Ingolstadt in alten Ansichten

Ingolstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Fegert
Gemeente
:   Ingolstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3458-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ingolstadt in alten Ansichten'

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19. Auf ihre Art 'kämpften' im ersten Kriegsjahr 1914 diese Lausbuben mit der Kanone aus einem hölzernen Brunnenrohr auf dem Jauchewagengestell. Etwas wehmütig denken die alten Ingolstädter an ihre Kindheitserinnerungen, an die 'Neuweltler Buam', die mit den 'Schutterkosaken' Wettkämpfe im Stelzengehen austrugen oder sich am 'Monte Scherbelino' die größten Schneeballschlachten aller Zeiten lieferten. An das Durchforsten der 'Schüttl' erinnert man sich ebenso gerne wie an die Rotaugen und Braxn, die am 'Hafen' des Künettegrabens auch ohne Angelschein anbissen, oder an das Floß der 'Schutterschiffahrtsgesellschaft', das ein paar ganz Mutige recht abenteuerlich durch die Fluten des Stadtbachs lenkten, was zuhause so manchen eine saftige Tracht Prügel einbrachte.

20. Beim Volksfest vor gut 100 Jahren ging es zwar geordneter, aber bestimmt nicht weniger lustig zu als heute: Um 10 Uhr begab sich der Festzug in musterhafter Ordnung unter den Klängen der Musik zur Festwiese. Hinter der mit Fahnen und Tannengrün geschmückten Eingangspforte empfingen den Besucher zunächst die Buden der Konditoren, Weinhändler, Wirte und Garköche. Die Festtribüne war ein luftiges, elegantes Gebäude mit zahlreichen tot- und blau-weißen Fahnen. Daneben waren die landwirtschaftlichen Gerätschaften und Erzeugnisse ausgestellt. Im Anschluß daran befand sich der stets umlagerte Glückshafen. In der Platzmitte stand die Musiktribüne, auf der sich die Musiker des Militärs und der Landwelrr abwechselten. Die eintönige Orgel des Karussells und die türkische Musik der Kunstreiter klangen bis zum späten Abend über den Platz. Ein Feuerwerk war bereits damals ein würdiger Abschluß des Bürgerfestes,

21. Im nördlichen Teil der Stadtmauer, am Ende der HarderstraBe, stand einst das 1373 erbaute Hardertor. Unter der Regierung von Herzog Stephan Il. entstand bereits zwölf Jahre vor dem Kreuztor die gotische Durchfahrt, die in den 'Hart', d.h, in den Wald, hinaus führte. Die beiden Türme hatten eine Höhe von rund 16 Metern und über dem äuBeren Torbogen war das Stadtwappen, die bayerische Raute, sowie die Baninschrift angebracht. 1879 wurde das Hardertor abgebrochen, kurze Zeit vorher dürfte diese einzig existierende Fotografie von der 'Feindseite' entstanden sein. Heute erinnert eine Gedenktafel neben dem Haus Nr. 35 an das einst so gewaltige Tor.

22. Am 1. Juli 1928 fand in Ingolstadt der Brigadetag der 11. Bayerischen Infanterie-Brigade statt, um die Regimentsdenkmäler des 10. und 13. Infanterie-Regiments feierlich zu enthüllen. Die vor dem Kavalier Spreti plazierten Monumente mit den zwei Löwen aus Kelheimer Sandstein schuf der Münchner Bildhauer Göhring. Weit über 15 000 Menschen waren anwesend, als der Schirmherr, Kronprinz Rupprecht von Bayern, den Befehl zur Enthüllung gab. Während die Tücher von den Mahnmalen fielen, gab die Reichswehr drei Ehrensalven ab, Von den Wällen der Glacis ertönten Salutschüsse, die zwei Ehrenkompanien präsentierten, und die Reichswehrkapelle spielte das Lied vom Kameraden. Man sprach von einem Militärgedenkfest allergrößten Stils, wie es Ingolstadt noch nicht gesehen hatte.

23. König Ludwig I. baute Ingolstadt erneut zur bayerischen Landesfestung aus, dabei entstanden unter anderem die fünf Kavaliere. Am äußeren Ende der Harderstraße stand das 1834 erbaute 'Kavalier Spreti', welches das Ingolstädter Hausregiment und älteste Leibregiment des Königs, das 10. Infanterie-Regiment, beherbergte. 1960 mußte das 'Spreti' der Begradigung und Erweiterung der Straße weichen, was eine unverzeihliche Lücke in den Ingolstädter Festungsgürtel riß. Glücklicherweise sanierte man die restlichen Kavaliere dagegen beispielhaft. Die zwei Löwen, das Brigadedenkmal von 1928, erhielten am 3. September 1967 einen neuen Standplatz im Luitpoldpark.

Ingolstadt, Friedenskaseme

24. Nach dem siebziger Krieg waren die Ingolstädter Kasernen völlig überbelegt, was zu einem hohen Krankheitsstand durch die unerträglichen räumlichen und hygienischen Verhältnisse führte. So erbaute das Kriegsministerium 1878 bis 1880 zwei getrennte Kasernen, die in Friedenszeiten zwei Bataillone aufnehmen sollten. Nach 1945 war diese sogenannte Friedenskaserne zunächst Flüchtlingsunterkunft. Mitte der fünfziger Jahre diente sie der 'Auto Union' als Verwaltungsgebäude. Nach aufwendigem Umbau beherbergen die beiden Blöcke seit 1982 die Polizeidirektion und das Finanzamt. Die beiden Offizierswohnungen im Vordergrund sind heute Sitz des Gesundheitsamtes sowie der Standortverwaltung. Die herrlich angelegte Grünanlage hat ein Asphaltkleid für Parkplätze und Omnibusbahnhof erhalten.

25. In den Jahren 1891 bis 1897 begarmen umfangreiche Neupflasterungs- und Asphaltierungsarbeiten, sowie die Versorgung der gesamten Altstadt mit einer hygienisch einwandfreien Wasserleitung. Mit dem Anschluß an die Kanalisation begann Ingolstadt im Jahre 1901. Das Bild mit der 'Granitquader'-Verlegung in der Proviantstraße, Ecke Sommerstraße, könnte auch gegenwärtig entstanden sein. Im Zuge der Altstadtsanierung werden heute die verkehrsberuhigten Straßen wieder neu gepflastert, sehr zum Leidwesen der Damenwelt, da das Pflaster mit hohen Schuhabsätzen nur schwer begehbar ist. Die Sommerstraße, heute Adolf-Kolping-Straße, war nach dem Sommerbauernhof benannt. Im Gassenverzeichnis von 1805 hieß die nördliche Straßenhälfte 'Beim blauen Löwenwirt' und die südliche 'Beim Kaisheimer Haus',

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26. Der heutige 'Ingobräu' hat seinen Ursprung im 15. Jahrhundert. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel erwarb im Jahre 1700 ein Herr Schöffmann die Brauerei, seitdem besteht der Firmenname 'Schöffbräu', zeitweise auch 'Schäffbräu' genannt. Im Jahre 1837 kaufte nach weiteren Eigentümerwechseln - die Familie Hollweck das Unternehmen, das nunmehr seit Generationen in ihrem Besitz ist. Die Braubetriebsstätte befand sich jahrhundertelang in der Schäffbräustraße und wurde erst nach einem größeren Brand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Sommer- und später auch in die Harderstraße verlegt. Seit 1978 lautet der Firmenname der ältesten Ingolstädter Brauerei 'Ingobräu'.

27. Am 29. Juni 1617 stiftete der Universitätsprofessor und Stadtpfarrer von St. Moritz, Dr. Peter Steuart, das Waisenhaus in der heutigen Steuartstraße. Mit der Errichtung eines neuen Hauses in der Sommerstraße im Jahr 1873 übernahm der Orden der Armen Schulschwestern die Kinderbetreuung. Über 100 Jahre hat das 'Städtische Waisenhaus und Kinderheim' (Bild) seinen Dienst getan. So mancher kann sich noch gut an das 'Kripperl' im Vorraum erinnern. Ein äußerst schlechter Banzustand führte 1975 zum Abriß des Waisenhauses. Seitdem wird im neuen 'Peter-Steuart-Heim' an der Herschelstraße nach modernsten Gesichtspunkten für das Wohl der Kinder gesorgt.

28. Jakob Kroher (Bildmitte ), geboren 1863 in Eschenbach/Opf. wurde am 12. Oktober 1896 zum Bürgermeister von Ingolstadt gewählt. 1899 übertrugen ihm die beiden 'Collegien' das Bürgermeisteramt auf Lebenszeit; zu diesem Anlaß entstand dieses Bild. In den darauffolgenden Jahren wurde Kroher Präsident des Bezirkstages und schließlich Landtagsabgeordneter. In all seinen Ämtern wußte er seinen Einfluß für die Interessen der Stadt wohl auszunutzen. Seine erfolgreiche Arbeit honorierte der Staat durch die Verleihung des 'Königlichen Hofrats', des Titels 'Oberbürgermeister' und schließlich 'Geheimrats', Für seine zahlreichen Verdienste um die Stadt verlieh man ihm 1947 das Ehrenbürgerrecht. Zehn Jahre später verstarb das ehemalige Stadtoberhaupt.

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