Ingolstadt in alten Ansichten

Ingolstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Fegert
Gemeente
:   Ingolstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3458-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ingolstadt in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Es war schon immer sehr reizvoll, einen Bliek in die Vergangenheit der Heimat zu tun, das alte Stadtgesicht, das heute völlig anders geprägt ist, zu entdekken. Das vorliegende Büchlein 'Ingolstadt in alten Ansichten' soll das Stück Zeitgeschichte zwischen 1860 und 1950 vermitteln, wobei man bald feststellen wird, wie weit oder wie nahe doch 100 Jahre zurückliegen können. Mögen die alten Erinnerungen oder die Neuentdeckungen auf den alten Fotografien und Ansichtskarten die Liebe zu unserer 'Schanz' vertiefen.

Allen, die mich mit Bildmaterial unterstützten, ganz besonders meinen Ansichtskarten-Tauschpartnern, dem Stadtarchiv und dem Donau-Kurier, sei an dieser Stelle mein allerherzlichster Dank ausgesprochen.

Ingolstadts Geschichte reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Nach 500 n. Chr. entstanden, wurde es im 8. Jahrhundert fränkisches Kammergut und ist 806 als 'Ingoldestat' erstmals urkundlich erwähnt. 841 schenkte Ludwig der Deutsche große Teile Ingolstadts dem Niederaltaicher

Abt Gotzbald. St. Mauritius, Stadtpatron und ursprüngliches Wappenbild, sowie das seit dem 14. Jahrhundert bestehende Wappen des feuerspeienden Panthers, weisen auf die Zugehörigkeit zum Kloster Niederaltaich hin. 1234 wurde die Moritzkirche als erste Pfarrkirche der Stadt geweiht und im 14. Jahrhundert in die heutige Form umgebaut. 1241 ging Niederaltaich und damit auch Ingolstadt, an die Wittelsbacher über, die daraufhin den Ort zur Stadt erhoben.

Zur zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts beherbergte Ingolstadt eine Münzstätte, zur selben Zeit entstand als herzogliche Burg der noch heute erhaltene Herzogskasten. 1275 gründeten die Franziskaner in Ingolstadt das Kloster Gnadenthal. Im Jahre 1312 bestätigte Kaiser Ludwig der Bayer das Stadtrecht und stiftete 1319 das Heilig-GeistSpital. Wesentlich erweitert wurde Ingolstadt zur Mitte des 14. Jahrhunderts, die Befestigung aus jener Zeit mit dem 1385 erbauten Kreuztor ist heute noch erhalten. Mit der Verlegung des Donauhauptarmes an die Stadt im Jahre 1363 begann ein über 200 Jahre langer reger Salzund Weinhandel in Ingolstadt.

Von 1392 bis 1447 war Ingolstadt Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Bayem-Ingolstadt. Herzog Ludwig der Gebartete begann im Jahre 1418 mit dem Bau des neuen Schlosses und legte 1425 den Grundstein für das Münster. Herzog Ludwig der Reiche gründete im Jahre 1472 in Ingolstadt die erste bayerische Landesuniversität,

was die Stadt durch Celtis, Reuchlin und die Brüder Apian zum Zentrum des Humanismus und durch Johannes Eek zum Bollwerk der Gegenreformation machte. 1549 berief der bayerische Herzog die Jesuiten, unterihnen Petrus Canisius, nach Ingolstadt. Sie errichteten hier ein Studienkolleg, das durch seine Theologen wie Gregor von Valencia, Philologen, Naturwissenschaftler, Astronomen wie Christoph Scheiner und Dichter wie Jakob Gerstner oder Jakob Balde im ganzen Land Berühmtheit erlangte.

Der Ausbau zur Landesfestung (Renaissancefestung) begann 1538, die ihre Bewährungsprobe durch das Scheitern des schwedischen Königs Gustav Adolf im Dreißigjährigen Krieg bestand. Der verwundete General Tilly verstarb 1632 in ihren Mauern.

Die Häuser in der Theresienstraße, der barocke Prunkbau der Asamkirche 'Maria de Victoria' und die 1945 zerstörte Augustinerkirche von Johann Michael Fischer zeugen von der Blüte Ingolstadts im 17. und 18. Jahrhundert. Das Jahr 1800 verbindet die Stadt mit zwei weniger glücklichen Ereignissen: Die Universität wurde nach Landshut verlegt und Napoleon ließ die Festung schleifen.

1828 begann König Ludwig I. mit dem Bau der klassizistischen Landesfestung. Ingolstadt wurde Garnisonsstadt, wodurch für die Stadt ein neuer Aufstieg begann. Die Zahl der Soldaten und Festungsarbeiter überstieg im 19. Jahrhundert teilweise die der Zivilbevölkerung. Nach 1870 zählte Ingolstadt annähernd 14000 Einwohner. Der An-

schluß an das Eisenbahnnetz im Jahre 1867 bis 1875 brachte für die Stadt einen weiteren wirtschaftlichen Fortschritt.

Die Zeit der Weltkriege im 20. Jahrhundert endete 1945 im wirtschaftlichen Ruin. Zum erstenmal büßt Ingolstadt in seiner ruhmreichen Stadtgeschichte durch Kriegseinwirkun gen zahlreiche historische Baudenkmäler und ganze Wohnviertel ein.

Die schwere Zeit des Wiederaufbaus meistert die Stadt beispielhaft. Fabriken und technische Anlagen setzen den Anfang einer neuen Ära. Autos und Textilmaschinen aus Ingolstadt sind geschätzt in der ganzen Welt. Die Raffinerien und Großkraftwerke im Ingolstädter Raum versorgen den Großteil der bayerischen Wirtschaft mit der nötigen Energie.

Die wirtschaftliche Entwicklung brachte Wachstum, so hat Ingolstadt für seine 90 000 Einwohner mit 133 Quadratkilometern ein überdurchschnittlich großes Stadtgebiet, in dem sich das Historische mit dem Zeitgemäßen auf glückliche Weise verbindet. Trotz Fortschritt und Technologie wird aber die Stadt, die bayerische Geschichte miterlebt und mitgestaltet hat, der gepflegten altbayerischen Lebensart immer verpflichtet sein.

Hans Fegert

Ingolstadt und Umgebung

1. Obwohl der Künstler E. Felle in seiner 'Vogelschau' die Befestigungsanlagen, insbesondere am Brückenkopf, nicht korrekt wiedergegeben hat, da es verboten war, sie zu malen oder zu zeichnen, ist der Kleinstadtcharakter der Jahrhundertwende erkennbar. Die Industrie konnte sich durch die Fessel des Festungsgürtels kaum entfalten. Die ersten Ansiedlungen außerhalb des Festungsgürtels zu Beginn des 20. Jahrhunderts befanden sich zwischen dem Hauptlaboratorium und dem Schlachthof, welche hier gut getroffen sind. Bei der Suche nach dem Hauptbahnhof oder nach den heutigen Stadtteilen wird das Wachstum der Stadt in unserern Jahrhundert besonders deutlich.

Ingol tadt

Liebfrauenkirche mit Kreustor-

2. Das Kreuztor ist für den Ansichtskartensammler ein kaum beachtetes Häufigkeitsmotiv . Diese Ansicht zählt dennoch zu den Raritäten. Im Jahre 1897 entstand rechts neben dem Tor die 'Bruckmayer'sche' Bürstenfabrik, demnach stammt dieses Bild aus der Zeit vorher. 1385, am Mittwoch nach St. Georg (Ende April), wurde der Grundstein für das Kreuztor gelegt. Das Wahrzeichen der Stadt ist das schönste und völlig erhaltene Haupttor der mittelalterlichen Stadtmauer. Dahinter ragt die stolze Westfassade des 1425 erbauten Liebfrauenmünsters, auch 'Obere Pfarr' genannt. Die rechts im Bild erkennbare 'Hohe Schule' besaß zu dieser Zeit noch keinen Dachfirst. Sehr verändert haben sich bis heute die Straßenführungen zum Kreuztor.

3. Ursprünglich lag Ingolstadt nicht an der Donau, sondern an der Schutter, die den Ort bis 1875 offen durchfloß. Der Fluß kam beim Brunnhausturm in die Stadt und mündete am neuen Schloß rechtwinklig in die Donau, was bei Donauhochwasser regelmäßig zu Überschwemmungen der Altstadt führte. Dort nutzten zahlreiche Mahlmühlen, Gerbereien und Roßschwemmen die nahe Wasserkraft. Nach und nach jedoch verschwand der Stadtbach durch Einwölbung und Überbauung, so daß man 1972 die Schutter vollends aus der Stadt ausleitete. Die Altstadt war um ein vertrautes Idyll, dem 'Klein Venedig' zwischen Brunnhausgasse und der alten Post, ärmer geworden.

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lJil/a Berthold.

4. Der 1874 in Waldkirchen im Bayerischen Wald geborene Sanitätsrat Dr. Ludwig Liebl karn 1909 als Chirurg und Gynäkologe nach Ingolstadt, wo er im ersten Stockwerk der Oberen Apotheke seine Praxis eröffnete. 1911 erwarb er in der Kreuzstraße 20 die 'Villa Berthold' und begarm hier am 22. Februar 1912 mit seiner Privatklinik. Unter seiner erfolgreichen Leitung genügten die Räumlichkeiten der ehemaligen Villa bald nicht mehr. Durch den Ankauf von Nachbaranwesen und umfassenden Aus- und Neubau erhielt die Klinik ihre endgültige Gestalt, in der sie Anfang 1970 das Städtische Krankenhaus übernahm. Nach dem Bau des Klinikums 1982 wurde die 'Klinik Dr. Lieb!' dann in ein Wohn- und Geschäftshaus umgebaut.

5. Wer kannte sie nicht, die alte Kreuzschmiede am Kreuztor? Die beiden Brüder Neumeyer beschlugen hier über ein halbes Jahrhundert die Rösser der Pferdebahn, der Brauereien, der Speditionen und der Stadtbauern . Erst Anfang der sechziger Jahre erlosch das Schmiedefeuer für immer, und im August 1980 stürzte das baufällige Gebäude ein. Die Gegend hinter dem Kreuztor zählt heute zu den Schmuckstücken der Altstadt. Moderne Wohnungen und Geschäfte hat man liebevoll in die historischen Bauten hineinkreiert.

6. Mit der Umstellung der 'Deutschen Werke' von Kriegsindustrie auf Friedensarbeit bekam die Festung Ingolstadt nach dem Ersten Weltkrieg sehr schnell einen fabrikmäßigen Charakter. In der Folge wuchs trotz Minderung der Garnison um 5 000 Mann die Gesamtbevölkerung sprunghaft an, was zu einer allgemeinen Wohnungsnot führte. Dies war 1921 der Anlaß für den Umbau der sogenannten Rindviehstallung beim Taschenturm. Die abschüssige Anatomiestraße wurde reguliert, das Stallgebäude im Bild abgebrochen und an dessen Stelle sechs Vierzimmerwohnungen errichtet. Die völlig erhaltenen halbrunden Mauertürme waren als zusätzlicher Wohnraum nutzbar. Um die Standsicherheit der Stadtmauer zu gewährleisten, unterkellerte man nur die Straßenhälfte der Häuser.

7. Der Fallenbachertunn, besser als "Taschenturm' bekannt, überragte mit seiner Höhe alle Tore und Türme der Stadtumwallung des 14. Jahrhunderts; sein Tor blieb trotzdem eher unbedeutend. Spröde und hochragend bestimmt er seit jeher mit der noch erhaltenen alten Festungsmauer die westliche Silhouette der Stadt. Um 1390 erbaut, diente der Turm vielen Zwecken, so waren in ihm die Henkerswonnung und das Stadtgefängnis untergebracht, weshalb man ihn früher auch den 'Unholdenturm' nannte. Der Platz vor dem Taschenturm, den Älteren als Volksfestplatz der Nachkriegsjahre in Erinnerung, bieter hier gewiß einen schöneren Anblick als die heute herrschende Kulisse einer 'Blechsammelstelle'.

8. Am 20. Februar 1903 wurde Joseph Kardinal SchröfIer als Sohn einer Ingolstädter Handwerkerfamilie geboren. Nach dem Gymnasiumbesuch in Ingolstadt und Eichstätt begarm er 1922 das Studium an der Päpstlichen Universität 'Gregoriana' in Rom, wo er zwei Doktergrade erwarb. Jahre als Kaplan in der Seelsorge sowie als Hochschulprofessor in Eichstätt folgten nach seiner Priesterweihe 1928. Papst Pius XII. ernannte ihn 1948 zum 78. Oberhirten der Diözese Eichstätt. Dieses Amt bekleidete Joseph Schröffer, bis ihn Papst Paul VI. 1967 nach Rom berief. Dort wurde er 1976 zum Kardinal erhoben. Im gleichen Jahr ernannte ihn die Stadt Ingolstadt zum Ehrenbürger. Am 7. September 1983 verstarb Kardinal SchröfIer nach langer schwerer Krankheit; er wurde im Dom zu Eichstätt beigesetzt.

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