Ingolstadt in alten Ansichten

Ingolstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Fegert
Gemeente
:   Ingolstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3458-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ingolstadt in alten Ansichten'

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29. In der Harderstraße fanden alljährlich zum Geburtstag des Landesherren die traditionellen Truppenparaden der gesamten Garnison statt. Hier paradieren die Pioniere im Jahr 1911, sicherlich nach den Klängen des in Ingolstadt komponierten 'Bayerischen Defiliermarsches' , an den zahlreichen Zuschauern vorbei. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme befanden sich in der Donaufeste der Stab einer Infanteriebrigade, zwei Infanterieregimenter, ein Fußartillerieregiment, zwei Pionierbataillone, ein Trainbataillon und eine Eisenbahnkompanie.

30. Der Dichter Jakob Balde soll, als er in Ingolstadt studierte, die Tochter des Bäckermeisters Dolnhover aus der Harderstraße 8 (neben dem Kaisheimerhaus), bei dem er auch wohnte, sehr verehrt haben. Balde trat 1624 in den Jesuitenorden ein, sei es, weil die Bäckerstochter nichts von ihm wissen wollte, oder sei es - wie er selbst in seinen Gedichten mehrfach andeutet -, weil während eines nächtlichen Ständchens vor dem Haus seiner Angebeteten, der Chorgesang der Nonnen des nahen Klosters Gnadenthal den lebenslustigen jungen Dichter rührte und so sehr erschütterte, daB er seine Laute an der Klosterecke zerschmetterte. Balde, der später in Neuburg wirkte, ist in der Gruft der Neuburger Hofkirche beigesetzt.

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31. Das 'Kaisheimer Haus' mit den beiden ungleichen Türmen, dessen heutiges Aussehen auf einen Umbau im 18. Jahrhundert zurückzuführen ist, sucht in Ingolstadt seinesgleichen. Während der linke Eekturm eigentlich ein Erker ist, diente der rechte dem angebauten Bernhardkirchlein als Gleekenturm. Das Haus kann aufberühmte Besitzer zurückblicken: So gehörte es dem Astronomen Peter Apian, später seinem Sohn Philipp, dem das älteste bayerische Kartenwerk zu verdanken ist. Professor Lichtenauer war vor den Fuggern stolzer Besitzer. Bayerische Prinzen die in Ingolstadt studierten, wohnten während des Studiums in diesem Haus. Heute wurde es vorzüglich restauriert und dient dem Amtsgericht als Domizil.

I~GOISTADT Kriegerdenkmal

32. Vor der Garnisonskirche (heute Franziskanerkirche) errichtete die Stadt für damals 15 000 Mark ein Kriegerdenkmal. Der auf einern Granitsockel stehende Soldat mit Fahne wurde am 20. Juli 1890 feierlich enthüllt. Die Inschrift der Fronttafel lautete: Das dankbare /ngolstadt seinen Heldensöhnen 1870-7/. Die drei weiteren Tafeln am Sockel verkündeten die Namen der Gefallenen. 1943 wurde die Figur für die 'Metallspendc' eingeschmolzen und der Granitsockel abgetragen. Heute steht an diesem Platz ein moderner Brunnen und die Marienstatue aus der italienischen Partnerstadt Carrara.

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krÎêgsgeffingene Franzosen vor dem kriegerdenkmal in Ingo/stadt.

33. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg befanden sich zahlreiche französische und russische Kriegsgefangene in lngolstadt. Unter ihnen waren 1916 auch der junge Hauptmann und spätere Staatspräsident von Frankreich, Charles de Gaulle, und der Gardeleutnant Michail Nikolajewitsch Tuchatschweski, späterer Oberkommandierender Marschall der Roten Armee. Für die Ingolstädter Bevölkerung war der Vorbeizug der buntgekleideten Franzosen immer wieder ein besonderes Ereignis.

34. Neben der Gamisonskirche erbaute die Stadt im Jahre 1823 die freistehende Schrannenhalle mit dem vorspringenden Dach. Pro Jahr setzte das Lagerhaus durchschnittlich SO 000 Hektoliter Getreide um. Da während und nach dem Ersten Weltkrieg kein Bedarf mehr an der Getreideschranne bestand, stellte sie nach über l00jähriger Tätigkeit den Betrieb ein. Die Stadt baute das Gebäude um, worauf das Arbeitsamt, das städtische Reisebüro sowie verschiedene kleinere Läden das neue Haus beziehen konnten. Der älteste Ingolstädter Getreidemarkt, der seit 1306 bekannt ist, befand sich in der Georgigasse, der heutigen Schäffbräustraße,

35. Das Gebäude Am Stein 12, heute Hypobank, war von 1873 bis 1954 Zeitungshaus (2. Haus rechts). Die Geschichte der Ingolstädter Zeitung beginnt 1802 mit dem Wochenblatt, das zwischenzeitlich Intelligenzblatt hieß und bis 1887 erschien. 1844 trat für kurze Zeit Der Bote der Donau hinzu. Liberale Ideen waren seit 1858 mit dem Tagblatt vertreten, ab 1872 erschien das Gegenorgan Neue lngolstädter Zeitung. 1920 kam als dritte Zeitung das Volksblatt heraus, das im Laufe seiner Erscheinungszeit den Titel in Freie Presse und lngolstädter Anzeiger abänderte. Das ab 1927 erscheinende NSDAP-Sprachrohr Der Donaubote schluckte bis 1940 seine drei Konkurrenzblätter. Nach dem Zusammenbruch 1945 gab es erst wieder ab dem 11. Dezember 1945 eine Zeitung, den heutigen Donau-Kurier, neben dem von 1949 bis 1951 auch das Morgenblatt existierte.

36. Marie LuiseF1eißer (1901 bis 1974)inszenierte 1921 in Berlin mit ihrem Stück 'Pioniere in Ingolstadt' einen Theaterskandal. Der damalige Oberbürgermeister Dr. Gruber nannte das Stück ein 'gerneines Machwerk, ein Schrnäh- und Schandstück' , was schließlich zu einem Prozeß zwischen der Ingolstädterin und der Stadt führte, Die Dichterin hatte in ihrer weiteren Schaffenszeit literarisch sehr große Erfolge. Mit der Verleihung des ersten Kunstförderpreises im Jahre 1961 kam von Seiten der Stadt die vollständige Anerkennung zum Ausdruck; die Stadtbücherei wurde Anfang der achtziger Jahre nach ihr in 'Marie-Luise-Fleißer-Bücherei' umbenannt. 1980 brachte das Stadttheater die 'Pioniere' erstmals auf die Ingolstädter Bühne.

37. Im Jahre 1917 fielen drei der vier Glocken von St. Matthäus der Metallmobilmachung zum Opfer. Somit war die Weihe der neuen Glocken in der Kirchengemeinde ein lang ersehnter Tag. Kirchenrat Dekan Ringler weihte am 17. September 1922 vor dem Portal der evangelischen Kirche die neuen Glocken zur 'BuBglocke' , zur 'Verheißungsglocke' und zur 'Dankesglocke' . Eine groBe Menschenmenge nahm an dieser stimmungsvollen Feier teil. Nahezu 20 Jahre läuteten die neuen Glocken zusammen mit der 'Siegesglocke' von 1871 zum Gebet, denn während des Zweiten Weltkriegs gerieten sie erneut in den Schmelzofen. Erst seit 1955läuten wieder insgesamt vier Glocken im Turm von St. Matthäus.

38. Am 22. Oktober 1933 fand unter dem Motto 'Deine Hand dem Handwerk' in Ingolstadt der erste Handwerkertag statt. Zahlreiche Betriebe, Innungen und Zünfte bauten herrlich geschmückte Festzugswagen, um ihr Gewerbe würdig vorzuführen. Über 5 200 Teilnehmer aller Handwerkszweige nahmen mit 34 Wagen am Festzug teil und zeigten ihre Produkte, meist in origineller Aufmachung, den Zuschauern. Das Bild läßt den Wagen Nr. 26 der Buchdrucker und Buchbinder nach dem evangelischen Festgottesdienst, vor dem 1945 zerstörten Pfarrhaus in der Schrannenstraße erkennen.

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