Ingolstadt in alten Ansichten

Ingolstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Fegert
Gemeente
:   Ingolstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3458-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ingolstadt in alten Ansichten'

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49. Als das'neue Feldkirchner Tor' abgebrochen war, errichteten die Ingolstädter zum dritten Mal eine Torausfahrt am Neuen Schloß. Über die Schönheit dieser zwei Bauten mag man geteilter Meinung sein, ein Dokument der Stadtgrenze waren sie jedoch auf jeden Fall. In den siebziger Jahren dieses Jahrhunderts fielen auch diese beiden flankierenden Gebäude der Straßenplanung zum Opfer. Den linken Bau, bekannt als Bäkkerei Simson, sanierte man erst kürzlich wieder in ähnlicher Weise , um den ursprünglichen Torcharakter zurückzugewinnen.

50. Die Einführung der Gasbeleuchtung in Ingolstadt erforderte auch den Bau einer Gasfabrik. Der Augsburger Unternehmer Riedinger erhielt von der Stadt die Konzession und einen kostenlosen Bauplatz vor dem neuen Feldkirchner Tor, das links im Bild sichtbar ist. Am 10. Oktober 1863 konnte das neue Gaswerk eröffnet werden, ging aber 1897 in den Besitz der Stadt über. Bis 1955 versorgte das Gaswerk an der Esplanade 1 das gesamte Stadtgebiet. Mit der Verlagerung der Städtischen Werke in die Ringlerstraße wurden 1972 alle Hallen außer dem Verwaltungsgebäude abgerissen. Auf dem Gelände entstand 1984 eine Tiefgarage. Der Exerzierplatz vor dem Gaswerk diente zur damaligen Zeit den Infanteriesoldaten für Eskaladierübungen.

51. 'Was wir kaum zu hoffen wagten, aber immer schon ersehnten, ist Tatsache geworden: Graf Zeppelin überflog gestern mittag in 400 Meter Höhe Ingolstadt.' So schrieb am 29. September 1928 die Zeitung. Eigentlich sollte der Probeflug nach Wien gehen, doch die schlechte Wetterlage änderte den Plan. Das Luftschiffflog nach Regensburg und von dort donauaufwärts über Ingolstadt nach Friedrichshafen. Weiter war zu lesen: 'Da der Zeppelin so unerwartet kam, hatte niemand ein weißes Tücher! bei sich, so mußte zum Gruß alles herhalten. Beim Storchwirt klopfte eine Frau Matratzen aus, in Ermangelung eines anderen, drohte sie dem Luftschiff mit dem Klopfer und bei der Kartoffelemte an der Pionierbrücke konnte ein Bauer nur die Mistgabel schwingen ... ' Was wohl die Passagiere der LZ 127 von derartigen Begrüßungen hielten?

52. Die Ordnungshüter der Stadt waren ursprünglich städtische Bedienstete, die 1312 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Man sprach damals von Fronboten, Schergen, Büttln oder Häschern. Von 1502 bis 1617 sorgte der 'Zwack' für Ruhe und Ordnung. Die Bezeichnung 'Polizei' findet sich in Ingolstadt ab dem 16. Jahrhundert. Ab 1818 war die Gendarmerie im Rathaus untergebracht. Die Amtsbezeichnungen 'Polizeisoldat' , 'Rottmeister' u.s.w. wurden zur Jahrhundertwende in 'Schutzmann' und 'Wachtmeister' umbenannt. Gleichzeitig setzte man die Polizei auch als Vermittlungsstelle für Arbeitslose ein, dies war sozusagen die Geburtsstunde des Arbeitsamtes. Die Machtübernahme der NSDAP brachte bis 1945 das Ende der kommunalen Polizei. die jedoch nach Kriegsende bis zur Verstaatlichung 1972 wieder städtisch war.

53. Das Straßenbild der Iahrhundertwende ist immer wieder von Menschen mit langen Röcken, Stehkragen, Tellermützen, Kniehosen, weißen Schürzen, Schnürstiefeln und Uniformen bestimmt. An der Ecke Am SteinIMilchstraße, wo sich seit 1913 das Postamt befindet, standen bis 1907 das 'Pascolini-Haus' und daneben, mit zwei Laternen über dem Eingang, das Weinhaus 'Zur Blauen Traube'. Im Vordergrund rechts steht das Haus mit der früheren Nummer 53, welches für viele lngolstädter 'Rettung in letzter Not' bedeutete: Hier war seit 1804 das Königlich-Privilegierte, ab 1867 dann das Städtische Leihhaus untergebracht. Zuvor befand sich in diesem Gebäude die Jesuitenbzw. die Krüllsche Buchhandlung.

54. Eigentlich ist Ingolstadt eine Stadt des Bieres. Das älteste Lebensmittelgesetz schuf Herzog Wilhelm IV. von Bayern mit dem 'Reinheitsgebot' für Bier. Hiernach dürfen 'allein Gersten, Hopfen und Wasser' zum Brauen verwendet werden. Dieses Gebot, das 1516 auf dem Landesstädtetag in Ingolstadt erlassen wurde, gilt in der Bundesrepublik noch heute. Zu den zahlreichen Schanzer Brauereien Anfang des 20. Jahrhunderts zählte auch die 'Kobold-Brauerei' von Lorenz Hollweck. Da sich der Koboldblock seit jeher in der Stadtmitte 'Am Stein' befindet, wirkt diese 'Rauchzeichnung' doch etwas befremdlich.

55. Jede Stadt hat ihren Hauptverkehrsknotenpunkt und was für München der Stachus, das ist für Ingolstadt das Straßenkreuz im Herzen der Stadt, der 'Schlifflmarkt'. Die Ingolstädter selbst gaben dem Platz diesen Namen, indem sie nach getaner Arbeit oder zwischendurch hierher zum 'Schliffeln' , d.h. soviel wie 'Plaudern', gingen. Das Eckhaus links mit der früheren Hausnummer 993 (ab 1805 waren die Häuser der Stadt durchnumeriert), war das 'Decretsche Haus', das 1880, zehn Jahre nach dieser Aufnahrne, ein drittes Stockwerk aufgesetzt bekam und heute als 'Ertleck' bekannt ist. Daneben das 'Bassus'sche Haus' Nr. 992, das nach dem Umbau 1888 mit dem Eckhaus vereint wurde.

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56. Im Jahre 1570 wurde neben den bereits bestehenden Dulttagen am Heiligen Kreuztag (3. Mai) und am Festtag des Stadtpatrons St. Mauritius (22. September) die Nikolausdult (6. Dezember) eingeführt. Anfangs fanden die Märkte am 'Weinmarkt' in der heutigen Theresienstraße start. Als dann 1817 auch die Ludwigstraße miteinbezogen wurde, hatten die Verkaufsbuden eine kaum vorstellbare Ausdehnung erreicht. Zu den Fieranten gesellten sich bald Gaukler, Bänkelsänger und Bärentreiber hinzu. Aufgrund der wachsenden Zahl der Schaubuden verlegte man 1900 die Märkte auf den Ländplatz beim Tränktor , wo sie sich bald zu einem Rummelplatz entwickelten. Dies erforderte einen abermaligen Standortwechsel in die Harderstraße und die Esplanade.

57. Was für den Verbraucher heute die Kaufhäuser in der Fußgängerzone sind, waren einst die kleinen Kramerläden entlang der Westseite der Moritzkirche. Im allgemeinen konnte sich die Ingolstädter Bevölkerung zur Genüge auf dem Wochenmarkt und in der Schranne eindecken, doch mit der Errichtung der Universität im Jahre 1472 fand auch der Lebensmittelhandel in Ladengeschäften Verbreitung. Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich drei Geschäftsarten, die Fragner, die Krämer und die Melber, die sich jedoch alle wegen der geringen Nachfrage nicht auf Lebensmittel allein beschränkten, sondern allerlei andere Warenzusätzlich anboten. So tauchten die Bezeichnungen 'Schnittwarenhandel' , 'Kolonial-' bzw. 'Spezereiwarenhandel' oder ganz schlicht 'Handlung' auf.

58. Einunddreißig Männer aus Feuerwehr-, Turner- und Kriegervereinskreisen gründeten am 24. November 1889 die 'Freiwillige Festungs Sanitäts Colonne Ingolstadt'. Da es an den nötigsten Übungsgeräten mangelte, war der Anfang äußerst schwierig. Erst im Jahre 1905 konnte das erste größere Gerät, eine 'Herkules Radfahr Bahre' für zwei Sanitäter angeschafft werden, wodurch der Einsatzradius wesentlich erweitert wurde. Der Erste Weltkrieg stellte sehr hohe Anforderungen an die Kolonne: In den Reservelazaretten mußten über 42000 Verwundete versorgt werden. 1919 konnten die Sanitäter das erste Krankenauto ihr eigen nennen und 1923 bezogen sie die umgebauten Münzbergstallungen 'Am Bachl', die bis 1961 als Kolonnenhaus diente. Heute verrichten die Ingolstädter Sanitäter ihren Dienst in der Rettungsleitstelle 'Auf der Schanz', die zu den modernsten Einsatzzentralen Bayerns zählt.

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