Ingolstadt in alten Ansichten

Ingolstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Fegert
Gemeente
:   Ingolstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3458-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ingolstadt in alten Ansichten'

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59. Am 10. April 1917 um 2 Uhr morgens stand die altbekannte Kremserbrauerei in hellen Flammen. Durch Brandstiftung brach an vier Stellen gleichzeitig das Feuer aus und vernichtete das Wohngebäude, die Brauerie sowie Stall- und Stabelgebäude. Die Faßhalle konnte gerettet werden. Wegen der Einberufung vieler Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst konnten nur noch 25 Mann den Brand in der Ludwigstraße bekämpfen.

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60. In der Ludwigstraße 25 (heute Kaufhaus Wagner) stand bis 1963 das im Jahre 1559 errichtete herzogliche Kastenamt. Bevor es 1862 zum Königlichen Bezirksamt wurde, diente das Gebäude lange Zeit studierenden Prinzen als Wohnhaus. Sehr ans Herz gewachsen waren den Ingolstädtern die beiden erkertragenden Steinlöwen, die bis zum Abbruch das Haus bereits in der dritten Generation zierten. Das erste Löwenpaar wurde vor dem Ersten Weltkrieg entfernt (heute im Stadtmuseum), das zweite fiel dem letzten Krieg zum Opfer. Weiter befand sich am Erker des ehemaligen Landratsamtes ein Madonnenbild mit der Inschrift: 'Mögest du dem bayerischen Volke, das dir bis zum letzten ergeben ist, immer gnädig sein -1773.'

61. Aus dem Haus des königlichen Bürstenmachers Michael Bruckmeier stammen vier Töchter und sieben Söhne, von denen einer, der 1873 geborene Hans Bruckmeier, 1898 von Anton Eichermann in der LudwigstraBe 27 ein Kolonialwarengeschäft (Bild oben) übernahm. Dieses Haus befand sich neben dem ehemaligen Landratsamt an der Ecke Eselbräustraße (heute Oberhäuserstraße ) und wurde 1945 durch Bomben zerstört. Auch das Haus gegenüber, an der Ecke zur Hallstraße (Bild unten links - heute Carlson), das Gasthaus 'Zum Seefelder' , war in seinem Besitz. Es fie! ebenso wie das landwirtschaftliche Anwesen gegenüber der Kurfürstlichen Reitschule dem Bomben zum Opfer. Ein weiterer Besitz des Kaufmanns und Ökonomen, das 'Kurzhaus' in der Ludwigstraße 12 (Bild unten rechts - heute Hettingerpassage) brannte 1952 nieder. Im Jahre 1950 verstarb Hans Bruckmeier, er hinterließ dreizehn Kinder.

62. 'Wo Rauch ist, ist auch Feuer,' sagt ein altes Sprichwort. Was heute ein Symbol der Umweltverschmutzung ist, war 1896 für den 'Quartlbräu' in der Ludwigsstraße ein Zeugnis voller Auftragsbücher. Von 26 Gasthäusern mit Braurecht zählte er zu den 15 Wirtschaften, die ihren Gerstensaft noch selbst brauten. Die rund 20 000 Ingolstädter Bürger konnten in 87 Gasthäusern einkehren, hinzu kamen noch 7 'Kaffeeschenken' sowie 15 'Sommerkellerwirtschaften' . Das Kloster Gnadenthal und der Lenzbräu brauten damals als einzige Weißbier.

63. In der Ludwigstraße 36 befand sich die Instrumentenmacherwerkstatt Schmelz. Otto Schmelz (links) begann in diesem Haus beim Instrumentenmacher Stegmeier die Lehre und übernahm nach dessen Tod 1890 die Werkstatt. Die Söhne Fritz (Mitte) und Otto (rechts) führten nach dem Tod des Vaters 1939 das Geschäft weiter. 1945 fiel es den Bomben zum Opfer, doch die Brüder bauten das 'Instrumentenhans Schmelz' wieder zu einem ansehnlichen Betrieb auf. Mit der altersbedingten Geschäftsaufgabe irn Jahre 1966 endete auch der traditionsreiche Ingolstädter Holz- und Biasinstrumentenbau.

64. Die Struktur der Garnisonsstadt gab der Ingolstädter Arbeiterbewegung nur sehr geringe Möglichkeit, sich zu etablieren. Die Zahl der Soldaten übertraf sogar zeitweise die der Einwohner. Einzig wichtige Arbeitgeber waren das Hauptlaboratorium, die Geschützfabrik und die Eisenbahn. Am 24. August 1890 entstand ein Gewerkschaftlicher Arbeiterverein, dessen Mitgliederzahlen aber erst um 1918, nach den Kriegserfahrungen, deutlich anstiegen. 1925 formierte sich der Verein 'Gewerkschaftshaus' ,der durch Anteilscheine die Kosten für das erste Haus in der Eselbräustraße (Bild - heute Kaufhaus Horten) aufbracht. Nach der Bombardierung des Gewerkschaftshauses im Jahre 1945 begann mit der zukunftsträchtigen industriellen Neuordnung Ingo1stadts auch der erfolgreiche Wiederaufbau der 1933 verbotenen Gewerkschaften.

65. Das 1593 für die Studenten der Hochschule erbaute Ballhaus am Paradeplatz 13 ist seit 1923 Sitz des Kulturbauamtes. Die planmäßige Meliorationstätigkeit begann in Bayern um 1852. An rechtlichen Unterlagen lag das Gesetz über die Benutzung des Wassers und über Be- und Entwässernngsunternehmungen zum Zwecke der Bodenkultur zugrunde. Die Bodenverbesserung beschränkte sich in der Hauptsache auf Grabenentwässerungen und Hochwasserschutzanlagen. 1941 wurden die Kulturbauämter in 'Wasserwirtschaftsämter' umbenannt. Am 1. März 1945 fiel das historische Ballhaus den Bomben zum Opfer. 1952 wurde am selben Platz das Wasserwirtschaftsamt in einem neuen Gebäude wiedereröffnet.

KULTURBAUAMT JNGOL<::.TADT

66. Mit der 'Königlichen Geschützgießerei und Geschoßfabrik' begann in Ingolstadt im Jahre 1881 das Industriezeitalter. Innerhalb des Festungsgürtels, auf dem Gelände der Eselsbastei gegenüber dem Herzogsschloß, entstanden die Fabrikhallen, in denen Rüstungsarbeiter Kanonenrohre gossen. Die Gießerei zählte zu den größten Rüstungsschmieden Bayerns und stellte die Stadt so in den Mittelpunkt der staatlichen Rüstungsindustrie. Nach Kriegsende ging das Werk in den Besitz des Deutschen Reiches über und stellte 1920 aufgrund der vorhandenen Graugußanlagen den Betrieb auf die Produktion von Spinnereimaschinen urn. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Chemnitzer Schubert & Salzer Maschinenfabrik AG das Gelände und die Gebäude des ehemaligen Rüstungsbetriebes.

67. Mit der Zielsetzung, die Religiosität und Sittlichkeit sowie das Standesbewußtsein der Mitglieder zu heben und zu schützen, bzw. für das materielle Wohl und die Interessen der Arbeiter zu sorgen, entstand 1894 der Katholische Arbeiterverein Ingolstadt. Durch die Gründung einer Theatergruppe und eines Sängerchores (im Bild mit seinem Dirigenten Andreas Vonderthann) wurde neben den zahlreichen Bildungsveranstaltungen verschiedensten Inhaltes auch die musische Bildung sehr gefördert. Die Machthaber des Dritten Reiches verboten 1934 den Katholischen Arbeiterverein. Nach Kriegsende begann sofort der Wiederaufbau als Katholisches Werkvolk. Seit 1971 nennt sich die Organisation 'Katholische Arbeitnehmer Bewegung' (KAB).

68. Das Reitpferd von König Gustav Adolf, der historische Schwedenschimmel, war von jeher eine Attraktion in Ingolstadt. Am 3. Mai 1632 wurde das Tier bei der Schwedenbelagerung durch eine Kanonenkugel aus der Schanzer Festung tödlich getroffen. Der König selbst kam mit einer Prellung am Bein davon. Die Ingolstädter präparierten ihre stolze Trophäe, so daß das Tier der Nachwelt erhalten blieb. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme stand der Schimmel noch im Herzogsschloß, heute ist er im Stadtmuseum zu bewundern.

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