Ingolstadt in alten Ansichten

Ingolstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Fegert
Gemeente
:   Ingolstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3458-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ingolstadt in alten Ansichten'

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9. Das großartigste Denkmal schuf sich Herzog Ludwig der Gebartete mit dem Münster zur 'Schönen Unseren Lieben Frau', zu dem er 1425 den Grundstein legte. 1473 war der Hauptbau der größten Hallenkirche Bayerns fertiggestellt. Um die Entstehungszeit fand die gesamte Ingolstädter Bevölkerung im Kircheninneren Platz. Gewaltig wölbt sich das lange Mittelschiff, gestützt von neun schlanken Säulenpaaren, und führt den Bliek zu dem monstranzförmigen, mit Schnitzwerk reich geschmückten Hochaltar des Münchner Hofmalers Hans Mielich. Bis Mitte der fünfziger Jahre war das Münster von der Umfriedung des aufgelassenen Friedhofs und den schattenspendenden Linden umgeben.

10. Tausende von Christen zogen am Fronleichnamstag 1895 durch die breiten Straßen der Stadt. Zahlreiche Vereine mit prachtvollen Fahnen, Handwerker mit Zunftzeichen, Bruderschaften und Genossenschaften, sowie die Schuljugend mit bunten Fähnchen sorgten für den festlichen Rahmen. Die Häuser waren mit Birkenbäumchen, Blumen, Kränzen und Statuen geschmückt. Unter dem drei Meter hohen Brokathimmel trug der Geistliche Rat Limbacher die Monstranz, gefolgt vom Gouverneur der Festung, Generalleutnant von Schuh und den Honoratioren der Stadt. Mehrere Militärkapellen begleiteten die Prozession musikalisch und am Schluß der Evangelien ertönten von den Festungswällen Kanonensalveri.

11. Seit 1774 stellt die Firma Lotzbeck & Cie. über 100 verschiedene Schnupftabake her. 1928 verlegte das Unternehmen die Produktion von Augsburg nach Ingolstadt. So kam es zu den 'exotischen' Tabaktransporten durch die Theresienstraße. Die 'Virginy'-Tabakfässer wurden im Hauptbahnhof auf Pferdefuhrwerke umgeladen und zur damaligen Produktionsstätte in der Flandernkaserne, transportiert. Lotzbeck 'Schmaizler' waren in Bayern sehr beliebt, sogar Ludwig Thoma ließ in einem Stück den Landtagsabgeordneten Josef Filser eine Prise 'Lotzbeck NI. 2' schnupfen. Nach 1945 war die Firma im Kavalier Heydeck untergebracht; seit 1980 werden die Schnupftabake im Stadtteil Mailing hergestellt.

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12. Im Jahre 1930 ernannte der Stadtrat den damals 37jährigen Dr. List! zum Oberbürgermeister. Mit Mut und Entschlossenheit lenkte er die Geschicke der Stadt von der damaligen Wirtschaftskrise durch die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg bis zum Zusammenbruch des Deutschen Reiches. Nachdem DI. List! 1945 von den Amerikanern abgesetzt wurde, fungierte der leidenschaftliche Kommunalpolitiker von 1948 bis 1952 als Stadtrat. 1956 beriefen ihn die Bürger erneut zum Stadtoberhaupt, ein Amt, das er bis 1966 bekleidete. Da er sich um den wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt verdient gemacht hatte, verlieh die Stadt dem auch als Vizepräsidenten im Bayerischen Senat wirkenden Dr. Listl 1965 die Ehrenbürgerwürde. Das Bild aus dem Jahre 1931 zeigt ihn rechts neben dem Stadtbaurat Dr. Schwäbl und dem Polizisten Michael Rupp.

13. Die Berufsbezeichnung für den Böttcher lautet in Bayern 'Schäffler'. Durch die Vielzahl der Ingolstädter Brauereien konnte dieses Handwerk gut gedeihen. Ab dem 15. lahrhundert sind in Ingolstadt Schäfflereien bekannt. 1896 übernahm Vinzenz Hagn den Schäfflerbetrieb Brückl in der Schulstraße 1. Nach alter Tradition fertigte er Fässer, Tonnen, Bottiche, Odl-, Fleisch-, Kraut und Waschzuber, sowie die 'Hirschen' (Doppelhektoliterfässer). Nach dem Zweiten Weltkrieg führten seine Söhne Hans und Vinzenz den väterlichen Betrieb fort, gaben ihn jedoch nach Einführung der Metallfässer und des Biercontainers im lahre 1962 auf.

14. Gegen Mittag des 26. Septembers 1918 brach im Südteil der Konviktkaserne (ehemaliges Jesuitenkollegium) ein Feuer aus. das den Dachstuhl des Hauses völlig zerstörte. Die Feuerwehr konnte den Brand dank einer militärischen Dampffeuerspritze, die das Wasser der naheliegenden Schutter entnahm, binnen weniger Stunden löschen. Die Brandursache blieb jedoch bis heute ungeklärt. Der Gebäudetrakt im Renaissancestil wurde 1583 erbaut. Die Niederlassung der Jesuiten umfaßte ursprünglich das gesamte Straßenquadrat, doch fiel der größte Teil der Gebäude, einschließlich der stattlichen Kirche, jedoch außer dem Gebäude im Bild, Anfang des 19. Jahrhunderts militärischen Zweckbauten für die Festung zum Opfer. In dem Haus, das heute als 'Kiste' bekannt ist, ist derzeit das Studienseminar Canisiuskonvikt untergebracht.

15. Adolf Scherzer, geboren am 4. November 1815 in Neustadt/Aisch, meldete sich als 18jähriger freiwillig zur Militärmusik des 7. Infanterie-Regiments in Ingolstadt. 1845 heiratete er die Steinmetztochter Elisabeth Velhorn. Zwischenzeitlich stieg er vom 'Hautboisten l. Klasse' zumMusikmeister auf. In seiner Dienstzeit komponierte Scherzer mehrere Militärmärsche; sein berühmtester war der 'Parademarsch', der später als 'Bayerischer Defiliermarsch' zur heimlichen Nationalhymne der Bayern wurde. Am 21. März 1864 verstarb Scherzer an den Folgen einer Lungenschwindsucht in der Konviktkaserne. Die Stadt errichtete dem Musikmeister auf dem Westfriedhof eine würdige Ruhestätte.

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16. Wo heute das neue Heiligen-Geist-Spital steht, befanden sich bis 1975 die Brauanlagen des Bürgerlichen Brauhauses, das 1882 als Aktiengesellschaft gegründet wurde. Am 1. Dezember 1899 erreichte das Bürgerliche Brauhaus durch die Übernahme der weitaus größeren Konkurrenz, der 'Aktienbrauerei' , eine beachtliche Größenordnung. Mit dieser Fusion begann auch die Errichtung des Brauanwesens an der Neubaustraße (im Bild die Brauereirückseite ). Das Verwaltungsgebäude war bis 1925 im Danielbräu untergebracht und von da an bis 1964 im ehemaligen Georgianum bei der Hohen Schule. Heute befindet sich die Braustätte des 'Herrnbräu' im Gewerbegebiet an der Manchinger Straße.

17. Da das Amtsgerichtsgebäude in der Mauthstraße (heute Zollamt) wegen des neu hinzugekommenen Grundbuchamtes zu klein wurde, begann man 1899 mit dem Neubau des Königlichen Bayerischen Amtsgerichtes an der Neubaustraße. Durch die zügige Arbeit war das im neubarocken Stil entstandene Gebäude bereits am 10. Oktober 1901 bezugsfertig. Die Diensträume befanden sich zunächst im Erdgeschoß und im ersten Stockwerk, während im zweiten Stockwerk neben einigen weiteren Büroräumen die Dienstwohnung des Amtsvorstandes untergebracht war.

18. Groß war die Begeisterung der Ingolstädter, als 1928 am Fuße des Scherbelberges, zwischen schützenden Wällen und Mauern der klassizistischen Festung, das heutige Volksbad erbaut wurde. Anfangs waren getrennte Badezeiten für Frauen und Männer festgesetzt. Obwohl sich die Herren also ganz unter sich befanden, durften sie nicht etwa in Badehosen das Freibad betreten, was eine sofortige Ausweisung aus dem Bad zur Folge gehabt hätte. So trugen auch die Männer Badeanzüge, die wie bei den Damen in Höhe des Halsgrübleins begarmen und weit unter dem Knie endeten. Über die Geschlechtertrennung waren zumindest die Herren nicht sehr begeistert, denn der Wettergott bescherte den Damen meist Sonnenschein und den Herren strömenden Regen.

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