Kalefeld in alten Ansichten

Kalefeld in alten Ansichten

Auteur
:   Dietmar Hantke
Gemeente
:   Kalefeld
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5869-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kalefeld in alten Ansichten'

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VORWORT

Das vor Ihnen liegende Buch ist die erste Veröffentlichung des Heimatvereins Kalefeld. Die darin enthaltenen Fotos sind eine Auswahl der Aufnahmen, die uns im Laufe der letzten Jahre von Einwohnern der Ortschaften Kalefeld und Dögerode zur Verfügung gestellt wurden. Trotz der relativ kurzen Zeitspanne, die zwischen der Gegenwart und diesen Fotos liegt - sie sind zwischen fünfzig und hundert Jahre alt -, zeigen sie dem jüngeren Betrachter doch eine ihm völlig fremde Welt. Bei älteren Lesern rufen sie Erinnerungen an vielleicht schon vergessen geglaubte, selbst erlebte Zeiten wach.

Die Fremdheit der Bilder ist leicht zu erklären: Niemals in der Geschichte haben sich die Wirtschafts- und Sozialstruktur des Dorfes, das Leben seiner Bewohner und sein Erscheinungsbild so schnell, so offensichtlich und so unumkehrbar verändert wie in der Zeit, die zwischen diesen Fotos und der Gegenwart liegt. Es ist die Zeit des Übergangs des Dorfes von der landwirtschaftlich geprägten Lebensgemeinschaft, die es über Jahrhunderte war, zur Wohngemeinde in der Industriegesellschaft von heute.

Bei der Zusammenstellung des Fotomaterials waren wir gezwungen, uns auf eine vorgegebene Anzahl von Bildern zu beschränken. Diese Fotos stellen deshalb eine subjektive Auswahl dar. Wir haben versucht, eine Mischung von Darstellungen nicht mehr vorhandener Gebäude, besonderer Festlichkeiten, aber auch des Lebens- und Arbeitsalltags der Menschen zu finden. Die Begleittexte geben zusätzliche Informationen und Hinweise. Der Betrachter sollte die Fotos jedoch, ohne Belastung durch Jahreszahlen und Fakten, auch als Fenster zu einer vergangenen Zeit nutzen, sich hineinvertiefen und offene Augen haben für 'Nebensächlichkeiten' wie Gebäude im Hintergrund, Gerätschaften, aber auch Kleidung, Haltung oder Gesichtsausdruck der dargestellten Personen. Dies bedeutet nicht, einer nostalgischen Sehnsucht nach der' guten alten Zeit' das Wort zu reden, denn man darf nicht vergessen, daß das Leben der Menschen früher weit stärker von harter Arbeit und nicht selten großer finanzieller Not geprägt war; als man es sich heute vorstellen kann.

Wir danken allen, die uns Fotos für dieses Buch zur Verfügung gestellt und durch Auskünfte bei der Zusammenstellung der Texte geholfen haben. Vielleicht wird der eine oder andere Leser beim Betrachten der Bilder angeregt, selbst einmal nachzusehen, ob nicht auch er alte, fast vergessene Fotos oder Postkarten finden kann. Es wäre wünschenswert, diesem Buch noch weitere folgen lassen zu können.

Heimat-, Geschichts- und Kulturverein Kalefeld

1. Im Jahre 889 wird Kalefeld erstmals urkundlich erwähnt. Ansiedlungen am Hang des Kahlbergs, auf 'Hartmanns Kamp' und 'Am Langen Rott' haben jedoch bereits viel früher bestanden. Zahlreiche Funde aus der Jungsteinzeit (vor etwa 7000 Jahren) belegen diese ersten, vermutlich nur von einigen Familien bewohnten Siedlungsstellen. Einen Zusammenschluß, der als Gemeinde zu bezeichnen wäre, findet man erst zu Beginn des 13. Jahrhunderts. In der Folgezeit wurde Kalefeld oft von Kriegswirren berührt, epidemische Krankheiten und Hungersnöte rafften viele Einwohner dahin. Dennoch ist fast ständig ein Anstieg der Einwohnerzahlen zu verzeichnen, Von 342 im Jahre 1689 stieg diese über 482 (1755) auf 971 (1895) an.

Die im Original farbige Postkarte aus dem Jahre 1908 zeigt eine Gesamtansicht des Dorfes mit dem Kahlberg im Hintergrund. Ausschnittweise sind Bahnhof und Kirche sowie eine Straßenszene im Oberdorf (Ecke Hauptstraßel Eboldshäuser Straße) hervorgehoben. Diese Motive haben wir in die folgende Bildauswahl ebenfalls mit aufgenommen und einige weitere Informationen hinzugefügt.

Zur Zeit der Aufnahme hatte Kalefeld etwa 950 Einwohner. Durch die im Jahre 1899 gebaute Kleinbahn (siehe Bild 22) war die Verkehrsanbindung erheblich verbessert worden. Die Weberei Ude (gegründet im Jahre 1846, siehe Bild 14) beschäftigte bereits rund 100 Personen. Für die bis dahin überwiegend in der Landwirtschaft und in kleineren Handwerksbetrieben tätige Bevölkerung war eine neue Erwerbsquelle erschlossen worden. Damit war der Durchbruch von einem ländlichen zu einem teilweise industriell geprägten Dorf vollzogen.

2. Das vor dem Jahre 1912 aufgenommene Foto zeigt einen markanten Ausschnitt des Ortskerns. Die Aufnahme erfolgte etwa in Höhe der Kirche in nördlicher Richtung. Sie zeigt einen Teil des früheren 'Unterdorfs' , heute Hauptstraße. Die auf der rechten Seite abgebildeten schlichten Fachwerkhäuser des Tischlermeisters Gustav Möhrs, des Landwirts Hermann Pförtner und des Landwirts und Böttchers Heinrich Pinnecke stehen noch heute fast unverändert. Sie bildeten eine Fachwerkansicht, wie sie sonst im gesamten Dorfkaum noch vorzufinden war. Durch den zwischenzeitlich erfolgten Plattenbehang sind sie heute in ihrem Äußeren kaum wiederzuerkennen. Den damals vielfach üblichen 'Hausbaum' - meistens eine Linde - sieht man am Hauseingang des zweiten Gebäudes.

Auf der linken Straßenseite sind inzwischen viele bauliche Veränderungen erfolgt: Das Ehrenmal für die drei in den Kriegen von 1866 und 1870/71 Gefallenen steht zwar noch an seinem Platz vor der Kirche; aus Verkehrssicherungsgründen wurde es jedoch weiter zurückversetzt und der eiserne Zaun entfernt. Über Herstellung und Finanzierung des Denkmals ist bisher lediglich bekannt, daß die Gemeinde einen Betrag von 100 Mark bewilligte. Die Errichtung gingjedoch vom 'Krieger-Verein Calefeld' aus. Nach Weihe und Enthüllung am 19. Juli 1896 wurde das Ehrenmal dann an die Gemeinde übergeben.

Die angrenzende Scheune, das Wohnhaus Nr. 53 und die übrigen Nebengebäude des Landwirts Helmut Nolte wurden vor dem Neubau des Postamtes in den Jahren zwischen 1980 und 1982 abgebrochen. Im unteren Teil der Scheune befanden sich unter anderem Laden und Werkstatt des Schneidermeisters Otto Ude, später das Textilgeschäft Kudella. In dem Nebengebäude betrieb Otto Haase eine Schmiede.

Die im Hintergrund folgenden Gebäude sind zum großen Teil nicht mehr vorhanden. Das kleine Haus ist verrnutlich das des Landwirts Albert Haase Nr. 71. Das anschließende große Fachwerkgebäude mit den schrägen Balken (Kopfbändern) im oberen Teil gehörte Heinrich Ude Nr. 73. Beide sind neben anderen durch den großen Brand am 3. Februar 1929 zerstört worden. Als letztes noch erkennbares Gebäude mit dem Giebel zum Betrachter ist das noch vorhandene Haus von Gustav Ude Nr. 77 zu sehen.

Die beschauliche Straßenansicht zeigt darüber hinaus eine offensichtlich nur grob befestigte Straße. Der Fortschritt hat jedoch bereits Einzug gehalten, wie an den Masten für die Stromversorgung zu sehen ist.

3. Das Foto zeigt die Marktstraße mit dem alles überragenden Gebäude der zweitürmigen Kirche im Hintergrund. Von den Visitatoren war im Jahre 1868 festgestellt worden, daß 'die alte Kapelle zu unwürdig ausgestaltet und mit 295 Sitzplätzen zu klein sei'. Nach längeren Beratungen beschloß der Kirchenvorstand, statt einer Erweiterung einen Neubau in Angriff zu nehmen. Im Jahre 1870 wurde die alte Kapelle abgerissen und mit dem Aufbau begonnen.

Die Pläne für den Kirchenneubau stammen von dem bekannten Kirchbaurat Hase aus Hannover. Am 10. November 1872 konnte die neue Liebfrauenkirche eingeweiht werden. Die Kosten betrugen einschließlich Orgel und Turmuhr 17 552 Taler.

Beherrscht wird das Bild daneben auf der rechten Seite von dem großen Wohnhaus Nr. 111 mit Stallgebäude und Scheunendurchfahrt, das damals Albert Stöckemann gehörte. Während der vordere Teil des Gebäudes einschließlich der Bäume und des Metallzaunes heute noch fast unverändert vorhanden ist, wurde die Scheune baulich verändert. In diesem Teil befindet sich die Zweigstelle der Kreissparkasse. Der offene Graben für die Regenwasserableitung ist inzwischen verrohrt.

Die auf der linken Straßenseite abgebildeten Häuser des Dachdeckermeisters Hermann Blumenhagen, des Landwirts Friedrich Eickemeyer, des Schlachtermeisters Kar! Brinkmann und des Landwirts Heinrich Schaper sind alle am 2. August 1911 abgebrannt. Die meisten der Abgebrannten errichteten auf ihren Grundstücken neue Gebäude. Lediglich der Landwirt Schaperverzichtete auf einen Wiederaufbau an dieser Stelle. Späterwurde das Grundstück an den Schlachtermeister Brinkmann verkauft (siehe Bild 18).

4. Im heutigen Ortsbild fällt eine ungewöhnlich große Lücke in der Bebauung an der Hauptstraße gegenüber dem Hof Bode auf. Die in diesem Bereich liegenden Gartengrundstücke werden im Volksmund 'Alter Krug' oder 'Kruggarten' genannt, was auf eine früher bestehende Gastwirtschaft hinweist.

Tatsächlich war das Gelände früher bebaut. Hier stand das Tagelöhnerhaus (Nr. 20) des Landwirts August Haase. Durch ein Großfeuer am 26. Oktober 1926 wurde es vernichtet. Bei dieser Katastrophe brannte auch der benachbarte Hof des Landwirts Heinrich Nolte Nr. 21 mit allen Wirtschaftsgebäuden (Bild 7) bis auf die Grundmauern nieder. Landwirt Nolte baute sein Anwesen wieder auf. Als Hinweis auf die Fertigstellung des neuen, massiven Wohnhauses befindet sich über der Eingangstür die Jahreszahl1927. August Haase dagegen, der die Wohnungen im Haus Nr. 20 vermietet hatte, ließ das Gebäude nicht wieder aufbauen.

Nachzutragen ist noch, daß bisher keine konkreten Nachweise über eine früher im Haus Nr. 20 befindliche Gaststätte vorliegen.

Das Foto, das um 1910 aufgenommen wurde, zeigt das Gebäude mit den zu dieser Zeit im Haus wohnenden Mietern: Caroline Stöckemann geborene Brakmann mit Ehemann Ferdinand (Zimmermann) und Caroline Schelm geborene Reinecke mit Ehemann August (Kutscher bei Weberei Nolte) und deren Kinder Anna, Albert und Wilhelm.

5. Die zu Anfang dieses Jahrhunderts entstandene Aufnahme zeigt den Ortseingang aus Richtung Sebexen, die sogenannte Landstraße von Osterbruch nach Osterode. Auf der linken Seite ist der Gasthof Hermann Kasten mit dem neu angebauten Saal zu erkennen. Vor dem Saaieingang steht Hermann Thiele sen., der Stiefsohn des Gastwirts Hermann Kasten. Nach dem Tode seiner Mutter im Jahre 1922 beantragte er die Genehmigung zur Übernahme der Gaststätte und des Kaufmannsladens.

Voraussetzung für die Erteilung einer Gaststättenkonzession war zur damaligen Zeit, daß von den zuständigen Behörden ein 'Bedürfnis' zur Einrichtung oder zum Weiterbetrieb festgestellt wurde. Hierzu mußte auf einem Lageplan der genaue Abstand der bereits vorhandenen Gastwirtschaften und Biergeschäfte vermerkt werden. Erst wenn dann auch noch die Gemeinde ihre Zustimmung gegeben hatte, erteilte der Landkreis Osterode als damals zuständiges 'Landrathsamt' die Genehmigung.

Zum Zeitpunkt der Aufnahme bestanden neben der Kastenschen Gastwirtschaft noch die Gastwirtschaften A. Nolte, August Kasten, Theodor Bierwerth (Weißenwasser), H. Zies-Erben (Schnedekrug) und die Bierhandlung A. Schneemann. Gegen die Erteilung der Konzession wurden im Falle Hermann Thiele keine Bedenken geltend gemacht.

Bis zum Jahre 1977 blieb die Gastwirtschaft im Eigentum der Familie Thiele, Danach übernahm sie Familie Meyer.

Hinter dem Gasthaus sind die Häuser von August Rehkopf, Hermann Ranke (jetzt Bäckerei Fischer) und das Gemeindehaus mit dem schrägen Anbau zu erkennen. Hier waren später unter anderem das Lebensmittelgeschäft von Bernhard Kunkel und anschließend das Gemeindebüro untergebracht. Heute wird darin die Gärtnerei Meyer betrieben.

Auf der rechten Seite ist zwischen den Bäumen das Tagelöhnerhaus von Gustav Ude zu erkennen, das später abgebrannt ist. An dieser Stelle befindet sich heute das kleine Mietshaus von Klaus Ude.

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