Itzehoe in alten Ansichten

Itzehoe in alten Ansichten

Auteur
:   Wolfgang Thomsen
Gemeente
:   Itzehoe
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1597-1
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Itzehoe in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Statt eines kurzen geschichtlichen Abrisses über die Entwicklung unserer Stadt möchte ich diesern Buch als Einleitung jene Zeilen voranstellen, die ein Fremdenführer um 1910 über unsere alte Störstadt schreibt:

Die Stadt Itzehoe, an waldbekränzten Hähen malerisch im Störtale gelegen, ist im Jahre 809 von Karl dem Grossen als Burg gegen das Vordringen heidnischer Dënen und Wenden angelegt. Durch die Lage an der schiffbaren Stör begiinstigt, blühten in dem Ort bald Schiffahrt und Handel, insbesonderheit als im Jahre 1238 Graf Adolf IV. der Stadt das Lübsche Recht verlieh und 1260 Adolfs Söhne der Stadt das Stapelrecht für alle Waren, die auf der Stör durch die Stadt gefilhrt wurden, schenkten. Dem Aufblilhen der Stadt wurden durch mannigfaltige Kriegsereignisse schwere Wunden geschlagen, 1657 wurde sie von den Schweden in Brand geschossen und bis auf wenige Häuser eingeäschert.

Nächst seiner natürlichen, giinstigen Lage an der schiffbaren Stör verdankt Itzehoe seinen Aufschwung dem Ausbau alter Landstrassen und der Einrichtung

neuer Verkehrswege und Eisenbahnen. In den letzten Jahren hat sich die Stadt denn auch in jeder Beziehung entwiekelt und Industrie, Handel und Gewerbe sind zu reicher Blüte gelangt. Der ganze Verkehr hat sich bedeutend erweitert, viele ansehnliche Neubauten sind entstanden, und dank unserer einsichtsvollen, weitbliekenden Stadtvertretung sind neue schöne Strassen angelegt. alte verbreitert und verbessert, neue moderne Schulbauten errichtet, sowie zweckdienende moderne Hafen- und Kaianlagen geschaffen.

Die Stadt zählt jetz t, mit der Nachbargemeinde Sude räumlich verwachsen, zusammen ca. 19000 Einwohner, ist Kreisstadt und somit Sitz der Kreisbehàrden. Die Stadt ist reich an milden Stiftungen und ist Sitz eines hochadligen Klosters - Fräuleinstift der holsteinischen Ritterschaft - deren Äbtissin zurzeit Ihre Hoheit Prinzessin Marie zu Schleswig-HolsteinSonderburg-Gliicksburg ist. Die Schiffahrt auf der Stör ist sehr rege; es gehen jährlich gegen 3 000 Schiffe ein und aus.

Die Stadt ist im Besitz der Wasserversorgung und Kanalisation, einer elektrischen Zentrale, einer Gas-

anstalt und einer mit allem Komfort ausgestatteten Badeanstalt sowie des Krankenhauses Julienstift. Die evangelische Kirchengemeinde hat zwei Kirchen und vier Geistliche. Das Stadtbild ist ein liebliches, die nächste Umgebung reizvoll. Das grosse städtische, sowie das klosterliche und das Breitenburger Gehölz, welche zusammen ca. 1 100 ha umfassen, mit ihren lauschigen Wegen, Teichen und einer Fischbrutanstalt, sind das Ziel aller einheimischen und fremden Spaziergënger, und stundenlang kann man im Gehölz wandern, stets wieder ein abwechslungsreiches, von Naturschönheiten nicht verlassenes Bild vor Augen habend.

Unsere liebliche Talstadt mit ihrer herrlichen Umgebung bietet ein Landschaftsbild, wie es in gleicher Schönheit an der Westküste Schleswig-Holsteins an keiner zweiten Stelle zu finden ist, und daher verdient Itzehoe auch mit Recht die Bezeichnung 'Die Perle der Westküste '.

Vieles hat sich seit dieser Beschreibung in unserer Stadt verändert, und Neustadtsanierung und andere Maßnahmen haben dazu geführt, daß sich manche

Stadtviertel so grundlegend verändert haben, daß man sich heute fragt, wie es eigentlich früher in Itzehoe ausgesehen hat.

Wie schon mein Buch 'Gruss aus Itzehoe' möchte Ihnen auch dieser Bildband helfen, sich ein Bild unserer Stadt um die Jahrhundertwende zu machen. Die nach alten Postkarten und Fotos gefertigten Ansichten zeigen Itzehoe etwa zwischen 1880 und 1930 und sind zusammengestellt zu einem Spaziergang durch die alte Störstadt. Wir sehen das Stadtbild wie es unsere Großeltern sahen, mit Gebäuden, die zwischenzeitlich der Spitzhacke zum Opfer gefallen sind, mit Wasserläufen, die heute nicht mehr vorhanden sind, und mit einstmals bekannten Persönlichkeiten. Es war nicht immer ganz Ieicht, die geeigneten Bilder zu beschaffen. Neben Bildern aus meiner eigenen Sammlung sind Leihgaben von Herrn Rudolf Ellger, Herrn Christian Paaske und Herrn Hermann Bollhardt zum Abdruck gekommen. Allen Leihgebern sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Wolfgang Thomsen

Ltzehoe

Beim Bahnhof

1. Um die Jahrhundertwende, als das Auto noch in den Kinderschuhen steckte, pflegte man per Eisenbahn zu reisen, und so war der Bahnhof meistens der erste Eindruck, den man als Reisender von einer Stadt bekam. Auch wir wollen unseren Rundgang durch Alt-ltzehoe daher beim Bahnhof beginnen. Itzehoes erster Bahnhof bestand bis 1878 als Kopfbahnhof in der Nähe der Delftorbrücke. Als 1875-1878 die Eisenbahnlinie bis nach Heide verlängert wurde, entstand der heutige Bahnhof in der Bahnhofstraße. Er war - wie fast alle Bahnhöfe aus jener Zeit - ein verhältnismäßig düsteres Gebäude, das erst in jüngster Zeit durch einen hellgrünen Außenanstrich ein freundliches Aussehen erhalten hat.

2. Zu einem Bahnhof gehört selbstverständlich auch ein Wartesaal. Der Itzehoer Bahnhof hatte früher zwei Wartesäle, die entsprechend der damaligen Klasseneinteilung bei der Bahn streng getrennt waren. So gab es einen Wartesaal für die 1. und Il. Klasse und einen Wartesaal der lIL und IV. Klasse. Unsere Ansichtskarte aus dem Jahre 1919 zeigt den Wartesaal für die lIL und IV. Klasse. Pachter der Bahnhofswirtschaft war damals Otto Steffens. Hinter der Theke sieht man verschiedene Werbeplakate mit Preisangaben. So kostete damals ein Bier 25 Pfennige, eine Selters 25 Pfennige, eine Brause 30 Pfennige und ein Päckchen Leibniz-Kekse ebenfalls 30 Pfennige.

Itzehoe

. Bahnhofstraße und Bahnhofs-Hotel

3. Das Gebiet um den neuen Bahnhof war vor dem Bau der Marschbahn nur sehr dünn besiedelt. Erst der Eisenbahnbau brachte hier eine rege Bautätigkeit, Um alle Stadtteile möglichst auf kurzen Wegen an den Bahnhof anzubinden, entstanden die Bahnhofstraße und die Viktoriastraße. Neben vielen Villen baute man damals auch das Bahnhofshotel. Es wurde um 1895 errichtet und hat bis 1965 als Hotel und Restaurant gedient. Dann wurde das Gebäude vom Kreis Steinburg erworben, der das ehemalige Bahnhofshotel heute als Bürohaus nutzt. Die Bahnhofstraße selbst hat sich ebenfalls verändert. Die Bäume sind gefallen, die Vorgärten auf der rechten Straßenseite sind verschwunden und die Straße wurde verbreitert.

4. Wir wenden uns nun vom Bahnhofnach rechts und gelangen an die Störschleife, die man früher über diese Drehbrücke überquerte. Die Brücke entstand ebenfalls in Zusammenhang mit dem Bau der Marschbahn und des Bahnhofs. Sie wurde von Geheimrat de Vos finanziert, der als Gegenleistung ein Schienengleis von der Zuckerfabrik über die Drehbrücke zum Güterbahnhof legen durfte. Die Brücke verband die Neustadt (Wallstraße) mit der Bahnhofstraße und hat fast hundert Jahre ihren Dienst versehen. Dann wurde sie im Rahmen der Neustadtsanierung abgebrochen, da sie wegen der Zuschüttung der Störschleife überflüssig geworden war.

5. Etwas wehmütig wird sicherlich manch Itzehoer diese Postkarte aus dem Jahre 1907 betrachten. Zeigt sie doch einen Teil der Störschleife, die über Jahrhunderte der Neustadt das Gepräge gegeben hat. Die Aufnahme wurde von der Drehbrücke aus in Blickrichtung Viktoriastraße gemacht und zeigt noch einmal einen Teil des Itzehoer Hafens und das Zollamt. Beides gibt es heute nicht mehr. Die Stör in diesem Bereich wurde zugeschüttet und als Grünanlage hergerichtet. Das Zollamt wurde abgebrochen, und auf dem Gelande sollen ein Busbahnhof und ein Parkhaus entstehen.

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6. Durch ihre bevorzugte Lage am Mittellauf der schiffbaren Stör erwarb die Stadtschon früh das Stapelrecht. Es wurde ihr 1260 verliehen und beinhaltete ein Handels- und Verkehrsmonopol auf der Stör. Die dafür notwendigen Hafenanlagen befanden sich in der Störschleife rings um die Neustadt. Als das Stapelrecht 1846 aufgehoben wurde, benutzten hauptsächlich die Itzehoer Fabriken, insbesondere die Zuckerfabrik und die Zementfabrik, die Stör zum Transport ihrer Waren. Die Schiffahrt nahm ständig zu. Legten im Jahre 1843 946 Schiffe im Itzehoer Hafen an, so waren es 1878 bereits 2179.

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7. Um dem gestiegenen Schiffsverkehr Genüge zu tun, wurden ab 1870 die Hafenanlagen am Brook erweitert, Der Hafen bekam eine massive Kaimauer, Kräne wurden aufgestellt, und sogar eine Hafenbahn wurde gebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg ging der Hafenumschlag immer mehr zurück, und der Hafen wurde für Itzehoe zu einem Verlustgeschäft. Schließlich wurde im Rahmen der Neustadtsanierung auch dieser Teil der Stör zugeschüttet, und auf dem ehemaligen Wasserlauf entstand die 'KonradAdenauer-Allee'. Nichts deutet heute mehr darauf hin, daß sich hier einst Itzehoes Hafen befunden hat. Die Rolle des Brookhafens hat heute der Suder Hafen übernommen.

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8. Der 21. September 1912 brachte für ltzehoe ein großes Ereignis. An diesem Tag landete zum ersten Mal ein Zeppelin - die 'Hansa' - in ltzehoe. Wohl 10 000 Zuschauer waren nach Schmabek gekommen, um diesem großartigen Ereignis beizuwohnen. Nach der Landung konnte das Wunderwerk der reennik besichtigt werden. Am späten Nachmittag erhob sich das Luftschiff - geführt von Dipl.Ing. Dürr - wieder in die Lüfte, beschrieb einen großen Kreis über Itzehoe und flog nach Hamburg zurück. Unsere Ansichtskarte zeigt das Luftschiff auf dem Rückflug nach Hamburg beim Uberqueren der Neustadt.

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