Kahla in alten Ansichten

Kahla in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Willy Schilling und Heinz Berger
Gemeente
:   Kahla
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5457-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kahla in alten Ansichten'

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Hahla

Bahnhoî- Sirosse

39. Die Bahnhofstraße. Die Saaleisenbahn folgt im mittleren Saaietal im wesentlichen dem natürlichen Lauf des Flusses. So bot sich an der nördlichen Bebauungsgrenze der Jenaischen Vorstadt für den Bahnhof ein günstiger Standort an, zumal die Strecke hier etwas vom Saaleufer zurückweicht. Die vorhandene Jena-Rudolstädter-LandstraBe wurde so zur Bahnhofstraße. Sowohl die 'Bahnhofsfabrik' der Porzellan AG als auch die neue Lehmannsche Fabrik entstanden hier. Dazu kamen alte und neue Post nach der Auflösung der Posthalterei in der Roßstraße, verschiedene Einzelhandelsgeschäfte und natürlich Wohnhäuser, so daß auch hier eine geschlossene Bebauung zustande kam.

40. Kinderumzug. Eine lange Tradition verbindet sich in Kahla mit dem Kindervogelschießen. Eingeleitet wurden diese Feste zumeist mit einem feierlichen Umzug durch die Stadt. Traditioneller Veranstaltungsort war der Gries am Saaleufer unmittelbar bei der Brücke. Das Gelände des Grieses gehörte zum klassischen Überschwemmungsgebiet der Saale , so daß es sich für eine feste Bebauung bis 1932 nicht empfahl. Erst mit der Inbetriebnahme der Bleilochtalsperre war die Zeit der regelmäßigen Übcrschwemmungen für immer gebannt. Dennoch standen die Schützenhäuser seit 'ewigen Zeiten' auf dem Gries. Auch heute noch dient das Gelände der Stadt als Festplatz.

41. Auf dem Gries 1929. Das Foto entstand zur Erinnerung an das Kindervogelschießen auf dem Gries am 2. Juli 1929. Die Mädchen tragen Blumenkränze als besonderen Schmuck gegenüber den früheren Jahren, wo man sich mit Senleifen. Federn oder Kopfputz schmückte. Alle schauen heiter in das Objektiv der Kamera. Das Bild läßt kaum vermuten, daß sich die Welt in der größten Wirtschaftskrise beland, die sie je erlebte. Auch in Kahla waren die wirtschaftlichen Verhältnisse bedrückend. Viele Familien lebten von den Unterstützungsgeldern, die der Staat und die Stadt ausgaben.Arbeitwar knapp, undmaneher hatte schon kaum noch etwas zum Essen.

Xahkr, s.-ß.

Herzog-Emst-Piatz

42. Herzog-Ernst-Platz 1. Schon einige Namen trug dieser kleine Platz in seiner kurzen Geschichte. Unmittelbar vor dern Oberen Tor gelegen, bilder er einen natürlichen Verkehrsteiler. Hier kreuzen sich die Berg- und Rudolstädter Straße mit der Straße Am Walkteich und dem Eingang zur Stadt in die Roß- bzw. Margarethenstraße. Die Wohnhäuser entstanden zumeist um die Jahrhundertwende oder später. Lediglich jene Häuserzeile , die parallel zum Grabenweg steht, besaß - wie das Beerbaumsche Haus - historische Vorläufer. Mit dern Abriß des Oberen Tores erfolgte auch eine Neugestaltung der Eckbebauung unrnittelbar im Bereich der alten Stadtmauer.

KA A, S.·A. Herzog-Ernst-Platz.

43. Herzog-Ernst-Platz 2. Auf der Seite Rudolstädter Straße, gegenüber der Sparkasse, fallen zwei im Baustil recht unterschiedlich angelegte größere Villen auf, die den Herzog-Ernst-Platz begrenzen. Bei dem Eckhaus, einer in Klinker von der ortsansässigen Baufirma Jecke 1891/92 erbauten Villa, handelt es sich um das Wohnhaus des Kommerzienrates K. Lehmann (1855-1917). Die benachbarte Villa, auf dem 'Mühlberg' 1908 errichtet, gehörte dem Kaufmann und Drogisten Gotthardt Horn, dessen Tochter sich mit einem Sohn von K. Lehmann verheiratete. Beide Familien waren im übrigen eng befreundet und pflegten beste Nachbarschaft.

44. Familienfeier. Der Fotograf ermöglicht uns einen Bliek ins Wohnzimmer der Familie des Kaufmanns Gotthardt Horn. Wir wissen heute nicht mehr , wer im einzelnen die Personen auf dern Foto sind. Das Bild zeigt uns aber die Wohnverhältnisse einer gut gestellten Kahlaer Familie, die im öffentlichen Leben der Stadt einige Bedeutung besaß. Seit 1750 handelte die Familie Horn mit Kolonialwaren, Drogen, Spirituosen und Farben. Gotthardt Horn führte den herzoglichen Titel eines Hoflieferanten.

45. KriegerdenkmaI1914-1918. In Erinnerung an die 283 Kahlenser die im Ersten Weltkrieg fielen, wurde 1929 auf dem Herzog-Ernst-Platz unter reger öffentlicher Anteilnahme ein Denkmal eingeweiht. Die Stele mit dem Abbild eines Soldaten entstand nach einem Entwurf des Bernburger Bildhauers Joachim Wolf-Müller. Die Errichtung des Denkmals stand lange in Frage, obwohl der Beschluß dazu bereits 1921 gefaßt worden war. Vor allern finanzielle Schwierigkeiten trugen zur Verzögerung der Bauausführung bei. Heute befindet sich die Stele auf dem Friedhof der Stadt Kahla, wohin sie 1948 umgesetzt wurde. An die Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnern zudem Gedenktafeln in der Stadtkirche und das 1917 vom Porzellanmalereibesitzer A. Bauer gestiftete Eiserne Buch der Stadt.

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46. Das Obere Tor. Im 14. Jahrhundert entstand zum Schutz der Stadt eine einfache Stadtmauer, in die drei Stadttore und zwei Pforten eingelassen waren. Das Obere Tor war das älteste und ist seit 1375 bekannt. Es weist in Richtung Rudolstadt. Mehrfache Umbauten veränderten sein Aussehen über die Zeiten. Ursprünglich besaß es einen Tunn mit einer Durchfahrt und zwei Torflügel. Ein Pförtchen blieb bis 1830 erhalten. Zur Verbesserung der Straßenverkehrsverhäitnisse erfolgte 1907/08 der Abbruch des Tores. An seine Stelle trat zunächst ein Turmbau. Im Jahre 1939 wurde dann durch den Abriß zweier Häuser in der Margarethenstraße das heute noch bestehende Eckgebäude errichtet. Das Bild zeigt die Baulösung vor 1939 mit dem alten Turm.

47. Die Stadtbefestigung am Walk/eich. Im Jahre 1819 wurde der Rote oder Malzturm bis auf das Untergeschoß wegen Baufälligkeit abgetragen und mit einem Dach versehen. Seine Namen trägt der Turm zum einen wegen des roten Sandsteins, aus dem er gebaut wurde, zum anderen gehörte er lange zum Areal der städtischen Malzdarre und diente bei Bedarf zur Lagerung von Braugerste. Die Bezeichnung Walkteich kennzeichnet dagegen den in unrnittelbarer Nähe liegenden Standtort der ehemaligen Walkmühle , die 1587 mit Genehmigung des Rates von den Tuchrnachern und Gerbern errichtet wurde und deren Wasserrad aus dem Zulauf des Oberbaches in den Wassergraben der Stadtbefestigung betrieben wurde.

48. Die Malzdarre. Das städtische Brauwesen spielte in Kahla über viele Jahrhunderte eine große Rolle. Die Stadt verfügtc über zwei Brauhäuser. Der Braumeister und die Brauknechte standen in städtischen Diensten. Für die Malzdarre , in der das Reifen der Gerste zu Braumalz in Regalen (Darren) erfolgte, war ein Darr-Mann verantwortlich. Viele Häuser in Kahla besaßen ein Braulos. Daher wurde der sogenannte Reihenausschank praktiziert. Das Haus, das gerade ausschenkte , kennzeichnete sich durch einen Strohwisch. Überflüssiges Bier fiel an die Stadt, die es in Wirtschaften und auf Platzen verkaufte. Eine Bannmeile kennzeichnete die Brauhoheit. Ihre Mißachtung führte zu den bekannt-berüchtigten 'Bierkriegen '. so 1718 mit Großeutersdorf.

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