Jüterbog in alten Ansichten

Jüterbog in alten Ansichten

Auteur
:   H. Schulze
Gemeente
:   Jüterbog
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5202-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Jüterbog in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Jüterbog gab in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts manchen Stoff für deutsche Schulbücher her. So ist die Sage vom Schmied von Jüterbog, der Tod und Teufel überlistet, recht breit bekannt geworden. Aber auch die Legende von einem einst reichen Jüterboger Bürger, der seinen Kindern noch zu Lebzeiten sein Hab und Gut schenkte und dann, in Armut sterbend, der Stadt eine Keule zur Mahnung vermacht haben soll, ist wegen seines moralisierenden Gehalts früher weit verbreitet worden. Heute sind fremde Besucher jedoch nicht selten erschrocken von der Spruchtafel, die neben einer Keule an jedem der drei Stadttore hängt:

Wer seinen Kindern giebt das Brodt und leidet nachmals selber Noth, den schlage man mit der Keule todt.

Wahrscheinlich war die Keule im Mittelalter Zeichen des Rechts der Stadt, in der peinlichen und Halsgerichtsbarkeit 'kurzen Prozeß' zu machen und bekam erst später die textliche Zugabe.

Zwei Höhepunkte erlebte die Stadt bisher in ihrer über 800jährigen Geschichte. Die erste und aus heutiger Sicht schönste Glanzzeit hatte Jüterbog im 15.116. Jahrhundert, also zum Ende des Mittelalters. Schon 1007 war ein Ort namens Iutriboc durch Thietmar von Merseburg schriftlich genannt worden. 1157 eroberte Wichmann,

Erzbischof von Magdeburg, die hiesige Gegend und gab dem Ort 1174 Magdeburger Stadtrecht. Die mit vielen Privilegien ausgestattete Stadt entwickelte sich rasch zu einem blühenden Gemeinwesen mit repräsentativen Bauten. Die mit teilweise drei Gräben und doppelten Mauern gesicherte Stadt nannte man 'Märkisches Mantua'. Auch einer der besten Gasthöfe Deutschlands soll darin bestanden haben. So verwundert es nicht, daß Jüterbog in Mitteldeutschland zu einer wichtigen Kongreßstadt wurde, die nur noch von Leipzig übertroffen wordenist.

Der päpstliche Ablaßhändler Tetzel soll hier mit der Losung 'Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele vom Fegefeuer in den Himmel springt' um Kundschaft geworben haben, was Martin Luther in Wittenberg den Anlaß gab, seine 95 Thesen zu verfassen. Thomas Müntzer, Hans Kohlhase (Michael Kohlhaas) und viele andere verbinden Jüterbog mit deutscher Geschichte.

Der Dreißigjährige Krieg machte dem Aufstieg der Stadt ein Ende. Gustav Adolf von Schweden, Wallenstein, Gallas und andere Feldherren hielten hier Heerlager. Ein schwedischer General prägte bei einer Plünderung den Satz: 'Jüterbog ist wie ein Mehlsack, immer wenn man draufschlägt, so staubt etwas heraus.' Von einst 4 000 Einwohnern blieben nur noch 300 übrig. Erst 1855 hatte die Stadt wieder die Einwohnerzahl von 1620 erreicht. Um 1890 begarm mit der Verlegung der

zentralen Feld- und FußartiIIerieschießschulen nach Jüterbog ein neuer Aufstieg der Stadt und zwar zu einem der umfassendsten Garnisonsorte Deutschlands. Wenn auch in direkter Abhängigkeit von militärischer Aufrüstung, so entwickelte sich doch ein florierendes Wirtschaftsleben. Bei nur halb so viel Einwohnern gab es doppelt so viel Gaststätten wie heute. Mit Jüterbog II entstand ein völlig neuer Stadtteil.

Noch heute sind diese beiden Epochen der Regionalgeschichte deutlich am Stadtbild abzulesen. Da sind nennenswerte Reste der alten Stadtbefestigung mit drei Toren und weitere Großbauten des Mittelalters wie die Nikolaikirche, das Rathaus, das Franziskanerkloster , die Marienkirche oder der Abtshof. Und zum anderen kommen hinzu die Neubauten im Historismus, bei denen zum Beispiel mit der Schillerschule oder dem Wasserturm eine gute Synthese zwischen Alt und Neu gelungen ist. Den Wiederaufstieg Jüterbogs symbolisieren aber vor allem die Fassaden in den Stilformen der Gründerzeit bis zum Ersten Weltkrieg, die wie Schürzen den alten Fachwerkhäusern vorgesetzt worden sind. Zusammenfassend kann man sagen, eine vom Mittelalter geprägte Altstadt im Flair der Jahrhundertwende. Damit hat Jüterbog Einmaliges, Unverwechselbares, was unbedingt zu erhalten ist, wenn die Stadt ihre Identität bewahrenwill.

Schlimm sind bereits die Verluste der letzten Jahrzehnte,

als aus (rniß-jwirtschaftlichen Zwängen und politischer Verblendung alte Werte weichen mußten. Doch die jetzt beginnenden Zeiten eines Wiederaufbaues bringen wiederum Gefahren mit sich. Persönliche Interessen geraten schnell in Widerstreit mit den Maßstäben der Denkmalpflege. Soll die Stadt jedoch ihren besonderen, durch alte Geschichte gewachsenen Charakter bewahren und für den Einheimischen liebenswert wie für den Fremden sehenswert bleiben, so bedarf sie eines strengen Schutzes. Das Buch möge mit dazu beitragen, Verständnis zu Traditionen zu entwickeln. Es soll den Jüterbogern ihre Wurzeln zeigen und unseren Besuchern Wissenswertes vermitteln.

Der Verfasser bedankt sich insbesondere bei Herrn Horst Lohmann, den Familien Jannek und Koppeheie und Herrn Dr. Karl Trebus für die hilfreiche Unterstützung sowie bei A. Fahrenholz, K. Schneider, B. Rüdiger, K. Böttcher und W. Gast, die durch weitere Leihgaben die Fotoauswahl des Museums bereichert haben.

Der Leser ist eingeladen zu einem Rundgang durch Jüterbog zur Zeit der Jahrhundertwende ...

Zeppelin-Aufnahme von Jüterbog

1. Eine Luftschiff-Fluglinie von Pots dam nach Süden führte über Jüterbog. Aber auch ein militärischer Luftschiffhafen bei Altes Lager/Niedergörsdorf ermöglichte schon frühzeitig Luftbilder unserer Stadt. Diese Ansichtskarte entstand um die Mitte der zwanziger Jahre. Südlich der Stadt ist das weite, recht ebene Land des fruchtbaren Niederen Fläming zu sehen, das fast gänzlich zum Ackerbau genutzt wurde.

Zeppelin-Aufnahme von jüterbog

2. Der Betrachter blickt von Osten hinweg über die Altstadt, die sich bohnenförmig mit ihren beiden Hauptstraßen auf einer Sanddühne inrnitten einer sumpfigen Niederung ausstreckt. Schon zur Zeit der Stadtgründung wurde diese zur Verteidigung günstige Anlage gewählt. Für den späteren Eisenbahnbau war sie aber sehr hinderlich, weshalb der Bahnhof weit im Nordwesten der Altstadt (im Bild oben rechts) angelegt worden ist.

3. Die Fliegeraufnahme zeigt den Markt mit Rathaus und den Westgiebel der Nikolaikirche mit den markanten verschiedenartigen Turmhauben. Einst hatte auch der Nordturm eine spitze gotische Haube , die aber nach mehrfachen Reparaturarbeiten an ihrem hölzernen Unterbau 1567 durch einen barocken Aufsatz ersetzt worden ist. Die Kreuzblume aus Sandstein auf der Spitze des Südturms ist auf diesern Foto noch vorhanden, Anfang der vierziger Jahre riß sie ein waghalsiger Flieger mit der Tragfläche herunter.

Jüterbog

R.,h.us

4. Im Jahre 1285 erhielt die Stadt die Erlaubnis, am Markt ein Kaufhaus zu errichten. Aus diesem Gebäude und dem östlich davon stehenden Marktturm sowie der vorgelagerten Gerichtslaube erwuchs bis zum Ende des 16. Jahrhunderts unser Rathaus in etwa heutiger Gestalt. Das Foto wurde nach 1903 aufgenommen, denn die 1801 abgetragenen Zinnen des Ostgiebels sind bereits wieder aufgemauert. Das Gespann der Löwen-Brauerei, die auf dem Damm eine Niederlassung hatte, steht vor der Gaststätte 'Zum weißen Schwan', dem ältesten Gasthof der Stadt. Leider wurde in der Neuzeit bei jeder größeren Renovierung auch der Name gewechselt.

5. Die Pferdebahn vor dem Rathaus wurde kurz vor ihrer Stillegung 1928 aufgenommen, denn erst im selben Jahr sind die Gaupen, die mit spitzen Türmchen verzierten Dachfenstcr, eingebaut worden. Das Standbild des heiligen Mauritius an der Nordostecke des Rathauses bekam die Stadt durch Erzbischof Ernst nach dem großen Brand von 1478 als Schutzpatron übergeben. 1506 zum Abschluß des Rathansbaus wurde es unterhalb des Fürstcnzimrners, in dem seit 1922 wieder die Bürgerrneister ihr Büro haben, angebracht. Wegen starker Witterungsschäden mußte die Figur 1957-1959 kopiert werden. Das Original ist heute im Heimatmuseum zu sehen. Die Linden vor der Gerichtslaube sind 1937 bei der Umgestaltung des Marktplatzes gefällt worden. Dafürwurden Bäume rings um den Markt gepflanzt.

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6. Das Bild der Nordwestecke des Marktes wurde vor 1911 aufgenommen. Noch steht das alte Eckhaus zum Wursthof, das dann im genannten Jahr vom Ziegeleibesitzer Lehmann durch einen Neubau ersetzt worden ist. Das neue Haus im Jugendstil wurde mit dem Gasthof 'Zum Löwen' äußerlich zu einem Komplex verbunden. Da es um die Hälfte schmaler angelegt worden war, bekam damit der Wursthof erst seine heutige Straßenbreite. Das größere Haus hinter dem Denkmal gehörte damals dem Wagenbanmeister Otto Tolkmitt.

7. Eine typische Jüterboger Hinterhofansicht um 1900. Es handelt sich um das sogenannte Kavaliershaus des Kerckowschen Grundstücks am Markt 7. Diese Oberlauben oder Laubengänge wie oben links im Bild waren hier sehr zahlreich. Diese ist in den achtziger Jahren bei der Modernisierung der Apotheke zugemauert worden. Mehr oder minder gut erhaltene Oberlauben sind heute noch am Markt 5, an der östlichen Ecke Große Straße/Rotes Meer, in der Zinnaer Vorstadt 1-2, Am Dammtor 23, in der Pferdestraße 32 und in der Mönchenstraße 50 vorhanden.

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8. Die Siegessäule für den Krieg 1870/71 auf dem Markt war am 30. Oktober 1880 eingeweiht worden. Sie karn 1937 in den Anlagenpark, wo das Denkmal 1945 zerschlagen wurde. Das Haus direkt hinter der Säule ist das frühere Dornizil der Mohren-Apotheke. Rechts an der Ecke zur Mittelstraße steht das Bankhaus Apponius & Sohn. Der Erbauer des Hauses, der Kaufmann und Bankier Eduard Apponius, entstammte dem ungarischen Grafengeschlecht Apponji. Nach dem Adreßbuch von 1914 war zu dieser Zeit schon die Potsdamer Creditbank Eigentümer des Hauses. Das äußerlich vielfach umgestaltete Haus hat heute ein viel schlichtere Fassade und beherbergt bis heute ununterbrochen Geldinstitute.

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