett; trocken deshalb, weil die I1se von hier auf einer Länge von 1,5 km im Granitgeröll unterirdisch fließt. Den besten Bliek auf diese landschaftliche Merkwürdigkeit gestattet immer noch eine Rast am ehemaligen Namenstein.

44. Das Brockenbett. Die sanfte Mulde zwischen dem Renneckenberg und der Heinrichshöhe heißt schon seit 1590 das Brockenbett. Es ist das Quellgebiet der Ilse, die dort aus zahlreichen Rinnsalen und Bächen des moorigen Geländes ihr Wasser sammelt. Auf dem höchsten Punkt, übrigens die Wasserscheide zwischen Ilse und Bode, also damit auch zwischen den Stromgebieten der Weser und Eibe, treffen die Brockenstraßen von Schierke und Ilsenburg zusammen. Er wurde der Eiserne Handweiser genannt, da dort einstmals zur besseren Orientierung ein gußeiserner Wegweiser errichtet war. Beliebt ist das Brockenbett besonders bei allen zünftigen Skiläufern, da von ihm genußreiche Abfahrten möglich sind. Das Bild zeigt den höchsten Wegeabschnitt zum Eisernen Handweiser.

45. Die Skihütte 'Brockenbett', Eine für den Skisport vorteilhaftere Umgebung war auch für den Turnverein 'Frisch Auf' Ilsenburg der Beweggrund, eine bis dahin gepachtete Jagdhütte im Jahre 1932 vom Oberen Buchhorst zum Brockenbett zu verlegen. Als günstige Voraussetzungen für seine Skiläufer boten sich hier die Schneesicherheit, das 'führige' Gelände, offenes Quellwasser und die Nähe einer Fahrstraße an. Trotz der widrigen wirtschaftlichen Verhältnisse jener Zeit gelang die Umsetzung, wie das Bild die Hütte in ihrem idealen Umfeld noch zeigt. Aber nur wenige Jahre konnte sie genutzt werden. Bei den Kriegshandlungen 1945 im Broekengebiet ging sie in Flammen auf. Ein größerer Neubau des Jahres 1949 an gleicher Stelle setzt nun die Tradition fort.

46. Der sterbende Wald. Ein langgestreckter Berg östlich der oberen Ilse ist der Renneckenberg, und sein Rücken ist mit zahlreichen Klippengruppen besetzt. Sie nennen sich insgesamt die Zeterklippen. Ihre höchstgelegene ist zwecks gefahrloser Besteigung mit Leiter und Geländer versehen und bietet auch eine gute Rundsicht einerseits zum Broeken und zum andern ins Harzvorland. Eine Merkwürdigkeit an ihr ist noch, daß bestimmte Stellen die Kompaßnadel ablenkt. Als eine Schauwürdigkeit der zwanziger Jahre wurden die abgestorbenen Fichten an ihrer südwestlichen Wetterseite gepriesen, entstanden durch großflächigen Abtrieb des Hanges zum Brockenbett mit zusätzlicher Borkenkäferplage. Heute würde dieser Waldzustand wohl eher bedauert werden.

47. Das Molkenhaus. In einern breiten Talkessel südöstlich einer Wegespinne, dem Ilsenburger Stern, liegt an einer Waldwiese das Molkenhaus. Es ist an dieser Stelle bereits 1738 auf einer Forstkarte enthalten und war im Somrnerhalbjahr die Meierei für die Rinderherde des Marienhofes. Ein trauriges Ereignis begann am 13. Mai 1850 im Molkenhaus. Der Forstläufer Wenzel und Holzhauer Bötticher brachen von hier zu einern Reviergang auf, um Wilderer aufzuspüren. Sie hatten Erfolg, verloren aber in einern Kampf mit ihnen ihr Leben. Eine Tafel an der Marienkirche und ein Denkmal im Hanneekenbruch erinnern noch an diese Mordtat. Vorn Molkenhaus ist heute nur noch ein angebautes Wohngebäude erhalten und wird als Jagdhaus genutzt. Der langgestreckte Rinderstall ist nach 1960 abgerissen.

48. Die Schlüsie. Ein weit ausgedehntes Tal zwischen dem Obergebbertsberg, den Sonnenklippen und dem Sohlwinkel ist die Schlüsie. Sie wird durch einen Bach durchflossen, der früher einmal Schmaleohenbach hieß und erst später den Namen der Gegend mit Schlüsierbach bekam. Der Grund war seine Abdämmung durch eine Schleuse. Sie diente zum Aufstauen und stoßweisen Ablassen des Wassers, um das Flößen von Kohlholz auf der Ilse hinunter zum Waldhof, zeitweise sogar bis zum Hochofengelände zu gewährleisten. Reste des Dammes sind bei Kreuzung des Schindelstieges mit dem Bach noch zu finden. Die Flößerei ist nachzuweisen ab 1690 bis weit ins 19. Jahrhundert hinein und zählte zu den Herrendiensten der Ilsenburger.

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