Jessen in alten Ansichten Band 1

Jessen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Träger
Gemeente
:   Jessen
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5548-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Jessen in alten Ansichten Band 1'

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JESSEN

FreyerstraBe

59. Die Freyerstraße (um 1920). Diese Straße war im Jahre 1910 nach dem Jessener Bauunternehmer Wilhelm Freyer, der auf vorwiegend ihm gehörendem Land diese Häuserzeile erbauen ließ, benannt worden. Ende der zwanziger Jahre begann der Eigentümer des Richtung Unterberge sich anschließenden Ackerlandes, der Landwirt Wilhelm Hildebrandt, mit dem Verkaufvon Banstellen. Da sich Fr. und H. nicht über die gemeinsame Finanzierung und Unterhaltung der Straße zwischen den beiden Häuserzeilen einigen konnten, griff der Magistrat der Stadt ein und verfügte am 29. September 1930, daß H. neben der etwa 8 m breiten Freyerstraße einen 6 m breiten Zugang (zuzüglich 4 m für Vorgärten) zu den auf seinem ehemaligen Besitz errichteten Wohnhäusern sichern mußte. H. forderte daraufhin, diese Straße Hildebrandtstraße zu nennen. Dem wurde stattgegeben, und so kam es, daß Jessen (bis 1945) eine Straße hatte, deren Seiten unterschiedliche Bezeichnungen aufwiesen.

'~N. Verlag R. Franeiskus.Tesseu

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60. Die Jessener Volksschule. Diese Schule, zu der am 10. August 1901 (2. SchuIfesttag) der Grundstein gelegt worden war, wurde am 22. Oktober 1902 eingeweiht. Vorher hatte sich hier, in unmittelbarer Nachbarschaft von Kirche und Oberpfarre, ein 1754 erbautes Schulhaus befunden, in dem die 1. und die 2. Knabenklasse sowie zwei gemischte Elementarklassen unterrichtet wurden. Die 1. und die 2. Mädchenklasse waren seit 1852 zusammen mit einer weiteren Elementarklasse in dem Gebäude in der Schloßstraße untergebracht, das später von der Druckerei Biehl genutzt wurde. Das neue Schulgebäude hatte zehn geräumige Klassenzimmer, ein Lehrerzimmer und das Zimmerfür den Rektor. Im Keller befanden sich Werkraum, Lehrmittelzimmer und Wohnung für den Schulhansmeister, jahrzehntelang mit den Namen Lierath und Kleist verbunden.

61. Eine gemischte Elementarklasse um 1910. Im Jahre 1905 wurde die ursprünglich sechsstufige in eine siebenstufige Volksschule mit acht Klassen umgewandelt. Wie das Bild zeigt, waren die Klassenstärken seinerzeit ansehnlich! Überliefert sind genauc Zahlen aus dem Jahre 1913: 1. Knabenklasse: 48; 1. Mädchenklasse: 48; 2. gemischte Klasse: 66; 3. gern. Klasse: 61; 4. gern. Klasse: 65; 5. gern. Klasse: 65; 6. gem, Klasse: 72; 7. gem. Klasse: 55 Jungen und Mädchen. In den 1. Klassen befanden sich seinerzeit die ältesten Schülerinnen und Schüler. Diese Klassen waren in zwei Abteilungen untergliedcrt, so daß jeder (rcgelmäßig versetzte) Schüler das 7. und 8. Schuljahr in Klasse 1 absolvierte.

62. Das Jessener Schultest. Die Entstehung dieses Festes geht auf das Jahr 1838 zurück, nachdem die aus der Vorreformationszeit stammenden 'Singumgänge' (6. Januar: Fest der Heiligen Drei Könige; 12. März: Gregoriustag) abgeschafft worden waren. Um der Schuljugend das gesellige Vergnûgen, welches sie wenigsten bey einem Umgange gehabt haben, nicht zu entziehen, soll alljährlich in der freundlichen Jahreszeit ein Schuifest gefeyert werden ... hieß es in einem Beschluß der Jessener Stadtverordnetenversammlung vom 27. September 1837. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Fest zu einem Heimat- und Volksfest mit einer bestimmten Grundform, die vom 'Probeauszug' der Kinder am Sonnabend bis zum Abschlußfeuerwerk am 2. Schuifesttag reichte. Die Ansichtskarte aus der Zeit um 1900 zeigt in stilisierter Form sowohl die Besetzung des Festplatzes mit Geschäften aller Art als auch die Formen der Spiele der Kinder. z. B. Armbrustschießen der Knaben und Reigentanz der Mädchen.

63. Ehrenpforte zum 75jährigen Schuifest. Ein Höhepunkt in der Geschichte des Festes war die Jubiläumsfeier 1913. Alle Straßen der Stadt - im Bild die Lange Straße - waren überaus reich geschmückt. Für viele ehemalige Jessener bildete dieses Fest Anlaß und Gelegenheit, in den Ort ihrer Geburt und der hier verlebten Kindheit zurückzukehren, Verwandte, Freunde und Bekannte wiederzusehen, Erinnerungen auszutauschen. Die Begeisterung, mit der dieses Jubiläumsfest vorbereitet und gefeiert wurde, beflügelte den J essener Oberpfarrer Ludwig Hosch zur Schaffung des 'Liedes der Jessener', das seitdem zu einer wahren 'Stadthymne' geworden ist. Die letzte (5.) Strophe dieses Liedes lautet;

ij nd kommt alljährlich im August der zweite Sonntag 'gangen, ergreift die Iess'ner unbewußt

ein Sehnen und Verlangen

zur Heimatstadt, zum alten 'Nest', zum frohen, sel'gen Kinderfest.

Refrain: Du bleibst mir unvergessen, mein altes, liebes lessen.

(Melodie: 0 alte Burschenherrlichkeit. )

64. Die Jessener Stadtkapelle (1910). Jessen hatte natürlich auch eine Stadtkapelle. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war mit dieser Einrichtung der Name Lehmann verbunden. Die Mitglieder dieser Kapelle waren zum größten Teil in der Lehmannschen Musikschule ausgebildet worden, aus der auch viele Militärmusiker hervorgingen. Das Orchester war vielseitig tätig. Zu den Fest- und Feiertagen spielte es zum Tanz auf, gab 'Galakonzerte' im 'Deutschen Haus' und im 'Schützenhaus' und versorgte auch die umliegenden Orte mit Tanzmusiken. Schwerstarbeit leisteten die Musiker an den Schul- und Heimatfesten und zu den Schützenfesten, vom morgendlichen Wecken bis zum abendlichen Einzug.

65. Mënnergesangverein 'Quartett' (1909). Diese Aufnahme entstand 'Zur Erinnerung an das Goldene Jubelfest' des Vereins. Am 9. November 1859 hatten vier sangesfreudige Bürger der Stadt ein Quartett gebildet, das sich schon ein Jahr später zu einern Doppelquartett erweiterte. Unter Kantor Blochwitz, der von 1865 bis zu seinem Tode (1901) die Dirigentenstelle innehatte, entwickelte sich aus dem Doppelquartett ein stattlicher Männerchor. In der Folgezeit wechselten die Dirigenten häufig, bis im Jahre 1921 Willy Lehmann das Dirigentenamt übernahm, das er 47 Jahre in vorbildlicher Weise ausübte. Zur Erinnerung an seine Entstehung führte der Verein bis zum Zweiten Weltkrieg die Bezeichnung 'Quartett' weiter.

66. Der 'Gemischte Chor der Arbeiter-Vereinigung lessen'. Während sich vor dem Ersten Weltkrieg die Mitglieder der Chöre der Stadt - es sollen zeitweise sechs gewesen sein - vornehmlich aus Angehörigen des 'gut situierten Bürgertums' zusammensetzten, trat in den zwanziger Jahren die Arbeiterschaft stärker in Erscheinung. Das Foto zeigt die Mitglieder dieses gemischten Chores (wohl bei einem geselligen Beisammensein) gegen Ende der zwanziger Jahre. Der Chor wurde zu dieser Zeit von dem ein Vierteljahrhundert später als verdienstvoller Lehrer an Jessener Schulen und als Dirigent der Kantorei wirkenden Kurt Gramatte (Mitte, mit F1iege) geleitet. Nach Verbot der Arbeiterchöre in der Nazizeit schlossen sich einige Mitglieder dieses Chores dem Männergesangverein an, zum Beispiel Albert Merzweiier (ganz oben links) und Gustav Gruß (ganz vorn Mitte).

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67. 'Fußballklub Allemannia 08' (1912). Unter diesem Namen wurde am 22. Februar 1908 in Jessen eine Vereinigung gegründet, die den Zweck haben sollte, ihren 'Mitgliedern Anleitung zu geregelten und gesunden Leibesübungen zu geben, das deutsche Fußballspiel zu üben und treue Kameradschaft zu pflegen' (§ 1 des Vereinsgesetzes ). Erster 'Vorsitzender und Kapitän' des Klubs war Franz Stock (4. von links), bis zu seinem Tode (1957) ein begeisterter Anhänger und Förderer des Jessener Fußballs. In dem Foto von 1912 ist außerdem (5. von rechts) der verdienstvolle Jessener Friseurmeister Fritz Danneberg (1882 bis 1962) zu erkennen. Am 20. Juli 1912 erfolgte die Umbenennung des Klubs in 'Sportklub Allemannia 08', da in der Vereinigung außer Fußball auch Leichtathletik betrieben wurde.

68. 'Männer-Turn-Verein lessen'. Am 15. März 1881 wurde durch dreizehn junge Handwerker eines Kegelvereins der 'Männer-Turn-Verein Jessen' (MTV) gegründet, nachdem bereits seit 1843 der Schulfestplatz zur 'freien Benutzung für Turnen und Exerzieren' bestimmt worden war. Die Gründung des Vereins erfolgte auf Initiative des Buchdruckers Moritz Biehl, der von Chemnitz nach Jessen gezogen war, um sich hier eine Existenz zu gründen. Eine Vielzahl begeisterter Turner machte sich in der Folgezeit um diesen Verein verdient. Neben M.B. ist in diesem Zusammenhang besonders Wil helm Fromm zu nennen, der von 1909 bis 1920 das Turnen und Spielen leitete und 1921 zum Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde (Bild von 1913, oben). Unter seiner zielstrebigen Leitung erreichte der MTV im Jahre 1931, dem SOjährigen Bestehen, eine Mitgliederzahl von 437.

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