Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten

Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Riefenstahl
Gemeente
:   Ilsenburg und seine Umgebung
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5846-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ilsenburg und seine Umgebung in alten Ansichten'

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49. Die Wolfsjagd am Pfortenberg. Ab dem Sommer 1797 wurden Viehhalter und die Forstverwaltungen rings um den Brokken beunruhigt, weil Rinder und auch Rotwild verendet autgefunden wurden, die offensichtlich von einem Raubtier gerissen waren. Erst im Winter konnten Trittspuren im Schnee entdeckt werden, die einwandfrei einem Wolf zugeordnet wurden. Treibjagden hatten zunächst keinen Erfolg. Erst am 23. März 1798 fand man die Fährte am Pfortenberg wieder. Der Berg wurde umstellt, und es blieb dem Grafen Ferdinand zu Stolberg- Wernigerode vorbehalten, das 79 Pfund schwere Tier zu erlegen. Ein Stein am Tatort erhielt zur Erinnerung an diese letzte Wolfsjagd im Broekengebiet eine entsprechende Inschrift.

50. Die Köte im Luchsloch. Nochmals versetzte ein längst als ausgestorben geltender Räuber mehrere Jahre später die gräfliche Jägerei wieder in Aufregung. Ein Luchs, der letzte im Nordharz, wurde endlich nach zahlreichen Treibjagden am 24. März 1817 in der Schlucht zwischen den Sonnenklippen und den Weißen Steinen vom Forstkontrolleur Kallmeyer erlegt. Der ausgestopfte Balg ist im Schloßmuseum Wernigerode noch zu besichtigen. Ein Stein wurde diesmal nicht beschriftet. Dafür erhielt die Gegend seitdem die Bezeichnung Luchsloch. Ob die Jugend der zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts dieses Jagdereignis noch bewunderte , ist nicht anzunehmen. Eher liebte sie das Luchsloch und die sich anschließende TaJfläche wegen einer Köte zum Nachtquartier und die benachbarte Waldwiese für ein fröhliches Wochenende.

51. Das Jagdhaus PIessenburg. Im Jahre 1776 wurde auf dem Königskolle, einer Bergschulter zwischen dem Tannenklinz und Huyseburger Häu, ein Jagdhaus errichtet. Es erhielt nach dem Schwiegersohn des regierenden Grafen Henrich Ernst, einem Prinzen von Anhalt-Cöthen-Pleß, die Bezeichnung Plessenburg. Das massive Gebäude , im holländischen Stil gehalten, hat natürlich mit einer Burg wenig gemein. Es diente vielmehr der gräflichen Familie als Sommeraufenthalt, mehr noch im Herbst geladenen Gästen zu jagdlichen Veranstaltungen. Der politische Umsturz 1945 veränderte auch den Zweck des Jagdhauses. Baulich mit einem benachbarten Wirtschaftsgebäude vereinigt, ist in ihm jetzt die Waldgaststätte PIessenburg entstanden. Eine stattliche Gesellschaft von Grünröcken zeigt ein Foto um 1905 vor dem Eingang.

52. Das Forsthaus Plessenburg. Zur Beaufsichtigung des Jagdhauses wurde gleichzeitig 1776 auch ein Waldwärterhaus mit Pferdestall und Kutschenschauer in der Nähe errichtet, Es sind die beiden Gebäude rechts im Bild. Ihnen folgte im Laufe der Zeit anschließend das eigentliche Forsthaus PIessenburg als Dienstwohnung eines Revierförsters, schon 1870 mit einem Ausschank versehen. Forst- und Gasthaus blieben miteinander verbunden bis zur Verlegung der Gastronomie ins vorhin erwähnte Jagdhaus. In die Literatur eingegangen ist eine Pflegetochter des Försters durch ihr Liebesverhältnis zum Dichter Ernst Schulze, dem Sänger der bezauberten Rose, der hier 1810 einige Wochen sich aufhielt.

53. Die Schmuckbruch-Fûtterung. Mehr als 75 Jahre dient nun schon die Wildfütterung im Schmuckbruch unterhalb des Pfortenberges zur winterlichen Versorgung des Rotwildes. Sie ist mit zwei anderen von zwölf Fütterungen, die im Betrachtungsgebiet die wechselvollen Zeiten unbeschädigt überstanden haben. Der geräumige Heuboden und ein kühler Rübenkeller im Hintergrund bieten genügend Raum für eine Bevorratung. Mehr als sechzig Stück Rotwild sind hier schon gezählt worden, wenn die Schneelage eine eigene Nahrungsuche nicht gestattete. Ob die Forstverwaltung auch wußte, daß der Heuboden im Sommer oder zur Brunftzeit gelegentlich von der Jugend zur illegalen Übernachtung genutzt wurde?

54. Der Gebbertsberg. Ein langgestreckter Berg, der den mittleren Abschnitt der I1se im Osten begleitet, ist der Gebbertsberg. Seinen Namen erhielt er durch einen Zechen- und Grubenbesitzer Barte! Gebhardt, der 1584 an ihm an mehreren Stellen nach Erzen einschlug, Zu Tage tretende Quarzgänge wurden in jener Zeit stets als Fundstätten für Gold- oder Silbererz vermutet. Eine Schürfstelle ist noch deutlich unter der nordwestlichen Klippe zu erkennen. Sie lag vor sechzig Jahren noch versteekt im Hochwald. Nur dessen Rand gestattete damals den obigen Bliek zu den Paternosterklippen. zum Ilsestein und ins untere I1setal.

55. Das Suental. Die Abbildung einer kolorierten Zeichnung von Robert Riefenstahl zeigt den Eingang des Suentals etwa um 1890. Es zieht sich nur zwei km ins Gebirge hinein und endet plötzlich mit einem Steilhang unter dem Rockenstein. Wer die Stille der Natur liebt, sollte dieses etwas einsame Tal besuchen. Es war aber nicht immer so ruhig. Ein rechter Hand aufgelassener Quarzitsteinbruch am Hang des Breitenberges, leere Schlämmgruben im Talgrund und neuerdings dort aufgedeckte Fundamente einer Tonmühle zeugen davon, daß auch hier einstmals Arbeit verrichtet wurde. Archivakten besagen sogar, daß mit dem Bau einer Talsperre begonnen wurde. Wirtschaftliche Verluste, Rohstoffmangel und Umstellung auf billigere Energien stellten die Ruhe im Suental aber wieder her.

56. Der Eckerkrug. Ein beliebtes Ausflugslokal war noch bis Ende des Zweiten Weltkrieges der Eckerkrug. Schon sein Name besagt, daß er an einer oft benutzten und für Fahrzeuge geeigneten Wegeverbindung entstanden sein muß, vielleicht an einer alten Postroute. Zur Tradition wurde das auf den umliegenden Wiesen jährlich zum 1. September stattfindende Kinderfest der Ilsenburger Schuljugend. Während die Mädel um Preise würfelten, ermittelten die Jungen ihren Schützenkönig mit dem 'Pusterohr' . 1913 wurde das letzte Fest gefeiert. Vom Eckerkrug und auch vom Forsthaus (links im Bild) bleibt heute nur noch die Erinnerung. Mit den Maßnahmen der ehemaligen DDR zur Grenzsicherung wurden alle Gebäude 1961 abgerissen.

57. Der 'Iungbom'. Gleichzeitig mit dem Eckerkrug ist 1961 auch die benachbarre Kuranstalt Jungborn verschwunden, Sie wurde von dem Braunschweiger Buchhändler Adolf Just auf einem 20 Morgen großen Wiesengelände 1896 gebaut. Sein Naturheilverfahren, an sich selbst erprobt, fand zahlreiche Anhänger. Fleischlose Kost, Bewegung in frischer Luft, Kaltwasserbäder und der Aufenthalt in 'Lichtlufthäuschen' waren seine Kurmittel, 1908 wurde die Anstalt von seinem Bruder Rudolf Just übernommen und nochmals erweitert. Ein Kurhaus, neues Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude entstanden nacheinander. Streng getrennte Parks ermöglichten Männern, Frauen und Familien schon damals eine Freikörperkultur. Mit dem Zweiten Weltkrieg begann die übliche Nutzung als Lazarett, Lungenheilstätte und Altersheim. Das Ende war der Abriß.

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58. Die Ahlsburg. Etwa 3 km oberhalb vom Eckerkrug wird das Tal durch einen Bergsporn verengt, auf dessen Grat noch die Überreste einer Burg zu finden sind. Es war die Ahlsburg, in frühen Urkunden mit Alerdestein bezeichnet. Ein Herrengeschlecht von Burgdorf, einige mit dem Vornamen Alard, hatte sie zu Lehen, unmittelbar vom Reich. Vermutlich beaufsichtigten sie von hier aus einen begrenzten Teil des Reichsbannforstes Harz. Mit dem Schwinden der kaiserlichen Macht wurden sie Vasallen der Herzöge von Braunschweig und die zugehörigen Ländereien gingen verloren, 1402 auch vier Holzbleke und 1 1/2 Hufen Land bei Wollingerode an das Kloster Ilsenburg. Eine Zeichnung des Kunstmalers B. Fischer aus Bad Harzburg von 1912 zeigt die Mauerreste zwischen zwei Felstürmen.

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