Ingolstadt in alten Ansichten

Ingolstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Fegert
Gemeente
:   Ingolstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3458-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ingolstadt in alten Ansichten'

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39. Am 12. Oktober 1919 wurde die Edeka-Handelsgesellschaft mit Sitz im ehemaligen 'Eselbräukeller' am Holzmarkt 1 (Bild um 1923) gegründet. Gerade nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg war auf dem Sektor des deutschen Lebensmittelhandels ein allgemeines Chaos entstanden. Ein genossenschaftlicher Zusammenschluß zum Zwecke eines gemeinsamen Einkaufs erschien den Kaufleuten als ein erfolgversprechender und zukunftsweisender Weg aus der Misere. Heute ist die Edeka-Handelsgruppe der älteste und auch größte Verbund selbständiger Einzelhandelskaufleute in Europa.

40. Erstaunlich und betrüblich zugleich ist die Tatsache, daß so viele Ingolstädter Handwerksbetriebe, die um die lahrhundertwende sehr bedeutsam waren, heute nicht mehr existieren. Zu den Wenigen aus jener Zeit, die heute noch bestehen, zählt die Firma Aurbach. 1754lieB sich Jakob Aurbach aus Dietfurt in der Kupferstraße 17 als Hafnermeister nieder. 1848 wurde die Hafnerei in das Anwesen am Holzmarkt 9 (Bild) verlegt. Die Aurbachs, bei denen noch ein zweiter Familienzweig ein Gewerbe betreibt, haben es bis in die heutige Zeit immer verstanden, mit ehrbarer Handwerksarbeit und durch die Anpassung an die Zeitverhältnisse ihre Unternehmen seit Generationen zu betreiben.

41. Mit dem Neubau der Stadtwaage am Holzmarkt konnte im Jahre 1852 die alte Waage am Salzmarkt endgültig abgelöst werden. Im Waaggebäude war eine Kleinviehwaage mit einer Maximalbelastung von 750 kg untergebracht. Vor dem Haus befand sich die 15-Tonnen-Straßenwaage , auf der Gewichtsbescheinigungen für Kies oder Ziegelsteinladungen, Stangeneis sowie für Kälber und Pferde ausgestellt wurden. Der benachbarte Glockengießer Vielwerth war ein regelmäßiger Kunde der städtischen Waage, wie das Bild von der Gewichtsabnahme der neuen Glocken der Spitalhofer Kirche im Jahre 1924 zeigt. Von 1948 bis zur Einstellung des Waagbetriebes wegen Unrentabilität im Jahre 1%1 war Bruno Schmidt Waagmeister .

42. Dr. Heinrich Fellermeyer stammt aus einer Arztfamilie in Plankstetten. 1814 geboren, finanzierte ihm der Vater zunächst- in Landshut ein Studium und später eine Praxis in Großmehring. 1835 vermählte er sich mit seiner Frau Clara, die ihm acht Kinder gebahr. 1838, als in Ingolstadt die Cholera wütete, lieB sich Dr. Fellermeyer in der Theresienstraße 20 als Chirurg nieder. Nach der Berufung zum Stadt- und Krankenhauswundarzt oblag ihm bald ein Großteil der Gesundheitsfürsorge der Stadt. Für seine Verdienste würdigte ihn die Öffentlichkeit mit zahlreichen Auszeichnungen. 1899 verstarb der allseits geachtete Arzt. Sein Bruder Max gründete 1860 in der Ludwigstraße ein Warenhaus mit Bankgeschäft. Dieses Gebäude erhielt 1976 bei der Eröffnung des neuen Geschäftshauses offiziell den Namen 'Fellermeyer Haus'.

43. Am 4. Mai 1868 wurde das Krankenhaus in der Beckerstraße (SchlößelstraBe) seiner Bestimmung übergeben, Zu dieser Zeit war das Krankenhaus den Dienstboten, Handwerksgesellen und den Armen vorbehalten. Operationen fanden mangels OP-SaaI vor den Augen der Patienten in den Krankenzimmern statt; jeder Kranke mußte binnen zwei Tagen das Sakrament der Buße ablegen. Das fünfzehn Betten umfassende Haus versorgte ein Arzt mit einer Pflegerin. Im Laufe der Jahrzehnte wurden all diese Verhältnisse durch Instandsetzungen, Umbauten und Erweiterungen erheblich verbessert. Im Frühjahr 1945 beschädigte ein Bombenangriff das Gebäude, was neue Erweiterungsbauten erforderte, die bis zum Bau des Klinikums 1982 den Ansprüchen gerecht wurden.

JNGOLSTADT.

Knaben-Schuihaus Bec'cerstraêe

44. Seit 1810 diente das Gebäude der Hohen Schule den Ingolstädter Schülerinnen und Schülern als Unterrichtsstätte. 1830 wechselten die Mädchen von dort in die neue Mädchenschule des Klosters Gnadenthal. Als dann in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die protestantische Knabenklasse aus der Neubaustraße auch in die Hohe Schule zog, wurde es in den vorhandenen Räumlichkeiten recht eng. So baute die Stadt auf dem Anwesen des Gasthauses 'Poliziner' eine neue Katholische Knabenschule. Am 18. September 1882 nahm das Schulhaus in der Beckerstraße (im Bild links) den Schulbetrieb auf. Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstörten das Gebäude vollständig.

45. Seit 1408 wurde in Ingolstadt und seit 1688 in der Beckerstraße 5 das Glockengießerhandwerk ausgeübt. Durch die Stillegung des Obereichstätter Gießereiwerkes kam um die Jahrhundertwende ein Heer von arbeitsuchenden Gießern nach Ingolstadt. Unter ihnen war auch der Glockengießermeister Wendelin Vielwerth (rechts), der 1903 die Glockengießerei des Georg Bachmair übernehmen konnte. Durch die kriegsbedingte Einschmelzung aller Kirchenglocken war der Ingolstädter Glockengießer in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg mit Aufträgen eingedeckt. Seitdem rufen zahlreiche Glocken aus der Form des Wendelin Vielwerth - wie auch im Münster (Bild) - von den Kirchtürmen aus nah und fern. Mit dem Abbruch der Glockengießerei in der Beckerstraße endete 1962 auch die Jahrhunderte alte Ingolstädter Glockengießertradition.

46. Am 20. Juli 1881 gründeten 25 Mitglieder des TV 1861 den 'Männer- Turn-Verein Ingolstadt'. Noch im selben Jahr konnten die Turner das 100. Mitglied aufnehmen. Ab 1883 durfte der MTV die 1871 erbaute Städtische Turnhalle in der Sebastianstraße mitbenützen (Bild des 1945 durch Bomben zerstörten Gebäudes). Nachdem mehrere Unterabteilungen wie Fußball, Fechten und anderes ins Leben gerufen wurden, bekamen die MTV'ler im Jahr 1911 den ersten Sportplatz an der Nürnbergerstraße. Schon nach wenigen Jahren war dieser Platz den Anforderungen der Sportler nicht mehr gewachsen, was 1919 zum Erwerb des Stadions an der Jahnstraße führte (heute Eisstadion). 1974ließ die über 3 000 Mitglieder zählende 'MTV-Familie' das neue Heim an der seit 1971 bezogenen Bezirkssportanlage Mitte errichten.

47. Für manchen Ingolstädter Maler war zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Margarethenturm am Unteren Graben stets ein beliebtes Motiv. Durch zahlreiche Um- und Anbauten, wodurch auch der letzte Wehrgang an der Stadtmauer für immer verschwand, hat er so manches von seiner romantischen Verträumtheit verloren. Seit wann der Turm diesen Namen trägt ist unbekannt, doch was sich der exakten Nachweisbarkeit entzog, gab dem Volk schon immer Anlaß zur freien Entfaltung. Der 'Wahrsager' DL Jörg Faustus aus Heidelberg. nächtigte am Mittwoch nach Viti 1528 in der Harderstraße - was sprach dagegen nicht auch jenen ausgefallenen Turm an der Stadtmauer mit Faust, Margarethe und der schwarzen Kunst in Verbindung zu bringen?

Gruss aus Jngo!stad.t.

Jlargareten- Turm.

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48. Nördlich vom SchloB steht heute noch das 1363 erbaute 'alte Feldkirchnertor', mit dem der Bau der Stadtmauer begann. Durch das Tor führte die heutige LudwigstraBe schnurgerade zur Stadt hinaus. 1429 vergröBerte Herzog Ludwig den 1417 erbauten Schloßkomplex und bezog das erst erbaute Feldkirchnertor gegen den Willen der Bürger mit in die Burg ein. Auf heftige Proteste aus dem Rat der Stadt muBte der Herzog 1434 ein neues Feldkirchnertor errichten. Seitdem führt die Stadtausfahrt über den Paradeplatz um das SchloB herum. 1877 fiel das 'neue Feldkirchnertor' (Bild: AuBenseite) dem Verkehr zum Opfer und wurde abgebrochen. Weiter begann man in diesem Bereich mit der Einebnung des Festungswalles und der Aufschüttung der Gräben.

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