Jessen in alten Ansichten Band 1

Jessen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Träger
Gemeente
:   Jessen
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5548-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Jessen in alten Ansichten Band 1'

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69. Einweihung des 'Moritz-Biehl-Gedenksteins'. Besondere Höhepunkte im Leben des MTV waren die Einweihung des Jahn-Gedenksteins auf dem 'städtischen Turnplatz' (hinter dem Schulfestplatz) am 27. Juli 1913, die Einweihung des Jahnhauses am 24. Juli 1924 und schließlich die Einweihung des Biehl-Gedenksteins am 17. Juli 1927. MoritzBiehl war Gründer des Vereins und sein Vorsitzender bis 1921. Wegen seiner überaus großen Verdienste um das Turnen in Jessen wurde ihm die Ehrenbezeichnung "Turnvater Biehl' beigegeben. Mit der Gründung einer Frauenabteilung im Jahre 1891 hatte M.B. auch das Frauenturnen gefördert, wodurch die Voraussetzungen zurGründung des 'Frauen-Turn- und Sport-Vereins Jessen' am 18. Mai 1920 gegeben waren. In Unkenntnis der Verdienste Biehls wurde der Gedenkstein nach 1945 beseitigt.

70. Die Schützengilde lessen. Dies dürfte die älteste Vereinigung der Stadt gewesen sein. Sie war 1521 erstmals erwähnt worden, als über die Teilnahme von 17 Schützen aus Jessen an einem Schießen in Wittenberg berichtet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte verlor die Gilde ihren Charakter als Selbstschutzorganisation der Bürgerschaft immer mehr. Die jeweils Anfang Juli durchgeführten Schützenfeste entwiekelten sich zu Volksfesten. bei denen sich ein bestimmtes Zeremonie!! zur Ermittlung und Ehrung des 'Schützenkönigs' und ein Grundschema zum Gesamtablauf des Festes herausbildeten. Von einer der letzten Zusammenkünfte der Schützen im Zweiten Weltkrieg zeugt das Foto, in dessen Mittelpunkt (vorn, stehend) die langjährigen Offiziere Ernst Franziskus und Wilhelm Hanisch neben vielen anderen stadtbekannten Jessener Bürgern zu erkennen sind.

71. Der 'Luisenbund' (/934). Nach dem Ersten Weltkrieg wurden auch in Jessen (neben vielen anderen Vereinigungen) 'vaterländische Vereine' gegründet, zum Beispiel die 'Deutsch-nationale Volkspartei' und der 'Deutsch-völkische Jugendbund'. In diesem Zusammenhang ist auch der Jessener 'Luisenbund' zu nennen, dessen Mitglieder sich zum Ziel gesetzt hatten, die Tugenden der Königin Luise (1776-1810) Schlichtheit, Anmut und tiefste Vaterlandsliebe zu pflegen und wachzuhalten. Zu Beginn der dreißiger Jahre war dieser Bund die größte Frauenorganisation der Stadt, in der sich vornehmlich die Ehefrauen der Mitglieder von Schützengilde , Kriegerverein und 'Stahlhelm' ('Bund der Frontsoldaten') zusammenfanden. Zu den bekarmtesten Veranstaltungen des Luisenbundes gehörten die beliebten Familienfeste zur Sommerzeit im 'Eichenhain '.

72. Grüße von den 'Iessener Bergen' (urn 1900). Neben dem weit über die Grenzen der Stadt lessen hinaus bekannten Schul- und Heimatfest und der Schwarzen Elster sind es die 'Berge', die auch von vielen Nicht- Jessenern mit dem Namen unserer Stadt oft in Verbindung gebracht werden. Die eiszeitlich bedingten Ablagerungen schufen im Gebiet Jessen-Schweinitz reichhaltige Lehmvorkommen - Grundlage für die Entstehung mehrerer Ziegeleien im 19. Jahrhundert. Auch neben der 'Königlichen Domäne Gorrenberg' , einem ehemaligen Weingut, entstand eine Ziegelei. Die an der Straße nach Schweinitz gelegene Gaststätte 'Bergschlößchen' war bereits vor der Jahrhundertwende ein beliebter Veranstaltungs- und Ausflugsort, sowohl für die Jessener als auch für die Bewohner der Umgebung.

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73. Die Berge und der Wein (um 1905). Im Mittelalter wurde bekanntlich an den Südhängen vieler selbst unbedeutender Bodenerhebungen Wein angebaut, natürlich auch auf den Jessener Bergen mit dem 'Himmelsberg' (133 m ü.N) als höchster Erhebung über der Elstertalsohle (72 m). Bis zu 300 ha der Berge von Arnsdorfüber Jessen bis Schweinitz sollen im Mittelalter mit Rebanlagen bestanden gewesen sein. Nach Bildung des Deutschen Zollvereins (1834) begann der Niedergang des heimisehen Weinbaus. Wurden für das Jahr 1868 noch 125 ha Rebfläche ausgewiesen, so mußte 1908 ein Rückgang bis auf25 ha registriert werden, während es 1930 nur noch 12 ha waren.

74. 'Erdmann's Höhe' (um 1910). Trotz des Niedergangs des Weinbaus entstand im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts neben dem 'Bergschlößchen' eine Vielzahl von Weinlokalen und Winzerstübchen, die als begehrte Ziele der Jessener Bürger bei sonntäglichen Familienspaziergängen galten und in zunehmendem Maße auch von Bewohnern der näheren und weiteren Umgebung der Stadt gern genutzt wurden, vor allem zu Himmelfahrt und zu Pfingsten. Das Wein- und Kaffee-Restaurant 'Erdrnann's Höhc' war besonders in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg sehr beliebt, konnte es doch auch mit Sommergarten, Rosarium und Kinderspielplatz aufwarten.

Gruß von den Jessner Wembergen Winzerwirtschaft mit Weinausschank von QUo Döbelt

75. Dähelts Winzerwirtschaft und WeinallSschank (um 1910). An dem Weg, der hinter der Domäne Gorrenberg von der Hauptstraße zum 'Himmelsberg' führt, lag Döbelts Weinlokal. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen entwickelte der Winzer Otto Döbelt sein Anwesenzu einem der beliebtesten Ausflugslokale auf den Jessener Oberbergen. Stellvertretend für die vielen kleineren Winzerwirtschaften seien hier noch die von Otto Winter (Oberberge 7) und Giersch (Unterberge 16) genannt. Auf dem Petzoldschen Grundstück (Unterberge 17) entstand aus einer kleinen Winzerwirtschaft neben einer Mosterei in den dreißiger Janren ein weithin bekanntes Wein- und Tanzlokal, das auch nach dem Zweiten Weltkrieg zur Freude der Jessener noch einige Jahre weitergeführt wurde.

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76. Schmidts Winzerwirtschaft und Weinausschank (um 1910). Dieser Weinausschank befand sich unmittelbar neben dem des Winzers Döbelt. Hier wurde die Winzerwirtschaft auf einer Fläche von ca. 1,25 ha noch bis Ende der fünfziger Jahre im Familienbetrieb am Leben erhalten. Die Schmidtsche Anlage (letzter Besitzer: Harry Hoffmann) bildete den Grundstock für die unter genossenschaftlichen Bedingungen vorgenommene Erweiterung der Rebanlagen in den siebziger und achtziger Jahren. Während überall in den Weinlokalen nach dem Zweiten Weltkrieg 'das Licht ausging', geht der Weinbau hoffentlich auch unter den Bedingungen der Marktwirtschaft weiter, und wenn sich dann die gegenwärtig (Ende 1992) noch jungen und zaghaften Pflänzchen von Winzerwirt schaft und Weinausschank kräftig entwickeln, können die Jessener auch in Zukunft die 2. Strophe ihres Heimatliedes mit berechtigtem Stolz singen:

Man schout vom Berge weit hinein in unser frohes Sachsen.

Da sitzt sich's gut beim Glase Wein, am Bergeshang gewachsen.

Da wird das Alter wieder jung,

die Jugend trinkt Begeisterung:

Du bleibst mir unvergessen, mein altes, liebes Jessen.

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